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Herbstreise in den Hohen Norden Kanadas
Beate:
Es ist Mittwoch, 7. September. Unsere Route führt uns von den Wasserfällen wieder zurück an den Great Slave Lake, zur zweitgrössten Stadt dort: Hay River (population 5000).
Dort erledigen wir erstmal unser Pflichtprogramm: Tanken, dumpen, Wasser auffüllen. Dann fahren wir zum Campingplatz. Nicht, weil wir dort übernachten wollen (es ist früh am morgen), sondern weil es dort einen schönen Strand geben soll.
Dieses Treibholz findet man eigentlich überall in Kanada und im Nordwesten der USA. Am Meer und auch an den Seen. Manche Strände müssen deshalb sogar gesperrt werden, vor allem bei starkem Regen und/oder Wind. Heute ist aber ein wunderschöner sonniger Tag.
Auf dem Weg zurück machen wir noch einen Stop am Fischerhafen. Naja, viel los ist hier ja nicht:
Und dann gehts wieder hinaus in die Wildnis. Wir wollen heute noch bis zum Wood Buffalo Nationalpark (ca. 200 km entfernt).
Die Strecke wird langweilig. Es geht kilometerweit geradeaus und völlig eben durch Wald. Ab und zu sieht man mal grosse abgebrannte Flächen, aber sonst nichts.
Nach 50 km müssen wir in den Highway zum Nationalpark abbiegen. Wir fahren gemütlich dahin, bis ich mich wundere, warum mein Mann auf einmal mitten im Nowhere stehenbleibt. Es stellt sich heraus: das Auto fährt nicht mehr!!! Man kann Gas geben, soviel man will, der Motor macht noch 500 Umdrehungen, d.h. unser Camper rollt langsam aus und wir stehen mitten auf der Strasse. Erstmal: Panik!!!
Also Warnlichter an, aussteigen..............und warten..................Denn wir haben nur ein Uralt-Handy und natürlich keinen Empfang. Dann kommt in der Gegenrichtung ein Pick-up, den wir anhalten. Der Fahrer, ein Einheimischer, kennt sich aus, schaut in den Motor, kann sich das alles aber auch nicht erklären. Aber er weiss: hier heraussen gibt es selbst mit dem besten Handy keinen Empfang, es ist absolut keine Netzabdeckung vorhanden.
Also schieben wir mit vereinten Kräften den Camper in den Strassengraben, machen die Warnlichter an. Der nette Mensch nimmt uns beide mit, wieder zurück nach Hay River, wo wir vor 2 Stunden gestartet sind. Dort ist zum Glück eine grosse Ford-Vertretung, wo wir abgesetzt werden. Leider erklärt man uns dort, dass man auf der Strasse gar nichts machen kann, das Auto muss in die Werkstatt abgeschleppt werden, aber heute hätte man keinen Abschleppwagen mehr zur Verfügung.
Wir telefonieren von dieser Ford-Werkstatt aus mit Fraserway. Dort gibt es einen deutschsprachigen Kundendienst und die sind wirklich sehr freundlich und hilfsbereit. Es wird vereinbart, dass Fraserway über deren Road Assistence einen Abschleppwagen besorgt und wir machen den Vorschlag, dass wir uns gleich einen Mietwagen nehmen und mit diesem Mietwagen die nächsten 3 Tage in den Wood Buffalo Nationalpark fahren. Darüber ist die Dame am Telefon hocherfreut und gibt sofort die Zustimmung, den Mietwagen, die Kilometer (die dort oben extra berechnet werden) und die Hotelkosten zu übernehmen.
Also mieten wir einen Pick-Up und fahren abends gleich nochmal zu Hafen raus, wo wir heute früh schon mal waren:
Wir müssen heute sowieso in Hay River bleiben, denn es ist unterdessen dunkel und wir müssen ja warten, bis unser Camper hierher abgeschleppt ist, damit wir unsere nötigsten Sachen herausnehmen können. Es wird 23.00 h bis der Abschleppwagen eintrifft. In tiefster Dunkelheit klettern wir auf dem Hänger herum, klettern in unseren Camper und holen etwas Kleidung und Toilettenartikel heraus.
Beate
Andrea:
Das wird ja richtig zum Abenteuerurlaub! Ich hoffe, dass das alles jetzt auch gut ausgeht und der Service von Fraserway den Namen Service auch verdient hat und nicht noch etwas nach kommt. Außerdem ist eure Flexibilität nun Gold wert!
Silke:
--- Zitat von: Beate am 04. April 2018, 15:41:14 ---Hallo Silke,
es kommt halt ganz drauf an, wo die persönlichen Wünsche liegen.
Ich z.B. würde mich während einer Städtereise fürchterlich langweilen, weil mir ein Stadtbummel nichts gibt und in Bars gehe ich auch nicht. Und auf ein Kreuzfahrtschiff würde ich freiweilig auch nie gehen, nichteinmal wenn ich die Reise gewinnen würde.
Dagegen könnte ich und auch mein Mann tagelang irgendwo in der Natur rumlaufen, rumsitzen, einfach nur schauen, hören und geniessen.
Dementsprechend sind solche Camperreisen für uns genau das richtige. Und wenn man dann noch so schön einsame Campingplätze findet, ist das noch besser.
Wir waren die letzten Jahre einige male im Südwesten der USA, in den Nationalparks, mit dem Camper. Aber dort ist es unterdessen so voll geworden, dass es uns keinen Spass mehr macht.
LG
Beate
--- Ende Zitat ---
Na klar kommt es auf die persönlichen Bedürfnisse an.
Liegt vielleicht aber auch daran, wo man lebt.
Ich mag auch Ruhe und Einsamkeit.
Aber das habe ich täglich im Garten, oder ich gehe in den angrenzenden Wald. Das ist also nichts, wofür ich tausende Kilometer fliegen muss/möchte.
Zumal die Landschaft, die du bisher zeigst, von den Wasserfällen und Bisons abgesehen, der unseren sehr ähnlich sieht.
Wenn man in einer Stadt wohnt, sieht das sicher anders aus.
Silv:
Na das wäre ja was für mich: mitten im Nichts stehen bleiben. Da kommen mir wieder diverse Filme in den Sinn.... :o
Beate:
--- Zitat von: Silv am 04. April 2018, 21:33:57 ---Na das wäre ja was für mich: mitten im Nichts stehen bleiben. Da kommen mir wieder diverse Filme in den Sinn.... :o
--- Ende Zitat ---
Hahaha, zu viele Krimis oder Science Fiction gesehen?????
Beate
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