5. Tag: Lavahöhlen und PoolsDer Morgen begann schon sehr windig und deshalb standen die Lavahöhlen auf dem Programm.

Los Jameos del Agua ist das erste von César Manrique geschaffene Zentrum für Kunst, Kultur und Tourismus, das in einem Vulkantunnel angelegt und 1977 fertiggestellt wurde. Wie kein anderer verstand er es, eine Symbiose zwischen Natur und Kunst zu schaffen.
Jameos sind Vulkanhöhlen, deren Decken zum Teil eingestürzt sind. Weil ein natürlicher See vorhanden ist, heißen diese Jameos del Agua (Wasserhöhlen).
Die Hauptattraktion ist die Grotte mit den klitzekleinen Albinokrabben.



Die kleinen weißen Punkte sind die Krabben.

Die Basalthöhle von der anderen Seite. Hier befindet sich eine Bar.

Schon vor 36 Jahren begeisterte mich der weiße Pool, in dem man nicht schwimmen darf, sehr.


In einem weiteren Lavatunnel wurde ein natürliches Auditorium mit einem Fassungsvermögen von 550 Personen geschaffen. Das Basaltgestein sorgt für eine außergewöhnliche Akustik, die es sonst nirgends gibt. Die Sitze wurden dem natürlichen Gefälle des Bodens angepasst.

Die Eintrittskarten kauften wir vor Ort und wollten das in der naheliegenden Cueva de los Verdes genauso machen. Leider sind dort die Parkplätze begrenzt und ohne Online-Ticket wird man vom Parkwächter abgewiesen. Dann eben zum nächsten und höchsten Punkt des Tages, dem Mirador del Rio.

Auch an Lanzarotes Nordspitze vereinigte César Manrique die Architektur mit der Natur. Zum stolzen Eintrittspreis von 8,50 €/Person kann man auf die Insel La Graciosa schauen.

Dort oben pfiff leider der Wind so stark, dass man die Kamera nicht stillhalten konnte. Also nichts wie rein.

Die meisten Besucher blieben drinnen im Café oder im Shop und dementsprechend voll war es. Wir versuchten, Online-Tickets für die Cueva zu ergattern, doch leider ist das Netz auf der Klippe grottenschlecht.
So langsam machte sich der kleine Hunger bemerkbar. Auf dem Weg nach Haria machten wir im Küstenort Arrieta Halt. Dort befindet sich das wahrscheinlich preiswerteste Restaurant der Insel, das wir durch Zufall im Vorbeigehen entdeckten.

Das Restaurant war gut besucht, doch wir hatten Glück und zwei Plätze auf einem kleinen Balkon wurden gerade frei. Vor der Tür dachten wir, dass die Preise nicht aktuell sind, aber dieselben Preise standen auch auf der Speisekarte, die uns gereicht wurde. Wir entschieden uns für das gegrillte Fischfilet á 5 €. Die kleine Portion reichte uns vollkommen aus. Nebenbei war es uns möglich, Online-Tickets für den Nachmittag zu ergattern.
Doch bis dahin blieb noch genügend Zeit für Césars letztes Wohnhaus in Haria.

Manrique hatte in den 70ern eine alte Finca erworben und begann 1986 mit den Bauarbeiten. Er lebte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1992. Seit 2013 ist es ein Museum. Der Rundgang führt durch die Wohnräume und Werkstatt.

Der Ort Haria liegt im Tal der 1000 Palmen und auch Césars Haus liegt inmitten eines Palmenhains.

Manriques Werkstatt wurde so belassen, wie er sie hinterließ.
1987 bemalte er einen Seat Ibiza, der bei der internationalen Auto Show in Barcelona ausgestellt und auf den Namen des Künstlers getauft wurde. Unterwegs begegneten uns immer wieder Mietwägen, die mit solchen Designfolien beklebt sind.

Gut, dass die Entfernungen nicht sehr groß sind, denn wir mussten um 14:30 Uhr am Parkplatz der Cueva de los Verdes sein.

Sobald die Gruppe vom Time Slot vollständig war, durften alle zum nächsten Sammelplatz weiter.
Wir standen noch eine Weile neben dem Ausgang
und das würden wir erwarten

.
Eine Dame bekam kurz nach dem Eingang Panik und musste umdrehen.
Solche Lavaröhren begeistern uns.
Fast am Umkehrpunkt gibt es ein besonderes Schmankerl. Dieser Naturpool ist höchstens 10 cm tief.
Die Oberfläche ist normalerweise im wahrsten Sinne des Wortes spiegelglatt.
Dadurch ergibt sich diese geniale optische Täuschung und der Pool wirkt extrem tief.
Das begeistere mich auch nach 36 Jahren wieder.
Es war doch ganz schön viel Programm an dem Tag. Eigentlich wollten wir morgens etwas Sightseeing machen und nachmittags am Pool ausspannen. Daraus wurde nichts. Aber immerhin zogen wir vor dem Abendessen noch fleißig unsere Bahnen im Hotelpool.
Wie jeden Abend marschierten wir nach dem Essen noch einige Kilometer die Promenade entlang. Eine Abwechslung gab es danach allerdings: Diesmal klopfte eine BetthupferlFRAU, die Schokokugeln und Wasser brachte.
Wir öffneten die Schaumweinflasche Nr. 2 und genehmigten uns noch ein Gläschen. Animation gab es in dem Hotel keine und auf irgendwelche abendlichen Gesangsdarbietungen verzichteten wir gerne und schmökerten lieber in den Büchern.