Autor Thema: Bretagne im Sommer 2022  (Gelesen 6842 mal)

Christina

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #105 am: 29. November 2022, 18:14:01 »
Das war ein sehr schöner Tag.

Von dem Schiffsfriedhof wusste ich damals nichts, ich kannte nur den in Camaret. Sonst wären wir dort sicherlich noch vorbeigefahren, auch wenn es nur ein paar Schiffe sind, schon eines würde ich als lohnend ansehen, zumal die ja anders sind als die in Camaret, weil voll mit Graffiti.

Das finde ich super, dass ihr in diesem Schwimmbecken baden wart, wir hatten es ja nur bei Ebbe gesehen und ich dachte, dass das sicherlich nicht mehr genutzt wird, da es voller Moos war und viel Rost am Geländer, wären wir mal im Sommer dort, würde ich dort auch schwimmen wollen, das finde ich irgendwie faszinierend. Auf Jersey gibt es auch solche Becken (oder zumindest eines), da dort die Unterschiede zw. Ebbe und Flut genauso groß sind (ist ja auch auf genau der gegenüberliegenden Seite bzw. mittig des Ärmelkanals), die waren aber wesentlich gepflegter mit mehreren Ebenen, Umkleidekabinen usw.

Den Corbière Park kannte ich auch nicht, auch das hätte sich gelohnt, wobei es bei euch am Abend nochmal schöner war, wir wären ja tagsüber dort gewesen.



LG Christina

Paula

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #106 am: 04. Dezember 2022, 12:43:23 »
Hallo Christina,

Freut mich dass der Tag dir gefallen hat und ich dir auch noch was neues zeigen konnte. Das Meeresschwimmbecken war wirklich klasse! Ich kann mir vorstellen das es viel Arbeit macht solch ein Becken zu pflegen, da es ja die halbe Zeit unter Wasser ist. Dass es rostet und vermoost ist da kein Wunder. Und dann ist es ja auch riesig groß. Umkleidekabinen gab es keine, das brauche ich aber gar nicht, wichtig sind mir immer Toiletten und die waren bestens gepflegt und das Café dort war ja auch sehr schön.  Wenn ich noch mal in St Malo bin würde ich da bestimmt noch mal hingehen und an den Strand von Corbiere bei Ebbe. Da sind bestimmt nur ganz vereinzelt Leute, da hat man seine Ruhe, das ist sicher toll.

Leider bin ich schon wieder erkältet und nachdem es erst besser wurde ist es jetzt wieder schlimmer und außerdem hat mein Laptop seinen Geist aufgegeben, mein Bruder versucht ihn gerade neu zu installieren. Es kann daher etwas dauern bis es mit dem Reisebericht weiter geht  :(
Viele Grüße Paula

Christina

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #107 am: 05. Dezember 2022, 17:45:08 »
Oh je, dass sich die Erkältung so in die Länge zieht - gute Besserung!



LG Christina

Paula

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #108 am: 11. Dezember 2022, 17:41:01 »
so jetzt geht es endlich weiter, der Laptop ist mit dem neuesten Windows installiert und tut es wieder, meine Erkältung wird auch endlich besser...

19. Tag Mittwoch 3. August

so langsam neigt sich der Urlaub dem Ende  :heul: heute verlassen wir die Bretagne Richtung Normandie. Beim Auschecken haben wir uns an der Rezeption erkundigt welche Reisezeit für Saint-Malo am günstigsten wäre und die Dame meinte dass September ideal sei weil da der Hauptandrang schon vorüber ist, das Wetter aber immer noch zum baden einlädt.
Als letztes Ziel in Saint-Malo steuerten wir den Plage des rochers sculptés an, das liegt im Norden im Stadtteil Rothéneuf. Josef hatte Bilder von den Skulpturen die in die Felsküste gehauen wurden im Internet entdeckt. Auf Google Maps fand sich der Parkplatz Parking Les rochers sculptés, dort fanden wir auch problemlos einen Platz, leider war das Wetter stark bewölkt und kühl. Vom Parkplatz führt ein Hinweisschild zum Küstenwanderweg, leider war die Sicht nicht besonders und es fing auch leicht zu regnen an



es gab etliche Treppen zum Strand runter die waren aber rutschig und wegen der Flut teilweise auch nicht begehbar. Wir sind den Weg ein ganzes Stück gegangen und haben aber keine Skulpturen gesehen, dann haben wir es in der anderen Richtung versucht - auch ohne Ergebnis. Das Wetter war uns zu schlecht für eine weitere Suche uns so sind wir zum Auto zurück gegangen und zu unserem nächsten Ziel gefahren: nach Étretat

Zu Hause haben wir noch mal recherchiert: Man hätte wohl Eintritt zahlen müssen und der Eingang ist wohl im Hotel neben dem Parkplatz. Leider gab es keinerlei Hinweisschilder...

Als wir in Étretat ankamen war die Hauptstrasse in der unser Hotel lag gesperrt, zum Glück fanden wir nach wenigen Metern in einer Seitenstrasse einen Parkplatz wo man 30 Minuten halten durfte. Zum Hotel war es nicht mehr weit, wir mußten trotzdem etwas suchen da wir die Hausnummer nicht fanden. Es stellte sich raus dass wir in einem Nebengebäude auf der anderen Straßenseite residieren würden. An der Rezeption haben wir erst mal gefragt was eigentlich los ist da die Hauptstrasse gesperrt ist und so extrem viele Leute unterwegs waren. Wir dachten an ein Stadtfest oder ähnliches, ihre Antwort war: es ist Sommer, da ist das hier immer so  :o
stellt euch Rothenburg-ob-der-Tauber zu Vorcoronazeiten vor, dann wißt ihr was hier los war. Ich habe normalerweise kein Problem mit vielen Menschen, aber hier war es sogar mir zu voll. Dass in der Normandie mehr los sein würde als in der Bretagne hatten wir definitiv nicht erwartet, aber Étretat gehört zu den 10 meist besuchten Städten in Frankreich. Die Felsküste ist berühmt und auch der Grund warum Josef unbedingt hierher wollte.

Wir haben dann erst mal unser Gepäck ins Zimmer gebracht (besser gesagt über enge Stiegen ins Dachgeschoss gewuchtet) und ein paar Fotos gemacht. Wir hatte eine Suite mit Miniküche und riesen Badewanne









einen Mini-Balkon gab es auch



Blick vom Balkon





und mußten dann einen Parkplatz für das Auto finden. Alle Parkplätze innerorts waren hoffnungslos überfüllt, nur auf einem weit draußen am Stadtrand fanden wir gerade noch so einen Platz weil ein Auto wegfuhr. Es war ja schon Nachmittag und die ersten Ausflügler verließen den Ort...am Parkplatz kamen wir mit ein paar deutsche Touristen ins Gespräch die eine längere Wanderung unternommen hatten und uns die vom Ort aus rechts gelegene Steilküste empfahlen.

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Strand kamen wir am Tourioffice vorbei und haben uns eine Wanderbroschüre besorgt, hier stand der in Frankreich unvermeidliche Train touristique



wir konnten uns beide nicht vorstellen wo der überhaupt hinfährt, den Berg rauf sicher nicht (vielleicht zum Parkplatz außerhalb...)
und so sah es dann am sehr kurzen Strand von Étretat aus



und es war definitiv kein Badewetter! Wie voll mag das erst bei Sonne sein? Ganz ehrlich: wie kann man da Urlaub machen? Das ist ja wie am Teutonengrill in Spanien  :(
wir gingen also in der Karawane den Berg hoch Richtung Kirche. Von oben hat man eigentlich einen sehr schönen Blick nur die Sonne fehlte leider, die Felsen sind aber wirklich spektakulär



und es zog jetzt leider auch noch Nebel auf



so sah das auf unserer Küstenseite aus:



und bald zog der Nebel auch auf die andere Seite  >:(



für mich war der Weg so nah am Abgrund auch nicht sehr angenehm zu gehen





ich bin meistens weiter zurück geblieben und habe die Kühe auf der Hochebene fotografiert, auch hier waberte der Nebel





die Sicht wurde nicht besser, Josef wollte aber noch auf die andere Küstenseite. Beim runtergehen zum Strand ging es mir gar nicht mehr gut, ich hatte den Eindruck dass meine Erkältung wieder zuschlägt und so haben wir beschlossen dass ich im Supermarkt Brot, Käse und Tomaten fürs Abendessen besorge und schon mal ins Hotel gehe während Josef noch ein Stück Küste fotografiert.



hier habe ich dann eingekauft



in der Innenstadt





gegen 19 Uhr kam Josef von der Wanderung zurück und war sehr froh dass wir uns für ein Abendessen im Apartement entschieden hatten, draußen standen jetzt nämlich die Leute Schlange vor den Restaurants! Das hätte mir jetzt gerade noch gefehlt!

Nach dem Abendessen haben wir ein Hotel für die letzte Urlaubsnacht im Bitsch gebucht und ich habe mich in die Badewanne gelegt. Meine Erkältung war definitiv wieder schlechter geworden, ich mußte umgehend ins Bett.

die heutige Route:
https://goo.gl/maps/K5UaKYWKFqvi6XRc9
Viele Grüße Paula

Christina

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #109 am: 12. Dezember 2022, 18:29:48 »
Die Skulpturen bei St. Malo haben wir ausgelassen, erschien mir nicht so interessant, aber ich meine, dass ich in einem anderen Reisebericht hier davon gelesen habe, aber vielleicht täusch ich mich auch.

In die Normandie zu den weißen Felsen möchte ich auf jeden Fall auch irgendwann, da würde ich dann aber einen "nur" Normandie Urlaub machen, dort gibt es ja noch  mehr zu sehen, aber ich bin auch immer zögerlich, weil es dort eben immer voller ist als in der Bretagne, weil näher an Paris. Ich hoffe ihr habt am nächsten Tag noch Sonne, wenn ihr schon im Sommer mit dem Nachteil viele Leute da seid, sollte doch zumindest das Wetter schön sein.

Der Blick aus eurem Hotelzimmer ist super.



LG Christina

Paula

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #110 am: 13. Dezember 2022, 11:56:57 »

In die Normandie zu den weißen Felsen möchte ich auf jeden Fall auch irgendwann, da würde ich dann aber einen "nur" Normandie Urlaub machen, dort gibt es ja noch  mehr zu sehen, aber ich bin auch immer zögerlich, weil es dort eben immer voller ist als in der Bretagne, weil näher an Paris.
Daran habe ich gar nicht gedacht, aber die Nähe zu Paris kann ja wirklich eine Rolle spielen. Von der Normandie kannte ich bisher gar nichts (außer vielleicht den Omaha Beach aus Geschichtsdokus). Dort ist es ja eher kälter als in der Bretagne also ist die ideale Reisezeit dort wahrscheinlich noch kürzer aber im Juli oder August werde ich da garantiert nicht mehr hinfahren.
Viele Grüße Paula

Paula

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #111 am: 14. Dezember 2022, 10:29:53 »
20. Tag Donnerstag 4. August

Ich hatte schlecht geschlafen hatte nachts wohl Fieber, morgens ging es dann einigermaßen. Josef wollte ursprünglich um 6 Uhr aufstehen und den Sonnenaufgang fotografieren hat es dann doch gelassen, um 7 Uhr sah es aus wie gestern.
Als wir um 8:30 zum Frühstück gingen (für das Frühstück mußten wir beim check-in einen Zeitslot reservieren), war der Himmel strahlend blau, das ist jetzt Pech, wir hatten noch eine lange Fahrt vor uns, Zeit für eine weitere Küstenwanderung hatten wir nicht. Das Frühstück fand im gegenüberliegenden Haupthotelgebäude statt und sonderlich groß war der Frühstücksraum nicht. Es war das schlechteste Frühstück der Reise, es gab buchstäblich nur Butter, Marmelade, Naturjoghurt, Croissant und Baguette und für jeden ein Kännchen Kaffee. Immerhin bekam ich eine kleine Schale für mein Haferflocken, zum Glück hatten wir noch Käse und Tomaten von gestern.

Danach mußten wir die Koffer quer durch die Stadt zum Parkplatz schleifen, der leider auch noch am Hügel oben lag. Ein Polizist hielt uns auf das sei auf der Straße zu gefährlich, ja dann soll er mir mal erklären wie ich den Koffer über den groben Schotter am Fußweg rollen soll (wir sind natürlich auf der Strasse geblieben). Am Auto angekommen war ich ziemlich fertig und hatte von Étretat die Schnauze voll...
Heute sind wir nach Verdun gefahren, das stand schon lange auf unserer Liste, bisher haben wir es aber nie geschafft Verdun in einen Frankreich-Reiseplan einzubauen, diesmal lag es günstig für den Rückweg. Zunächst war es ziemlich grau aber als wir um viertel nach drei am Hotel ankamen war schönstes Wetter



unser Hotel "Les Jardins du Mess" ist das Gebäude ganz links am Bild
Unser Zimmer sollte erst in einer Stunde fertig werden (obwohl eigentlich um drei Uhr Check-in ist) und so sind wir gleich zum Memorial der Verdun gefahren, das liegt etwas außerhalb. Das Museum wurde 2016 neu gestaltet und zeigt nicht nur die Geschichte der Schlacht von Verdun sondern des gesamten ersten Weltkrieges. In Frankreich ist der erste Weltkrieg im Gegensatz zu Deutschland immer noch sehr präsent und das Museum war trotz des perfekten Sommerwetters gut besucht (es waren auch deutsche, holländische und weitere Touristen vor Ort). Die Ausstellung ist sehr eindrücklich, mir war es aber fast zuviel da ich eh nicht ganz fit war wegen meiner Erkältung und seit dem Krieg in der Ukraine kann ich Bilder von Schlachtfeldern nur schwer ertragen. Man kann sich ja jetzt leider nicht mehr sagen dass solche Dinge der Vergangenheit angehören! Wir waren ungefähr zwei Stunden dort und danach war ich froh als wir im Hotel waren.
Das Mädel an der Rezeption konnte sich schon nicht mehr an uns erinnern, aber unser Zimmer haben wir schließlich bekommen. Ganz im Gegensatz zum edlen Äußeren des Gebäudes waren die Zimmer sehr nüchtern gehalten ohne jeden Schmuck und Bilder, dafür aber schön groß mit zwei bequemen Betten und bestens klimatisiert, draußen war es bestimmt 35 Grad heiß. Für den Parkplatz im Hof mußten wir 15 € zahlen (eine andere Möglichkeit das Auto abzustellen gab es nicht), das war auf booking.com nicht erwähnt worden, das fand ich schon etwas unverschämt.
Ich war jedenfalls froh mich vor dem Abendessen ausruhen zu können.
Josef hatte bei Tripadvisor das Restaurant Le Clapier rasugesucht, es lag in der Innenstadt in Fußgehweite. Bei dem schönen Wetter konnten wir draußen sitzen



die kleine Nebenstrasse war kurzerhand zum Außenbereich des Restaurants umfunktioniert worden, an die Kreuzung wurde ein Stuhl gestellt => Strasse gesperrt, hat problemlos funktioniert!
Das Restaurant war so wie in Frankreich früher (sprich vor 20 Jahren) ganz typisch: ein Dreigängemenü für wenig Geld (21 € war mit Abstand das wenigste was wir im Urlaub bezahlt hatten) und dazu so leckere Sachen wie ein salade de gesiers (gibts leider außerhalb Frankreichs nirgends), die Karte schaut jeden Tag anders aus, je nachdem was der Markt gerade hergibt

   

super lecker und zum Nachtisch eine creme brulée mit einem speziellen Aroma, wir sind nicht dahintergekommen was es war, schmeckte ein bisschen wie Bergamotte Tee, inclusive der Flasche Wein haben wir zusammen 66€ bezahlt - für eins der besten Abendessen der Reise. Wir sollten öfter in die Provinz fahren...

anschließend sind wir noch durch ein paar Straßen gebummelt, hoch zur Kathedrale (die war schon geschlossen)  und durch eine Gasse wieder runter zum Fluß



unten rechts am Bild ein ganz schickes modernes Wohngebäude



Das Siegesmomument für die Soldaten von Verdun



unten war eine Fotoausstellung über das Leben der heutigen Bewohner von Verdun

unser Hotel im Abendschein:





die Strasse endet an der Porte Chaussée, eins der alten Stadttore von Verdun



dann wurde es doch langsam dunkel und wir sind ins Hotel zurück gegangen.

Viele Grüße Paula

Ilona

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #112 am: 14. Dezember 2022, 15:45:38 »
Hallo Paula,

mitten im Hochsommer bist du im Urlaub erkältet :knuddel:.

Ich denke, du konntest die meisten Eindrücke erst im Nachhinein durch das Schreiben vom Reisebericht gewinnen.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #113 am: 14. Dezember 2022, 18:07:04 »
Aber warum seid ihr trotz Sonnenschein am Morgen in Etretat nicht mal kurz an den Strand gegangen, um die weißen Felsen leuchten zu sehen? Der Strand wäre vielleicht noch ganz leer gewesen. Da wäre mir völlig egal gewesen, wie lange die anstehende Etappe noch gewesen wäre, das hätte ich mir nicht entgehen lassen.

In Verdun waren wir auf unserer Luxemburg-Belgien-Frankreich Rundreise 2010, aber nur auf den Schlachtfeldern und den dortigen Monumenten (war Zwischenstation, an dem Tag fuhren wir von Brüssel nach Metz), das war schon sehr bedrückend und damals dachten man noch, so was kommt in Europa nicht mehr vor. Kann ich gut verstehen, dass das dieses Jahr ziemlich unerträglich war für dich.

Du hattest das ja schon ein paar Mal in diesem Bericht geschrieben, dass das Essen in Frankreich nicht mehr so toll ist wie früher, aber dass das 20 Jahre her ist, trifft meiner Meinung nach nicht zu, zumindest hatten wir auch noch 2017 in der Provence solch leckeres Essen (3 Gang Menü mit Gerichten, die es sonst kaum gibt), z.B. erinnere ich mich gerade an Avignon. Vielleicht ist es eher seit Corona anders.



LG Christina

Paula

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #114 am: 15. Dezember 2022, 15:27:58 »
Hallo Paula,

mitten im Hochsommer bist du im Urlaub erkältet :knuddel:.

Ich denke, du konntest die meisten Eindrücke erst im Nachhinein durch das Schreiben vom Reisebericht gewinnen.

ja Reiseberichtschreiben vertieft die Erinnerungen, das stimmt definitiv! Mit den Erkältungen bin ich ja nicht alleine, das hört man von allen Seiten. Okay vielleicht nicht im Sommer aber jetzt schon. Ich glaube das liegt daran dass ich während Corona zu keinerlei Viren Kontakt hatte. Die Experten bestreiten das zwar, aber bei mir scheint es so zu sein. Solange es nicht schlimmer kommt als eine simple Erkältung bin ich zufrieden...

Aber warum seid ihr trotz Sonnenschein am Morgen in Etretat nicht mal kurz an den Strand gegangen, um die weißen Felsen leuchten zu sehen? Der Strand wäre vielleicht noch ganz leer gewesen. Da wäre mir völlig egal gewesen, wie lange die anstehende Etappe noch gewesen wäre, das hätte ich mir nicht entgehen lassen.
die Entscheidung habe ich Josef überlassen. Er hatte ja morgens früh schon mal rausgeschaut und da war das Wetter noch nicht gut. Und nach dem Frühstück hatte er keine Lust mehr und mich zieht es sowieso nicht auf Steilküsten  :)

Du hattest das ja schon ein paar Mal in diesem Bericht geschrieben, dass das Essen in Frankreich nicht mehr so toll ist wie früher, aber dass das 20 Jahre her ist, trifft meiner Meinung nach nicht zu, zumindest hatten wir auch noch 2017 in der Provence solch leckeres Essen (3 Gang Menü mit Gerichten, die es sonst kaum gibt), z.B. erinnere ich mich gerade an Avignon. Vielleicht ist es eher seit Corona anders.

das kann natürlich sein dass Corona da auch eine Rolle spielt. Wir waren ja jetzt schon eine Weile nicht mehr in Frankreich also ob es vor 10 Jahren noch genauso gut war kann ich gar nicht sagen. Vielleicht ist es auch in der Bretagne besonders schlecht wo die Touristenzahlen so hoch sind dass man sich nicht besonders anstrengen muss um die Gäste zu überzeugen. Es wird uns nicht davon abhalten wieder nach Frankreich zu reisen!
Viele Grüße Paula

Paula

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #115 am: 15. Dezember 2022, 16:54:15 »
21. Tag Freitag 5. August

Das Frühstück im Hotel war für ein 4 Sterne Hotel enttäuschend: überwiegend abgepackte Lebensmittel und wenig Auswahl und lauter Wegwerfartikel. Man hatte den Eindruck dass wegen Corona nur "sterile" (verpackte) Zutaten angeboten wurden, wahrscheinlich macht das auch weniger Arbeit, wir hatten den Eindruck dass akuter Personalmangel herrscht, an der Rezeption war wieder niemand, darum haben wir beschlossen noch in die Stadt zu gehen und anschließend zu bezahlen.

Die Kathedrale war ja gestern geschlossen, die wollte ich aber unbedingt anschauen. Meine Schwägerin hatte hier letztes Jahr einen Chorauftritt im Rahmen eines deutsch-französischen Friedenskonzertes und fand die Kirche ganz toll. Dummerweise hat es geregnet (wahrscheinlich habe ich deshalb von außen gar keine Fotos gemacht)

   

   

der größte Teil der Kathedrale war so schlicht und hell aber ein paar Seitenkapellen hatten noch die Originalbemalung:

   



und ein paar Reste der ursprünglichen Fresken gab es im "Untergeschoß" in den Katakomben auch noch, die Kathedrale geht auf einen Bau aus dem 10. Jahrhundert zurück.



besonders gut haben mir die vielen bunten Fenster gefallen (bei Sonne bestimmt noch schöner als heute mit dem grauen Außenwetter)

   

   

wieder draußen sind mir die Einschußlöcher in der Fassade aufgefallen, davon habe ich dann ein Bild gemacht, von außen war sie aber wirklich nicht spektakulär, drinnen war ich wirklich positiv überrascht



beim Rückweg zum Hotel kamen wir an der Markthalle vorbei, da kann ich natürlich nicht vorbei gehen  :), ich habe ein Stück Seife gekauft



zurück am Hotel war die Rezeption endlich besetzt und wir konnten auschecken.
Josef hatte für heute noch ein Fotografenziel ausgesucht: das ehemalige Stahlwerk von Uckange bei Metz, solche Industriebauten fotografiert er gerne  :)

In Uckange angekommen war der Parkplatz erst mal nicht zu finden, das Werk liegt nahe am Bahnhof, dort haben wir zunächst geparkt, aber das Gelände ist umzäunt, man kommt vom Bahnhof aus nicht rein. Nach etwas Suchen haben wir dann den kleinen Parkplatz entdeckt. Dort waren wir mehr oder weniger allein, was bei dem schlechten Wetter heute auch kein Wunder war. Es regnete gerade nicht, war aber sehr dunkel und es drohte ein Gewitter.
Vom Besuchereingang aus gelangt man erst durch ein Zelt mit einer Ausstellung in der die Arbeitsabläufe im Stahlwerk beschrieben wurden, das war sehr schön gemacht



danach ging es auf einen Rundweg um die Anlage (die Beschriftung auf den Tafeln war dreisprachig französisch, deutsch und englisch)





der Weg ist mal näher und mal weiter weg von den Anlagen, Josef war ein bisschen enttäuscht, in der Völklinger Hütte kommt man viel näher ran und kann überall rumlaufen. Fotomotive gab es natürlich trotzdem zuhauf





ein Teil der Anlage ist gesprengt worden.



   



Es fing dann auch wirklich zu regnen an und so haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Mit meinem Bruder hatte ich ausgemacht dass wir uns in Bitsch treffen, das ist nicht weit weg von Saarbrücken und Josef kannte dir Zitadelle noch nicht. Wir waren froh dass das geklappt hat, coronabedingt habe ich meinen Bruder länger nicht gesehen. Der Weg zog sich, aber als wir in Bitsch ankamen war dort schönes Wetter!

Die Anlage ist sehr imposant und noch gut erhalten





aus der Ausstellung:



aufgrund der strategisch günstigen Lage auf einem Sandsteinhügel wurde die Zitadelle vom 12. bis 19. Jahrhundert immer wieder erweitert.
In den Katakomben wird die Geschichte der Festung im deutsch-französicshen Krieg 1871-1872 gezeigt. Man wird von Station zu Station geleitet wo immer wieder kurze Filme gezeigt werden









schon wieder Kriegsszenen...ich hatte das vor etlichen Jahren schon mal gesehen, aber ich glaube diesmal war mein Entsetzen größer. Das Fort war belagert worden, der Kommandant weigerte sich aber zu kapitulieren was zu unzähligen Opfern führte. Erst als der Krieg vorbei war ist er mit seinen Truppen abgezogen. Viel Ehre für die Soldaten und Tod für die Zivilisten...

ich war froh als wir wieder am Tageslicht waren wo wir uns ins Café setzten



von da oben hat man einen tollen Blick auf die Umgebung, man sieht auch den nächsten Teil einer Verteidigungsanlage



anschließend sind wir zu dritt zu einem Hotel in einem Nachbarort von Bitsch gefahren (ich finde die Buchung nicht mehr und habe sowohl den Namen des Dorfes als auch des Hotels vergessen) und haben dort noch zusammen zu Abend gegessen bevor sich mein Bruder wieder auf den Weg nach Saarbrücken machte.

Im Hotel fand eine Feier statt, ein Alleinunterhalter machte Lärm ("Musik"), wir waren froh dass das Wetter gut genug war dass man auf der Terrasse essen konnte. Da hat man ihn zwar auch gehört aber wenigstens nicht mehr in voller Lautstärke. Wegen des Lärms bekamen wir auf Nachfrage ein Zimmer in einem anderen Gebäudeteil wo man die Musik zum Glück nicht gehört hat. Das Zimmer war ganz neu, da gabs nichts zu meckern.

Und das Essen war so reichlich wie man das von Lothringen gewohnt ist, es waren überwiegend deutsche Gäste hier und das Personal zweisprachig. So nah an der Grenze sprechen viele deutsch



unsere Route heute:

https://goo.gl/maps/YAvAcEx3Dv42g6VC8
 
Viele Grüße Paula

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #116 am: 15. Dezember 2022, 18:13:48 »
Zwei interessante Ziele heute, sowohl das alte Stahlwerk, als auch die Zitadelle in Bitsch werde ich mir merken, wenn wir mal wieder nach Metz oder sonst in die Gegend fahren.
An die Völklinger Hütte musste ich bei deinen Fotos auch gleich denken, das ist schon toll dort, dass man überall rein und nah ran kommt.

Die Schlachtfelder von Verdun habt ihr also ausgelassen? Weil es dir in diesem Jahr zuviel Krieg war?



LG Christina

Ilona

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #117 am: 16. Dezember 2022, 14:54:27 »
Zitat
Und das Essen war so reichlich wie man das von Lothringen gewohnt ist, es waren überwiegend deutsche Gäste hier und das Personal zweisprachig. So nah an der Grenze sprechen viele deutsch

Der Dessertteller sieht sehr lecker aus :sabber:.

Hattest du als gebürtige Saarländerin auch schon früh französisch als Zweitsprache?
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #118 am: 20. Dezember 2022, 08:43:28 »
Zwei interessante Ziele heute, sowohl das alte Stahlwerk, als auch die Zitadelle in Bitsch werde ich mir merken, wenn wir mal wieder nach Metz oder sonst in die Gegend fahren.
An die Völklinger Hütte musste ich bei deinen Fotos auch gleich denken, das ist schon toll dort, dass man überall rein und nah ran kommt.

Die Schlachtfelder von Verdun habt ihr also ausgelassen? Weil es dir in diesem Jahr zuviel Krieg war?

die Ziele kann man wirklich beide empfehlen! Die Schlachtfelder haben wir ausgelassen weil es an dem Tag so brutal heiß war dass man sich draußen in der Sonne gar nicht aufhalten wollte. Vor dem Museum waren noch ein paar Gedenksteine und die 10 Minuten dort waren uns schon genug. Und mir war wegen der blöden Erkältung eh nicht gut, das war körperlich zu viel für mich. Sonst hätten wir es wahrscheinlich auch anders rum gemacht: erst die historischen Orte besichtigt und wenn noch Zeit ist ins Museum.

Hattest du als gebürtige Saarländerin auch schon früh französisch als Zweitsprache?

ja im Saarland war Französisch damals als ich Kind war erste Fremdsprache. Ich weiß nicht wie das heute ist aber das ist auf jeden Fall sinnvoll. Im Saarland insbesondre in den Städten begegnet man täglich Franzosen die dort arbeiten oder shoppen.
Viele Grüße Paula

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Re: Bretagne im Sommer 2022
« Antwort #119 am: 20. Dezember 2022, 11:02:11 »
letzter Tag Samstag 6. August

wir haben gut geschlafen, konnten zum Glück bei offenem Fenster schlafen denn es war sehr warm. Der Partylärm war weit genug weg und ansonsten ist es hier am Land sehr ruhig. Das Frühstück in der Gaststube wurde am Tisch serviert und war sehr üppig. Gut gestärkt machten wir uns auf die Rückreise nach München. Anfangs fuhren wir über eine Landstrasse durch die schöne wellige Landschaft und haben erstaunlich viele Störche gesehen. Die Wiesen müssen feucht sein, ein Paradies für Störche, Frösche und also auch für mich  ;D

auf der Autobahn gabs keine Probleme, irgendwann am Nachmittag waren wir zuhause.

Als wir an dem Schild "Urweldfunde" vorbei fuhren kam es mir vor als sei es schon drei Monate - nicht drei Wochen- her dass wir dort im Museum waren! Der Urlaub war so abwechslungsreich und irgendwie auch vollgepackt wie lange nicht mehr. Es war ja seit Corona unser erster "richtiger" Urlaub wo wir eine Rundreise mit wechselnden Hotels alle ein bis drei Tage gemacht haben, so wie früher im Haupturlaub immer. In den letzten beiden Jahren habe ich mich an die Ferienwohnungsurlaube gewöhnt wo man ja eine Woche mindestens vor Ort ist, das ist schon entspannter wenn man nur am Anfang und Ende des Urlaubs packen muss. Ich fand das diesmal schon anstrengend, vielleicht werde ich aber auch einfach älter und darf mir kein so vollgepacktes Programm mehr vornehmen.
Zuhause wurde die Erkältung dann wieder schlimmer und ich bin 2 Tage im Bett geblieben, das wäre mir früher zu peinlich gewesen nach dem Urlaub gleich mit einem Krankenschein zu kommen, aber das sehe ich mitlerweile nicht mehr ein, wenn ich krank bin bin ich krank.

Die Bretagne war ein wunderbares Ziel, da waren wir sicher nicht zum letzten Mal, es gibt ja noch etliche Küstenabschnitte die wir nicht gesehen haben. Und St. Malo hat mir so gut gefallen, da will ich wieder hin, nächstes Mal gönne ich mir dort ein Hotel am Hauptstrand. Ich würde aber nicht mehr im Juli/August reisen sondern den September ausprobieren. Die nächsten beiden Jahre wollen wir aber wieder Asien und USA bereisen - in der Hoffnung dass uns kein Corona oder sonstige Katastrophen dazwischen kommen!

Danke dass ihr mit dabei wart und meine Erlebnisse geteilt habt! Ich wünsche euch schöne Feiertage und werde selber auch einen Gang zurück schalten und dann komme ich endlich dazu eure Reiseberichte aus der letzten Zeit nachzulesen.
Macht's gut und bis zur nächsten Reise  :usa:

Viele Grüße Paula