Autor Thema: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens  (Gelesen 2882 mal)

Horst

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Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« am: 20. Juni 2022, 20:14:49 »
Südengland – ans wundervolle Ende Britanniens

Prolog



Durdle Door - das Wahrzeichen von Englands Südküste



England – die einstige Seefahrernation und Weltmacht, das Land von Dichtern wie Shakespeare und Dickens, Musikern wie den Beatles, Legenden wie König Artus und Robin Hood, Seefahrtpionieren wie Francis Drake und James Cook, das Königreich der Kreisverkehre und Teebeutel, Castles und Abbeys, Fish und Chips … man könnte noch vieles anführen.
Großbritannien und allen voran England hat der Welt ihren Stempel aufgedrückt.
So ist eine Reise durch England auch eine Reise durch die Geschichte und Kultur und insbesondere im Süden Englands durch pittoreske Fischerdörfer und eine fantastische Küstenlandschaft die ihresgleichen sucht und in Cornwall seinen Höhepunkt findet.
Aber auch abseits der Küsten hat die Region im Süden Englands viel zu bieten – da wären die allseits bekannten englischen Gärten, landschaftlich eigenwillige Moore wie das durch Conan Doyle's Sherlock Holmes berühmte Dartmoor und natürlich markante Zeitzeugen sei es jüngerer Vergangenheit gerade in Cornwall aus der Hochzeit des Bergbaus bis weit zurück in die Zeit der Schlösser und Burgen als England und Britannien noch ein Traum von König Alfred von Mercien war, der das Land von den einfallenden Nordmännern befreite und so seinen Traum von „Englaland“, dem Land der Angelsachsen verwirklichte.
Der Süden Englands ist eine prall gefüllte Wundertüte die für jeden etwas bietet.

Geplant sind 10 Tage – ausgehend von London Stansted (das wir links bzw. rechts liegen lassen) geht es zunächst an die Kreide-Küste bei Eastbourne und Brighton – dann nach Westen entlang der Küste nach Dorset, Devon und zu einem etwas intensiveren Aufenthalt im Süden Cornwalls, dann über Nord Cornwall und den beiden Welt-Kulturerbe-Stätten Bath-Stadt und Stonehenge zurück nach London Airport.

Nach Reisen in Schottland, Irland und Wales sind wir sind gespannt auf unsere erste Englandrunde, die Koffer sind gepackt – es kann losgehen!


[Ab Mittwoch geht es dann richtig los]
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Silvia

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #1 am: 20. Juni 2022, 20:35:49 »
Da steig ich sofort mit zu :adieu:

Christina

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #2 am: 20. Juni 2022, 20:36:47 »
Erste ;D

Süd England  ist auf jeden Fall auch ein Wunschziel von mir, wenn da nur nicht der doofe Linksverkehr wäre, der hat mich in Wales (und Jersey, da habe ich aber Peter den Vortritt beim Fahren gelassen) schon sehr genervt, aber virtuell kann ich ja ganz entspannt mitreisen.

Edit: Zweite ;D



LG Christina

Ilona

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #3 am: 21. Juni 2022, 10:06:37 »
Eine Pilcherreise :zwinker: steht schon lange auf unserer Liste und deshalb bin ich besonders auf Cornwall gespannt.

Mit dem Linksverkehr kann ich mich auch nicht anfreunden, aber da muss man wohl durch. 
Liebe Grüße

Ilona

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Rainer

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #4 am: 21. Juni 2022, 11:20:45 »
Da bin ich auch dabei, steht seit sehr langer Zeit auf der ToDo Liste.

Silv

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #5 am: 21. Juni 2022, 13:24:40 »
Wie bei den anderen Berichten bin ich auch dabei, hab aktuell nur kaum Zeit und Muße, etwas zu schreiben... :-[ Zumal wir morgen für 3 Wochen in den hohen Norden fahren.  ^-^

Freunde von uns waren vor Kurzem in Südengland und meinten, das sei sicher nicht das letzte Mal gewesen.
Liebe Grüße
Silvia

Horst

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #6 am: 22. Juni 2022, 15:31:11 »
1.Tag – Sa 9.4.2022

Eigentlich heißt es der frühe Vogel fängt den Wurm. Unser früher Vogel soll heute um 6:50 Uhr vom Nürnberger Flughafen gen London entschweben. Dieser April hat aber in Deutschland noch so winterliche Temperaturen, dass die Zugvögel wohl wieder umgekehrt sind und die Flugzeuge enteist werden müssen, und am Nürnberger Provinz-Airport nur ein funktionierendes Enteisungsfahrzeug zur Verfügung steht. So ist in der eigentlich abflugbereiten Ryanair Maschine erst mal warten angesagt. Eine Stunde später als geplant geht es dann schließlich los. In gut eineinhalb Stunden ist der Hopser über den Ärmelkanal geschafft und wir landen im Norden der Weltmetropole London auf dem Flughafen Stansted. Was gilt es zur Einreise zu bemerken?
Da England keine Sommerzeit hat, werden die Uhren wieder eine Stunde zurückgestellt und in der Post-Brexit-Phase braucht man inzwischen zur Einreise einen Reisepass. Das war es aber auch schon. Keine Einreiseerklärungen, keine Covid-19 Test- oder Impfnachweise, kein Maskenball mehr (außer man möchte freiwillig) … sehr angenehm – das war in den letzten beiden Jahren ja leider an vielen Orten der Welt deutlich nerviger, wenn man überhaupt reisen konnte ...



Über Europcar haben wir einen Mittelklasse-PKW (es wird ein Opel-Astra) reserviert – die Übernahme erfolgt schnell und unproblematisch.


Unser neuer fahrbarer Untersatz in der Mitte

Autofahren ist in Britannien bekanntermaßen gewöhnungsbedürftig. Es herrscht Linksverkehr, man sitzt auch noch auf der falschen Seite und schaltet mit der linken Hand. Dazu kommen die teils kryptischen und oft endlosen Kreisverkehre die schon mal am Gemüt arbeiten, wenn sie so gar nicht aufhören wollen. Aber alles machbar. Linksverkehr-Anfänger tun sich sicher in Schottland, Irland oder Wales leichter, wo das Verkehrsaufkommen deutlich geringer ist und statt vielen urbanen Regionen oft einsame Natur mit ebenso einsamen Straßen zu finden sind. Zu zweit geht es aber auch in England, wenn einer navigiert und sich der andere aufs Fahren konzentrieren kann. Trotzdem empfiehlt sich hier wie anderswo ein umfassender Versicherungsschutz ohne Selbstbehalt – da kann man auch mal den Randstein rasieren wenn man sich durch das Sitzen auf der falschen Seite nicht in den gewohnten Dimensionen wiederfindet.

Rund um London ist gerade durch Bautätigkeiten eine wichtige Autobahn gesperrt, so kämpfen wir uns mit unserem Google Maps Navi nach zweimaligem Umkehren (falsche Abfahrt erwischt) letztendlich zunächst zu unserem Zimmer bei einer bezaubernd freundlichen älteren Vermieterin in Seaford, an der Küste nähe Eastbourne.
Zum Auftakt unserer Reise befinden wir uns in Sussex – einer von 39 Graftschaften Englands. Geschichtsträchtiger Boden. Nicht weit von hier in der berühmten Schlacht von Hastings schlugen die von Frankreich kommenden Normannen die Engländer und regierten so für ein halbes Jahrhundert über England.
Unsere rührige und hilfsbereite Vermieterin gibt uns noch ein paar Tips für Besichtigungen und ein Restaurant fürs Dinner und dann lockt uns die Küste.





Nur wenige Minuten sind es hinauf auf einen kleinen Hügel ...









... dem Car Park des Seaford Head Nature Reserve. Von hier führt ein Weg hinab zu den photogenen Coastgard Cottages ...




... mit den faszinieren Kreideklippen der Seven Sisters ...




... und schließlich hinab zur Bucht von Chuckmere Haven.















Wir fahren einen Steinwurf weiter nach Osten zu einem Parkplatz am Belle Tout Lighthouse.





Von hier laufen wir oberhalb der Kreideklippen zum Beachy Head Lighthouse, ...




... einem Leuchtturm am Fuß der Klippen.

Ein Ort mit trauriger Berühmtheit nach der Golden Gate Bridge in Kalifornien und den Aokigahara Woods („Suicide Forest“) in Japan ist dies der drittpopulärste Ort um Selbstmord zu begehen.
Wir dagegen haben noch Lust auf mehr und achten eher darauf, uns den teilweise fragilen Felskanten nicht zu sehr bis zum Rand zu nähern.





Auf Höhe des Leuchtturms kehren wir um und wandern zurück zum Belle Tout Lighthouse.     












Von hier geht es an knallgelben Ginsterbüschen Richtung Birling Gap ...





... mit überragendem Blick über die Seven Sisters Klippen und auf den Birling Gap Beach...




... mit seiner Strand-Treppe.









Vom Strand gönnen wir uns einen letzten Blick auf die Sieben Schwestern ...




... und machen dann noch einen Abstecher zum Seebad von Eastbourne mit seiner bekannten Seepromenade.

Der kulinarische Abschluß des Tages (sofern man davon in Britannien sprechen kann) findet im George Inn, einem netten Pub in Alfriston statt – Lokal urgemütlich und das Essen durchaus ok.

So geht ein erster Tag mit ordentlich Küstenspektakel zu Ende.


Übernachtung: B&B – 17 Farm Close, Seaford, Sussex -  Bewertung: 8/10 mindestens 4 davon für die Gastgeberin, Preis 119 €
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Christina

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #7 am: 22. Juni 2022, 18:19:17 »
Ach, was für ein Traum, die weißen Klippen. Die haben mir auf Rügen schon so gut gefallen und hier sind sie wohl noch länger. Und so herrliches Licht hattet ihr.

Ein toller erster Tag.

Mit dem Linksverkehr machst du mir aber wenig Mut, dass es in Wales eher ländlich war und daher einfacher zu fahren, da habe ich noch gar nicht daran gedacht >:(. Kreisverkehre gab es dort ja auch, aber tatsächlich nur "einfache" wie es sie z.B. auch in Deutschland gibt.



LG Christina

Silvia

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #8 am: 22. Juni 2022, 20:44:14 »

 :happy:   Boah, was für ein toller Start!!

Rainer

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #9 am: 23. Juni 2022, 11:55:24 »
Wow, auch noch schönes Wetter!

Die Golden Gate Bridge wird übrigens zukünftig aus der Selbstmordliste wegfallen, da wird seit 2018 ein Suicide Deterrent System verbaut, auch einfach nur Safety Net genannt, welches kurz unter der Fahrbahn die Selbstmörder auffangen soll. Die Fertigstellung wird 2023 erwartet.

Ilona

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #10 am: 23. Juni 2022, 14:40:58 »
Zitat
Eine Stunde später als geplant geht es dann schließlich los.

Das ist doch verkraftbar. Unsere Condor musste nicht enteist werden und flog 1,5 Stunden verspätet ab.

Zitat
Es herrscht Linksverkehr, man sitzt auch noch auf der falschen Seite und schaltet mit der linken Hand.

Da hätte ich einen Automatik reserviert.

Zitat
Rund um London ist gerade durch Bautätigkeiten eine wichtige Autobahn gesperrt

Das war wahrscheinlich die M25. Wie oft stand ich da schon im Stau ::).

Die Roundabouts sind wirklich nervig, vor allem als Beifahrer. Ich verlor da immer die Orientierung :totlach:.

Ihr hattet einen blauen Himmel, aber den Kapuzen nach zu urteilen, wehte eine kühle Brise.

Ich mag England :herz:, auch wenn ich es bisher nur nach London und Umland (d. h. im Umkreis von einer Stunde Fahrt) geschafft habe.


Liebe Grüße

Ilona

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #11 am: 23. Juni 2022, 16:45:05 »
Mit dem Linksverkehr machst du mir aber wenig Mut, dass es in Wales eher ländlich war und daher einfacher zu fahren, da habe ich noch gar nicht daran gedacht >:(. Kreisverkehre gab es dort ja auch, aber tatsächlich nur "einfache" wie es sie z.B. auch in Deutschland gibt.
Autobahnabfahrten (gerade bei größeren Städten) können schon mal etwas abverlangen. Wenn man davon nict zu viele hat und mehr über Land unterwegs ist geht es ganz gut. Die "Landkreisverkehre" sind mit Navi eigentlich entspannt zu fahren.
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Horst

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #12 am: 23. Juni 2022, 16:56:22 »


Zitat
Es herrscht Linksverkehr, man sitzt auch noch auf der falschen Seite und schaltet mit der linken Hand.

Da hätte ich einen Automatik reserviert.
Links schalten finde ich einfach. Rückwärts einparken ist ungewohnt, weil man auf der falschen Seite sitzend die Dimensionen des Wagens nicht so gut einschätzen kann. Hier am besten den Beifahrer aussteigen und gucken lassen, zur Sicherheit.


Zitat
Rund um London ist gerade durch Bautätigkeiten eine wichtige Autobahn gesperrt

Das war wahrscheinlich die M25. Wie oft stand ich da schon im Stau ::).

Ihr hattet einen blauen Himmel, aber den Kapuzen nach zu urteilen, wehte eine kühle Brise.
Zweimal richtig geschlussfolgert. ;)


Ich mag England :herz:, auch wenn ich es bisher nur nach London und Umland (d. h. im Umkreis von einer Stunde Fahrt) geschafft habe.
Und bei mir ist jetzt genau umgekehrt - von England nun einiges gesehen - London bisher zweimal nur den Airport.
London interessiert mich als Stadt auch nicht so wahnsinnig (gibt fotografisch nicht so viel her), zudem ist sie recht überlaufen und teuer.
Ich würde höchstes mal über den Zebrastreifen der Abbey Road laufen ...  ;)


Übrigens, für Dich müsste Cornwall gut passen - Felsen wie in Arizona & Utah nur mit Wasser dahinter  ;) und viele Lost Places (meist alte Minen).
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Siaban

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #13 am: 23. Juni 2022, 22:24:12 »
Da bin ich mal gespannt, wie es weiter geht.  :)
Boah... es ist schon fast 45 Jahre her, dass ich an den Klippen von Dover gesessen bin...
Man sollte das ggf. auch mal wieder ins Auge fassen.  8)
Gruß
Ursula

Horst

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Re: Süd England – ans wundervolle Ende Britanniens
« Antwort #14 am: 24. Juni 2022, 18:04:50 »
2.Tag – So 10.4.2022


Da wir nicht frühstücken wollen  - wir mögen meistens morgens nur einen Kaffee – bekommen wir den von unserer Vermieterin und halten noch einen kleinen Plausch mit ihr.





Auf der M25 fahren wir nach Westen und erreichen nach 45min das hübsche Örtchen Arundel mit seinem prächtigen bekannten Arundel Castle.




Arundel Castle ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burgen und eines der eindrucksvollsten Schlösser ganz Britanniens und stammt aus dem 11.Jahrhundert.









Absolut sehenswert ist auch die großzügige Parkanlage in der für Anfang April schon einiges blüht.









Diverse Kreisverkehre und ländliche Schnellstraßen führen uns weiter nach Westen hinüber in die Grafschaft Dorset und wir halten mal an einem Ziel das nicht an der Küste liegt – bei den Bradbury Rings mit der Beech Avenue – der Buchenallee.




Unzählige alte knorrige Bäume strecken ihre Äste wie Arme in den Himmel und geben ein typisches Bild der Region ab.




Solche Baumreihen und überhaupt richtig urige alte Bäume findet man viele im Süden Englands.






Schließlich geht es doch wieder an die Küste – die uns während dieser Reise immer wieder wie ein Magnet anzieht.
Wir stellen unseren Opel Astra am Parkplatz Lulworth Cove ab und erkunden die Gegend.











Lulworth Cove ist eine atemberaubende, fast kreisförmige Bucht, die vor Millionen von Jahren durch geologische Prozesse entstanden ist.
Die Bucht und die umliegende Küste sind Teil des Weltkulturerbes der Juraküste.
Die „Jurassic Coast“ beinhaltet, anders als es ihr Name besagt, nicht nur Ablagerungen des Jura-Zeitalters. Die Kliffs umfassen eine kontinuierliche Abfolge von Sedimentgesteinen der Trias, des Jura und der Kreidezeit und bilden damit ein Fenster zu etwa 185 Millionen Jahren der Erdgeschichte.





Entlang der Lulworth Cove kann man am Ostende der Bucht auf einem Trampelpfad wieder hinauf zu den Klippen aufsteigen und erreicht nach wenigen hundert Metern einen schönen Aussichtspunkt über die Bucht.





Geht man noch etwas weiter gelangt man an einen Zaun der an die Area 51 in Nevada erinnert. Dahinter verbirgt sich militärisches Gebiet in dem man schon mal in einen Kugelhagel geraten kann - eine Military Firing Range an der allerdings übers Wochenende „Schußfrei“ ist und somit die Türe für Wanderer heute am Sonntag offen steht.





Gleich nach dem Stacheldrahtzaun führen zahlreiche Treppenstufen hinab zum Fossil Forrest, der ein Überrest eines uralten Unterwasserwaldes aus der Jurazeit ist. Auf diesem Felsvorsprung befinden sich einige ringförmige Strukturen mit einem Durchmesser von bis zu 2 Metern.





Dies sind Schimmelpilze von Nadelbäumen, die abgestorben sind, nachdem sie in Sediment eingeschlossen worden waren. Die meisten Bäume standen aufrecht und hinterließen runde Löcher, aber einige waren umgefallen und hinterließen längliche, sargförmige Formen.





Der Fossilienwald hier in Dorset gilt als einer der vollständigsten versteinerten Wälder aller Zeiten und die Erkundung macht Riesenspaß.





Could not resist ...










Absolutes Highlight der Küste in Dorset und wohl der gesamten Jurassic Coast ist das berühmte Durdle Door zu dem wir uns auf einem kurzen Weg von Lulworth Cove über einen Hügel hinüber zum ...





... „gebohrten Loch“ aufmachen.






Die Küste ist hier auch ohne den bekannten Felsbogen absolut sehenswert.










Durdle Door ist nicht nur eine absolute Ikone der englischen Südküste und der Jurassic Coast sondern ein Wahrzeichen und UNESCO-Welterbe ganz Englands.





Übernachten wollen wir heute in der Nähe in Swanage. Nach kurzer Findungsphase ist das Apartment erreicht und dann gilt es noch den Wagen fast zentimetergenau durch eine enge Durchfahrt zum Parkplatz zu bekommen. Nachdem das geschafft ist und die Koffer auf dem Zimmer sind meldet sich der Hunger. Im Küstenort Swanage scheinen Sonntags Abends die Gehsteige hochgeklappt, alle Restaurants sind zu oder schon voll. Nur ein kleiner Imbiß mit Fish & Chips ist geöffnet – den wir dann letztlich ansteuern. Kurz gesagt – bestenfalls zur Stillung des Hungers geeignet – aber definitiv nicht mehr. Also einzig der kulinarische Aspekt kann heute nicht mit einem landschaftlich höchst abwechslungsreichen und tollen Tag mithalten.



Übernachtung: Seacrest Apartment B&B – 3 Ulwell Road Flat 6, Swanage, Dorset -  Bewertung: 5/10 sauber aber klein, Küche wird mit Vermieterin geteilt, Parkplatz nur nach Nadelöhrzufahrt erreichbar, Preis 91 €
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