Allgemeines > Reiseberichte

2 Inseln und 3 Städte - Rügen und mehr im Herbst 2020

<< < (11/20) > >>

Silvia:
So, ich bin auch wieder mit dabei ....

Das Bild mit der Seebrücke in Pastell sieht echt toll aus  :happy:

Ilona:
Die Plattenbauten sind ja grausig. In so einer Legebatterie käme bei mir keine Urlaubsstimmung auf.

Toll dagegen finde ich die bunten Strandkörbe, aber auch die stehen nahe beieinander.

Ich bin froh, dass ich den stürmischen Tag nicht live erlebt habe. So völlig durchnässt, macht das Erkunden der Gegend keinen Spaß.

Susan:
Ich auch  :))

So ab und an - also maximal 1x pro Urlaub-  finde ich stürmische See ganz spannend. Grad die Ostsee sieht dann endlich mal nach Meer aus  ;) Zum Wandern ist Nasswetter natürlich Mist und du hast Recht, im Camper macht das noch weniger Spaß.
Dafür gab es ja noch sehr schöne Bäderarchitektur zu sehen. Die haben sie toll restauriert. Das wurde ja wohl auch bei den Prora Blocks versucht, aber trotzdem passen die irgendwie nicht in die Gegend. Ich frag mich immer wie es denn wohl auf der Insel aussähe, wenn die wirklich alle belegt wären. Kann ja nur gruselig übervoll sein dann.

Wurden die Strandkörbe eigentlich noch vermietet, die sehen alle so abgesperrt aus?
Immer wiederschön die Seebrücke

Christina:

--- Zitat von: Susan am 27. Februar 2021, 13:42:08 ---Ich auch  :))

 Das wurde ja wohl auch bei den Prora Blocks versucht, aber trotzdem passen die irgendwie nicht in die Gegend. Ich frag mich immer wie es denn wohl auf der Insel aussähe, wenn die wirklich alle belegt wären. Kann ja nur gruselig übervoll sein dann.

Wurden die Strandkörbe eigentlich noch vermietet, die sehen alle so abgesperrt aus?

--- Ende Zitat ---

Ja, wenn bzw. falls mal alle Prora Blöcke als Hotel oder Ferienwohnungen vermietet werden, wird es zumindest in der näheren Umgebung dort, sehr voll. Nachdem ich das jetzt gesehen habe, bin ich eigentlich der Meinung, dass man bis auf einen Block (der dann als Museum und zur Erinnerung bzw. Mahnung dienen sollte) alles hätte abreißen sollen.

Bei den Strandkörben bin ich nicht sicher, ob sie noch vermietet wurden, zumindest entlang des Strands gab es keine Mietmöglichkeit, ob vielleicht an einer Hotelrezeption oder bei der Tourist Info - vielleicht. Fast alle waren mit Brettern abgesperrt, es gab aber auch immer mal welche, die offen waren und einfach so von Leuten für eine kleine Pause genutzt wurden.

Christina:
10. Tag – Sonntag, 27.09.

Ein dritter Schlechtwettertag in Folge erwartet mich heute. Da ich nicht schon wieder komplett nass werden will, steht heute statt Wanderung «Sightseeing» auf dem Plan.

Gegen 9 Uhr fahre ich nach Bergen, auf direktem Weg 20 km von Sellin, aufgrund der Umleitung (ich habe inzwischen die Karte angeschaut und festgestellt, wo genau sich die Baustelle befindet und was die Umfahrungsmöglichkeiten sind), die über Putbus führt, sind es 25 km. Bergen liegt ziemlich genau in der Mitte von Rügen, ist die größte Stadt der Insel (mit 13500 Einwohnern) und deren wirtschaftliches Zentrum.

Ich parke auf einem großen kostenlosen Parkplatz am Rande der Innenstadt und spaziere dann durchs Zentrum. Interessant ist das Amtsgericht und die Gebäude des ehemaligen Nonnenklosters, heute teils Museum, teils sind kleine Geschäfte darin untergebracht, jetzt am Sonntagvormittag hat alles geschlossen. Direkt neben dem ehemaligen Kloster steht die Marienkirche, die älteste Kirche Rügens. Für eine Innenbesichtigung bleibt mir leider nur wenig Zeit, da der Beginn des Sonntagsgottesdienstes bevorsteht. An der Außenmauer sehe ich den Jaromarstein, zumindest wird vermutet, dass die Figur auf der in die Mauer eingelassenen Granitplatte Jaromar, der Slawenfürst (siehe die Jaromarsburg am Kap Arkona) ist.






Der Marktplatz ist von einer Reihe hübscher Häuser umgeben, bei schönem Wetter kann man hier sicher in einem der Cafés bzw. Restaurants nett draußen sitzen.




Vom Marktplatz spaziere ich durch ein Wohngebiet und eine herrliche Baumallee zum Stadtrand wo sich der Ernst-Moritz-Arndt-Turm befindet.



Ernst Moritz Arndt ist einer der berühmtesten, aber auch umstrittensten Rüganer, 1769 geboren, setzte er sich nach seinem Studium in Greifswald gegen die damals noch herrschende Leibeigenschaft ein, die 1806 auch tatsächlich aufgehoben wurde. Danach wendete er sich immer stärker dem Nationalismus zu, vertrat antisemitische und rassistische Ansichten. Später wurde er von den Nationalsozialisten, dann aber auch von der DDR Führung als vorbildlicher Deutscher Denker geehrt.

Der Turm in Bergen wurde zum 100. Geburtstag von Arndt gebaut, gesponsert vom Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus und dem preußischen König Wilhelm I. 1877 war der Turm dann fertig. Ich vermute, dass man wegen der tief hängenden Wolken kaum etwas von oben sehen wird, aber einen Versuch ist es allemal wert. Am Drehkreuz werfe ich EUR 2 ein, dann geht es 43 Stufen nach oben. Der obere Teil der Treppe ist aus hübsch verziertem Gußeisen. Die Aussichtssituation ist allerdings noch schlechter als ich dachte, man sieht tatsächlich überhaupt gar nichts außer einer grauen Nebelwand – schade.



Vom Turm gehe ich wieder zurück zum Auto und fahre ins nur wenige Kilometer entfernt gelegene Dorf Ralswiek. Dieses liegt am Großen Jasmunder Bodden und ist wegen seines Schlosses und den Störtebecker Festspielen (die dieses Jahr coronabedingt ausgefallen sind) bekannt.

Ich parke auf dem kostenlosen Parkplatz am Hafen und nutze die dortige Toilette. Dann spaziere ich durch das Dörfchen, das auch bei tiefhängenden Wolken und leichtem Regen sehr idyllisch ist.







Zum Schloss, das oberhalb des Ortes auf einem Hügel liegt, geht es auf einem Waldweg durch den Schlosspark. Von der Terrasse des Schlossrestaurants hat man einen schönen Blick auf den Bodden und die Kulissen der Festspiele. Es ist zwölf Uhr und das Schlossrestaurant würde sich zum Mittagessen anbieten, leider öffnet die Küche erst um ein Uhr. Das ist mir deutlich zu spät und so spaziere ich den Hügel wieder hinunter und kaufe mir vom Räucherschiff am Hafen ein Fischbrötchen, das ich an den Tischen neben dem Schiff esse (es gibt auch noch ein paar Restaurants im Ort, die aber alle geschlossen sind).



Bis jetzt habe ich noch keine Souvenirs gekauft, möchte aber auf jeden Fall noch ein paar lokale Produkte mit nach Hause nehmen – da bietet sich doch das schlechte Wetter für einen Shoppingausflug an. Fast direkt an der Strecke zurück nach Sellin («fast» wegen der Umleitung) liegt in Zirkow der «Karls Erlebnishof», eine riesige, schön dekorierte Einkaufsscheune mit vielen lokalen Produkten (nicht nur von Rügen, sondern aus ganz Mecklenburg-Vorpommern), Dekoartikeln, Restaurant und Café und einem Außenbereich (den ich nicht angeschaut habe) mit Essensständen, einem großen Kürbismarkt und ich glaube auch Fahrgeschäften und Streichelzoo für Kinder.

Hier ist einiges los, der nötige Abstand lässt sich meistens gerade so noch einhalten. Ich kaufe Rapshonig, Sanddorn-Chili-Senf, Rügener Rapsöl und einen Sanddorn Früchtetee (wie sich inzwischen herausgestellt hat, ist alles sehr lecker und bis auf den Früchtetee ist alles schon verbraucht ;D).

Nachdem der Einkauf erledigt ist, fahre ich zurück nach Sellin. Es ist 14.30 Uhr und regnet nicht, da würde sich doch ein Spaziergang zur Wilhelmstrasse mit Café - Einkehr doch anbieten. Im Café in dem ich gestern schon war (riesige Auswahl an Kuchen und Torten), habe ich heute weniger Glück als gestern, ich finde keinen freien Platz im Café (echt doof, dass man wegen Corona nicht zu anderen an einen Tisch sitzen darf), so esse ich meine sehr leckere Mohntorte halt draußen, etwas frisch, aber gerade noch machbar.

Als ich fertig bin, ist es weiterhin trocken, daher gehe ich nochmal zur Seebrücke und vom Strand dort unterhalb der Steilküste am Wasser entlang bis zum Südstrand. Die Wellen sind auch heute noch ziemlich hoch, das ist so eine ganz andere Stimmung, als wenn bei Sonne und ruhiger See die kleinen Wellen über die Steine am Strand plätschern.





Schließlich gehe ich am Südstrand den steilen Weg (kommt auf dem Foto gar nicht so steil rüber, wie es in Wirklichkeit ist) hinauf und bin dann gegen 17.15 Uhr wieder in der Ferienwohnung.



Wetter: überwiegend trocken, teils leichter Regen am Vormittag, teils kalter Wind, bewölkt, ca. 15 °C

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln