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Ich verstehe es nicht...
Rainer:
--- Zitat von: Silv am 18. April 2021, 16:18:37 ---Andererseits denke ich an meinen Bruder, der ist 48, hat Frau und 2 kleine Kinder und Krebs. Dann geht es mir eigentlich gut, so wie es ist. Denn ich bin gesund (soweit ich weiß).
--- Ende Zitat ---
Und diese an Krebs erkrankten, denen also ein unfassbar schwieriges Schicksal noch bevorsteht, habe ich ja noch gar nicht erwähnt. Das sind für den angesagten Zeitraum weitere 650.000 Menschen, die eine verheerende Diagnose bekommen haben, eine Diagnose, von der ich aus eigener Erfahrung weiß, dass sie einen mit grausamer Wucht aus dem Leben reißt. Wenn der Hausarzt zu Dir sagt "Sie haben Krebs", erlebst Du einen emotionalen Moment, den Du in dieser Größenordnung noch nie erlebt hast. Das sind also weitere 8(!) mal so viele Menschen, die unsägliches Leid ertragen müssen, ohne an Corona zu leiden.
Mich kotzt das echt an, ich wollte das eigentlich nicht so plakativ formulieren, aber nachdem sich hier auch andere "outen" (wofür ich absolutes Verständnis habe), sehe ich keine Veranlassung, meine Gefühle zurückzuhalten. Das ganze Corona Gesülze wird um Welten überbewertet, von mir aus kann man mich Corona-Leugner nennen (der ich keinesfalls bin), ich sehe aber die Dinge in den richtigen Verhältnissen. Und nicht isolierte große Zahlen ohne Bezug und Aussage. Wo viele Menschen leben, da sterben auch viele Menschen. Das ist nun einmal so.
Christina:
Ich finde das schon richtig. Damit soll doch auch die Gefährlichkeit der Pandemie ins Bewusstsein gerückt werden, um Verständnis für die Einschränkungen zu schaffen und um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen. Genau deshalb wurden doch die eher atypischen Opfer in der Zeremonie "vorgestellt", um klar zu machen, dass halt nicht nur die über 80 ig jährigen sterben.
Auch in vielen anderen Ländern ist so eine Gedenkfeier schon durchgeführt worden (USA, Italien, Frankreich) und das gehört für mich zu solch einer Extremsituation wie wir sie zur Zeit haben, einfach dazu. Auch weil sonst bei Terroranschlägen oder sonstigen Katastrophen der jeweiligen Opfer gedacht wird, da sagt man doch auch nicht, ach nur 10 Tote, jedes Jahr sterben doch Millionen an anderen Ursachen. Und Covid ist m.E. mit solch einem Ereignis zu vergleichen, solange es noch "neu" ist und keine Erfahrung, Medikamente und Impfung gibt bzw. gab.
Rainer:
--- Zitat von: Christina am 19. April 2021, 18:06:30 ---und um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen.
--- Ende Zitat ---
Ich kann nur inständig hoffen, dass Du das falsch einschätzt, denn das wäre nicht nur ein Schlag ins Gesicht aller hier Versammelten, die mit Händen und Füssen alles unternehmen, um endlich einen Impftermin zu bekommen, es wäre geradezu eine absurde Verhohnepiepelung des Volks in Anbetracht des totalen Versagens der Politiker in Sachen Impfstoffbeschaffung und Bereitstellung für die Bevölkerung. Wir haben doch nicht einmal annähernd damit ein Problem, Menschen "zum Impfen zu bewegen", sondern seit Monaten ein unerträgliches Schneckentempo im überbürokratisierten Deutschland, welches peinlich weit hinten liegt bei der Impfkampagne, was rein gar nichts mit Impfverweigerern o.ä. zu tun hat. Lächerliche 6,7%(!) der Bevölkerung sind zum jetzigen Zeitpunkt erst vollständig geimpft und man veranstaltet eine mehr als zweifelhafte Gedenkfeier, um "mehr Menschen zum Impfen zu bewegen"? Geht es noch?!
--- Zitat von: Christina am 19. April 2021, 18:06:30 ---Auch weil sonst bei Terroranschlägen oder sonstigen Katastrophen der jeweiligen Opfer gedacht wird, da sagt man doch auch nicht, ach nur 10 Tote, jedes Jahr sterben doch Millionen an anderen Ursachen
--- Ende Zitat ---
Auch das finde ich genauso furchtbar, es wird immer nur dann medial aufbereitet, wenn es sich bei uns abspielt. Wenn es greifbar ist. Eigentlich müßte wirklich jeden Tag der Nachrichtenblock damit anfangen, das unendliche Leid der hungernden (und sterbenden) Bevölkerung aufzuzeigen, anstatt sich nur für Ereignisse hier zu interessieren. Das finde ich ehrlich genauso peinlich und unangemessen.
Christina:
Es gibt genug Impfverweigerer, entweder solche, die es tatsächlich ablehnen (die kann man sowieso nicht erreichen), oder solche, die sich zwar schon impfen würden, aber eher jetzt noch nicht, mal abwarten, so dringend ist es ja nicht usw. Beispiel meine Mutter, die ja nun zum Glück ihren ersten Impftermin hinter sich hat, hat mir als sie noch keinen Termin hatte, gesagt, ach ist doch egal, ich hab mich bis jetzt nicht angesteckt, da kommt es doch auf ein paar Wochen nicht an. Ähnlich mein 80ig jähriger Nachbar. Und dann alle, die AstraZeneca ablehnen, obwohl die Gefahr einer Thrombose um ein vielfaches geringer ist als ein schwerer Coronaverlauf oder ein milder aber mit Long Covid Symptomen.
Natürlich sehe ich das nicht als Hauptzweck oder -grund einer solchen Gedenkveranstaltung, aber es ist doch immer ein "Gesamtpaket", bei Trauerfeiern nach Terroranschlägen geht es neben dem eigentlichen Gedenken an die Opfer doch auch darum, zu zeigen, dass man die Geisteshaltung der Terroristen ablehnt.
Rainer:
--- Zitat von: Christina am 20. April 2021, 18:12:34 ---Es gibt genug Impfverweigerer
--- Ende Zitat ---
Quatsch (sorry). Was ist denn die Definition von "genug"? Und wie macht es sich bemerkbar in einem Deutschland, wo es nach wie vor Millionen von Menschen gibt, die händeringend um einen Impftermin flehen und ihn nicht bekommen? Es gibt sicherlich Menschen, die sich (durchaus zu Recht) Sorgen machen, ob die Impfung wirklich eine Verbesserung darstellt. Wenn eine 29-jährige, kerngesunde Frau stirbt(!), weil sie sich geimpft hat, dann ist das mit Sicherheit ein Desaster. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie an Corona erkrankt UND gestorben wäre, ist geringer als eins zu eine Millionen. Es gibt ja auch die vollkommen unsinnige Behauptung, dass man im Falle einer Corona Infektion eine 10-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit hätte, eine Thrombose zu bekommen, weswegen (was nur mathematische Totalverlierer glauben) die Impfung in Sachen Thrombose der bessere Weg wäre. Da kriege ich als Mathematiker Würfelhusten, so saudoof ist das. Man übergeht mal eben die notwendige Wahrscheinlichkeit, überhaupt an Corona zu erkranken. Und die beträgt im Laufe eines Jahres (und danach muss die Impfung angeblich ja erneuert werden) gerade mal schlappe 3%, also Faktor 1 zu 33. 97% der Bevölkerung erkranken erst gar nicht. Also ist es mit gewaltigem Abstand (Faktor 3.3!) gefährlicher, sich impfen zu lassen, statt es darauf ankommen zu lassen.
Die Medien tun aber immer so, als wenn sich sowieso JEDER anstecken würde. S.o., das ist totaler Humbug. Um mal ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen: die ach so aufrüttelnde Zahl "Inzidenz 100" bedeutet im realen Alltag, dass sich an einem Tag von 7.000(!!!!!!) Menschen ein einziger(!!!!) ansteckt. Das ist Inzidenz 100. Und den ganzen Irrsinn mit Lockdown und Co., den macht man, um neben den 6.999 Menschen, die sich sowieso nicht angesteckt haben, den einen 7.000-ten zu finden, um dessen Ansteckung zu verhindern. Und das lassen wir uns pro Woche ca. 3 Milliarden Euro kosten, weil niemand den Bock und den Drive hat, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen (Einrichtung von Corona Stationen u.ä.). Lockdown ist schlecht und ungeeignet, aber eben leider sehr einfach. Mich graust das wirklich nur noch.
Und eine vermeintliche Gedenkfeier abzuhalten, weil es angeblich zu viele Impfverweigerer gibt, ist in Anbetracht von 6,7% geimpfter Personen (nachdem schon vor 6 Monaten der Wirkstoff zugelassen wurde!) schlicht und ergreifend durchgeknallt. Sorry, aber das ist noch die harmloseste Bezeichnung, die mir dazu einfällt.
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