Allgemeines > Reiseberichte
5 Tage Zeeland im Herbst 2017
Christina:
4. Tag – Donnerstag, 28.09. (Veere, Vlissingen, Nieuw Haamstede)
Nachts wache ich an einem Geräusch auf, das ich zunächst nicht zuordnen kann, dann stelle ich fest, es ist Regen, der auf das Blechdach des Bungalows tropft. Eigentlich ganz gemütlich, wenn man im Bett liegt, für das Tagesprogramm aber weniger schön. Egal, ich schlafe erst mal weiter.
Morgens regnet es noch immer, daher trödle ich noch ein wenig herum und als ich gegen 9.30 Uhr losfahre, ist es wieder trocken. Auch heute fahre ich über den Oosterscheldedam nach Noord- Beveland und weiter nach Walcheren. Dort an der Nordostküste ist mein erstes Ziel für heute das kleine Städtchen Veere.
Diesmal finde ich den vorab ausgesuchten kostenlosen Parkplatz nicht und parke deshalb auf einem kostenpflichtigen Platz (EUR 5,00 Tagesticket). Als ich gegen 10.20 Uhr meine Besichtigungstour starte, hat es wieder angefangen zu regnen. Egal, ich habe eine Regenjacke mit Kapuze an und ein wasserdichte Kamera samt entsprechendem Objektiv, so dass das Fotografieren nicht ins Wasser fallen muss.
Wenn es nicht hin und wieder Autos zu sehen gäbe, könnte man meinen, in Veere wäre die Zeit stehen geblieben. Das alte, regennasse Kopfsteinpflaster und die zum Teil leicht schiefen Backsteingebäude, nur wenige Touristen – das führt zu einer ganz besonderen Stimmung. Ich schlendere gemütlich durch die wenigen Straßen und gehe auch über die Brücke am Hafen auf die gegenüberliegende Seite, von der man einen schönen Blick auf das Städtchen hat und wo es schöne Spazierwege durch das Naturschutzgebiet am Veerse Meer gibt, einen durch den Veerse-Gat Damm abgeschlossenen Mündungsarm.
Der Regen hört bald auf und ich schaue noch in den einen oder anderen der netten kleinen Lädchen hinein. In einem davon kaufe ich ein Glas Pindakaas (Erdnussbutter), bio und mit Stückchen, etwas das ich als typisch für die USA ansehe, das aber auch sehr beliebt ist in Holland. In einem anderen Lädchen erstehe ich noch ein paar handgemachte Lakritzsüssigkeiten für Peter. Die Niederländer stehen wohl total auf Lakritz (ich mag das gar nicht), irgendwo habe ich gelesen, dass es Vermutungen gibt, dass durch den vielen Lakritzkonsum die Zeugungsfähigkeit der Holländer beeinträchtigt sei – schon kurios.
Zum Mittagessen gehe ich in das Restaurant „Suster Anna“ in der Fußgängerzone, das für seine urige Einrichtung und die vielen Pfannkuchengerichte bekannt ist. Ich bestelle einen Pfannkuchen mit Speck und Käse. Sehr lecker und ich habe ein weiteres typisch holländisches Gericht gegessen. Leider bin ich danach zu satt, um noch eine der zahlreichen süßen Pfannkuchenvarianten zu probieren. Zusammen mit einem Mineralwasser bezahle ich EUR 15,00 und gehe dann zurück zum Auto.
Auch heute Nachmittag geht es natürlich an den Strand und zwar habe ich mir einen Parkplatz direkt unterhalb der Dünen zwischen Dishoek und Vlissingen ausgesucht. Von hier möchte ich bis nach Vlissingen spazieren.
Auf diesem Parkplatz stehen nur wenige Autos, ich zahle die Tagesgebühr von EUR 6 am Automaten (ein Halbtagesticket oder ähnliches gibt es nicht) und gehe bei bewölktem, aber warmem Wetter gegen 14 Uhr los. Ebenso wie in Domburg führt hier ein Weg die Dünen entlang, oberhalb des Strandes, den ich nun benutze. Es gibt schöne Ausblicke auf Strand und Meer und heute ist das Wetter wenigstens ansatzweise so, wie man es sich am Meer vorstellt, nämlich mit Wind und wechselnden Wolken. Bald sind die Hochhäuser von Vlissingen in der Ferne zu sehen und auch die bunten Strandhäuschen, die am Ende (oder Anfang) des Strandes bevor die städtische Strandpromenade beginnt, stehen.
Die Wolken werden immer dunkler und schließlich erreicht mich ein Regenschauer. Dennoch möchte ich an den bunten Strandhäusern vorbeigehen, wer weiß, wie das Wetter später sein wird.
Zum Glück befindet sich nicht weit von den Strandhütten entfernt einer der Strandpavillons, dorthin flüchte ich vor dem Regen. In dem gemütlich eingerichteten Holzbau hat man vom oberen Stockwerk einen tollen Blick auf Strand und Meer. Es gibt eine Terrasse und einen Innenraum, in den ich mich setze. Ich lege erst mal mich und die Kamera wieder trocken, dann bestelle ich einen Cappuccino und einen leckeren Apfelkuchen mit Nüssen und Rosinen.
Zum Glück hört der Regen bald auf und ich kann meinen Spaziergang, nun auf der Standpromenade von Vlissingen fortsetzen. Links die Hochhäuser in einem bunten Stilmix und rechts Sandstrand und Meer – eine etwas merkwürdige Zusammenstellung, aber gar nicht mal so schlimm, wie man auf den ersten Blick denkt. Auch an vielen anderen Städten am Meer gibt es diese Variante, warum also nicht auch hier, allerdings bin ich trotzdem froh, dass die restlichen Strände Zeelands naturbelassener sind.
Gut gefällt mir auch die Idee der Strandcafés und –restaurants hier, die in den unteren Stockwerken der Hochhäuser untergebracht sind: einige haben auf bzw. in die Mauer, die den Strand von der Straße abgrenzt, Plattformen aus Holz angebracht und so ihre Außensitzfläche vergrößert – man sitzt direkt über dem Strand.
Sehr viele z.T. riesige Schiffe fahren hier vorbei und zwar tatsächlich nur wenige Meter von der Wasserlinie entfernt, da muss man beim schwimmen wahrscheinlich schon aufpassen, dass man keinem der Schiffe zu nahe kommt.
An der Hafeneinfahrt steht ein hübscher kleiner schmiedeeiserner Leuchtturm und gegenüber liegt der Bellamypark, das Zentrum der Innenstadt von Vlissingen. Hier sind einige alte Giebelhäuser zu sehen, nicht ganz so idyllisch wie in den von mir bisher angeschauten Städten, aber doch ganz nett.
Man könnte von hier aus noch weiter am Meer bzw. Hafen entlang laufen bis man zum Fährhafen kommt, an dem heutzutage nur noch Fähren für Fußgänger nach Zeeuws-Flanderen, Zeelands südlichstem Teil, ablegen, für Autos gibt es weiter landeinwärts einen Tunnel. Soviel Zeit habe ich aber leider nicht, daher drehe ich am Bellamypark um und gehe zurück über die Strandpromenade. Nun kommt sogar noch die Sonne heraus – wie schön.
Auch die bunten Strandhäuschen werden jetzt von der Sonne angestrahlt.
Ich gehe nun einige Zeit am Strand entlang, auch hier stehen die fotogenen Holzpfähle zum Schutz des Strandes vor den Wellen, kurz vor dem Abzweig zum Parkplatz wechsel ich wieder auf den Dünenweg.
Ich gehe aber noch nicht zum Parkplatz zurück, dazu sieht der weitere Dünenweg zu verlockend aus, es geht recht steil bergauf und bergab und ich möchte wissen, welche Ausblicke man von weiter hinten hat. Bald ist in der Ferne der gelb-rot gestreifte Leuchtturm von Westkapelle zu erahnen und ich bin in Versuchung, den Spaziergang bis dorthin fortzusetzen. Es ist aber bereits 17.00 Uhr und ich weiß nicht, wie lange es bis Westkapelle noch dauern würde und dann müsste ich ja wieder zurück gehen. Schließlich beobachte ich noch ein Weilchen ein großes Schiff, das, von der Sonne angestrahlt unter mir vorbeifährt, dann drehe ich um und gehe zum Auto zurück. Das war ein toller Spaziergang heute!
Ich fahre zurück nach Schouwen-Duiveland, wo ich einen weiteren Leuchtturm anschauen möchte: den Leuchtturm von Nieuw Haamstede. Dieser ist nicht zu besichtigen und steht auch nicht direkt am Strand, sondern im Hinterland, von dem Strandzugangsweg, der dem Leuchtturm am nächsten ist, hat man aber einen schönen Blick darauf. Und ich habe genau den richtigen Augenblick erwischt, der rot-weiß gestreifte Turm ist im besten Abendlicht zu sehen.
Das gibt es auch am Strand und vielleicht wäre heute ein schöner Sonnenuntergang zu beobachten, ich werde allerdings ohne dies erlebt zu haben, Zeeland verlassen, da hier der Weg zum Strand recht lang ist und zwischen hohen Dünen und dann noch durch ein Wäldchen führt, das ist mir alleine im Halbdunkeln zu unheimlich, da kaum andere Leute unterwegs sind.
Nach einigen Fotos gehe ich daher zurück zum Auto und fahre in die Ferienwohnung. Zum Essen gibt es die Reste der letzten Tage, dann packe ich ein paar Sachen ein und beende den Tag mit Fernsehen und Lesen.
Wetter: vormittags Regen, dann trocken, nachmittags kurzer Schauer, ab ca. 16.00 Uhr teils sonnig, teils wolkig, ca. 20 °C
Ilona:
--- Zitat ---irgendwo habe ich gelesen, dass es Vermutungen gibt, dass durch den vielen Lakritzkonsum die Zeugungsfähigkeit der Holländer beeinträchtigt sei
--- Ende Zitat ---
:schreck: Sachen gibt's :totlach:. Ich weiß nur, dass Lakritz einen hohen Blutdruck macht. Peter sollte nicht alles auf einmal essen :cool2:.
Also lieber Pfannkuchen :sabber: als Lakritz.
Der Strand ist echt toll, aber das Wasser scheint sehr schnell tief zu werden. Unglaublich, wie nah der Kahn vorbei gefahren ist.
Christina:
--- Zitat von: Ilona am 13. Februar 2018, 08:20:52 ---
Der Strand ist echt toll, aber das Wasser scheint sehr schnell tief zu werden. Unglaublich, wie nah der Kahn vorbei gefahren ist.
--- Ende Zitat ---
So große Kähne so nah am Strand hab ich noch nirgends gesehen. Fand ich schon erstaunlich.
Paula:
--- Zitat von: Christina am 12. Februar 2018, 18:25:00 ---
Auch die bunten Strandhäuschen werden jetzt von der Sonne angestrahlt.
--- Ende Zitat ---
genauso stelle ich mir die Unterkunft für meinen nächsten Hollandurlaub vor ^-^
hast du zufällig gesehen ob die zu vermieten sind?
Schade dass es morgens geregnet hat aber ich finde deine Fotos trotzdem sehr schön. Die Gegend macht so einen erholsamen Eindruck, sieht so richtig nach "Seele baumeln lassen" aus :)
Christina:
--- Zitat von: Paula am 14. Februar 2018, 15:24:22 ---
genauso stelle ich mir die Unterkunft für meinen nächsten Hollandurlaub vor ^-^
hast du zufällig gesehen ob die zu vermieten sind?
Die Gegend macht so einen erholsamen Eindruck, sieht so richtig nach "Seele baumeln lassen" aus :)
--- Ende Zitat ---
Ich habe kein Schild bzgl. Vermietung oder ähnliches gesehen. Vor einigen der Häuschen saßen Leute auf der Terrasse, aber ob das Urlauber waren und ob man darin tatsächlich übernachten kann oder ob es nur für den Aufenthalt während des Tages gedacht ist, weiß ich leider nicht.
Ja, das war wirklich ein ganz geruhsamer Urlaub ohne jede Hektik, anders sieht es aber wohl aus, wenn man wie Gabi zu Hauptsaisonzeiten dort unterwegs ist.
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln