Autor Thema: Kopenhagen im November 2021 - Kunst, bunte Lichter und moderne Architektur  (Gelesen 3680 mal)

Christina

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7. Tag – Donnerstag, 25.11.

Gegen Viertel nach sechs werde ich von einem ohrenbetäubenden Lärm, der nicht aufhören will, geweckt – och nö, Feueralarm. Jetzt erwischt es mich also doch noch, ich hatte schon in den Bewertungen gelesen, dass (Fehl)Feueralarme relativ häufig vorkommen und ironischerweise hingen erst gestern Abend überall neue Hinweisschilder, dass es verboten ist, elektrische Kochplatten auf den Zimmern zu verwenden (am Wasserkocher klebt ein Zettel, dass nur Wasser eingefüllt werden darf und an der Mikrowelle wird darauf hingewiesen, dass man das Gerät bei Rauchentwicklung sofort abschalten soll).

Ich schaue aus dem Fenster und dann zur Türe hinaus, ob irgendwo Rauch oder Feuer zu sehen ist, nein, also kann ich ohne Hektik etwas einigermaßen vernünftiges Anziehen, draußen sind schließlich Wintertemperaturen. Meine Tasche mit den Wertsachen packe ich eh schon immer abends nach den Reisenotizen und der Planung für den nächsten Tag, da muss noch mein Handy dazu, dann gehe ich (natürlich mittels Treppe) die drei Stockwerke nach unten und komme irgendwo an der Seite des Hotels ins Freie. Vor dem Haupteingang stehen schon mehrere Feuerwehrautos und Feuerwehrmänner wuseln herum, aber es scheint zum Glück wieder nur ein Fehlalarm zu sein, das Personal ist hinter dem Rezeptionstresen geblieben und einige Gäste sitzen in der Lobby. Dorthin gehe ich dann auch und recht bald schon hört der Alarm auf, die Feuerwehrleute verlassen das Haus und das Personal teilt mit, dass man wieder auf die Zimmer könne. Ich fahre mit zwei Mädels im Aufzug nach oben, eine erzählt, dass sie schon seit ein paar Wochen hier wohnt und es in jeder Woche einen Fehlalarm gegeben hat, da läuft meiner Meinung nach etwas falsch, so häufig dürfte das nicht vorkommen. Ich vermute, dass es damit zusammenhängt, dass ein Großteil (? zumindest gefühlt) der Zimmer/Studios an Bauarbeiter aus Osteuropa vermietet sind, die jeden Tag mit Kleinbussen vom Hotel zur Baustelle transportiert werden und auch die Wochenenden hier verbringen, die, verständlicherweise, bei so einem langen Aufenthalt nicht mit Mikrowelle und Wasserkocher zufrieden sind, sondern mit den auf den Hinweisschildern erwähnten elektrischen Kochplatten kochen, gestern abend ist einer mit großen Flasche Sonnenblumenöl durch die Lobby gelaufen. Na ja, ich bin nur froh, dass es erstens ein Fehlalarm war und zweitens es nicht passierte, als ich gerade unter der Dusche stand ;D.

Nochmal ins Bett gehen lohnt sich nun nicht mehr, ich dusche und frühstücke und um Viertel nach acht spaziere ich nochmal in Richtung Fisketorvet Mall und von dort am Kanal weiter nach Süden durch das Wohngebiet, wo auch Hausboote liegen. Eine sehr interessante Gegend, man könnte noch ein gutes Stück weitergehen, aber ich habe noch ein paar andere Punkte für meinen letzten Besichtigungstag auf dem Zettel stehen.





Daher gehe ich zurück Richtung Hotel und zur dortigen S-Bahnstation. Meine Copenhagen Card gilt heute leider nicht mehr (maximale Dauer sind fünf Tage), daher kaufe ich am Automaten eine Tageskarte für heute (EUR 10,76).


Mit der nächsten S-Bahn fahre ich dann in Richtung Farum, also nach Nordwesten bis zur Station Emdrup. Ich möchte zur Grundtvigskirche im Stadtteil Bispebjerg, den Google Maps Ausschnitt habe ich mir ausgedruckt, da ich mich hier außerhalb des Bereichs des Stadtplans meines Reiseführers befinde. Es hat inzwischen angefangen zu regnen, eine ganze Woche ohne Regen wäre für November und Kopenhagen auch ein wenig zu viel verlangt. Irgendwie komme ich schon bald völlig vom Weg ab und bin mir nicht mehr sicher, in welche Richtung ich gehen muss. Ich frage einen jungen Papa, der mit dem Kinderwagen spazieren geht, der mal wieder sehr hilfsbereit ist, perfektes Englisch spricht und mir auf seinem Handy den Kartenausschnitt der Gegend zeigt und gleich zwei mögliche Wege erklärt, den kürzeren und den, der einfacher zu merken ist.

So komme ich tatsächlich noch zur Kirche und werde, als ich um die Ecke biege und sie zum ersten Mal sehe, fast erdrückt, obwohl ich natürlich schon Bilder gesehen habe. Aber Größe, Form und Farbe der Kirche führen zusammen mit dem Regenwetter zu einer irgendwie unheimlichen Stimmung.


Die Kirche wurde zwischen 1921 und 1940 gebaut, entworfen vom Architekten Peder Klingt und benannt nach dem dänischen Philosophen und Pastor Grundtvig. Im expressionistischen Gebäude mit neugotischen Stilelementen haben 1800 Menschen Platz. Baumaterial ist hauptsächlich ein gelblicher Ziegel (6 Millionen Stück davon wurden verbaut), der in Dänemark häufig verwendet wird und die umliegenden Wohnhäuser wurden zusammen mit der Kirche aus denselben Ziegeln gebaut, um die Wirkung der Kirche noch zu vergrößern.



Der Innenraum ist völlig schlicht gehalten und auch wenn mir an sich schlichte Kirchen gut gefallen, ist es hier drinnen ähnlich unheimlich wie draußen vor dem Turm der Kirche. Wenn die Sonne hereinscheinen und einige weitere Besucher da wären, würde der Eindruck sicherlich anders sein.



Auf dem Rückweg zur S-Bahn Station stelle ich fest, dass ich auf dem Hinweg tatsächlich in die völlig falsche Richtung gegangen bin :verlegen: und der Weg zur Kirche dadurch mehr als doppelt so lange wurde.

Mit der S-Bahn fahre ich zurück in die Innenstadt bis zur Station „Nørreport“ und gehe von dort in den Stadtteil Nørrebro, wo ich bisher noch nicht war. Nørrebro ist von der Altstadt durch eine Reihe von (Jahrhunderte alten) Stauseen getrennt, die auf mehreren Brücken überquert werden können. Eine bei schönem Wetter wunderbare Gegend, man kann beidseitig an den Ufern der Seen entlangspazieren, aufgrund des Regenwetters und der damit verbundenen feuchten Kälte heute, mache ich aber nicht mal ein Foto von der Brücke herunter (was mich nachträglich mal wieder ärgert), sondern gehe ohne Stopps bis zu meinem nächsten Ziel, dem „Mærsk Tower“. Wie der Name schon sagt, wurde auch dieser Turm, wie die Oper, vom reichsten Dänen Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller (bzw. dessen Stiftung) finanziert. Er ist Teil der Universität von Kopenhagen, genauer gesagt befindet sich dort die medizinische Fakultät. Das 75 Meter hohe Gebäude wurde 2017 fertiggestellt, die braunen Lamellen sind aus Kupfer und beweglich, so dass sie als Sonnenschutz dienen können. Der Turm ist für jedermann zugänglich und der Blick aus dem obersten Stockwerk soll lohnenswert sein, aufgrund des Regenwetters verzichtet ich aber darauf, die Sicht wäre doch extrem bescheiden und ich habe ja schon jede Menge Ausblicke von oben gehabt.



Nach einem Blick auf die neben dem Turm stehende Sankt Johannes Kirke, gehe ich zurück in Richtung Bahnhof „Nørreport“.


Direkt daneben sind seit 2011 die Torvehallerne (Markthallen), im Freien und verteilt auf mehrere gläserne Gebäude befinden sich Marktstände und Selbstbedienungsrestaurants mit Sitzplätzen. Ich entscheide mich für das „Palao“ – der Burger mit allen möglichen Extras an Käse und Bacon sowie die Fries sind sehr lecker, das gilt auch für den Smoothie aus Spinat und Ingwer. Mit EUR 34,16 ist es allerdings nicht ganz günstig, vor allem wenn man bedenkt, dass man aus Plastik bzw. Pappe isst und trinkt und sich alles selbst am Tresen bestellt und abgeholt hat.


Nach dem Essen fahre ich von der Station „Nørreport“ in den westlich der Innenstadt gelegenen Stadtteil Frederiksberg. Hier besuche ich das Bakkehusmuseet (EUR 10,09). Dieses Haus gehörte der Familie Rahbek zu Beginn des 19 Jh., einem liberalen Künstlerehepaar, das Schriftsteller und sonstige Künstler regelmäßig zu sich einlud, zum diskutieren und sprechen über Kunst und Politik, ein „Künstlersalon“, wie das damals hieß. Zum Beispiel war Hans Christian Andersen ein häufiger Gast und wurde wohl von Kamma Rahbek zum ersten Mal als Dichter bezeichnet.

Ich mag solch kleine Museen, die einen Einblick geben in das Leben in früheren Zeiten, und genieße daher den Rundgang durch das im romantischen Stil eingerichtete Haus (überwiegend rekonstruiert, teilweise mit Original Möbeln).




Im oberen Stockwerk wird eine Sonderausstellung gezeigt mit dem Thema „Überwintern“ von Natur und Pflanzen.


Im Garten gibt es im Sommer ein Café, das jetzt im Winter leider geschlossen ist, man kann eben nicht alles haben, dafür musste ich mir das Museum nur mit zwei weiteren Personen teilen.

Inzwischen hat es aufgehört zu regnen, sogar die Sonne ist manchmal zu erahnen, daher spaziere ich durch den neben dem Bakkehus liegenden Schlosspark. Das sich dort befindliche Schloss Frederiksberg aus dem 18. Jh, wird heute als Königliche Militärakademie genutzt und kann daher nicht besichtigt werden.


Vom Park gehe ich zur nächsten U-Bahn Station und fahre nochmal ins Stadtzentrum bis zur Station „Marmorkirken“. Dort in der Nähe befindet sich das ehemalige Matrosen-, dann Sozialviertel Nyboder mit u.a. hübschen kleinen Häusern im Renaissance Stil (die orange-farbenen). Leider ist fast das gesamte Viertel eine Baustelle, bei näherem Blick auf die Häuser ist eine Modernisierung aber wohl auch dringend nötig.


Ich gehe zurück zur U-Bahn Station „Marmorkirken“ und fahre bis zur übernächsten Station "Gammel Strand". Nochmal am Weihnachtsmarkt auf dem Højbro Plads vorbei, gestern vormittag bin ich am anderen Ende gewesen und an der Skulptur „Generations lifting Generations“ von Svend Viig Hansen am Gammel Strand, gehe ich zum Sorte Diamant, im Café der Bibliothek möchte ich Kaffeepause machen.




Obwohl ich schon mehrmals hier vorbeigekommen bin, fällt mir erst jetzt eine weitere „alternative“ Meerjungfrau auf – die mir sehr bekannt vorkommt. Genau – die Skulptur ist von der Bildhauerin Anne Marie Carl-Nielsen und das Modell zur fertigen Skulptur habe ich gestern in der Ny Glyptotek gesehen.



Das Licht reicht jetzt um 16 Uhr gerade noch so für ein paar Fotos von der Meerjungfrau, dann gehe ich rein und bestelle Café Latte und einen Carrot Cake (EUR 11,30).


Eine halbe Stunde später, nun ist es schon dunkel, nur der Himmel in Richtung Westen ist noch erleuchtet, spaziere ich den mir nun schon vertrauten Weg am Wasser entlang zurück in Richtung Hotel bzw. Fisketorvet Mall. Die beleuchteten Gebäude sehen so toll vor dem Sonnenuntergangshimmel aus, da hätten sich ein paar Fotos mit Stativ gelohnt, leider liegt das Stativ aber im Hotel. Egal, mit der Nachtfunktion der Kamera gibt es auch ein paar schöne (wenn auch nicht ganz scharfe) Bilder.



Ich gehe nochmal in den Fotex um mir Brötchen und Käse (aufgeschnittene Wurst habe ich tatsächlich nicht gefunden) als Proviant für den morgigen Reisetag zu kaufen, dann geht’s zurück ins Hotel.

Wetter: vormittags bewölkt, meist Regen, nachmittags aufgelockert bewölkt, ca. 5°C



LG Christina

Susan

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Schade, dass es sich so eingetrübt hat. Das Bakkehus Museet gefällt mir auch aus ganz den gleichem Grund, finde es interessant wie die  Leute früher so gelebt haben.

So frontal wirkt die Kirche echt bedrückend, wirkt eher wie ein Mahnmal  ??? Die alternativen Meerjungfrauen sind mir neu, wohl erst nach 2012 aufgestellt?  Für eine Bootstour war es vermutlich zu kalt, oder? Die fanden wir immer recht interessant.
Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Die Kirche könnte man als Movielocation für einen Horror- oder den nächsten Harry Potter-Film nehmen. Von der Seite geht's ja noch, aber frontal  :verpiss:.

Zitat
Ich entscheide mich für das „Palao“ – der Burger mit allen möglichen Extras an Käse und Bacon sowie die Fries sind sehr lecker, das gilt auch für den Smoothie aus Spinat und Ingwer. Mit EUR 34,16 ist es allerdings nicht ganz günstig, vor allem wenn man bedenkt, dass man aus Plastik bzw. Pappe isst und trinkt und sich alles selbst am Tresen bestellt und abgeholt hat.

Uiiihhhh  :o, hoffentlich war das Fleisch wenigstens vom Wagyu oder Kobe-Rind.

Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Die alternativen Meerjungfrauen sind mir neu, wohl erst nach 2012 aufgestellt?  Für eine Bootstour war es vermutlich zu kalt, oder? Die fanden wir immer recht interessant.

Wann die alternativen Meerjungfrauen aufgestellt wurden, weiß ich leider nicht. Eine "touristische" Bootstour war in meiner Copenhagen Card enthalten, ein Anbieter macht das auch im Winter, aber die Boote haben eine "Glashaube", darauf hatte ich keine Lust, da man da nicht so gut rausschauen und erst recht nicht fotografieren kann. Wenn ich noch Zeit gehabt hätte, wäre ich mal mit dem Wasserbus, der als öffentliches Verkehrsmittel auch in der Copenhagen Card enthalten war, bei Tag die gesamte Strecke gefahren, da konnte man sich wahlweise drin oder draußen aufhalten, aber das ging zeitlich eben nur das einemal für eine Teilstrecke bei Nacht und da sass ich drinnen,weil es mir draußen zu kalt war.

Uiiihhhh  :o, hoffentlich war das Fleisch wenigstens vom Wagyu oder Kobe-Rind.

Nee, war nur ganz normales Rindfleisch ;D



LG Christina

Christina

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8. Tag – Freitag, 26.11

Heute habe ich leider nur noch die Abreise auf dem Plan, bereits viertel vor sieben checke ich nach Frühstück und dem restlichen Packen aus und gehe zu Fuß zum Bahnhof.

Um 7.26 Uhr fährt der IC nach Hamburg pünktlich ab, wie schon bei der Anreise ist auch in diesem Zug fast jeder Platz belegt, so dass ich froh bin, eine Platzreservierung zu haben. An der Grenze werden die Masken wieder aufgesetzt, anders als in Richtung Dänemark gibt es keine Grenzkontrollen bei Einreise nach Deutschland.

Um 12 Uhr komme ich weiterhin pünktlich in Hamburg an. Zeit für ein Mittagessen habe ich heute nicht, ich kaufe mir nur ein Hamburger Franzbrötchen für später, um 12.24 Uhr geht es dann schon mit dem ICE weiter nach Mannheim.

Um viertel vor fünf erreiche ich immer noch pünktlich Mannheim, hier hat der vorgesehene Anschlusszug über eine halbe Stunde Verspätung wegen eines technischen Defekts, zum Glück kann ich aber eine andere Verbindung nehmen, zwischen Mannheim und Worms fahren viele Züge und S-Bahnen. In Worms muss ich dann ein letztes Mal umsteigen für den kurzen Hopser nach Hause, wo ich planmässig um viertel nach sechs ankomme und schon von Peter am Bahnhof erwartet werde.

Wetter: überwiegend bewölkt, vormittags teils Sonne, nachmittags teils Regen, ca. 3 °C


Fazit:

Nach all der Unsicherheit vor Reisebeginn, ob es im Hinblick auf die beginnende Omikronwelle sinnvoll wäre, die Reise anzutreten oder auf den Januar oder Februar zu verschieben, war die Entscheidung für die Reise genau richtig, es gab keine Beeinträchtigungen während meines Aufenthalts, keine Maskenpflicht, wobei ich und viele andere im Laufe der Woche in vollen öffentlichen Verkehrsmitteln die Maske dann doch wieder hervorholten, die 3 G Kontrollen vor Zugang zu Museen und Restaurants waren weitgehend problemlos (Einzelheiten dazu ja schon im Bericht), es gab während meines Aufenthalts keine neuen, zusätzlichen Regeln, weder in Dänemark noch in Deutschland, auch wurde Dänemark nicht als Risikogebiet aus deutscher Sicht hochgestuft (dann hätte ich bei der Rückkehr ein Einreiseformular ausfüllen müssen, wäre auch kein großes Problem gewesen).

Die Weihnachtsmärkte waren zum Glück nicht allzu störend, es waren so wenige Touristen in Kopenhagen unterwegs wie von mir erhofft.
Das Wetter war viel besser als ich für einen November in Kopenhagen erwartet hatte. Seit langem habe ich mal wieder sehr viel Zeit in Museen verbracht, das hat mir richtig gut gefallen, zumal es wirklich wunderbare Museen waren.

Die Copenhagen Card hat sich gelohnt, EUR 135 hat die Karte gekostet, die von mir genutzten Eintritte und öffentlichen Verkehrsmittel hätten EUR 248 gekostet.

Ich hatte mir vor Reisebeginn lange überlegt, ob ich bei Ankunft in Kopenhagen ein bisschen dänisches Bargeld am Automaten holen sollte, habe mich dann dagegen entschieden, da ich mehrfach gelesen hatte, dass man alles und überall (zumindest in der Stadt) mit Karte bezahlen könne. Und genauso war es, selbst eine kleine Flasche Wasser beim 7/11 Kiosk konnte mit Karte bezahlt werden, Schließfächer in Museen waren per Zahlenschloss abschließbar, nur einmal war eine Münze nötig, da stand dann aber ein Automat daneben, wo man mit Karte die passende dänische Münze kaufen konnte. Toiletten waren immer kostenlos, es saß auch niemand an der Tür, der ein Trinkgeld erwartet hätte.

Sprachprobleme gab es keine, alle mit denen ich gesprochen habe, konnten Englisch, Speisekarten, Beschreibungen in Museen, Fahrkartenautomaten, alles war auch in Englisch verfügbar.

Kopenhagen hat mich vor allem wegen der vielen außergewöhnlichen modernen Gebäude begeistert, den vielen Möglichkeiten ans Wasser zu kommen, mal die Kanäle, mal die Ostsee. Die Innenstadt war auch nett, aber da gibt es viele andere Städte in Europa, die idyllischere, besser erhaltene historische Stadtzentren vorweisen können. Sehr schön war auch die nächtliche Beleuchtung einzelner Gebäude oder Brücken. Wie immer habe ich längst nicht alles gesehen, was mich interessiert hätte, daher ist ein weiterer Besuch irgendwann in der Zukunft nicht ausgeschlossen (wenn nur die Liste der Wunschziele nicht so lange wäre ;D).



LG Christina

Ilona

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 :danke: fürs Teilen deiner Erlebnisse, liebe Christina. Jetzt konnte ich mir ein Bild von Kopenhagen machen, denn dieses Reiseziel stand noch nie auf unserer Liste.

Ich denke auch, dass die Reisezeit genau richtig war. Im November war es zwar schon kühl, aber dadurch konntest du die Card abarbeiten.

:respekt:, dass du dir das Reisen im Alleingang zutraust. Ich verreise ungern alleine.

Das Smørrebrød und das teure Essen setzt Kopenhagen jetzt nicht auf meine Bucket List. Doch sage niemals nie :floet:.

Ich bin jedenfalls virtuell sehr gerne mitgereist :adieu:.
Liebe Grüße

Ilona

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Silvia

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So, ich bin jetzt auch durch mit dem Kopenhagen-Bericht ... erst mal ein RIESIGES Dankeschön für das Vorstellen dieser Stadt, die - ich gebe es zu - bisher überhaupt noch nicht auf meinem Bildschirm war.

Soviel Kunst und Architektur wäre mir persönlich etwas zuviel, aber jeder hat ja andere Interessen  ;D   ... die Preise für's Essen lassen einen auch schlucken  :verpiss:  (aber du warst ja anscheinend darauf vorbereitet)

Was die Rote Beete betrifft: Die wird auch in Schweden und Norwegen im Herbst/Winter viel mehr als hier bei uns genutzt/angeboten.

Christina

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Ilona vielen Dank für deine Begleitung. Nur wegen des Essens würde ich nicht unbedingt auf Kopenhagen verzichten, wenn man abends essen geht, gibt es ja auch "normales" Essen, kein Smörrebröd. Aber ihr seid ja sowieso eher lieber in wärmeren Gefilden unterwegs - wo es ja auch nicht immer einfach ist mit dem Essen, wenn ich mich da an deinen Sardinien Bericht erinnere ;D

Schön, dass du auch mitgelesen hast, Silvia. Interessant mit den Roten Beeten, ich war zwar schon in Stockholm, aber das ist so lange her, daher kann ich mich ans Essen gar nicht mehr erinnern.

So viele Museen möchte ich auch nicht in jedem Urlaub haben, aber hier hat es gut gepasst.



LG Christina

Susan

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Herzlichen Dank für deine Eindrücke aus Kopenhagen, bin sehr gern mitgereist  ^-^

Das war eine schöne Städtereise mit einige Anregungen für mich, besonders die Museen. Bisher waren wir immer über Himmelfahrt oder Pfingsten dort, da haben wir uns mehr auf das Draußen konzentriert  8)  War dann natürlich sehr viel voller in der Stadt, aber das macht uns meist weniger aus.

Wie ich sehe, hast du ja schon die nächste Städtereise auf dem Plan  - ich bin gespannt auf Helsinki  ;)

 :danke:
Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Ilona vielen Dank für deine Begleitung. Nur wegen des Essens würde ich nicht unbedingt auf Kopenhagen verzichten, wenn man abends essen geht, gibt es ja auch "normales" Essen, kein Smörrebröd. Aber ihr seid ja sowieso eher lieber in wärmeren Gefilden unterwegs - wo es ja auch nicht immer einfach ist mit dem Essen, wenn ich mich da an deinen Sardinien Bericht erinnere ;D

Hallo Christina,

der Essensfluch im Urlaub lastet schon 17 Jahre auf uns. Wir tragen's meistens mit Humor :toothy9:, außer wenn wir von einem tollwütigen Sarden vor die Tür gesetzt werden.

Mit den wärmeren Gefilden ist das so eine Sache. Wenn du einen Angetrauten mit Superkräften als Regenmacher hast, zieht der die Tiefs an und lässt es sogar in der Wüste regnen  :totlach:.
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Vielen Dank fürs Mitfahren Susan, bei gutem Wetter bin ich auch lieber draußen unterwegs.

Helsinki war nun eine relativ spontane Entscheidung, weil Peter irgendwie die Lust aufs Reisen verloren hat und in seinem am Freitag startenden Urlaub, für den wir eigentlich ein paar Tage Wandern geplant hatten, lieber zu Hause bleibt, daher Helsinki alleine. Ich hoffe nur, dass es nicht zu voll wird, aber ich wollte nicht bis Herbst warten, wer weiß, welche Pandemie dann wieder Probleme macht ;D Ich hätte gerne nach ein paar Tagen Helsinki eine Rundreise durch Südfinnland gemacht, da sind mir aber die Automietpreise zu hoch, daher werden es zehn Tage Helsinki mit Tagesausflügen per Zug und Bus. Bei gutem Wetter vermutlich ganz ohne Museen :)



LG Christina

Christina

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Mit den wärmeren Gefilden ist das so eine Sache. Wenn du einen Angetrauten mit Superkräften als Regenmacher hast, zieht der die Tiefs an und lässt es sogar in der Wüste regnen  :totlach:.

Vielleicht müsstest du da mal das absolute Gegenteil, z.B. Island ausprobieren, da wird dann aus dem Regenmacher ein Schönwettermacher :totlach:.



LG Christina

Ilona

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Vielleicht müsstest du da mal das absolute Gegenteil, z.B. Island ausprobieren, da wird dann aus dem Regenmacher ein Schönwettermacher :totlach:.

Gerne, wenn du mir das garantierst.
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Vielleicht müsstest du da mal das absolute Gegenteil, z.B. Island ausprobieren, da wird dann aus dem Regenmacher ein Schönwettermacher :totlach:.

Gerne, wenn du mir das garantierst.

Nee, Garantie gibts leider keine ;D



LG Christina

Paula

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Hallo Christina,

Nun bin ich endlich auch dazu gekommen deinen Reisebericht in Ruhe durchzulesen! Schade dass ich erst bei der Rückfahrt einsteigen konnte, aber so viel Trubel in der Arbeit hatte ich  schon lange nicht mehr, gestern habe ich den ganzen Tag gearbeitet und jetzt wird es in den nächsten 4 Wochen hoffentlich etwas ruhiger.
Ich bin sehr überrascht von der schönen modernen Architektur in Kopenhagen. Beim Lesen habe ich öfter versucht Vergleiche mit München und Berlin anzustellen und da kommt Deutschland wirklich schlecht weg. Ich hatte bisher gar keine Vorstellung von Kopenhagen und kann mir dort jetzt auch sehr gut eine Woche Urlaub vorstellen, lieber aber wenn es warm ist. Ich würde gern diese Schwimmbäder im Fluß bzw Kanal ausprobieren, das habe ich erst einmal erlebt in Wolfsburg und fand das total klasse!
Im November ins Wassergehen kann ich mir ja überhaupt nicht vorstellen, die Dänen sind echt hart im Nehmen, dabei sind sie doch für ihr hyggelig bekannt…
Wenn ich alleine unterwegs bin gehe ich auch gern in Museen, ich war mal eine Woche in Paris bei schönem Wetter und habe fast alle Museen besucht, ich würde das in Kopenhagen bestimmt auch machen und für November hattest du ja wirklich gutes Wetter.
Kirchen schaue ich auch gerne an, aber auf den Kirchturm mit der Außentreppe hätte ich mich wahrscheinlich nicht gewagt.
Was mir nicht gefallen hat sind die vielen roten Beete, das ist so ziemlich das einzige Gemüse das ich gar nicht gerne esse  :)

Danke für den interessanten Bericht, jetzt habe ich schon wieder einen Ort mehr auf meiner unendlich langen Reiezielwunschliste  8)
Viele Grüße Paula