26. Juni Tromsø: Eismeerkathedrale & AltstadtNachts habe ich es schon pladdern hören, morgens schaut es so aus.

Also erstmal Krimistunde

Am frühen Nachmittag scheint es dann länger trocken bleiben zu wollen. Wir satteln also unseren Roller und düsen (warm eingepackt) los. Zu unserem ersten Ziel kommen wir heute tatsächlich ohne die E8 nutzen zu müssen.
Die
Eismeekathedrale ( Ishavskatedralen, offiziell Tromsdalen kirke) ist eine Pfarr- und Seemannkirche, jedoch keine echte Kathedrale. Eingeweiht wurde sie 1965 und gilt als Wahrzeichen Tromsøs. Der Bau ist nach Osten ausgerichtet und wirkt von außen wie aufgeschichtete Eisplatten. Die 35 Meter hohe Westfront besteht aus Glas, davor ein großes weißes Kreuz, das von Weitem zu sehen ist. Dort findet ihr den Eingang, Eintritt 8 Euro pP.

Der Innenraum ist schlicht gehalten. Da das Dach bis zum Boden reicht, gibt es keine üblichen Kirchenfenster. Zwischen den"Eisbergen" sind Glasstreifen eingebaut, die Tageslicht in die Kirche bringen. Die Gestaltung soll das Polarlicht, Eis und lange Dunkelheit wiedergeben.

Orgel + Blick zum Altar
Die Ostfassade bestand ursprünglich aus einem großen Fenster aus einfachem Glas. Weil die Kirchenbesucher während des Vormittagsgottesdienstes durch die Sonne geblendet wurden, wurde es im Juni 1972 durch ein neues 23 Meter hohes Glasmosaikfenster ersetzt. Biblisches Hauptmotiv ist
die Wiederkehr Jesu. In der oberen Spitze ist die Hand Gottes zu erkennen, die den Eingriff in die Geschichte symbolisiert.

Ich finde es schade, dass die weißen Stellwände beim Altar den Blick auf das Mosaik teilweise verdecken. Im Sommer finden hier Mitternachtskonzerte statt, leider keins gestern oder heute.
Im Untergeschoss der Kirche befinden sich ein Gemeindesaal mitsamt Küche, Gruppenräume und Garderoben. Eine Fotoausstellung in den Gängen zeigt Bilder vom Bau.
Trotz Baustelle ist die Tromsøbrua für Radfahrer und Fußgänger freigegeben. Wir wählen diesen Weg in die Stadt (1,2 km), statt mit dem Roller einen großen Umweg durch den Tromsøysundtunnel zu fahren. Bei dem Wind und feinem Niesel ist das allerdings kein besonderes Vergnügen.


Blick nach Süden
Aha, Kreuzfahrer in der Stadt

Auf unseren Weg Richtung Hafen kommen wir an einer Ecke mit Streetart vorbei. Die Kunstwerke sind über Eck über die Rückseite von Lagerhallen (?) verteilt. Auch andernorts sehen wir noch Graffiti.


Den Vogel und den Husky findet ihr allerdings in Tromsdalen und zwar bei der Schule. Auf der Rückfahrt grad noch rechtzeitig erspäht.

Tromsø bietet für Schlechtwetter so einiges: ein Aquarium und etliche Museen, von Kunst über Stadtgeschichte bis eins über die Lachsaufzucht. Das Polarmuseum mit Ausstellungen zur Arktis und deren Erkundung hätte mich schon interessiert. Haben uns dann aber für Märchenhaftes entschieden

Hier zumindest das Haus mit der Büste von Polarforscher Roald Amundsen.

Vorbei an der
Tromsø domkirke, der wirklichen Kathedrale, erbaut 1861. Es formieren sich grad Touri-Gruppen dort, daher sind wir nicht hinein gegangen.

Nun drängt der Gatte auf eine Kaffeepause

Ich bin mir nicht mehr sicher, wo wir eingekehrt sind. Jedenfalls finde ich dort meine Alternative zu den allgegenwärtigen Zimtschnecken

Skolebolla
ein Kokos-Vanillepudding-Hefegebäck. Heißt übersetzt so etwas wie Schulbrot, weil es ab den 1950er Jahren als Pausensnack beliebt wurde.
Fortsetzung folgt ...