Autor Thema: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden  (Gelesen 4867 mal)

Susan

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #90 am: 30. August 2022, 20:07:35 »
Ich bin jedenfalls froh, dass wir die Elche im Park gesehen haben und nicht plötzlich auf der Straße. Und dann auch noch in stattlicher Zahl.

In Schweden ist es recht einfach Campingplätze am See zu finden, die haben ja reichlich davon  8) Bei dem guten Wetter war das natürlich ein Bonus.

Schade, Silvia, dass es mit dem Elchpark nicht geklappt hat. Das hätte mich auch gefuchst.

Hallo Paula, schön, dass du auch dabei ist. Tja, wenn die künftigen Sommer auch so werden, brauchen wir nicht mehr in den sonnigen Süden zum Urlauben. Die Trockenheit -und die gab es auch in Schweden- hat wohl auch die Mücken dezimiert. Bis auf die eine Attacke  sind wir verschont geblieben und und sind auch wenig aufgefallen. Hier in Europa nehme ich immer Anti Brumm Forte.
Liebe Grüße
Susan

Susan

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #91 am: 31. August 2022, 22:38:33 »
27. Juni   Vom Glasreich zur Südküste

Zum Auschecken – Schlüssel für Stromkasten und Waschhaus abgeben-  müssen wir nochmals zur Papiermühle. Eine Führung dort wäre vielleicht auch interessant, doch die würde uns heute zu viel Zeit kosten. Das Café schaut nett aus, es gibt leckeren Käsekuchen zum Mitnehmen.   ^-^

Wenn ich schon mal im Glasreich bin, würde ich am liebsten auch alle Glashütten besuchen.  ;) Ganz so viele wie früher sind es nicht mehr, nur noch rund ein Dutzend und ein paar kleine Studios. Sie produzieren noch immer hochwertiges Kunstglas mit modernem Design. Weil es manuell gefertigt wird und schwedische Fachkräfte nicht billig sind, ist das aber recht teuer. Leider wurde mir bei der Planung die Zeit knapp und ich habe mich auf ein, zwei beschränkt. Im Nachhinein hätte ich doch eher einen Tag an der Südküste streichen sollen.  ::)

Also auf zu Kosta Glasbruk, wir folgen brav den Hinweisschildern bis sie am Parkplatz vom Outlet enden. Bei dem stehen alle möglichen Geschäfte - Sport, Bekleidung, Küche-  dran, aber nichts von Glas  :gruebel:  Die Fabrik sehen wir zwar im Hintergrund, aber keinen Weg dort hin. Der Gatte ist da, glaube ich, gar nicht so böse drum.  Für die Glasbar im Kosta Boda Art Hotel ist es noch etwas früh.  ;)

Die Transjö Hytta liegt noch halbwegs auf dem Weg. Das ist ein kleines Studio direkt neben dem Flüsschen Lyckebyån. Zwei Meister der Kosta Boda Fabrik haben das Studio 1982 als Ideen-Werkstatt gegründet. Einige bekannte Designer haben dort gearbeitet, z.B. Dale Chihuly (Bellagio Glasdecke, Garten in Seattle). Mittlerweile ist sie von Jüngeren übernommen und firmiert als Magma Glass Art. Die Glaskunst dort finde ich sehr schön, aber wie schon erwähnt sind die Stücke nicht grad preiswert.

Leider nur auf Bilder im Internet verweisen, da meine Kamera warum auch immer falsch eingestellt war, was ich erst später gemerkt habe  :P
Glashütte am Fluss
Transjö Glaskunst 1
Glaskunst 2

Wir haben noch etwas Strecke vor uns, daher geht es ohne Stopp weiter an die Südküste Schwedens.  Wir fahren durch noch mehr Wald, vorbei an noch mehr kleinen Seen und an der Brennerei für Absolut Vodka in Åhus. Heutiges Ziel ist Löderups Strandbad, eine Siedlung mit Hotel, Ferienhäuschen und Campingplatz. Auf letzterem beziehen wir einen netten Stellplatz, nicht direkt aber nahe am Strand. 

Die Temperaturen liegen schon wieder nahe 28 Grad, daher gehen wir auch direkt an den Strand, nachdem wir uns mit Käsekuchen gestärkt haben.



Strandläufer finden hier ebenfalls ein ausgedehntes Areal.
Auf dem Bild nicht so gut zu sehen wie real: im Dunst erkennen wir südöstlich eine Insel, müsste Bornholm sein. Wir sehen später noch die Fähre, die von dort nach Ystad verkehrt.





Das erste Bad ist ganz angenehm: ruhige See, annehmbare Temperatur, keine Quallen. Dann wird es windig und welliger. Solch Brandung habe ich an der Ostsee noch nie erlebt.









Wir gehen trotzdem noch ein zweites Mal baden, das Wasser fühlt sich schon kälter an  ;)

Abendprogramm wie gehabt





Heutige Etappe:

Liebe Grüße
Susan

Paula

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #92 am: 01. September 2022, 12:48:28 »
Die Wellen sind ja echt krass, das hätte ich an der Ostsee nie erwartet!
Glasgeschäfte sind für mich auch ein Magnet, da kann ich nicht rausgehen ohne was zu kaufen. Und wenn es ins Reisegepäck muß ist es zumindest ein Mini-Glasfrosch  :)
Viele Grüße Paula

Ilona

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #93 am: 01. September 2022, 14:45:28 »
Bei den Wellen hättet ihr surfen können  :toothy9:.
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #94 am: 01. September 2022, 18:09:07 »
Interessant, dass Glas dort auch so eine große Rolle spielt(e), in und um Helsinki auch, da habe ich mir auch Glaskunst und Alltagsglas angeschaut (kommt dann in meinem Bericht).

Absolut Vodka kommt also aus Schweden, hatte da immer an Russland gedacht.

Schöner Sandstrand und für die Ostsee heftige Wellen.



LG Christina

Susan

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #95 am: 05. September 2022, 20:43:05 »
28. Juni  Rosen, Kunsthandwerk & Krimis - Ystad

Da wir unsere Surfbretter nicht eingepackt haben  ;) (bzw. noch nicht mal bestellt), gehen wir wieder mit dem Roller auf Tour. Sie führt uns in die Stadt, die hauptsächlich durch die Krimifigur Kurt Wallander bekannt ist. Ich habe nur zwei der Krimis gelesen und sie waren nicht so mein Geschmack. Aber es gibt ja wohl genug Fans, dass sich Broschüren und spezielle Stadtrundfahrten lohnen.  ^-^ Ansonsten kennt man Ystad als Hafen für Fähren von Bornholm, Sassnitz und Swinemünde. Außerdem sind dort die größten Filmstudios Skandinaviens ansässig.

Wir parken bei den Motorradparkplätzen am Bahnhof und spazieren am Kunstmuseum vorbei durch kleinere Straßen bis wir auf die Fußgängerzone stoßen. Das ist schon mal ein netter Auftakt, denn überall sehen wir Rosen und andere Blumen an den Häusern.







Ich staune immer wieder, wie gut die in diesen kleinen Löchern am Gehweg wachsen, während meine Versuche mit Kübelrosen auf dem Balkon leider gescheitert sind.  ::)

In der Fußgängerzone gehen wir nach links und kommen so zum Marktplatz mit der Santa Maria Kirche und dem alten Rathaus. Es ist grad Markt und entsprechend voll, daher konnte ich keine Bilder machen.  "Hinter" der Kirche geht es mit der Altstadt weiter; blumengeschmückte Häuser und hier auch Fachwerk.





Wir kommen zurück zum Marktplatz und zumindest angrenzende Gebäude kann ich ablichten.

 





Mit dem alten Feuerwehrauto können Fans zu den Schauplätzen der Wallander Krimis fahren. Mit dem Wagen zu fahren wäre schon cool, damals auf Kinderkarussell wollte ich immer ins Feuerwehrauto und bimmeln  ;D Wir verzichten heute aber und bummeln weiter.

In Ystad wohnen und arbeiten viele Künstler und Kunsthandwerker. Das merken wir an den Geschäften hier und den vielen Hofläden in der ganzen Gegend.   



Ystad wurde 1244 erstmals urkundlich erwähnt. 1258 gründeten die Franziskaner hier das Gråbröderklostret, eine der besterhaltenen Klosteranlagen Schwedens. Sie beherbergt das Stadtmuseum, wir schauen uns vor allem die Gärten an. 




Kräutergarten

und ausgerechnet beim Rosengarten meldet sich der Kameraakku ab  :( Habe ich mal wieder das Aufladen verpennt. Daher ab jetzt Handybilder


der Rosengarten

 



Ich  :herz: solche Rosengärten, sind nicht nur hübsch anzusehen, sie duften auch noch gut. Wenn Rosen nicht so pflegebedürftig wären, hätten wir einen Rosenpavillon im Garten.
Und auch hier schaut es so aus, als bräuchte die Pracht nur kleine Pflanzlöcher.







Wir kommen wieder zur Fußgängerzone und folgen ihr zum östlichen Ende. Es gibt die üblichen Geschäfte sowie etliche, gut besetzte Cafés und Restaurants. Natürlich auch mit Blumenschmuck.



Wir sehen auch noch einen netten Fachwerk-Innenhof



So langsam könnten wir eine Kaffeepause vertragen oder einen schönen Eisbecher  8) Wir landen schließlich hier


Bäckahästen Kaffestugan
mit idyllischem Innenhof



Ich weiß nicht, ob das in Schweden schon immer so üblich war. Überall, wo wir eingekehrt sind, bestellt man am Tresen und meist holt man sein Essen dann auch dort ab (bzw. nimmt es gleich mit). Hier sind es leckere Kuchen und ein Cappuccino.  ^-^

Wir schlendern dann zurück zum Bahnhof und genießen nochmal die Blumen geschmückten Häuserzeilen.





Kersten möchte noch einen Blick auf den Hafen werfen, aber außer einem Leuchtturm ohne Funktion bekommen wir nicht viel zu sehen.



Ystad hat uns sehr gefallen, kaum zu fassen, dass es hier so viele Verbrechen gibt  :floet:  Mankell lese ich trotzdem nicht lieber.

Eigentlich ist noch ein weiterer Stopp geplant, aber so ohne Kamera - nö. Wir düsen also direkt zurück zum Campingplatz. Es zogen heute zwar einige Wolken durch, um die 28 Grad hatte es trotzdem. Daher nehmen wir noch ein erfrischendes Bad; weniger Wellen, jedoch kälter als gestern.




Strecke heute einfach

Liebe Grüße
Susan

Ilona

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #96 am: 06. September 2022, 17:28:02 »
Also mit den Schwedenkrimis kann ich auch nix anfangen :weissnicht:, aber die Sightseeing-Tour mit dem Feuerwehrauto ist eine tolle Idee.

Zitat
Mit dem alten Feuerwehrauto können Fans zu den Schauplätzen der Wallander Krimis fahren. Mit dem Wagen zu fahren wäre schon cool, damals auf Kinderkarussell wollte ich immer ins Feuerwehrauto und bimmeln  ;D Wir verzichten heute aber und bummeln weiter.

Der Eisbecher musste schließlich verdient werden  :cool2:. Nicht, dass noch das schlechte Gewissen plagt  :floet: .

Zitat
So langsam könnten wir eine Kaffeepause vertragen oder einen schönen Eisbecher  8)

Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #97 am: 06. September 2022, 18:00:10 »
Da hatte ich das doch richtig im Hinterkopf Ystad und Wallander ;D.

Ich hab die meisten der Filme gesehen (Krimis lese ich eigentlich nie, da sind mir andere Romane lieber, aber anschauen tue ich sie mir sehr gerne), ich mag skandinavische Krimis als Filme sehr, auf ARTE kann oder konnte man bis vor kurzem auch alle Folgen der "Brücke" und "The Killing" anschauen. Die Wallander Krimis sind ja doch schon einige Jahre alt und ich kann mich eigentlich kaum an irgendwelche Stadtszenen erinnern. Aber die Stadt sieht ja unabhängig davon sehr sehenswert aus, toll die vielen Rosen und sonstigen Blumen und die bunten Häuschen, der Ausflug hat sich sehr gelohnt finde ich.

Schon als ich 2009 in Stockholm war, hat man in den meisten Restaurants am Tresen bestellt, bezahlt, Besteck und Getränke gleich mitgenommen, bei Kuchen oder ähnlichem auch das gleich mitgenommen, warme Speisen wurden, wenn sie fertig waren, an den Tisch gebracht. Und an diesem Tischchen wo es das Besteck gab, stand auch immer Wasser z.T. auch Kaffee oder Tee bereit, von dem man sich kostenlos und unbegrenzt nehmen durfte. All das war jetzt in Helsinki genauso. Nur in gehobeneren Restaurants (war ich nie, aber hab's auf Bildern gesehen) gibt es Bedienung am Tisch. Ich finde das eigentlich gut, da sich so die Frage des Trinkgeldes gar nicht erst stellt und es auch alles schneller geht. Als Alleinreisende ist es allerdings manchmal problematisch, wenn es sehr voll ist und man sich ja keinen Tisch "reservieren" kann, dann steht man manchmal nach dem Bezahlen mit dem Tablet da und hat keinen Sitzplatz, zu zweit kann ja immer einer am Tisch bleiben.


LG Christina

Silv

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #98 am: 09. September 2022, 09:58:45 »
Die vielen Blumen an den Häusern sind toll. Das macht alles irgendwie gemütlich...
Liebe Grüße
Silvia

Silvia

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #99 am: 10. September 2022, 12:53:12 »
Auch hier bin ich wieder auf dem Laufenden ....

Es sieht lustig es aussieht wenn ein Elch auf normalem Boden läuft, aber ich hab ihn auch schon durch Sumpf laufen sehen, da sah das richtig elegant aus.
Elche die ich an/auf der Straße traf sind nie stehengeblieben, zum Glück waren die immer schnell genug oder ich noch weit genug weg.  ;D

Ein paar Wallander Romane hab ich gelesen, ist nicht so mein Ding, dafür ist Ystad mit den vielen Rosen wirklich sehenswert.

Susan

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #100 am: 15. September 2022, 20:35:49 »
29. Juni   Über Kåseberga nach Falsterbo

So langsam müssen wir uns wieder Richtung Malmö bewegen. Den für gestern angedachten Zwischenstopp holen wir noch nach. Vormittags ist da zwar nicht die ideale Zeit - Fotolicht, Trubel - doch ich finde nun mal den Ort interessant. Ihr kennt ihn schon aus einem von Silvias Reiseberichten: die Schiffssetzung Ales Stenar.



Man geht davon aus, dass diese Steinsetzungen das Schiff, das die Toten ins Totenreich bringt, darstellen sollen. Anders als bei älteren Schiffssetzungen aus der Bronzezeit wurden hier bisher keine Gräber oder Urnen in der Nähe gefunden. Daher wird noch spekuliert über den Zweck dieser Anlage. Die Idee eines großen Sonnenkalenders wird von den meisten Historikern verworfen, obwohl sich schon Zusammenhänge zwischen Sonnenverlauf und Steinen erkennen lassen. Die werden recht ausführlich auf Tafeln erläutert.



Einig sind die Historiker sich, dass das Schiff in der Wikingerzeit erbaut wurde  und es ist die größte Anlage Schwedens ist. Die Schiffssetzung besteht aus 59 Felsblöcken a 5 Tonnen Gewicht, ist rund 70 m lang und 19 m breit.





Von hier aus haben wir einen weiten Blick auf Meer und Küste, sowie eine Pferdeweide.


Blick nach Westen


nach Osten





Besonders gefällt mir die Bergrückenbegrünung mit Mohnblumen. Muss von unten noch besser aussehen, aber wir haben keine Lust darunter zu kraxeln.





Auf dem Weg hinunter zum Hafen von Kåseberga habe ich noch Gelegenheit zur näheren Betrachtung







Im Fischerdorf Kåseberga gibt es Restaurants, bunte Souvenirshops und natürlich Fischräuchereien. Vor letzterem ist der Andrang grad besonders groß



Kommissar Wallander entkommt man auch hier nicht  ;)  Im Film "Mörder ohne Gesicht" überrascht Wallander die Staatsanwältin Anette Brolin mit einem Picknick bei Ales Stenar. In einem anderen Krimi wurden hier im Hafen zwei ermordete Männer in einem Schlauchboot an Land gespült.



Relaxte Kühe soll es hier wohl auch geben  ^-^

Wir fahren die Küste entlang weiter bis zum südwestlichen Zipfel nach Falsterbo und beziehen Quartier auf dem Stellplatz des Falsterbo Resorts. Falsterbo ist eine Halbinsel, die quasi als Landnase in den Öresund hineinragt. Durch ihre Hammerform hat sie drei Küstenabschnitte: Sandstrände im Süden und Westen, Yachthafen, Wanderwege und Kanal im Norden. Es geht schon wieder auf die 30 Grad Marke zu, daher spazieren wir durch ein Wäldchen zum Strand. Er hat wirklich herrlich weißen Sand.



Nur die Abkühlung durch ein Bad ist gar nicht so einfach.  ;D Kersten geht "meilenweit" und steht immer noch nur bis zu den Knien im Wasser



Wahrscheinlich ist es deshalb hier so leer.

Mir ist das zu blöd, da beobachte ich lieber Vögel





und kühle mich später von oben ab



Ich hatte Bilder im Kopf von Strand mit bunten Strandhäusern, das muss dann wohl an der Westseite sein. Da es recht schwül ist, haben wir das nicht mehr erkundet.

Da ich unbedingt noch Fisch essen will, gehen wir zum Abendessen ins Camping Bistro. Da gibt es zwar auch nur Fish&Chips, aber immerhin etwas und tatsächlich schmackhaft. Außerdem kommen wir in den Genuss eines Alleinunterhalters; es findet grad ein Musikquiz statt. Dank Mariestad Old Ox (6,9%) dann doch ganz witzig.


Skål

Heutige Etappe:

Liebe Grüße
Susan

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #101 am: 16. September 2022, 14:05:58 »
Zitat
Kersten geht "meilenweit" und steht immer noch nur bis zu den Knien im Wasser

Da hätte sogar ich ihn vor dem Ertrinken retten können :totlach:.

Die Mohnblumen sind eine Augenweide :beifall:.
Liebe Grüße

Ilona

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #102 am: 16. September 2022, 18:43:46 »
Beim ersten Bild dachte ich, ich hätte mich im Bericht gerirrt und wäre bei den Menhiren von Carnac bei Paula's Bericht gelandet ;D. Aber die Steine haben hier scheinbar eine etwas abweichende Bedeutung.Wirklich schade, dass man heute die wahre Bedeutung all dieser und ähnlicher Steine, die es ja irgendwie fast überall auf der Welt gibt, nicht mehr herausfinden kann.

Die Landschaft mit Steilküste, Sandstrand und rotem Mohn sieht sehr schön aus. Gefühlt spielen die meisten Outdoor Szenen in den Wallander Krimis irgendwo am Meer, sein Haus steht ja auch direkt am Strand (wobei er, meine ich, zuerst in einer Wohnung in Ystad gewohnt hat), dann aber immer bei düsterem Wetter, sonst passt das ja nicht zu einem Krimi ;D


LG Christina

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #103 am: 17. September 2022, 14:02:25 »
Ich hab schon überlegt, ob ihr Ales Stenar nicht angesehen habt  ^-^

Die Mohnbilder sind klasse!
Liebe Grüße
Silvia

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Re: Schnuppertour Mittsommer in Südschweden
« Antwort #104 am: 23. September 2022, 01:06:17 »
30. Juni   Ein Besuch in "Flake"

Als Kind habe ich die Serie "Wickie und die starken Männer" geliebt und gut 30 Jahre später gern nochmal mit Colin geguckt, der genau so begeistert war. Natürlich wurden die Wikinger da viel besser dargestellt als ihr wirklicher Ruf zu ihrer Zeit war. Je nach Nation wurden sie eher als Seeräuber denn als Seekönige angesehen. Selbst die Bezeichnung Wikinger taucht historisch erst nach ihrer Schreckensherrschaft auf, damals kannte man sie als Normannen.

Nachdem wir Seen, Wälder, Schären, Elche, Bullerbü & Co abgehakt haben, fehlen nur noch die Wikinger.  ^-^ Zufällig gibt es hier nahe Falsterbo das Wikingerdorf Foteviken. Vor rund 1000 Jahren erstreckte sich dort einer der damals größten Handelsplätze, heute sind es nur noch 23 Gebäude, authentisch im Stil der Wikingerzeit nachgebaut. Sogar mit einigen Bewohner, die nach historischem Vorbild zusammen leben (im Sommer  ;) ). Jetzt in der Woche nach Mittsommer versammeln sich in Foteviken weitere Wikingerhändler und -freunde. Am Wochenende wird es einen großen Markt geben.

Eigentlich wollte ich ja mit dem Roller dahin, jedoch hinken wir quasi einen halben Tag hinterm Plan her, daher muss das Dickschiff ran. Prompt irren wir wegen des Parkens umher. Nach Einbiegen in den Museivägen stoßen wir auf eine lange Autoschlange. Heiliger Strohsack! Doch offenbar stehen die für den Recyclinghof an. Wir wägen uns falsch, drehen und nehmen den nächsten Abzweig. Da gibt es Parkplätze, aber offenbar für einen Reiterhof.  ::) Also Umkehren. Jetzt bemerke ich ein kleines P-Schildchen, das uns auf eine große Wiese führt. Puh, Glück gehabt. Offenbar der Overflow-Parkplatz, denn als wir dann Richtung Museumsdorf marschieren,  finden wir den richtigen Parkplatz und sogar einen WoMo-Übernachtungsplatz. Es geht durch ein Museumsshop- und Restaurantgebäude hindurch, wo wir den Eintritt löhnen - 130 Kronen für mich, 100 für Rentner Kersten.  Noch vor dem hufeisenförmigen Graswall, der das Dorf umgibt, sehen wir eine Marktwiese und Runensteine.



Tatsächlich gab es am 4.6.1134 eine große Schlacht in Foteviken.  Dänemarks König Niels kam mit großer Flotte über den Öresund. Erik Emune und seine Krieger schafften es mit Unterstützung kirchlicher Truppen und 400 berittenen deutschen Söldnern den Feind zurückzuschlagen. Man weiß nicht, warum Erik selbst nicht so einen Sieges-Runenstein errichtete. Daher übernahm das das Museum.









Sieht tatsächlich aus wie in Flake  ^-^ Die japanischen Anime-Zeichner waren wohl schon mal hier.
Der Durchgang am Ufer ist recht breit, ansonsten stehen die Häuser dicht beieinander. Am östlichen Ende gibt es eine größere Wiese, auf der noch  fliegende Händler ihre Zelte aufbauen.




heutzutage nur noch Spielzeugwaffen
nicht fotografiert die Buden mit Schmuck, Wollgarnen, Körben uä

Am nördlichen Ende finden wir den Verteidigungsturm, den wir auch besteigen. Von oben haben wir einen guten Überblick auf das Dorf und den Öresund.


Försvarstornet


Dorf


Festwiese



Jetzt sehen wir mal die Brücke in Gänze.



In den einzelnen Gehöften können die Besucher den Handwerkern zuschauen. Schmiede und Töpferei waren zu umlagert für Fotos, doch ein paar andere habe ich erwischt. Wie das Bäckerei-Gehöft


Wikinger BBQ  ;)


Suppenküche


Backstube


Weberei




eigentlich das Korbmacherhaus
doch der hat wohl Betriebsferien  ;)


Teil des Gerber Gehöfts
Hier wurde gezeigt, was man aus Tierfellen so machte. Meine Großtante hatte auch so eine Fuchsstola  :P


die Färber?
(bin mir nicht sicher)

Außerdem werfen wir noch einen Blick ins Tinghöll, das Dorfgemeinschaftshaus.



Hier wurden Feste gefeiert und Versammlungen abgehalten. Heute kann man hier Musikanten und Geschichtenerzähler treffen, außerdem starten hier die geführten Touren.

Da wir morgen früh nicht so einen langen Weg haben wollen, fahren wir weiter zum First Camp Malmö-Sibbarp und bekommen einen Stellplatz auf der Wiese. Angedacht war, mit dem Roller noch in die Altstadt zu fahren. Doch so richtig haben wir keine Lust dazu, außerdem bewölkt es sich immer mehr, es gibt sogar einen Schauer. Am späten Nachmittag spazieren wir hinunter zum Park am Öresund. 


wieder die Brücke

gegenüber im Dunst Skyline von Kopenhagen


(autokorrigiert)

Die Tagesfähre aus Travemünde zieht vorüber




etwas kleiner als die, mit der wir gekommen sind.

Es gibt einen weiteren Schauer, also gehen wir zurück ins WoMo.  Später haben wir noch einen Gast, den der Hund nebenan nicht zu stören scheint (ist ja angeleint)  ^-^ Der aber misstrauisch den Grill gegenüber beäugt.





Den Sonnenuntergang verpassen wir, nicht aber die dramatische Himmelsfärbung danach



Heutige Etappe


Liebe Grüße
Susan