14.Tag - 1.4.2026 Mittwoch: Zum Musterkoffer der Natur Wieder einmal, würde mein Handywecker die Hühner der Umgebung aufwecken, wenn er nur laut genug wäre.
Diesmal geht es (zunächst) nicht ins Valley of Fire, sondern in eine für mich noch unbekannte Region – die Buffington Pockets.
Die Buffington Pockets sind ein Gebiet am Nordrand der Muddy Mountains, 30 Meilen nordöstlich von Las Vegas und wenige Meilen südwestlich des Valley of Fire State Park gelegen. Von Nord nach Süd verbindet der Bitter Springs Scenic Byway das Valley of Fire und den Lake Mead (North Shore Road). Neben einigen Petroglyphs sind es vor allem die bunt gemusterten Felsen, die man in den Buffington Pockets finden kann. Die zwei schönsten Locations innerhalb der Buffington Pocket sind der Color Rock Quarry und das Hidden Valley, die man beide auch mit einer Wanderung verbinden könnte. Das Gebiet ist nur etwas für hochhackige Allradfahrzeuge. Am besten ist noch der Color Rock Quarry zu erreichen, den ich mir heute vornehme.
Mit meinem French Vanilla Kaffee in der Hand gehte es zunächst über ein kurzes Stück auf der Interstate nach Südwesten und auf dem westlichen Valley of Fire Highway bis zu einer Abzweigung nach Süden auf eine Piste die zum Color Rock Quarry führt. Die Piste wird immer schlechter und ich fahre letztendlich in einem steinigen Wash. Als sich die Möglichkeit bietet den Wash zu verlassen, wechsle ich auf eine Piste oberhalb des Washes und rumpele weiter nach Süden.
Auf den letzten 2 km wird die Piste richtig übel und der Wrangler und sein Bodenpersonal werden ordentlich durchgeschüttelt [
Foto auf dem Rückweg aufgenommen].
Die Piste bekommt tiefe Löcher und geht bergauf – höchste Zeit den Allrad einzuschalten.

Schließlich ist der kleine Parkplatz am Color Rock Quarry erreicht und auch die Sonne ist vor wenigen Minuten aufgegangen. Ich muss erst mal meine Gliedmaßen sortieren. So durchgeschüttelt wurde ich lange nicht.

Ich befülle meinen Rucksack und schon bin ich „On Trail“, wobei, so etwas wie ein Trail existiert vielleicht die ersten 500 Metern und verliert sich dann im Wüstensand und Gestrüpp das mich auf dem Weg einen Hang hinaufbegleitet.
Die Felsen um mich herum liegen noch im Schatten, so dass ich nur erahnen kann, dass der eigentliche Color Rock Quarry in dem ich mich gerade bewege, durchaus Potential für später auf dem Rückweg haben könnte.


Nachdem ich den Hang erklommen habe blicke ich hinab ins Hidden Valley, das bereits von der Sonne beschienen wird.

Das Tal ist ringsum von Felsen umstellt (deshalb das „versteckte Tal“), die vor allem auf der Westflanke hoch in den Himmel ragen. Das Tal selbst sieht für meinen Geschmack etwas sehr „leer“ aus.

Ich wandere hinab und gehe auf Entdeckungstour.



Talwächter?

Mir sind einige Highlights bekannt die sich am anderen Talende befinden aber dorthin wandere ich wahrscheinlich 1,5-2 Stunden ohne dazwischen viel zu sehen und würde dabei das schöne Morgenlicht „vergeuden“. Darauf habe ich dann doch keine Lust.
So begnüge ich mich mit dem Bereich im Norden des Hidden Valley, bin hier aber nach 2 Wochen voller fantastischer Felsformationen schon etwas verwöhnt und somit nicht ganz so begeistert, auch wenn es hier natürlich einiges zu entdecken gibt.

So kehre ich wieder um und wandere zurück zum Color Rock Quarry, der inzwischen ebenfalls von der Vormittagssonne beleuchtet wird.


Dieser Steinbruch trägt seinen Namen zurecht. Wer es mal richtig bunt treiben will ist hier genau richtig.

Wie ein übergroßer Teppich der über und über mit buntesten Perlen geschmückt ist.

Dazwischen liegen auch dekorative Steine herum die sich zwischen rosa, orangen oder gelben Bemalungen nicht entscheiden können. Ziemlich abgefahren.


Die Musterungen sind in ihrer Vielfalt so außergewöhnlich – eine solchen Ort habe ich noch nirgendwo gesehen.

Hier schlägt mein Begeisterungspendel wieder voll aus. Man mag kaum glauben, dass die Muster nur von der Natur erschaffen wurden.

Steinfisch

Zur Geologie der Buffington Pockets:
Der Aztec-Sandstein besteht aus zwei Einheiten: einem unteren Band, das meist rot ist, und einem oberen Band, das überwiegend weiß bis hellbraun erscheint. Letzteres prägt den Großteil des südlichen Bereichs von Buffington Pockets – rund um die Nebenstraße und südlich davon –, wo die farbenprächtigen Formationen etwas weniger ausgeprägt sind; der fotogenste Bereich liegt weiter nördlich, wo die obere Einheit zutage tritt. Hier wird die Grundfarbe durch das Vorkommen von Eisenverbindungen – Hämatit (Eisenoxid) und Goethit (Eisenhydroxid) – intensiviert. Hämatit sorgt für Rot- und Orangetöne, wobei die genaue Farbnuance von der Kristallgröße abhängt, während Goethit (gemeinsam mit geringen Mengen der Eisensulfidverbindungen Jarosit und Alunit) Gelb- und Violetttöne hervorruft. Diese oft gestreiften, geschwungenen oder unregelmäßig wirbelnden Farbvariationen entstehen durch sogenannte Umwandlungszonen; im Zusammenspiel mit Verwerfungen und Gesteinsrissen erzeugen sie eine unendliche Vielfalt an Mustern.









Aus der richtigen Perspektive kann man sogar Elefanten finden.
Irgendwann bin ich zurück am Wrangler und lege eine Mittagspause ein.
Danach werde ich auf der steinigen Piste wieder geschüttelt und gerührt. Gerade auf den ersten 2-3 Meilen bereue ich fast schon, dass ich vorher noch etwas Substanzielles in den Magen aufgenommen habe und bin wirklich nicht böse, als der Wrangler wieder ebenen glatten Asphalt unter den Rädern hat.
Während meines kompletten Aufenthalts habe ich keine Menschenseele in der Buffington Pocket oder auf der Piste gesehen. Bei der Anfahrt auch kein Wunder.
Für den Nachmittag entscheide ich mich nochmals in das Valley of Fire zu fahren – diesmal von der Westseite.

Nach den schönen Farben im Quarry habe ich auch weiterhin Lust auf Buntes. So biege ich wieder auf die Mouse’s Tank/White Domes Road ein.

Nachdem ich schon einige Dickhornschafe in größerer Entfernung wahrgenommen hatte sind sie heute mal ganz nah an der Straße.



Vom Parkplatz Nummer 2 erforsche ich die Gegend östlich der Straße.


Irgendwas Nettes findet man hier immer.

Vom Parkplatz Nummer 3, ...

... wandere ich nochmal das kurze Stück zur Fire Wave.



Diese Felsformation ist so ein wundervolles Stück Natur, das ich mir gerne noch ein zweites Mal anschaue.

Sehen und gesehen werden an der Fire Wave.

Während ich beim ersten Besuch zunächst darauf gewartet habe, dass die Felsformation mal ohne Leute vor meinem Sucher liegt, habe ich inzwischen schon gelernt, dass es zumindest mit einer Person auf der Felsnase interessanter aussieht. ist es heute genau umgekehrt.
Auf Leute die sich für Fotos auf die Formation begeben muss man hier nicht lange warten.

Das soll es dann auch für heute gewesen sein. Ich werde abends schon mal den Koffer vorpacken, denn morgen geht es nach einem letzten kurzen Abstecher ins Valley of Fire zurück nach Las Vegas und dann auch zurück in die Heimat.
Übernachtung: North Shore Inn, Moapa Valley, Nevada