Autor Thema: Sardinien – Reise zu den Megalithbauwerken  (Gelesen 280 mal)

Heike Heimo

  • Vollwertiges Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 151
    • Heiberg weit weg
Re: Sardinien – Reise zu den Megalithbauwerken
« Antwort #15 am: 13. September 2019, 20:46:18 »
17.06.2019   Arzachena – Platamona (Porto Torres)

Nach dem Frühstück besuchten wir noch die ausstehende Nuraghe La Prisgiona bei unserer Unterkunft. Sie ist komplexer und hat neben dem Hauptturm noch zwei kleine Nebentürme, sowie umliegende Gebäude.





Eines dieser Gebäude dürfte ein Versammlungsraum gewesen sein. Darauf deuten zumindest die Funde hin. Diesen Versammlungsraum gab es in jedem großen Nuraghenkomplex.



Die Innenräume des Turmes und die Reste des Turmes können betreten werden.



Der Innenraum ist 7 m hoch. Die Decksteine fehlen, daher ist er offen.



Imposant, welche Steine hier wieder bewegt worden sind. Angeblich ohne Hilfsmittel und mit wenigen Menschen.



Um nach Platamona zu gelangen nahmen wir einen Inlandsweg. Erstes Ziel war die Chiesa di San Trano bei Luogosanto. Die kleine Kirche steht verlassen auf einem Felsplateau, mit toller Aussicht. Wir hatten sie völlig für uns allein.





Die Kirche wurde an einer Stelle gebaut bei der zwei heilige Eremiten namens Nicola und Trano im 4 oder 5 Jhd. n. Chr. lange Jahre lebten. Die sterblichen Überreste wurden unter einem Felsen im Jahr 1227 gefunden. Dieser Felsen ist nun der Altar der Kirche.



Für uns war es hier ein sehr ruhiger und kraftvoller Ort. Der gesamte Innenraum der Kirche.



Vom Hinterausgang der Kirche gibt es eine schöne Aussicht. Der Felsen im Vordergrund wirkt wie ein Altar.


 
Im Ort Luogosanto besuchten wir noch eine kleine Ausgrabungsstätte auf einem Hügel. Es wurde hier ein Wohngebäude der Nuraghen rekonstruiert.



In der ganzen Gegend gibt es Quellen, oft neben der Straße. Bei einer füllten wir unsere Wasserflaschen auf.



Vor dem Ort Tempio Pausania besuchten wir noch die aus einem Turm bestehende Nuraghe Maiori. Sie liegt in einem Wald. Früher, als sie noch frei von Bewuchs war, muss es von hier eine sehr gute Aussicht gegeben haben. Nuraghentürme waren immer in Sichtweite zu anderen angelegt. Beim Kassenhäuschen wird eine Taschenlampe mitgegeben, um die die dunklen Räume im Inneren ausleuchten zu können.



Der Turm konnte betreten werden.



Nachdem wir uns durch die engen Gassen von Tempio Pausania gekämpft hatten, entdeckten wir auf MapsMe zufällig eine weiter Ausgrabungsstätte. Wir parkten auf einer kleinen Straße neben einen Bach. Ein idyllischer Weg führte zur Tomba dei Giganti di Pascaredda.



Sie liegt sehr schön bei einer Wiese unter Bäumen.



Sie ist fast vollständig erhalten. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir wieder unter uns waren.





Auf schöner Strecke geht es nach Oschiri. In der Nähe des Ortes gibt es den Altare Rupestre di Santo Stefano. Um was es sich hier wirklich handelt ist völlig unklar. Mit hoher Wahrscheinlichkeit aber nicht wirklich um einen Altar.





das ist eher eine Assoziation mit der daneben befindlichen kleinen Kirche. Die ältesten Felskerbungen sollen bis zu 7.000 Jahre alt sein.

Auf dem Weg nach Perfugas dürfen Nuraghen neben den Straßen nicht fehlen.



In Perfugas wollten wir zum Pozzo Sacro del Predio Canopoli. Die Eintrittskarte muss bei der Tourist Information geholt werden. Eine Mitarbeiterin begleitete uns zur Ausgrabungsstätte, um sie für uns aufzusperren. Anscheinend kommen hier nicht sehr viele Besucher her. Das Brunnenheiligtum wurde durch Zufall bei Abbrucharbeiten entdeckt und besteht, neben dem Brunnen, auch aus angrenzenden Gebäuden. Vermutlich für die Priester oder Priesterinnen. Das Besondere an diesem Brunnen ist der blütenweise Kalkstein, der präzise geschnitten ist und exakt verbaut wurde. Er stammt vermutlich aus der Bronzezeit!

Die Quellkammer:



Treppe zur Quellkammer. Interessant ist der Lichteinfall, der die Mauerfugen in einem hellen Lichtstrahl erscheinen lässt. Ähnliches werden wir später beim berühmtesten Brunnen Sardiniens ebenfalls beobachten können.





So soll das Gebäude ausgesehen haben.



Vorraum mit den Bänken. Zur Andacht, Heilung oder was auch immer.





Auffällig bei manchen Bauwerken sind diese Nasen. Der Zweck ist unbekannt. Ausgeschlossen wird, dass sie zum Heben verwendet worden sind.



Auf dem Weg zur Küste kamen wir noch zur Touristenattraktion Roccia dell'Elefante. In den Felsen sind Nekropolen herausgemeiselt.



Bei unserer Weiterfahrt musste noch eine einsame Nuraghe neben der Straße inspiziert werden. Wieder ein schöner regelmäßiger Aufbau.





Im Inneren roch es stark nach Schafen.

Gegen Abend erreichten wir Platamona. Hier checkten wir im Buddi Hotel direkt am Strand ein. Es ist frisch renoviert, mit einer sehr netten Besitzerin.
Es ist Sonntag und daher einiges los am Strand. Nur Einheimische, keine Touristen. Wir setzten uns in eine Strandbar mit Live-Band und beobachteten den Trubel.



Um 8 kehrten wir in unser Hotel zurück und wurden hervorragend bekocht. Dazu noch ein sehr schöner Sonnenuntergang.





"Of all the books in the world, the best stories are found between the pages of a passport."

www.heibergweitweg.wordpress.com

Susan

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 1953
Re: Sardinien – Reise zu den Megalithbauwerken
« Antwort #16 am: 13. September 2019, 21:34:51 »
Immer wieder faszinierend wie exakt bei den Gebäuden die Steine aufeinander gestapelt wurden

Solche Quellen neben der Straße haben wir in Griechenland auch einige gesehen, uns aber nie so recht getraut das Wasser zu probieren. Wollte schon kühn behaupten, wenigstens Capo Testa zu kennen, aber nee, das war wohl ein anderes Capo, an dem wir in den Felsen rumgeklettert sind. Es gibt also noch ein paar neue Ziele für ne Sardinientour.  8)

Mir läuft grad das Wasser im Munde zusammen  :sabber:  Waren die Muscheln solecker wie sie aussehen?
Liebe Grüße
Susan


Heike Heimo

  • Vollwertiges Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 151
    • Heiberg weit weg
Re: Sardinien – Reise zu den Megalithbauwerken
« Antwort #17 am: 16. September 2019, 20:46:59 »

Mir läuft grad das Wasser im Munde zusammen  :sabber:  Waren die Muscheln solecker wie sie aussehen?

Danach gab es noch einen leckeren Fisch ^-^
"Of all the books in the world, the best stories are found between the pages of a passport."

www.heibergweitweg.wordpress.com

Heike Heimo

  • Vollwertiges Mitglied
  • ***
  • Beiträge: 151
    • Heiberg weit weg
Re: Sardinien – Reise zu den Megalithbauwerken
« Antwort #18 am: 16. September 2019, 20:55:49 »
18.06.2019   Platamona (Porto Torres) - Parco Naturale Regionale di Porto Conte (Capo Cassia)

Im Hotel waren nur wenige Gäste, daher wurden wir beim Frühstück besonders umsorgt. Alles wurde frisch nach Wunsch zubereitet. Schwierig war nur die Sprachbarriere. Mit Händen und Füßen geht alles. Italienisch und französisch sprechen hier alle. Mit Englisch wird es abseits der Touristenhochburgen schwierig.

Unser erstes Ziel waren heute die Cart Ruts. Zu finden sind sie bei den Nekropolen von Su Crucifissu Mannu. Auch auf Google Earth sind die zu erkennen.





Sie sind eines der größten archäologischen Rätsel. Von universitären Mainstream-Wissenschaft leider unberücksichtigt. Vermutlich, weil sie nicht in die gängige Geschichtsschreibung passen. Cart Ruts sind, zumindest dem Aussehen nach, Wagenspuren in Gestein.



Es fehlen aber Spuren von Zugtieren oder ähnlichem. Sie sind unterbrochen von prähistorischen Bauwerken. Hier zum Beispiel durch Grabanlagen. Manche Spuren, zB auf Malta, hören aufgrund von geologischen Veränderungen der Gesteinsoberfläche einfach auf. Dh sie müssen sehr alt sein. Mittlerweile werden sie auf der ganzen Welt entdeckt.









Im Anschluss wollten wir zum Monte d'Accoddi, der gleich um die Ecke liegt. Leider ist dieser montags geschlossen. Wir können es ja morgen nochmals versuchen.

Wir fuhren daher weiter zum Parco Naturale Regionale di Porto Conte um die berühmte Neptungrotte zu besuchen. Hier war extrem viel los. Wir mussten weit entfernt parken. Der Abgang ist spektakulär in den Felsen gebaut.

 

Als wir unten ankamen, war eine lange Schlange wartender Besucher zu sehen, die in Grotte wollten.



Das war uns zu hektisch und wir wären sicherlich nicht mit dem nächsten Schwung in die Höhle mitgekommen. Wir beschlossen wieder umzudrehen. Tropfsteinhöhlen haben wir schon einige gesehen. Allein zuhause in der Umgebung gibt es 4.

Der Weg hinunter ist es schon wert, ihn gegangen zu sein.



Auf dem Rückweg zum Auto besuchten wir noch einen Sarazenenturm. Die ganze Insel ist mit solchen Türmen umrandet. Sie dienten als Wachtürme gegen die Sarazenen, wie der Name schon sagt.





Auf der engsten Stelle der Landzunge gibt es einen großen Parkplatz, um die Klippen besichtigen zu können. Wir wollten uns nicht nur mit dem Parkplatz zufriedengeben. Ein Wanderweg führt hinauf zu den Klippen. Oben hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die Halbinsel und die Klippen.



Wir waren wieder allein und es war hier angenehm ruhig nach dem hektischen Treiben unten.







Auf dem Rückweg nach Platamona nahmen wir noch die Nuraghensiedlung Palmavera mit. Hier wird gerade restauriert, daher kann nicht alles besichtigt werden.



Gut zu sehen, dass die Bauwerke nicht mehr original sind.



Versammlungsraum mit Rundbank, sowie ein kleiner Tempel und Feuerstelle in der Mitte. Auf der Seite die Steinkiste ist typisch für Nuraghenbauten.





Am Abend besuchten wir noch eine Strandbar. Es ist deutlich weniger los. Später aßen wir wieder vorzüglich in unserem Hotel.
"Of all the books in the world, the best stories are found between the pages of a passport."

www.heibergweitweg.wordpress.com

Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 1559
Re: Sardinien – Reise zu den Megalithbauwerken
« Antwort #19 am: 17. September 2019, 18:21:59 »
Die Ausblicke über die Küste waren wieder herrlich und das Wetter war auch bestens, wie waren eigentlich die Temperaturen? Mitte/Ende Juni wahrscheinlich schon recht schweißtreibend, zumal es aufgrund der niedrigen Vegetation nur wenig Schatten gibt?


LG Christina