Autor Thema: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien  (Gelesen 9306 mal)

Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #135 am: 11. Januar 2026, 00:03:28 »
14. Oktober   Ronda – Jardines de Cuenca & La Mina

Von der Plaza del Soccoro führt uns eine stellenweise steile Gasse hinunter zu den Jardines de Cuenca, benannt nach der Partnerstadt von Ronda. Der Garten ist in Terrassen direkt an der Abbruchkante der Schlucht El Tajo angelegt.



Gleich oben am Eingang befindet sich mal wieder ein Mirador für etwas andere Blicke auf Puente Nuevo und Canyon.



Hier können wir mal wieder "Influenzas" bei der Arbeit zuschauen, diesmal britische "Gimme a smile" -  Klick, klick  - "Another pose" klick, klick  ;)

Kersten darf sich auf einer Bank im Schatten ausruhen, während ich die Treppen hinabsteige bis zur Puente Viejo



Sie wurde Ende des 16. Jahrhunderts erbaut, ist aber entgegen dem Namen nicht die älteste Brücke. Die liegt noch etwas tiefer und heißt heute Puente San Miguel.
Der Blick von der Brücke zeigt, wie eng El Tajo eigentlich ist.



Außerdem kann ich schon deutlich die Fortführung des Camino del Desfiladero del Tajo erkennen; typischer Klammsteig. Bis zur kompletten Eröffnung kann es eigentlich nicht mehr lange dauern und um den zu gehen würden wir glatt nochmals wiederkommen  ;D Ebenfalls zu sehen einen nun abgesperrten Abstieg in die Schlucht hier bei der Brücke. Kann mich leider nicht erinnern, ob wir den mal gegangen sind.


Puente San Miguel und weitere Eindrücke


Iglesia de Padre Jesús
ein paar Schritte von der Brücke entfernt, leider auch geschlossen

Jenseits der Brücke führt ein Weg weiter hinunter zur Puente San Miguel und alten arabischen Bädern, sowie ein weiterer durch den Arco de Felipe V hinauf in die Altstadt. Da ich aber noch den Gatten wieder einsammeln muss, stiefele ich die Terrassen des Jardin wieder hinauf. Gemeinsam spazieren wir weiter zurück bis zur neuen Brücke und zum südlichen Rand. Jetzt wird es aber Zeit für eine Kaffeepause!
Die Bar beim Museum Lara hat nicht nur nette Außenplätze, sondern serviert neben den üblichen belegten Broten und - wie wir am Nachbartisch sehen - üppigen Tapas auch Eisbecher  ;D

Frisch gestärkt nehmen wir den nächsten Abstieg in Angriff und zwar den einzigen, auf den wir schon mal bis zum Rio gekommen sind. Der führt in der Casa del Rey Moro,  über in den Fels geschlagene Treppen. Im 14. Jhd. wurde nämlich hier in einer natürlichen Felsspalte eine Wassermine - La Mina - angelegt. Sie diente dazu, die Wasserversorgung der Festung auch in Belagerungszeiten sicherzustellen. Ein Brunnenrad schöpfte das kostbare Nass aus dem Fluss und Sklaven  - häufig katholische Gefangene - schleppten die Gefäße hinauf. Die Felsspalte wurde außerdem zu einer Art Turm erweitert, mit Kammern, in denen Wasserkrüge gelagert werden konnten. Das Gebilde war auch als Fluchtweg nicht zu verachten.

Der Zugang heute erfolgt über eine breite Wendeltreppe, die sich über sechzig Meter durch den Felsen schlängelt. 195 Stufen zählen die vor uns.


La Mina

Unten kommen wir durch einen Felsbogen zu einer Plattform am Guadalevin am Fuße der Schlucht.



Auch hier führt der Klammweg schon vorbei, ist aber versperrt. Also müssen wir wohl oder übel die Stufen wieder hinauf  ::)
Der Eintritt ins Casa del Rey Moro kostet mittlerweile 10 Euro pP. Am Haus selber wird grad gebaut, wir könnten noch die Gärten besichtigen, verzichten jedoch. Denn das hieße ein weitere Ab- und Anstieg, sie sind nämlich ähnlich wie die Jardines de Cuenca angelegt. Außerdem waren wir dort schon mal.

Wir spazieren zurück zur Puerta del Almocábar und den Roller. Hier noch Eindrücke aus den Gassen Rondas





Kersten ist neugierig, ob wir wohl mit dem Roller bis zu den Aussichtspunkten bei den Mühlenhäusern kommen. Okay, probieren geht über studieren  8) Wir fahren also vom Platz aus eine Straße am Fuß des Hügels entlang, kommen an einem großen staubigen Parkplatz vorbei und schließlich zu einer Gabelung ohne Beschilderung. Wir bleiben auf der oberen Route, die bald zu einer löchrigen Kopfsteinpiste wird. Nach zweimal Wegrutschen und vor einer steilen Abfahrt, drehen wir allerdings um und versuchen die untere Strecke. Die ist zwar besser zu fahren, liefert aber nur entfernte Ansichten.





Danach geht's zurück zum Campingplatz. Übliches Abendprogramm.

Fußweg Teil 1, ohne Camino Strecke



Fußweg Teil 2



Rollerstrecke:


 



Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #136 am: 11. Januar 2026, 13:02:43 »
Uiihhh, Ronda scheint ja viel zu bieten :beifall: und ein Tag vermutlich zu wenig zu sein.

Der Klammsteig wird dann wohl ein kurzer Caminito del Rey.
Liebe Grüße

Ilona

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Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #137 am: 12. Januar 2026, 16:47:14 »
Ohja, in Ronda kann man gut zwei Tage verbringen, wir haben ja gar nicht alles besichtigt. Und in der Gegend gibt es auch einiges zu sehen und zu erwandern.

Der Caminito del Rey ist gar nicht mal so weit weg  - rund 66 km - aber zu weit für eine Rollertour.
Liebe Grüße
Susan


Christina

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #138 am: 12. Januar 2026, 18:03:24 »
Ronda gefällt mir gut mit den vielen Möglichkeiten in die Schlucht hinab zu wandern, die Stadt würde auf jeden Fall auf dem Plan für eine Mietwagentour durch Andalusien stehen.

Der fast fertige Klammsteig wird dann sicher noch mehr Touristen anziehen (falls das überhaupt möglich ist ;D).


LG Christina

Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #139 am: 12. Januar 2026, 18:45:06 »
15. Oktober  Rollertour nach Setenil de las Bodegas

Unser heutiges Ziel hat uns die Platzwartin empfohlen. Es liegt auf der Route der Pueblos Blancos (weißen Dörfer) und wird wohl gut besucht sein, besonders da schon wieder zwei Kreuzfahrtschiffe in Malaga liegen.  ::)

Die meisten dieser weißen Dörfer entstanden in sicherer Höhe auf Hügeln oder an Berghängen, die Siedler von Setenil haben die schmale Felsenschlucht des Rio Trejo für ihren Ort gewählt. Im Laufe der Jahrtausende hat der nämlich Balkone und Höhlen in den Sandstein geformt. Das nutzten die Menschen und errichteten natürliche Höhlenunterkünfte. Oft brauchten sie da nur eine Wand zwischen Boden und Felsüberhang ziehen und fertig war die Wohnung.
Bewohnt waren die Höhlen wohl schon seit der Steinzeit, die maurischen Emire bauten dann im 8. Jhd. auch oben eine Festung. So war der Ort schwer zu erobern, woher auch angeblich der Name kommt und zwar aus dem lateinischen "septem nihil" (siebenmal nichts bei Belagerung).  Am  21. September 1484 jedoch fiel der Ort  endgültig an die katholischen Könige Kastiliens. 
Die Endung "de las Bodegas" verweist auf den langjährigen - Antike bis 1860 - Weinanbau in der Gegend und die Nutzung der Felshöhlen als Weinkeller.

Wir kommen aus Südosten in den Ort und folgen den Parken Schildern. Als der Weg wieder bergauf führt, parken wir den Roller irgendwo an der Straße. Dann spazieren wir hinunter zum Rio und in eine der beiden Hauptgassen des alten Dorfes. 



Der Bach wirkt nicht so als hätte er ml eine Schlucht graben können. Für Gänse und Enten ist aber genug Wasser da  ;)

Die Calle Cuevas del Sol folgt dem Ufer des Flussbettes und liegt auf der Sonnenseite. Die überhängenden Felswände bilden hier natürliche Dächer der weiß gekalkten Häuser. Viele dienen heutzutage als Bar, Restaurant oder Souvenirlädchen.









Ein Treppenaufgang führt hinauf zum


Mirador del Carmen

Von dort aus können wir die Reste der maurischen Festung erblicken und die Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación, die die Katholischen Könige an der Stelle der ehemaligen Moschee erbauen ließen.



Wir stiefeln wieder hinunter und weiter in die Schlucht hinein bzw. heraus, denn sie weitet sich. Die Calle Cuevas del Sol geht über in die Calle Jaboneria. Dort sind die Höhlenbauten noch Wohnhäuser, einige auch Urlaubsunterkünfte.






Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación andere Seite

Mittlerweile sind auch die Hänge der umliegenden Hügel bebaut, wie wir hier gut sehen können.



Wir wechseln zur anderen Flussseite. Vorbei an der Calle Herreria, einer Treppengasse, die hinauf zur Kirche führt (haben wir uns geschenkt), und einem Wandbild aus bemalten Schindeln



kommen wir zur Calle Cuevas de la Sombra. Dort ragt der Felsen auf einem kurzen Stück so weit hinein, dass er auch noch gleichzeitig Häuser an der Uferseite mit bedeckt.








Blick zur Sonnenseite

Das Vorbeischlendern an so vielen Lokalen hat uns natürlich den Mund wässrig gemacht. Kersten hat sich sogar gemerkt, wo es eine Heladeria gibt  ;) Dort trinken wir dann einen großen Frappuccino mit dem stolzen Preis von 9 Euro.



Setenil war Schauplatz in spanischen Filmen und TV-Serien, z.B. Curro Jiménez, eine Serie über das Banditentum in Andalusien im 19. Jhd. Die gab es wohl sogar auf deutsch im DDR Fernsehen zu sehen.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz halten wir noch kurz zum Tanken und bei Lidl zum Einkaufen.

Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #140 am: 13. Januar 2026, 12:03:16 »
Die Häuser in den Felsen gefallen mir und erinnern mich an die Höhlenburg Predjama in Slowenien.

Der Ort ist zwar sehr touristisch, aber es gibt ein Eiscafe  :thumb: .
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #141 am: 13. Januar 2026, 17:57:24 »
Das war ein guter Tip der Platzwartin, Setenil gefällt mir. Interessant mit den Häusern unter den Felsvorsprüngen, besonders dort, wo auch noch die Straße und die gegenüberliegenden Häuser bedeckt sind.

Aber irgendwie ist das auch ein bisschen "erdrückend", ich zumindest hätte da immer etwas Sorge, dass die Häuser von den Felsen zusammengedrückt werden.


LG Christina