Autor Thema: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes  (Gelesen 10669 mal)

Christina

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #60 am: 04. September 2019, 17:54:01 »
Von diesem Kanal habe ich noch nie etwas gehört, aber auf jeden Fall eine sehr interessante Geschichte. Witzig, dass die Römer befürchteten, der korinthische Golf könne auslaufen, die hätte ich irgendwie für schlauer gehalten.

Eine absenkbare Brücke - ich kenne Brücken mit verschiedenen Möglichkeiten sich nach oben zu bewegen, aber nach unten, schon erstaunlich.

Da haben eure osteuropäischen Mitreisenden also das Klischee voll erfüllt, so von wegen Schnaps  ;D, aber wahrscheinlich besser, als mit der Schulklasse auf einem Boot gewesen zu sein.


LG Christina

Paula

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #61 am: 06. September 2019, 19:16:08 »
Also das ist jetzt definitiv wieder ein Stück Griechenland das wir nicht gesehen haben. An den Kanal würde ich mich definitiv erinnern, der sieht ja total beeindruckend aus, die Fahrt hätten wir sicher auch gemacht. Wobei wir da ja eigentlich drüber gefahren sein müssen auf dem Weg von Athen auf den Peleponnes  :gruebel: Ich sehe schon: wir müssen noch mal nach Griechenland fahren.
Ich würde auch mal gerne die Akropolis ohne Gerüste sehen, das stelle ich mir fantastisch vor.
Viele Grüße Paula

Ilona

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #62 am: 07. September 2019, 14:06:00 »
Von diesem Kanal habe ich noch nie etwas gehört, aber auf jeden Fall eine sehr interessante Geschichte. Witzig, dass die Römer befürchteten, der korinthische Golf könne auslaufen, die hätte ich irgendwie für schlauer gehalten.

Dachten die nicht auch, die Erde wäre eine Scheibe  :cool2: ?

Eine sehr geschichtsträchtige Reise habt ihr da unternommen, Susan  :beifall:.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Susan

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #63 am: 11. September 2019, 01:36:49 »
13. bis 16. Juni   Akrata Beach & Vouraikos Schlucht

Die Campingwirtin hatte uns gewarnt, dass es zum Wochenende voll werden würde, da dann in Griechenland Pfingsten ist. Zwar rechnet die griechisch-orthodoxe Kirche  Ostern, Pfingsten und so weiter nach den gleichen Regeln aus, allerdings auf Grundlage eines älteren Kalenders. Deshalb unterscheiden sich die Feiertage oft von unseren. Wir haben darum eine Reservierungsanfrage an den nächsten Campingplatz gestellt, besonders da er laut Campingführer nur um die 20 Touristenstellplätze hat. Leider haben wir keine Antwort bekommen, aber versuchen wollen wir es trotzdem.

Das erste Stück fahren wir die Küstenstraße entlang nach Westen. Ist aber recht nervig, darum wechseln wir doch auf die Autobahn. Gegen Mittag sind wir dann beim Akrata Beach Camping und tatsächlich haben sie einen Platz für uns reserviert. Die Anlage ist größer als gedacht, es gibt einige Dauercamper hier; schön angelegt mit nettem Restaurant, da sehen wir doch drüber weg, dass es nur einen Kiesstrand gibt.




Ausgesucht hatte ich den Platz, weil er so ziemlich der einzige ist, der günstig für unseren Ausflug in die Vouraikos Schlucht liegt. Mit dem Roller bewältigen wir die 14 Kilometer bis zum nächsten Städtchen Diakofto spielend und dort startet der Trainose Zug ins Gebirge nach Kalavrita.

Die Zugstrecke gibt es seit 1896. Sie gilt wegen des schwer zugänglichen Geländes und des zu bewältigenden Höhenunterschieds von 750 m auf 22 km Strecke als technische Meisterleistung. Die Gleise folgen der Schlucht des Flusses Vouraikos, es gibt etliche Tunnel und Brücken. Damit kleine und wendige Eisenbahnwaggons eingesetzt werden konnten, hat die Trasse eine schmale Spurbreite; an steilen Stellen wird ein Zahnradantrieb zur Unterstützungg eingesetzt. Lange war der Zug die einzige Verbindung zwischen dem Gebirgsort und der Küste, heute fahren hauptsächlich Touristen damit. Wir starten um 11.30 Uhr. Karten hatte ich online reserviert, was auch gut war, denn der Zug ist voll.   



Kein Nostalgiezug, sondern moderne Waggons; zum Glück klimatisiert, denn es ist ganz schön knuffig draußen.







Die Felswände der Schlucht liegen mal enger an der Trasse, mal weiter weg. Ersteres ist schwierig zu fotografieren, besonders weil man die Fenster nicht öffnen soll. Ansonsten erinnert mich die Szenerie ein wenig an die Eisenbahnfahrt von Durango nach Silverton.  8)









Hin und wieder bekommen wir auch etwas vom Flüsschen Vouraikos zu sehen.







Einen Zwischenstopp gibt es am Bahnhöfchen Kato Zachlouro. Von dort aus könnte man das Felsenkloster Mega Spilaeon besichtigen. Außerdem steigen hier einige Leute aus, die die Schlucht erwandern möchten. Es sind etwa 14 km und 666 Höhenmeter bergab zurück nach Diakofto; der Weg folgt den Bahngleisen bzw. läuft man meist auf denselben.  Wanderer sollten also den Zugfahrplan im Kopf haben, um rechtzeitig ausweichen zu können. Interessiert hat mich die Wanderung auch, ich wollte aber erstmal die Lage checken. Beim nächsten Mal nehmen wir die auch unter die Füße, denn so sieht man vielleicht mehr von der Schlucht und dem Zug darin.





Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir Kalavrita.



Etliche unserer Mitreisenden, eigentlich fast alle, steigen um in ihren wartenden Reisebus, der sie zum nächsten Ziel bringt. Wir haben knapp drei Stunden Zeit bis zur Rückfahrt. Kalavrita liegt in einem Hochtal zwischen den Bergmassiven Erymanthos und  Aroania, jeweils mit bis zu 2200 m hohen Gipfeln. In den Wintermonaten fallen hier reichlich Niederschläge, sogar weiße  ;) Daher treffen wir hier sogar auf ein Geschäft, das wir in Griechenland gar nicht vermutet hätten.



Es gibt noch mehr Hinweise auf ein Skigebiet, doch es ist uns nicht gelungen, tatsächlich Lifte oder Pistenverläufe zu sehen. ::)

Es gibt eine von Lädchen gesäumte Fußgängerzone, reichlich Restaurants und Cafes und einen netten Kirchplatz. Ich erstehe einen Kühlschrankmagneten, Gewürzmischungen und eine olivenölbasierte Hautcreme.







Kein Ort ohne Geschichte  ;)  Kalavrita ist durch zwei Ereignisse bekannt. Am 25.3.1821 segnete der Bischof von Patras im nahe gelegenen Kloster die Fahne der Freiheitskämpfer, sie siegten und seitdem ist der 25.3. ein Nationalfeiertag und das Kloster ein Nationalheiligtum.

Das zweite ereignete sich im zweiten Weltkrieg während der deutschen Besetzung Griechenlands. In der gebirgigen Gegend um Kalavrita herum waren die Partisanen recht aktiv, die Dorfbevölkerung selbst zeigte sich zu denen aber distanziert. Im Oktober 1943 nahmen die Partisanen 80 deutsche Soldaten gefangen, Verhandlungen zu einem Gefangenenaustausch scheiterten. Daraufhin wurden die deutschen Soldaten am 7. Dezember getötet. Als Vergeltungsmaßnahme wurden 25 Dörfer in der Gegend zerstört, auch das oben erwähnte Kloster. Am 13. Dezember wurden die Frauen und Kinder aus Kalavrita in der Schule gefangen genommen, alle Männer zwischen 15 und 65 Jahren oberhalb des Ortes hingerichtet und das Dorf in Schutt und Asche gelegt. Man geht von über 650 Opfern aus.

Am Ort der Hinrichtungen wurde eine Gedenkstätte eingerichtet. Das große weiße Kreuz und die Mauer mit den Namen der Opfern ist schon von weitem zu sehen.





Es gibt noch ein paar Grabsteine, weiße Steinletter mit den Inschriften OXI ΠIA ΠOΛEMOI (Nie wieder Krieg) und ΕΙΡΗΝΗ (Frieden), sowie die Skulptur einer trauernden Mutter.



Wir lassen den bedrückenden Ort hinter uns und spazieren zurück.


Aussicht auf Kalavrita und das umliegende Gebirge


eine Kirche unterwegs



Am Kirchplatz finden wir ein Cafe, das sogar Eisbecher im Angebot hat. Keine besondere Auswahl, aber immerhin.  ;D



Um 15:25 Uhr geht unser Zug zurück nach Diakofto. Erst schaut es so aus, als hätten wir mehr Platz. Dann kommen doch noch Reisegruppen  ::) Ein paar Impressionen von der Rückfahrt.







Ich hatte sowohl hin und zurück die gleichen Plätze reserviert. Irgendwie hatte ich wie in Colorado erwartet, dass der Zug dreht. Tut er aber nicht, es ist daher sinnvoller Plätze hin auf der einen, zurück auf der anderen Zugseite zu wählen.








Zurück auf dem Campingplatz stellen wir fest, dass es schon ganz schön voll geworden ist. Entgegen unserem ursprünglichem Plan, die letzten Tage noch an einem schönen Sandstrand zu verbringen, bleiben wir. Was man hat, hat man (schönen Stellplatz in diesem Fall). Tatsächlich wird das griechische Pfingstwochenende recht lebhaft. Das junge Betreiberpärchen bemüht sich, so vielen wie möglich einen Platz zu bieten, trotzdem müssen einige Camper weiter fahren.

Wir genießen drei relaxte Tage mit Lesen, Sonnen, dem ein oder anderem Bad zwischendurch, dem ein oder anderem Frappe, dem ein oder anderen Ouzo als Aperitif  ;)



Sonntagabend gehen wir im Restaurant essen, ich weiß nicht mehr genau, was wir hatten, aber es war recht lecker.  Als Zugabe gibt es Live-Musik, keine offizielle Band, eher familiär. Zwei Herren spielen Gitarre und der Rest ihrer Gruppe singt dazu; manchmal alle im Chor, manchmal einer als Solist. Ein unverhofftes Highlight und ein schöner Abschluss des Abends.
Liebe Grüße
Susan


Christina

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #64 am: 11. September 2019, 18:01:04 »
Ein netter Ausflug in die Schlucht bzw. in die Berge. Skifahren hätte ich mit Griechenland überhaupt nicht in Verbindung gebracht, aber ob dort oben wohl in Zeiten des Klimawandels überhaupt noch regelmäßig Schnee fällt?

Die deutsche Vergeltungsaktion im 2. Weltkrieg ist, wie du schreibst, bedrückend und traurigerweise kommt an solche oder ähnliche Orte so oft, wenn man in Europa unterwegs ist.

Der Strand mit den Bergen im Hintergrund gefällt mir gut, Kies hat gegenüber Sand immerhin den Vorteil, dass er nicht in alle (Körper)Öffnungen eindringt ;D.


LG Christina

Ilona

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #65 am: 11. September 2019, 19:19:34 »
Die Zugfahrt durch die Schlucht erinnert mich an den Kupfercanyon in Mexiko :adieu:.
Liebe Grüße

Ilona

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serendipity

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #66 am: 11. September 2019, 19:43:18 »
Die Zugfahrt gefällt mir ausgesprochen gut, ich hätte auch nicht mit Skigebieten in Griechenland gerechnet  ;D

Da beneide ich euch immer ums Wohnmobil - bleiben, wo es schön ist bzw. wo es einem gefällt. Ich habe ja immer noch den Traum des Wohnmobils, wenn ich in Pension gehe.  :)

Silvia

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #67 am: 12. September 2019, 09:50:07 »
So, jetzt hab ich nachgelesen. Eine schöne Mischung aus Kultur und Natur  :thumb:

Susan

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #68 am: 13. September 2019, 22:32:40 »
Da mich Geschichte interessiert (ich denke die Menschheit könnte da viel mehr draus lernen als sie tut), muss auf unseren Reisen immer eine Prise davon dabei sein (der Gatte könnte auch mit Natur allein gut leben  ;)  )  Griechenland ist da natürlich ein Klassiker.  ;) Die Natur hat mich diesmal ein wenig überrascht, obwohl wir schon öfter dort waren. Hatte die Peloponnes nicht so gebirgig in Erinnerung.  8)

Zitat
Da beneide ich euch immer ums Wohnmobil - bleiben, wo es schön ist bzw. wo es einem gefällt. Ich habe ja immer noch den Traum des Wohnmobils, wenn ich in Pension gehe.

Leider binden uns doch noch, selbst als Quasi-Rentner,  einige Verpflichtungen. Aber immerhin ist es schon herrlich, nicht mehr in den Ferien fahren zu müssen; sich kaum noch Gedanken um Reservierungen machen zu müssen oder über einen zu genauen Rückreisetermin (die Fähre außen vor gelassen). Gute Bekannte (ältere Kinder und leider schon verwaist) sind beinahe von April bis Oktober ständig mit dem WoMo unterwegs. Das wär mir ehrlich zuviel, wann sollten wir dann unseren schönen Garten genießen?
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #69 am: 16. September 2019, 23:36:52 »
17. bis 19. Juni   Heimfahrt mit Hindernissen

Griechischer Pfingstmontag und unser letzter Tag. Die Fähre soll am frühen Abend auslaufen. Auf dem Campingplatz ist immer noch viel los mit Ankommenden, da wollen wir unseren Stellplatz nicht länger als nötig besetzen. Außerdem ist das Wetter nicht gerade strandfein.
Wir beschließen, statt auf direktem Weg nach Patras zu fahren einen Schlenker durchs Gebirge zu machen. Vielleicht können wir ja noch das Felsenkloster besuchen oder am Zachlouro Bahnhof anhalten und wenigstens ein Stück der Wanderung entlang der Bahnstrecke gehen.


am Golf von Korinth entlang



Dann biegen wir ab ins Gebirge. Die Landstraße ist gut ausgebaut und ruckzuck gewinnen wir Höhe.







Schon an der Zufahrt zum Kloster steht, dass es heute für Besichtigungen geschlossen ist. Wir finden leider auch keine Zufahrt zu besagtem Bahnhof (zumindest keine, die halbwegs nach Straße aussieht). Es gibt kaum Haltebuchten und von den wenigen ist nirgends die Schlucht zu erahnen, durch die der Zug gefahren ist.



Ohne größeren Zwischenstopp erreichen wir Kalavrita und, da wir dort auch nichts weiter anzusehen wissen, gondeln weiter westwärts durch die Berge. Interessante Gegend, doch ich habe keine Informationen darüber, was man dort als Tourist machen könnte. Wandern vielleicht? Hier und da gibt es einen Hinweis zu einem einsamen Kloster, sonst nix. Zumindest ist das Wetter hier besser als am Meer.







Was uns noch auffällt, sind Einheimische mit Pickups voller Kanister, die sie an Quellenbrunnen neben der Straße mit Wasser füllen.





Schließlich geht's bergab und Patras kommt in Sicht.



Wir tanken nochmal voll ( der Sprit ist hier billiger als in Italien) und fahren dann zum Hafen. Es ist zwar erst kurz vor 15 Uhr, doch wir könnten ja schon mal einchecken.

Die Bergetappe

Einchecken können wir tatsächlich schon, doch der Ticketbeamte warnt uns, dass das Schiff wohl vier Stunden Verspätung hat. Na, toll  :o Als kleines Trostpflaster bekommen wir Gutscheine für die Cafeteria; allerdings nichts besonderes: jeder eine Flasche Wasser und ein Gebäckstück.  Was also tun mit dem angebrochenen Tag? In der Stadt wird heute am Feiertag nichts los sein, dafür wohl umso mehr an den umliegenden Stränden. Der Gatte wollte gleich ins Hafengelände reinfahren, ich war mir aber nicht sicher, ob man dann noch zur Cafeteria (und damit zum WC) kommt. Die Schweizer hinter uns hatten das schon versucht, vor 18 Uhr lassen uns die  Grenzbeamten aber nicht hinein.
Immerhin hat das Abfertigungsgebäude ein paar nette schattige Außensitzplätze und einen Shop mit halbwegs aktuellen Zeitschriften. So schlagen wir dort die Zeit tot; bzw. ich, der Gatte hält derweil ein ausgedehntes Mittagsschläfchen.  8)

Gegen 18:30 Uhr fahren wir dann ins abgesperrte Hafengelände. Dummerweise weiß aber keiner so recht, welchen Liegeplatz unser Dampfer bekommen soll. Die einen sagen Mole D, die anderen C; da waren die Italiener besser organisiert. Statt lecker Fisch im Bordrestaurant gibt es ein Dosensüppchen zum Abendbrot und wir halten Ausschau nach der Fähre.


Sonnenuntergang


Himmelsfärbung


blaue Stunde
und kein Schiff in Sicht  :(

Dann endlich doch so eine Silhouette am Horizont, ist aber leider das falsche. Mein in der Kindheit mit Schlagern bedudelte Gehirn kramt einen alten Song aus: "ein Schiff wird kommen..." wenigstens passend von einer griechischen Sängerin Nana Mouskouri  ::)  (einmal mehr bin ich erstaunt bis erschüttert, was ich da oben so alles abgespeichert habe  :P )

Mittlerweile sind die wartenden mehr geworden und offenbar scheinen wir doch von Mole C abzufahren. Es nähert sich die elfte Abendstunde, als dann doch endlich die Cruise Europa anlegt; eigentlich sollten wir seit vier Stunden unterwegs sein.  Das Ent- und Beladen geht dann relativ zügig. Wir gönnen uns noch ein Schlummertrunk-Bier in der Bordbar und gegen 1 Uhr Dienstagmorgen legen wir endlich (mit 6 Stunden Verspätung) ab. 

Das Ganze wäre halb so wild, wenn wir nun nicht auch ziemlich spät in Italien ankommen würden  ??? Welcher Campingplatz hat denn noch um 22 oder 23 Uhr auf? Und an der Autobahn möchte ich in Italien nun gewiss nicht übernachten. Auch wenn eher in Südfrankreich und Spanien von Überfällen und Aufbrüchen berichtet wird. Nun, an Bord hat man eh nicht viel anderes zu tun als zu entspannen und zu ruhen, so dass wir eine Nachtfahrt einplanen können. Ruhen tun wir denn auch, schade nur, dass es dafür keine Liegestühle gibt.



Wir kommen doch noch zu unserem feinem Abendessen im Bordrestaurant. Auf den letzten Seemeilen begleitet uns ein toller Vollmond.




und mit P900 Tele
gar nicht so einfach abzulichten vom fahrenden und schwankenden Schiff



Anlegen in Ancona gegen 23 Uhr; das Schiff und einige der Mitreisenden fahren noch weiter nach Venedig. Wir brummen durch die Nacht nach Lörrach. Dabei habe ich wieder die "Hundsschicht" gewonnen, inkl. Fahrt um Mailand herum und die durch den Gotthardt-Tunnel. Pünktlich zum (späten) Frühstück sind wir in Lörrach, beim Drei-Länder-Camp. Den Rest des Tages verbummeln wir, ehe es Fronleichnam weiter geht zu unseren Freunden im Odenwald.



Fazit:
Es war interessant nach so vielen Jahren die Peloponnes mal wieder zu sehen. Neben altbekannten sahen wir auch einiges Neues und es bleibt noch das ein oder andere zu entdecken. Die Anschaffung des Rollers hat sich auch hier wieder bezahlt gemacht, es ist angenehm ohne das Dickschiff auf Entdeckungsreise zu gehen. Im Wandern waren wir ein wenig faul diesmal, das wird sich (hoffentlich) beim nächsten Mal ändern.  :floet:  Die Reisezeit fanden wir auch sehr angenehm, selbst wenn wir anfangs ein wenig die südliche Wärme vermisst haben.  8) Jedenfalls wird uns Griechenland bestimmt bald wiedersehen.

Vielen Dank für's Mitlesen, ich hoffe, ihr hattet Spaß daran!





Liebe Grüße
Susan


Christina

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Re: WoMo Tour Mai/Juni 2019 - Wiedersehen mit der Peloponnes
« Antwort #70 am: 17. September 2019, 18:00:35 »
Schade, dass am letzten Tag vieles nicht geklappt hat, die Landschaft war aber sehr schön und ich bin wirklich erstaunt, dass im (dachte ich jedenfalls) so touristischen Griechenland, ganze Landstriche scheinbar gar nicht touristisch ausgebaut sind. Diese Berge wären doch vermutlich ein tolles Wanderziel.

Der Sonnenuntergang und der Vollmond haben wenigstens ein bisschen für die Verspätung der Fähre entschädigt. Aber dann die Nacht durchfahren - puh, das wäre überhaupt nichts für mich, zum einen sehe ich nachts sehr schlecht und zum anderen wäre ich zu müde für so was, auch wenn man in der Zeit auf der Fähre nichts anstrengendes gemacht hat.

Nana Mouskouri - oh ja, bei diesem Namen fällt mir eine Sängerin mit langen dunklen Haaren und Brille ein, als Kind mit meinen Eltern bei diesen Samstagabendshows immer wieder im Fernsehen gesehen ;D, ein konkretes Lied könnte ich ihr aber nicht zuordnen.

Susan,  :danke: für diesen Bericht in eine mir absolut unbekannte Gegend. In den nächsten Jahren wird es vermutlich eher nicht in diese Gegend gehen, wenn Griechenland, dann eher mal Athen als Stadtaufenthalt oder eine der Inseln - sehr interessant war es aber trotzdem und ich bin gerne mitgefahren.


LG Christina