Allgemeines > Grüße & Unterhaltung

Deutschland bleibt unfähig, wenn es um Integration, Inklusion und Unterstützung Behinderter geht

(1/2) > >>

Rainer:
Heute ist Kommunalwahl in NRW, so auch in Mönchengladbach. Gerade waren wir am Wahllokal. Auf Grund der Pandemie gelten besondere Hygienevorschriften, schon seit den frühen Morgenstunden stauen sich die Wähler, weil man sich bei der Organisation offensichtlich weit verhauen hat und zu wenig Urnen bereit gestellt hat, die mit zu hohem Aufwand gewartet werden.

Glücklicherweise ist schönes Wetter, denn die Wartenden stehen auf einem Schulhof in Reihe und müssen, je nach Uhrzeit, bis zu 1 Stunde Wartezeit in Kauf nehmen, ohnehin schon eine ziemliche "Prüfung".

Alle Parteien haben salbungsvolle Artikel in ihrem Wahlprogramm stehen, wie sie die Behinderten im Alltag unterstützen wollen. Heute wäre die Chance gewesen, einen ersten Beitrag zu leisten. Nämlich statt nur eine Seite der Doppeltüre zu öffnen, beide Seiten zu öffnen und die linke Seite für Behinderte und Alte etc. auszuzeichnen. Was natürlich NICHT geschehen ist, weil natürlich NIEMAND daran gedacht hat, dass auch Behinderte und Alte zu einer Wahl kommen.

Und so dürfen die Behinderten, die teilweise auf Rollatoren gestützt nur kurze Entfernungen zurücklegen können, genau wie alle anderen 1 Stunde lang in einer langen Schlange stehen, niemand kommt auf die Idee, sie durchzuwinken, geschweige denn (wie es in den USA absolut selbstverständlich wäre) sie an einem Eingang bevorzugt einzulassen.

So bin ich dann nach ein paar Minuten unverrichteter Dinge wieder abgezogen, die alte Dame 3 Positionen vor mir blieb tapfer in der Reihe, so werde ich eben erst wieder in ein paar Jahren wählen gehen. Vielleicht sind dann die vollmundigen Versprechen der Wahlprogramme ernst gemeint, heute jedenfalls hat man gleich die erste Chance wahrgenommen, zu zeigen, dass das alles nur hohles Gewäsch ist und dass sich kein Mensch um die Belange der Behinderten kümmert. Die werden erst gar nicht wahrgenommen, dabei wäre es so einfach gewesen...

Birgit:
Wie hat man denn reagiert, als du das alles vor Ort vorgetragen hat?

Susan:
Bei den Bedingungen wäre ich auch als "Normale" nicht zur Wahl gegangen  ???

Ansonsten ist es leider so: "große Sprüche"  und Beschlüsse was (nicht nur) Integration und Inklusion angeht, aber die praktische Umsetzung bleibt im Nebel. Selbst wenn es nur um einfache Dinge geht.

Und vermutlich hat auch keiner der anstehenden Mitbürger mal gesagt "Gehen Sie mal vor"?

Horst:
@Birgit,
wie soll Rainer eine Beschwerde vor Ort vorbringen, wenn er innerhalb einer Stunde gar nicht rein kommt?

Silke:



--- Zitat von: Susan am 13. September 2020, 20:01:43 ---Bei den Bedingungen wäre ich auch als "Normale" nicht zur Wahl gegangen  ???

Ansonsten ist es leider so: "große Sprüche"  und Beschlüsse was (nicht nur) Integration und Inklusion angeht, aber die praktische Umsetzung bleibt im Nebel. Selbst wenn es nur um einfache Dinge geht.

Und vermutlich hat auch keiner der anstehenden Mitbürger mal gesagt "Gehen Sie mal vor"?

--- Ende Zitat ---

Der letzte Satz ist doch eigentlich das Entscheidende und Traurige.
Das Problem wäre doch auch ohne irgendwelche Parteiarbeit recht einfach aus der Welt zu schaffen gewesen.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln