Autor Thema: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence  (Gelesen 9614 mal)

Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #15 am: 11. Oktober 2021, 21:31:16 »
2. September  Labeaume & Balazuc

Eine weitere Rollertour steht an und zwar zu zwei "Villages de caractère", eines davon gehört außerdem zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Schauen wir mal, was die Titel so aussagen. ^-^

Wir folgen dem Tal der Ardèche flussauf und biegen dann links ins Gebirge ab. Der Fluss Beaume hat hier ebenso eine kleine Schlucht in den Kalkstein gegraben. Das Dorf Labeaume ist in den Hang dieser Gorges gebaut und besteht seit dem 12. Jahrhundert. Die Einwohner lebten früher vom Wein- und Olivenanbau, sowie der Produktion von Seide. Zwischenzeitlich starb der Ort fast aus, der Tourismus brachte wieder mehr Bewohner, zur Zeit sind es etwa 680. Wir kommen von oben ins Dorf und parken beim Place d' Église. Der Großteil der engen Gassen ist nämlich für den Verkehr gesperrt.


Lunchtime  ;)


Église "Saint Joseph"
erbaut im 14. Jahrhundert.

Wir bummeln die Gassen hinunter zum Fluss, teilweise etwas steil und natürlich Kopfsteinpflaster. Da muss ich mich für Trittfestigkeit schon beim Gatten einhaken.  ^-^







Anders als in ähnlichen Ort gibt es nur wenige Schnickschnackläden und ein paar Bistros. Oder haben die Geschäfte etwa Mittagspause? Am Ufer der Beaume liegt der Dorfplatz, hier führt zudem eine ca. 100 Jahre alte Steinbrücke über den Fluss. Sie hat kein Geländer,  angeblich ist das besser bei Hochwasser. Und das gibt es dort wohl ab und an im Frühjahr oder nach heftigen Gewittern. Wir spazieren zum anderen Ufer für einen Blick auf den Ort.







Ein Wanderweg führt von hier aus in etwa 15 min zu einem Belvedere. Wir verzichten aber auf den Aufstieg, ebenso auf die Wanderung an der Beaume entlang zu den hängenden Gärten des Récatadou. In der Gegend soll es zudem viele Dolmengräber geben, keine Ahnung, ob man sie erwandern und besichtigen kann.

Das schönste bzw. besondere am Dorf ist für uns die landschaftliche Szenerie mit den Felsen drum herum. Zwar wieder nur Kies"strand", doch wir sind froh, die Badesachen eingepackt zu haben  8)

 

Wir fahren wieder hinunter ins Tal der Ardèche und weiter flussauf. Balazuc thront auf einem Felshang oberhalb des Flusses. Die Siedlung besteht schon recht lange, es gab Funde aus der Jungsteinzeit sowie Überreste aus der Antike. Soll wohl eine Festung der Gallier gegen die Römer gewesen sein, hat aber keine Ähnlichkeit mit dem Dorf von Asterix ;) Im Mittelalter soll der Ort mit dem Château de Balazuc dann der prachtvollste der Gegend gewesen sein. Die Glanzzeiten sind vorbei, zur Zeit wohnen nur noch circa 380 Personen dort.

Wir parken irgendwo am Straßenrand und der erste Blick geht zur örtlichen Brücke, die im 20. Jahrhundert erneuert wurde.



Wir spazieren hinunter zu ihr.


Balazuc von der Brücke aus


Blick flussauf

Auch wenn der Himmel sich zeitweise zuzieht, ist es warm und die Ardèche lockt zum Bade.  ;D


Kiesstrand bei der Brücke




gepaddelt wird hier auch
Außerdem springen kleine wie große Kinder gerne von den Klippen.  ;) Es muss auch Wanderwege in der Gegend geben, denn wir sehen Leute in entsprechender Ausrüstung, die hier ebenso eine Erfrischung suchen. Wir suchen nach der äußeren, eine innere - am liebsten in Form von Eis  :))  - und spazieren zurück ins Dorf. Die Bilder der Gassen ähneln denen in Labeaume.

 

Es ist für mich nicht so einfach, die abgebildeten Gebäude zuzuordnen, denn es gibt keine rechte Beschilderung  :gruebel: Gesucht - naja, nicht intensiv - haben wir die Burg. Sie soll Gebäudeteile aus dem 13., 15. und 16. Jahrhundert vereinen. Vieleicht sind das ja welche davon?

 

Ein Turm, benannt nach Königin Johanna I., soll isoliert stehen. Der Karte nach müsste dies der Blick darauf sein.

 


Hier stand, glaube ich, Kirche dran???

Ein Cafe oder etwas ähnliches finden wir leider nicht im Oberdorf, nur einen Laden, der Eis in der Waffel verkauft. Dafür ist es handgemacht und hat einige interessante Sorten, z.B. mit Basilikum. Das ist mir aber etwas zu "wild", mein Minzeis ist jedenfalls sehr lecker und der Gatte bleibt eh auf der schokoladigen Seite  :floet:

Gegen 16 Uhr treten wir die Rückfahrt an; Einkaufen für's Abendessen unterwegs -hier gibt es nun auch einen Lidl - und danach Lesestunden.

Die Tour, einfacher Weg

Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #16 am: 11. Oktober 2021, 22:18:01 »
Hallo Christina,

wegen meiner Bänderdehnung habe ich sehr wenig auf Wanderungen geachtet. Ich denke aber, du wirst da einige Möglichkeiten finden, denn  wir haben oft genug Schilder und entsprechend ausgerüstete Leute unterwegs gesichtet. Ich war selbst überrascht, was die Gegend außer Kajaktouren noch so bietet - und Kersten erst  ;)

zu meinem Nordseeurlaub werde ich einen Bericht schreiben, aber ich brauche da deutlich länger dafür als du, ich bin gerade dabei, meine abendlichen Notizen etwas zu ergänzen und schaue zum zweiten Mal die Bilder durch.

Keine Eile, der Winter ist lang  8)



Ich finde es gut,  wenn gefährdete Höhlen einen Nachbau bekommen. Die Besucher verändern das Höhlenklima ja doch erheblich. Jede nachzubilden, käme dann wohl doch zu teuer  - trotz EU-Geldern  ;) Darum sicher auch kein unterirdischer Nachbau, schon gar bei felsigem Gelände.  Fotos und Filmen waren nicht erlaubt, man will ja noch Postkarten und Bildbände verkaufen  8)  Wir durften zwar selbständig dort herumstromern, Aufsicht war trotzdem da.
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #17 am: 12. Oktober 2021, 00:12:06 »
Der nächste Tag ist schnell erzählt  ;)

3. September  Zum Tal der Cèze

Wir ziehen etwas weiter gen Süden: der nächste Zufluss der Rhone, die nächste Gorges; und zwar von der Cèze, die in den Cevennen  entspringt. La Roque-sur-Cèze ist es eines der Dörfer am Ufer und zählt ebenfalls zu den schönsten Frankreichs. Mit rund 180 Einwohner ist es ziemlich klein. Eine alte Bogenbrücke führt über den Fluss. Sie ist jedoch nur noch für Breite 2,10 m zugelassen, daher fahren wir einen Umweg über Bagnols-sur-Cèze. Dort gäbe es ein Kunstmuseum zu besichtigen. Grad richtig bei dem bedecktem Himmel und kleinen Schauer. Allein wissen wir nicht, wie die Parksituation ist, und später regnet es ausdauernd, da haben wir keine Lust mehr mit dem Roller zu fahren.  Heute wäre der Tag gewesen, eventuell mit den Bateliers die Ardeche zu befahren. War ja leider ausgebucht, hättet bei dem Wetter jedoch kaum Spaß gemacht.

Wir beziehen Quartier auf dem Campingplatz Les Cascades. Wie viele Plätze in Frankreich nun eine Mischung aus Mobilhomes und Stellplätzen. Offenbar wurden bei bei dem Umbau die Waschhäuser abgebaut, dafür bekam jeder Stellplatz sein eigenes "Bad".



Nur eine Holzhütte, doch praktisch: an der Stirnseite Spülbecken mit heißem Wasser, Stromanschlussdose, Waschbecken, WC und Dusche.





 

Es ist warm genug, mit der Markise als Regenschutz draußen zu sitzen. Veranstalten wir mal einen Lesenachmittag. In einer Regenpause unternehmen wir noch einen kurzen Gang zum Strand am Fluss (keine Bilder).

Die Etappe

Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #18 am: 12. Oktober 2021, 16:04:20 »
Mit so einer Nachbau-Höhle kann ich mich einfach nicht anfreunden. Schutz hin oder her. Auch wenn das naturgetreu nachgebaut wurde, ist es dann doch eher wie ein Museum.

Zitat
Zwar wieder nur Kies"strand", doch wir sind froh, die Badesachen eingepackt zu haben

Wie tief ist eigentlich der Fluss? Geht das Schwimmen von der Strömung her?

Was für ein Luxus mit dem eigenen Bad am Stellplatz :thumb: .
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #19 am: 12. Oktober 2021, 19:51:10 »
Diese kleinen alten französischen Dörfer sind einfach toll für einen Bummel und Labeaume mit der Lage an und auf den Felsen sieht dadurch sehr interessant aus. Dass es mit deiner Bänderdehnung auf dem alten Kopfsteinpflaster recht mühsam war, kann ich gut nachvollziehen, da erinnere ich mich an meinen Ermüdungsbruch und die Gassen von Lissabon.

So ein privates Badhäuschen ist ja sehr komfortabel, die Campingplätze sind dann aber vermutlich teurer als solche mit Gemeinschaftssanitärräumen?

Ich war noch nie in einer nachgebauten Höhle, wenn sich das mal ergibt, bin ich gespannt, ob ich das dann als Museum empfinde oder doch recht schnell "vergesse", dass es keine echte Höhle ist.
LG Christina

Silv

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #20 am: 12. Oktober 2021, 19:52:48 »
Die alten Gemäuer in Verbindung mit dem Grün gefallen mir gut.

Ein eigenes Waschhaus am Stellplatz sieht man mittlerweile öfter. Allerdings muss man das zubuchen. Ich find's ja nicht schlecht, jedoch war es mir bisher immer zu teuer. Außerdem sind wir ja campen, da geht man mit vielen anderen k.....  :totlach: Aber wenn's  dabei ist - umso besser.
Liebe Grüße
Silvia

Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #21 am: 13. Oktober 2021, 18:19:56 »
Du hast schon Recht, Ilona, im Grunde ist Grotte Chauvet 2 ein Museum. Optisch wirkt es wie eine Höhle, auch Temperatur und Luftfeuchte wirken so, doch irgendwie hatten wir kein rechtes Höhlengefühl.  8) Unter https://archeologie.culture.fr/chauvet/fr kann man die wahre Chauvet Höhle virtuell besuchen.

An den ausgewiesenen Badeplätzen gibt es wenig Strömungen, eben weil es meist Stellen sind, die tief genug zum Schwimmen sind.  Man muss halt mehr oder weniger weit hinein gehen  ;) Im Juni, wenn mehr Wasser fliesst, mag es etwas anders aussehen.

Für den Stellplatz mit dem Privatbad haben wir 29 Euro pN bezahlt, das war jetzt nicht der teuerste. Ich denke, für kleinere Campings - hier waren es ca. 40 Plätze -  lohnt es sich solche Hütten anzubieten; spart sicher Reinigungsaufwand  ::) Wir kennen aber auch Camps, die sich Privatbäder gut bezahlen lassen; das müssen wir nun nicht haben.
Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #22 am: 13. Oktober 2021, 19:37:57 »
Danke für den Videolink, Susan.

Jetzt ist mir klar,  warum die eine Nachbildung bauten. In der Originalhöhle wäre so mancher stecken geblieben  :totlach: .
Liebe Grüße

Ilona

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Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #23 am: 13. Oktober 2021, 21:05:28 »
4. September  Concluses, Canal & Cascades

  :strahl: 
Das macht unternehmenslustig, ich bin bereit eine kleine Wanderung zu wagen. Erstmal jedoch müssen wir mit dem Roller knapp 19 km zum Parkplatz fahren. Die Straßen sind schmal, aber wenig befahren, könnte man auch mit dem WoMo entlang. Unterwegs sehen wir neben Wald und Weinbergen große Lavendelfelder, leider schon abgeerntet. Bei Blüte muss das toll aussehen.

Ein Zufluss der Cèze, der Aiguillon, hat eine Schlucht in die Kalkfelsen gegraben; mit überhängenden Felsen, tiefen Gumpen, Strudeltöpfen und Höhlen. Das eindrucksvollste Stück der Gorges wird Les Concluses de Lussan genannt.

Im Sommer kann die Schlucht erwandert werden, wenn sie trocken genug ist. Es ist wohl nicht ganz einfach, den perfekten Zeitpunkt – genug Wasser in den Gumpen, wenig im Fluss – abzupassen.  8)

Am Parkplatz sind wir etwas verwirrt: wir sehen zwar einen Weg, doch dessen Beschilderung passt nicht.   :gruebel:  Also versuchen wir es weiter vorn bei der mit einem Durchfahrt-verboten-Schild gesperrten Straße. Tatsächlich geht der Weg dort lang, früher gab es hier wohl noch einen zweiten Parkplatz. Recht schnell kommen wir zu einem  Aussichtspunkt auf die Gumpen.


natürlich trockenen
nach dem Sommer. So kann es im Juni aussehen.

Wir nehmen den gelb markierten Weg zum so genannten Portail, etwa 1 km lang. Der ist gut zu gehen, nur teilweise steinig und meist sanft bergab führend, zudem schattig. Unterwegs sind einige Erklärungstafeln aufgestellt, wir erblicken steile Felsen und Höhlen der Schlucht


Grotte des Boeufs
Die Höhle und weitere waren wohl sehr beliebt als Zufluchtsort, besonders zu Zeiten des Kreuzzugs gegen die Katharer (quasi eine mittelalterliche Gegenkirche, damals besonders in Südfrankreich vebreitet).

 
Rocher des Aigles
hier sollen Habichtsadler, Geier, Kolkraben und Felsenschwalben siedeln. Wir haben keine gesehen; falsche Kamera und kein Fernglas dabei.  ::)

Nach gut einer halben Stunde erreichen wir das ausgetrocknete Flussbett. Wir wandern in eine Richtung ein Stück hinein bis uns mir zu große Steine im Weg liegen.

 

 

Der offizielle Weg führt bis zu einem Brettersteg, das tatsächliche Portal zur Engstelle der Schlucht. Ab dort wagen wir uns nur ein kurzes Stück weiter, da nach dem Regen gestern die Steine so glitschig sind.







Und so sieht es mit Wasser im Aiguillon aus.

Ein gutes Viertelstündchen Verschnaufspause dann gehen wir auf gleichen Weg zurück zum Parkplatz. Sportlichere Wanderer nehmen einen Rundkurs:  von oben einen unmarkierten, steilen Weg, dann durch die Schlucht und über den markierten zurück. Die Karte am Parkplatz zeigt noch weitere Wandermöglichkeiten.



Wir fahren weiter nach Goudargues, einem Dorf an der Cèze. In den Hügel ringsum wurden mehrere Dolmen gefunden; das weist auf eine frühe Besiedlung hin. Der heutige Ort gründete sich vermutlich im 8. Jahrhundert, als ein Neffe Karls des Großen dort ein kleines Kloster errichtete. In Reiseführern wird das Dorf gern als Venedig des Gard betitelt. Schamlos übertrieben, denn es gibt nur einen Kanal.  ::) Der ist allerdings recht hübsch anzusehen.



Wir drehen eine Runde durchs Dorf, was nicht allzu lange dauert  ;)




L' Abbatiale
Dort findet gerade eine größere Hochzeit statt; daher die vielen besetzten Parkplätze. Sonst begegnen uns wenig Leute unterwegs.


Weinbau hinter der Kirche


zurück am Kanal
haben wir uns eine Pause verdient. Wir hatten ein Cafe gesichtet, das Möwenpick Eis anbietet, doch leider hat es schon geschlossen und das am Samstagnachmittag. Sind die etwa alle bei der Hochzeit?  ;) Also müssen wir uns mit Muffins auf die Faust aus der Bäckerei begnügen.

Der Roller ist ebenfalls durstig, für eine Tankstelle müssen wir die Cèze queren und zur Hauptstraße. Übrigens werden auch auf diesem Fluss Paddeltouren angeboten.

Es geht zurück nach La Roque-sur-Cèze. Wir parken kurz vor der engen Brücke. Könnte wirklich knapp werden mit dem WoMo. Ich trau mich auch nicht zu Fuß drauf, weil ständig ein Auto kommt.  :verlegen:




Pont Charles Martel
auch als Römerbrücke bezeichnet. Ob die wirklich schon so alt ist? Von hier sind es etwa 600m Fußweg bis zur Attraktion des Ortes, den Cascades du Sautadet.





Auf einer Strecke von über 500 Metern formte die Cèze in den weißen Kalkstein Absätze, Höhlen und strudelförmige Krater, durch die nun das Wasser hinabstürzt.
 




Auch hier: mit mehr Wasser wirkt es imposanter  ;)  siehe oder hier
Baden ist verboten, doch der ein oder andere findet sein Plätzchen zum Relaxen  ^-^



Danach wird das Wasser wieder ruhig, hinter den Felsen folgt der Strand des Campingplatzes. So mancher nutzt die Klippen zum Springen.





Auf das Dorf werfen wir nur einen kurzen Blick, zur weiteren Erkundung müssten wir hinaufspazieren, wozu wir keine Lust mehr haben.  :floet:



Die Erfrischung mit Wasser kommt heute nur von oben

 

und von innen

Die Route

Liebe Grüße
Susan


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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #24 am: 14. Oktober 2021, 16:08:26 »
Wow, die Schlucht hat Ähnlichkeit mit der Subway. Schade, dass es für dein Bein zu glitschig war. Ich bin nämlich neugierig, wie es dort weiter geht.

Die ausgewaschenen Karstfelsen gefallen mir sehr gut  :thumb:.

Zitat
In Reiseführern wird das Dorf gern als Venedig des Gard betitelt. Schamlos übertrieben, denn es gibt nur einen Kanal.

 :totlach: Mit wenigstens einer Gondel wäre es glaubhafter.
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #25 am: 14. Oktober 2021, 18:00:33 »
Die Wanderung am Vormittag war ja auf jeden Fall lohnenswert, schön, dass du das mit deinem Fuß machen konntest. Vor allem der Teil im Flußbett hat mich wie Ilona, gleich an die Subway erinnert (wobei ich die nur von Bildern kenne, da hatten wir keine Zeit mehr dafür). Aber auch von oben sehen die Felsen toll aus.

Bei den Felsen im Fluß später wäre es mir zu voll gewesen und da sieht es tatsächlich auf den Bildern mit viel Wasser besser aus.

Das letzte Foto ist soo schön typisch Provence bzw. hier wohl noch Languedoc (?), die Zypressen und die beige farbenen Häuser ansteigend, die Kirche dazu :herz:
LG Christina

Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #26 am: 15. Oktober 2021, 13:49:49 »
Hi,
jetzt musste ich mit erst nochmal Bilder von der Subway angucken. Da hatte ich nur eines im Kopf -diese typische Röhre mit dem türkisen Wasser - und ich zweifle, ob es in den Concluses so spektakulär wird. Vielleicht aber alles nur eine Frage der Fotoperspektive? Ansonsten ähneln sich die Eindrücke tatsächlich.

Bei den Felsen im Fluß später wäre es mir zu voll gewesen und da sieht es tatsächlich auf den Bildern mit viel Wasser besser aus.


Samstagnachmittag, da waren wohl etliche Ausflügler unterwegs
Liebe Grüße
Susan


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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #27 am: 15. Oktober 2021, 15:18:29 »
5. September  Pont du Gard

Wir genießen ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück ehe es weiter geht es noch ein Eckchen nach Süden zum nächsten Rhonezufluss, dem Gard (oder Gardon). Er entspringt ebenfalls in den Cevennen und ist Namensgeber des an seinem Unterlauf liegenden Département.
Wir steuern den bei Remoulins am rechten Flussufer liegenden Campingplatz La Sousta  an. Impfzertifikat vorlegen und Bändchen umbinden wird langsam zur Routine  8) Die Stellplätze in der Nähe der Badestelle sind aus irgendeinem Grund gesperrt, wir finden aber noch ein nettes Plätzchen.


Mails checken  ;)

Nachdem wir uns eingerichtet haben und nach einer schönen Tasse Kaffee spazieren wir zur Attraktion des Ortes, dem Pont du Gard



Dies ist ein Aquädukt aus der Römerzeit, Teil einer rund 50 km langen Wasserleitung aus den Bergen zum antiken Nîmes. Erbaut wurde diese schätzungsweise im 1. Jahrhundert n.Chr. Das Bauwerk ist 49 m hoch, bis 275 m lang und hat drei Etagen. Ganz oben floss das Wasser in einer 1,80 m hohen und 1,20 m breiten Rinne; angeblich täglich rund 20.000 Kubikmeter. Im 9. Jahrhundert wurde das Aquädukt unbrauchbar, später wurde es als Straßenbrücke genutzt. Um das Gebilde zu schonen, wurde 1747 daneben in Höhe der unteren Ebene eine neue Brücke gebaut. Mittlerweile ist sie für den Autoverkehr gesperrt. Gleiches gilt auch für die mittlere Ebene des Aquädukt, die früher von Fußgängern zur Überquerung genutzt wurde.



Offenbar ist der Pont du Gard ein beliebtes Ziel für einen Sonntagsausflug. Wir queren den Gard auf eben dieser Brücke, hatten wir doch ein Bistro auf der anderen Seite in Erinnerung. Doch das Gebäude ist nicht nur geschlossen sondern fast schon eine Ruine.


Blick auf den Fluss

Es gibt an beiden Ufern auch Wege die Hügel hinauf zur dritten Ebene. Das schenken wir uns diesmal, daher hier Bilder aus 2011.





Die Wasserleitung war übrigens mit Deckplatten geschlossen, davon fehlen natürlich schon etliche. Früher konnte man wohl auf und in der Wasserleitung spazieren gehen. So hat das Kersten noch erlebt (Ende 70er, Anfang 80er). Auf beiden Ufern führen zudem Wanderwege zu weiteren Überresten des Aquädukt. Die waren schon ganz schön pfiffig die Römer  ;) Ingenieure staunen heute, wie sie so genau das Gefälle berechnen und bauen konnten.

Wir spazieren zurück ans rechte Ufer und unter dem Pont durch zur Sonnenseite. Hier ist es recht felsig und man kommt nur schwer zum Wasser. Wir hätten links bleiben sollen, da sieht es eher nach Kiesstrand aus. ::)


 
Also nur sitzen und fotografieren, kein Baden.


mal direkter Blick
zum Bögen zählen  ;)  6 unten, 11 in der Mitte, 35 oben

 
Details
natürlich kann man auch auf dem Gard gut paddeln und mal ein Panorama



Eine Spiegelung habe ich auch erwischt

 

Auf diesem Ufer findet ihr noch ein Besucherzentrum mit Museum, Souvenirshop, Bistro und Restaurant sowie den größeren kostenpflichtigen Parkplatz. Die Terrasse des Bistros schaut nett aus, ist daher leider auch voll belegt. Einen Aperitif für uns gibt es deshalb erst an der Bar des Campingplatzes.
Schon auf dem Hinweg waren mir Gräser, scheinbar übersät mit weißen Blüten, aufgefallen. Jetzt schaue ich mir das näher an:  keine Blüten, sondern massenhaft kleine Schnecken mit weißem Gehäuse.  :happy: Die Bilder davon sind aber nichts geworden.

Später zum Sonnenuntergang spazieren an den Fluss beim Camping. Doch der Pont ist von dort nicht zu sehen, also muss der Abendspaziergang ausgedehnt werden.  ;D





Nachbarn erzählen uns, der Pont du Gard solle im Dunkeln schön beleuchtet sein, jedoch wollten wir nicht noch einmal dorthin.
Stattdessen


Etappe

Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #28 am: 15. Oktober 2021, 15:29:38 »
Nachbarn erzählen uns, der Pont du Gard solle im Dunkeln schön beleuchtet sein, jedoch wollten wir nicht noch einmal dorthin.
Stattdessen


Das hätte ich genauso gemacht  :zwinker: :toothy9:.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #29 am: 15. Oktober 2021, 18:05:43 »
Die Pont du Gard hatte ich 2017 auch auf der Liste der möglichen Ausflüge von unserem Standort aus. Ist aber dann, weil es doch eine lange Fahrt gewesen wäre, zugunsten anderer Ziele, entfallen. Ist aber auf jeden Fall ein sehr imposantes Bauwerk und tolles Fotomotiv.

Toll, dass ihr die Pont von eurem Campingplatz bzw. nach einem Spaziergang von dort sehen konntet. Bei mir hätte es kein Halten gegeben, wenn ich das mit der Beleuchtung gehört hätte :) Bei Fußproblemen allerdings wohl auch nicht.
LG Christina