Autor Thema: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022  (Gelesen 1070 mal)

Paula

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #45 am: 20. September 2022, 16:26:11 »
Hallo Christina,

Weder Josef noch ich können uns noch an den Belfried Turm erinnern. Dass wir an dem Platz waren und ihn von unten fotografiert haben sicher, aber wir erinnern uns beide nicht raufgelaufen zu sein, erschreckend was man alles vergisst  :-[
Josef hat jetzt in den Fotos gesucht: wir waren oben und es gibt schöne Fotos von da oben, damals kann da noch kein Netz gewesen sein.
das ist jedenfalls extrem ärgerlich wenn die Maschen so klein sind dass man kein Objektiv durchstecken kann  >:(
Ich habe an Brügge sonst schöne Erinnerungen, den Beginenhof habe ich wiedererkannt und die Kanäle sind einfach wunderbar.
Viele Grüße Paula

Christina

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #46 am: 20. September 2022, 18:10:42 »
Hallo Christina,

Weder Josef noch ich können uns noch an den Belfried Turm erinnern. Dass wir an dem Platz waren und ihn von unten fotografiert haben sicher, aber wir erinnern uns beide nicht raufgelaufen zu sein, erschreckend was man alles vergisst  :-[
Josef hat jetzt in den Fotos gesucht: wir waren oben und es gibt schöne Fotos von da oben, damals kann da noch kein Netz gewesen sein.
das ist jedenfalls extrem ärgerlich wenn die Maschen so klein sind dass man kein Objektiv durchstecken kann  >:(
Ich habe an Brügge sonst schöne Erinnerungen, den Beginenhof habe ich wiedererkannt und die Kanäle sind einfach wunderbar.

Oh je Paula, so viel Arbeit dass ihr jetzt nach den Fotos schauen musstet, wollte ich euch nicht machen, aber interessant, dass das Netz erst später kam. Es war wirklich so extrem engmaschig, dass einem auch nur beim Schauen, also ohne zu Fotografieren, das Netz vor den Augen "getanzt" hat. Ich verstehe auch nicht, weshalb es keine Öffnungen für Kameras gibt, das ist sonst eigentlich so, z.B. am Leuchtturm in Borkum ist auch ein Gitter, allerdings eh schon sehr weitmaschig und das sind dann immer wieder große Öffnungen drin. Allerdings waren auch einige Leute oben, die fröhlich Selfies gemacht haben, die hat das Gitter scheinbar überhaupt nicht gestört.

Ansonsten fand ich Brügge auch wunderbar und hätte ich das mit dem Gitter gewusst, hätte ich eben auf den Turm verzichtet, das wäre nicht so schlimm gewesen.


LG Christina

Paula

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #47 am: 20. September 2022, 21:22:00 »

Oh je Paula, so viel Arbeit dass ihr jetzt nach den Fotos schauen musstet, wollte ich euch nicht machen, aber interessant, dass das Netz erst später kam.
Kein Problem Christina, wir lagen gerade im Coronaschonmodus auf der Couch und Josef hat vom Tablett aus Zugriff auf seine Fotobibliothek, das war keine Arbeit  :)
Und wir haben echt beide gerätselt ob wir oben waren und Josef wollte es dann wissen  ;D
Viele Grüße Paula

Christina

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #48 am: 21. September 2022, 18:05:56 »
8. Tag – Dienstag, 22.03. (2. Teil)

Ich spaziere weiter zur St. Anna Kirche und der kaum sichtbaren Jerusalemkapelle, beides spätgotische Gotteshäuser, die St. Anna Kirche ist geschlossen und die Jerusalemkapelle in Privatbesitz, der Besuch kostet Eintritt, das lohnt sich für einen kurzen Blick nicht.


Weiter geht’s in Richtung Stadtwall


durch das ruhige Wohnquartier an der Albrecht Rodenbachstraat und Hugo Verriestraat, die Gärten und Häuser erinnern an England.


Auf dem Stadtwall standen früher eine Vielzahl von Mühlen, vier davon sind noch übrig, hier kann man schön im Grünen spazieren gehen.


Zurück in Richtung Zentrum komme ich durch die außergewöhnlichen Strassen Hemelrijk und Oliebaan, beide von hohen Mauern umgeben.




Bei der St. Anna Kirche habe ich vorhin ein nettes Café entdeckt, das seine sonnigen Außensitzplätze direkt vor die Kirche verlegt hat, dort mache ich nun Kaffeepause mit Latte Macchiato und Pfannkuchen mit Konfitüre (EUR 9,30).


Gerne hätte ich Brügge bei Dämmerung und Dunkelheit erlebt, ich hatte deshalb überlegt, ob ich hier eine Nacht verbringe, mich dann aber dagegen entschieden, da ein weiterer Hotelwechsel wieder einiges an Zeit gekostet hätte, da ich ja mit dem Zug unterwegs bin und dann immer schauen muss, wo ich meine Koffer zwischen Auscheckzeit der einen Unterkunft und Eincheckzeit der anderen Unterkunft lassen kann. Ein bisschen hatte ich die Hoffnung, dass ich lange genug aushalten würde, Brügge an meinem Tagesbesuch bei Dämmerung zu erleben, muss nun aber feststellen, dass das nicht klappen wird. Dämmrig wird es frühestens ab 18.30 Uhr, so lange halte ich ohne eine Pause im Zimmer/Unterkunft nicht durch. Sehr schade, aber nicht zu ändern. Noch bin ich aber einigermaßen fit und es gibt noch ein paar Ecken, die ich mir anschauen möchte. An der Coupure liegen Hausboote und hier ist die Häuserreihe mal mit modernen Gebäuden durchsetzt.




Entlang des (ja schon wieder ;D) sehr malerischen Groenenrei mit hübschen Brücken nähere ich mich wieder dem Roezenhoodkaai,




dann gehe ich auf der Geschäftsstraße Steenstraat


mit ein bisschen Windowshopping zum Simon Stevin Plein, wo ich nochmal eine Pause auf einer Bank mache.


Dabei fällt mir auf, dass ich den Burgplatz mit Heilig Blut Kapelle, Rathaus und Freiamt (Gericht) nur überquert, aber gar nicht richtig angeschaut habe.

Also marschiere ich nochmal zurück, zum Glück sind die Entfernungen nicht groß und schaue mir diesen Platz auch noch an. Die Innenbesichtigung der Heilig Blut Basilika vergesse ich dann aber, die Kirche wirkt so unscheinbar in der Ecke des Platzes neben dem Rathaus. In ihr befindet sich die Heilig Blut Reliquie, ein Fläschchen in dem sich angeblich ein paar Tropfen Blut Jesus Christus befinden, mitgebracht von einem Kreuzzug ins Heilige Land. Dieses Fläschchen wird bis heute verehrt, an Christi Himmelfahrt wird jährlich eine Prozession damit durchgeführt.


Auf dem Weg zum Bahnhof komme ich noch an der neoromanischen St. Salvator Kathedrale vorbei, Bischofskirche und älteste Pfarrkirche der Stadt.



Zum Abschluss der Stadtbesichtigung gibt es noch ein modernes Bauwerk zu sehen, der Concertgebouw, eigentlich kann man sich das Innere des Gebäudes einschließlich der Dachterrasse auf einem Rundgang anschauen, zur Zeit ist dies leider nicht möglich, ob wegen Corona oder der angrenzenden Großbaustelle, konnte ich nicht herausfinden.


Gegen 17 Uhr fahre ich zurück nach Ostende, nach einer Pause auf dem Zimmer gehe ich heute (nach einigen Tagen Pause) mal wieder zum Sonnenuntergang an den Strand. Es sind ein paar Wolken aufgezogen, die zu einer wunderschönen pastellfarbenen Lichtstimmung führen.








Wetter: sonnig, ca. 18 °C


LG Christina

Paula

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #49 am: 21. September 2022, 20:53:11 »
Sonnenuntergang am Meer hat einfach was! Wie schön sich das Hochhaus im Wasser spiegelt  ^-^
Viele Grüße Paula

Ilona

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #50 am: 22. September 2022, 14:52:08 »
Sorry, ich hänge aus Zeitgründen derzeit hinterher.

Ich beneide dich so um das sonnige Wetter im März.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #51 am: 22. September 2022, 18:06:50 »
Sorry, ich hänge aus Zeitgründen derzeit hinterher.

Ich beneide dich so um das sonnige Wetter im März.

Kein Problem, es geht auch erst am Montag weiter, die nächsten Tage steht Familienbesuch in der alten Heimat an.

Mit dem Wetter hatte ich großes Glück. War das die gleiche Zeit in der ihr auf Teneriffa wart?


LG Christina

Susan

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #52 am: 22. September 2022, 20:35:25 »
Brügge ist einfach herrlich  :herz:  Wenn dann alle Bäume im Grün sind muss es noch idyllischer aussehen. Obwohl das Narzissenfeld hat auch etwas für sich  ;D Und im Sommer ist es wahrscheinlich voller.

Für eine vernetzte Aussicht ist der Turmeintritt aber happig, da hätte ich mich auch geärgert. Für die Bedingungen sind die Aussichts-Bilder doch ganz gut.

Nach Brügge ist die Hochhausfront doch ein kleiner Schock, wenigstens gab es einen netten Sonnenuntergang am Meer.

Viel Spaß bei der Familie!
Liebe Grüße
Susan

Ilona

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #53 am: 23. September 2022, 16:12:38 »
Mit dem Wetter hatte ich großes Glück. War das die gleiche Zeit in der ihr auf Teneriffa wart?

Liebe Grüße

Ilona

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Silvia

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #54 am: 24. September 2022, 16:34:21 »
So schön die Häuser in Brügge sind.... der Park mit den blühenden Blumen am Morgen gefällt mir besser  :cool2:

14,-  € und dann ein Netz vor Augen, das hätte mich auch so richtig geärgert  >:(   

Christina

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #55 am: 26. September 2022, 18:07:56 »
Brügge ist einfach herrlich  :herz:  Wenn dann alle Bäume im Grün sind muss es noch idyllischer aussehen. Obwohl das Narzissenfeld hat auch etwas für sich  ;D Und im Sommer ist es wahrscheinlich voller.

Viel Spaß bei der Familie!

Brügge gehört zu einem der Touristenhotspots, da möchte ich ab Ostern nicht mehr sein. Selbst zu dieser Zeit waren hier mit großem Abstand die meisten Touristen im Vergleich aller Orte an denen ich war. Aber wie so oft, waren sie nur rund um die Hauptsehenswürdigkeiten und auch nur zwischen 11 und 15 Uhr.

Danke, der Spaß hielt sich etwas in Grenzen, wir haben uns von meiner Schwester und ihrer Familie verabschiedet, die in zwei Wochen in die USA auswandern. Meine Mutter, die seitdem mein Vater im Pflegeheim ist, sich völlig auf meine Schwester konzentriert hat, ist völlig fertig.

Mit dem Wetter hatte ich großes Glück. War das die gleiche Zeit in der ihr auf Teneriffa wart?


Das ist wirklich kaum zu glauben, ich hatte mich auf viel schlechteres Wetter eingestellt. Wenn ich auf Teneriffa geflogen wäre, hätte ich aber zumindest überwiegend Sonne erwartet.

14,-  € und dann ein Netz vor Augen, das hätte mich auch so richtig geärgert  >:(   

Oh ja.


LG Christina

Christina

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #56 am: 26. September 2022, 18:27:22 »
9. Tag – Mittwoch, 23.03.

An meinem letzten vollen Urlaubstag starte ich nochmal mit der Tram, für die ich ein 1-Tagesticket für EUR 7,50 kaufe, in Richtung Südwesten. Ziel heute ist Nieuwpoort. Der Ort unterscheidet sich von den anderen Küstenorten durch seine Lage an der Yser / Ijzer-Mündung. Der Fluss entspringt in Frankreich und mündet hier in die Nordsee. Das Eindringen des Meereswassers wird mittels einer großen Schleusenanlage geregelt in deren Nähe sich Nieuwpoort-Stad entwickelt hat, direkt am Meer liegt Nieuwpoort-Bad.

Gegen halb zehn steige ich an der Station Nieuwpoort-Stad aus der Tram und gehe zum Besucherzentrum Westfront, direkt an der Schleuse. In diesem geschichtlichen Museum geht es um den Herbst 1914. Damals entschied die belgische Armeeführung, die Schleusen zu öffnen, (erst die Süßwasserschleusen, das reichte aber nicht, dann eben auch noch Salzwasserschleusen), damit das gesamte Hinterland zu fluten und dadurch den bevorstehenden Vormarsch der Deutschen zu stoppen. Der Plan funktionierte, der Preis war aber hoch, da der vom Salzwasser durchdrungene Boden auf viele Jahre nicht mehr nutzbar war.

Das Museum öffnet in wenigen Minuten, aufgrund des schönen Wetters und der bereits auf die Öffnung wartenden Schulklasse, beschränke ich mich auf den Blick von außen. Auf dem Gebäude steht ein riesiges Denkmal mit der Reiterstatue des belgischen Königs Albert I., der den Plan zur Öffnung der Schleuse unterstützte. Das Denkmal gibt es bereits seit 1938, das Besucherzentrum seit 2014.



An der großen Gezeitenschleuse Ganzepoot vorbei spaziere ich in Richtung Innenstadt, es geht durch ein Wohnviertel, dort stehen die Überreste des Sint-Laurentius-Turm, die Kirche wurde im Ersten Weltkrieg fast völlig zerstört. Daran anschließend befinden sich die Überreste des Pulvermagazin Bommenvrij aus dem 19 Jh.


Bald darauf erreiche ich den schönen Marktplatz mit dem Rathaus im Stil der Neorenaissance von 1922, der Liebfrauenkirche (ursprünglich aus dem 15 Jh,. im Ersten Weltkrieg völlig zerstört, 1922 nach alten Plänen wieder aufgebaut, 1940 durch die Engländer erneut zerstört und schließlich 1946 in der heutigen Form wiedererrichtet) und der Stadthalle mit Belfried. Außerdem gibt es einige nette Cafés und Geschäfte.





Durch weitere Wohngebiete und Grünanlagen entlang des Flusses erreiche ich den heute noch aktiven Fischerhafen.


Ich folge der Flussmündung in Richtung Meer. Auf der anderen Fluss Seite und entlang einer kleinen Halbinsel im Fluss liegt der große Jachthafen. Zur Flussinsel mache ich einen Abstecher, dort befindet sich eine weitere Beaufort Skulptur, das farbenfrohe «Le Vent souffle où il veut» («Der Wind weht wohin er will») von Daniel Buren, der damit den Eindruck eines Waldes erwecken wollte. Ich finde die bunten Farben machen gute Laune, leider weht der Wind gerade schwach, so dass Windfahnen etwas herunterhängen. Von hier hat man auch einen schönen Blick über die Ijzer und den Leuchtturm am gegenüberliegenden Ufer.





Ich verlasse die Halbinsel und finde an der Flusspromenade das Restaurant «Seastar Sailor’s Bar» mit nettem Außenbereich, wo ich mir gerade noch einen Platz sichern kann, bevor alle Tische belegt sind. Erfreulicherweise gibt es neben den üblichen Kroketten ein bisschen mehr Auswahl, ich bestelle Spaghetti Carbonara und einen Eis Tee (EUR 18,10). Das rohe Ei inmitten der Nudeln erstaunt mich etwas im Hinblick auf die Salmonellen Gefahr, aber gut, das wird hier wohl den gastronomischen Hygiene Regeln entsprechen.


Nach dem Essen spaziere ich weiter in Richtung Strand, dabei kann ich die bunten Windsäcke auf der Halbinsel nochmal von weitem sehen und im weiteren Verlauf der Flussmündung mehrere Robben, leider auf der anderen Flussseite und damit für das bloße Auge oder mein 24-100 mm Objektiv nur sehr klein zu erkennen (das Teleobjektiv habe ich leider nicht dabei). Ich beobachte die Tiere dennoch eine ganze Weile, schaue zu, wie sie hin -und herschwimmen, mal tauchen, mal sich auf dem Sand sonnen. Auch der Leuchtturm ist in der Ferne wieder zu sehen.






Schließlich erreiche ich das Meer, die Flusspromenade geht in einen Pier über, auf der anderen Flussseite befindet sich ein identisches Bauwerk. Im Juli und August verkehrt mehrmals täglich eine kostenlose Fußgängerfähre zwischen den durch die Ijzer Mündung getrennten Strandabschnitten, zurzeit fährt sie leider nur am Wochenende, somit muss ich heute auf «meiner» Seite bleiben.



An der Strandpromenade und am Strand von Nieuwpoort-Bad entlang gehe ich weiter in Richtung Süd-Westen. Hier gibt es die üblichen Hochhäuser, daran anschließend aber auch wesentlich netter anzuschauende Mehrfamilienhäuser, eine kleine Kirche (Sint-Bernarduskerk) und eine bunt bemalte Fassade. Und natürlich eine weitere Skulptur, «Men» von Nina Beier. Zusammengesetzt aus alten Reiterdenkmälern und auf einem Gestell fest im Boden verankert, wird die Skulptur (also der untere Teil natürlich nur) bei Flut vom Wasser überspült, schade, dass gerade Ebbe ist. Auch die üblichen weißen Badehäuschen sind hier zu finden.






Ich spaziere am Strand entlang weiter bis zum nächsten Ort, Oostduinkerke-Bad. Dort entdecke ich ein nettes Café mit Sitzplätzen direkt am Strand, ich bestelle einen Latte Macchiato und einen Cheesecake Citron (EUR 9,30), der etwas merkwürdig im Schüsselchen serviert wird, aber bestens schmeckt.




Windgeschützt in der Sonne sitzend wird es mir dann tatsächlich bald zu warm und ich gehe weiter auf der Strandpromenade. Hier weisen ein paar rosa Hasen wohl auf Ostern hin (vermute ich mal, das dazugehörige Plakat war auf Niederländisch, daher weiß ich nicht genau, weshalb die Hasen da standen), direkt dahinter und etwas tiefer gelegt (daher von mir nicht bemerkt) ist das Freibad, das einzige Strandbad Flanderns.


Am Strand steht ein Denkmal für die Krabbenfischer. Zwischen April und Oktober kann man heute noch hin- und wieder ein paar Fischer beobachten, die traditionell zu Pferd auf Krabbenfang gehen. Dabei gehen die Pferde durch das flache Wasser und ziehen Schleppnetze durch den Sandboden hinter sich her, in denen die Krabben gefangen werden. Die Garnelen werden dann noch am Strand von den Fischern aus dem Netz geholt und in den großen Korb geladen, der an den Flanken der Pferde hängt. Diese Tradition wurde 2013 von der UNESCO als zugehörig zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Da es erst März ist, muss ich mich mit den Skulpturen begnügen.


Auch eine Beaufort Skulptur findet sich wieder, ein abgestorbener Baum – «Windswept» von Els Dietvorst.


Noch ein Stückchen gehe ich weiter bis Koksijde-Bad, an der Straße, die zur Haltestelle führt stoße ich auf ein Restaurant in Schiffsform, «De Normandie».



Gegen 17.30 Uhr fahre ich mit der Tram zurück nach Ostende, dort gehe ich ein letztes Mal in den Spar, Brötchen und Belag als Reiseproviant für morgen muss noch besorgt werden.

Gegen 18.30 Uhr bin ich nach einem erneut wunderbaren Tag zurück in der Unterkunft, wo heute neben der üblichen Abendbeschäftigung auch schonmal ein bisschen was gepackt wird.

Wetter: sonnig, ca. 18°C
Strecke zu Fuß: 20,46 km


LG Christina

Ilona

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #57 am: 27. September 2022, 16:10:37 »
Das ist wirklich kaum zu glauben, ich hatte mich auf viel schlechteres Wetter eingestellt. Wenn ich auf Teneriffa geflogen wäre, hätte ich aber zumindest überwiegend Sonne erwartet. 

Dieses Jahr spielt das Wetter doch überall verrückt. Erst am Wochenende bekamen die Kanaren die volle Wucht vom Tropensturm Hermine ab. Auf Gran Canaria gab es eine Sturzflut.

Davon abgesehen hatte das Death Valley Anfang August die zweitheftigsten Niederschläge seit 111 Jahren und noch immer sind viele Straßen nach erneuten Regenfällen unpassierbar.



Da hattest du wirklich ein Glück mit dem Kaiserwetter im März :thumb:, auch wenn es noch etwas frisch war. Immerhin regnete es nicht und man kann sich ja warm anziehen.

Hast du das rohe Ei wirklich mitgegessen  :verpiss: ? Ich kann überhaupt nichts Rohes essen.

Die bunten Windsäcke gefallen mir sehr gut und der Strand ist wirklich ein Traum.

Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #58 am: 27. September 2022, 17:52:06 »
Du hast recht, das Wetter spielt verrückt und man kann sich diesbezüglich nicht auf das früher übliche Wetter zu einer bestimmten Jahreszeit verlassen. Kalt war es aber bei mir aber nur in der ersten Hälfte und auch da nur am Morgen und teils am Vormittag, ab Montag war es schon am Morgen warm und ab spätem Vormittag dann sommerliches T-shirt Wetter.

Ich habe das Ei in die Nudeln eingerührt (sonst hätte ich ja darum bitten müssen, das Ei auf einem Teller oder Schüssel mitzunehmen, da es beim Nudeln Essen umgefallen und in den Nudeln gelandet wäre) , macht man beim Kuchenbacken ja auch so beim Teig. Da schmeckte man das Ei dann gar nicht mehr. Ich habe kein Problem mit rohem Essen, Sushi mag ich auch. 


LG Christina

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Re: Gent, Brügge und die belgische Küste im März 2022
« Antwort #59 am: 28. September 2022, 18:10:34 »
10. Tag – Donnerstag, 24.03.

Nach Frühstücken, Abwasch und Packen habe ich noch genug Zeit für einen letzten Strandspaziergang. Es ist wieder sonnig und schon jetzt sehr warm, ich spaziere über die Strandpromenade und bis ans Ende des Piers. Ich habe nur das Handy dabei, aber ein paar letzte Fotos müssen sein. Wie gerne würde ich noch ein paar Tage bleiben, zu sehen gäbe es entlang der belgischen Küste noch so einiges. Aber jeder Urlaub geht mal zu Ende, daher checke ich schließlich gegen 10 Uhr aus, d.h. ich werfe die Schlüsselkarte in die vorgesehene Box, die Rezeption ist erst ab der nachmittäglichen Check-In Zeit besetzt.



Zu Fuß gehe ich zum Bahnhof von Ostende, um 10.43 Uhr startet der IC mit Stopps in Brügge und Gent nach Brüssel.

Dort komme ich pünktlich um 11.52 Uhr an und schlendere dann ein bisschen durch den Bahnhof, überlege, ob ich mir etwas zum Mittagessen kaufe, aber irgendwie lacht mich nichts so richtig an und schließlich habe ich ja meinen Brötchenproviant dabei.

Ebenfalls pünktlich um 12.25 Uhr geht es dann mit dem ICE nach Frankfurt.

Am ersten deutschen Bahnhof nach der Grenze, Aachen, steigen drei Polizisten ein, die stichprobenartige Kontrollen machen. Zwei ukrainische Frauen mit ihren Katzen, die von Brüssel zurück nach Deutschland fahren, haben kein Ticket (soweit ich weiß, ist Bahnfahren zwar kostenlos für Ukrainer, aber sie benötigen dennoch ein Ticket), ich werde nicht kontrolliert, auch drei junge Inder mit sehr viel Gepäck nicht, aber zwei Männer, die hinter mir sitzen, beides Serben, der eine seit über einem Jahr ohne Aufenthaltserlaubnis, der andere von seiner Tante in Köln als vermisst gemeldet, was er aber abstreitet. Die beiden, sowie die zwei Ukrainerinnen müssen dann mit den Polizisten in Köln aussteigen.

Ich muss dann um viertel nach drei Uhr in Frankfurt Flughafen umsteigen, vom Fernbahnhof zum Regionalbahnhof wechseln (eine überraschend weite und schlecht ausgeschilderte Strecke, aber ich habe genug Umsteigezeit) und um 16.07 Uhr mit dem Regionalzug weiter nach Alzey fahren.
Von hier noch der letzte Hopser bis nach Hause, wo ich mit ein paar Minuten Verspätung um 17.55 Uhr ankomme. Peter wartet am Bahnhof und damit ist auch dieser Urlaub zu Ende.

Wetter: sonnig, ca. 18°C

In den nächsten Tagen folgt dann noch ein Fazit.


LG Christina