Autor Thema: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence  (Gelesen 9610 mal)

Horst

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #30 am: 15. Oktober 2021, 18:23:03 »
Mal ne andere Frage - wie ist das da mit Englisch?
Kommt man damit halbwegs durch oder muss man sich mit Französisch durchhangeln?
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Silvia

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #31 am: 15. Oktober 2021, 20:38:01 »
 :adieu:  so, ich bin jetzt auch noch mit aufgesprungen ..... hach was für tolle Sehnsuchtsbilder ..... Ardeche und Nebenflüsse war ich vor vielen Jahren zum paddeln und wollte zum Wandern wieder in die Gegend ...  hab's bisher immer noch nicht geschafft ... darum freue ich mich umso mehr, das ich bei dir "mitfahren" kann  ;D

Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #32 am: 16. Oktober 2021, 19:52:15 »
Mal ne andere Frage - wie ist das da mit Englisch?
Kommt man damit halbwegs durch oder muss man sich mit Französisch durchhangeln?

Wir sind mit Englisch und ein paar Brocken Französisch gut durchgekommen; ab und an ging sogar deutsch. Knackpunkt können geführte Besichtigungen sein, oft gibt es die nur auf Französisch. Zweimal bekamen wir dann einen Audioguide; ansonsten zumindest ein Flugblatt mit deutschen Erklärungen.

 :welcome: Silvia und auch alle stillen Mitleser.  Bis auf Landes 2017 war das seit einigen Jahren mal wieder ein Urlaub und nicht nur Zwischenetappe in Frankreich.

Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #33 am: 16. Oktober 2021, 21:16:43 »
6. September  Villeneuve-lès-Avignon & Avignon

Nach all der Natur darf es heute mal eine Städteerkundung sein. Da liegen einige in Rollerentfernung. Der Gatte hat sich für den ersten kurzen Abstecher in die Provence entschieden.  ::)
Leider gibt es keine direkte Nebenstrecke zum Ziel, das Fahren auf der teilweise vierspurigen N100 ist mit dem Zweirad recht nervenaufreibend. Erster Halt:

Villeneuve-lès-Avignon

 :read2:
So neu wie der Name denken lässt, ist die Stadt aber nicht. Es begann wie so oft mit einem Kloster, der um 980 herum gegründeten Benediktinerabtei Saint-André, und Leuten, die sich in der Nähe ansiedelten. Im Jahr 1293 gründete der französische König Philippe IV, der Schöne, am westlichen Rhône-Ufer eine neue Stadt. Sie sollte eine Konkurrentin Avignons werden; die Provence war damals ein eigenständiges Reich. Als Avignon zur Papststadt wurde, wählten die Päpste und Kardinäle das Westufer als Erholungsort und errichteten in Villeneuve prächtige Paläste. 

1360 wurde eine Festung auf dem Mont Andaon gebaut, das Fort Saint-André. Sie sollte die Abtei vor Angriffen gefürchteter Söldnerscharen schützen, die im damals tobenden Hundertjährigen Krieg umherzogen, und ebenso die Grenze des Königreichs. Als die Provence an Frankreich angeschlossen wurde, verloren Festung und Stadt an Bedeutung. Und noch mehr als die Rhône um 1770 ihr Bett nach Osten verlagerte. Im 19. Jahrhundert wurde Villeneuve bevorzugter Wohnort für wohlhabende Bürger von Avignon, die von hier einen schönen Blick auf ihre Stadt hatten. Dies ist bis heute so geblieben.

Vom Parkplatz aus spazieren wir als erstes hinauf zur Festung. Die wirkt schon von unten imposant, von nahen erst recht.



Den Eingang bildet die Königsburg mit den Zwillingstürmen. Die Passage war damals durch zwei hintereinander folgende Fallgitter gesichert.

 

Rechts geht es zur Abbeye Saint-André, die leider montags nicht geöffnet hat. Schade, schade, sie soll einen schönen Garten haben. Also geht es nur zu einem Rundgang in das Fort. Da haben wir Glück, ist der letzte Einlass vor der Mittagspause.  ^-^ Auch hier müssen wir das Impfzertifikat vorzeigen. Wir bekommen eine Broschüre in Deutsch mit auf den Weg.

Von den einst 190 Wohnhäusern aus dem 17. Jhd. ist nur noch eines erhalten geblieben. Das habe ich versäumt abzubilden, war wohl nicht so fotogen  ;) Auf einem Kieselweg spazieren wir zur nördlichen Wehrmauer und dann die Westmauer entlang.





Die Burg verfügte über ein doppeltes Wehrsystem:  Nischen mit Bogenschießscharten am Boden und auf den Mauern Brustwehre. Sonst gibt es weiter keine Häuser. Nur ein Plakat, das den Bau von neuen Wohnungen in der Festung ankündigt. Leider waren keine Bilder dabei, wie das denn aussehen soll.  8)

Das einzige Gebäude, das wir noch sehen, ist Chapelle Notre Dame de Belvezet. Sie diente bis zum 14 Jahrhundert als Pfarrkapelle. Ein schlichter Bau mit wenig zu sehen im Innern. Wir verweilen trotzdem etwas, denn dort ist es schön kühl. Die Temperaturen draußen nähern sich nämlich der 30 Grad Grenze.




Blick zum Tour des Masquez (Magier)

Laut Infoblatt sollte der das Unglück auf sich ziehen, um Schaden vom Rest des Forts abzuwenden. Wie, ob der z.B. verhext wurde oder so, stand leider nicht dabei. Der Turm besteht aus einem sehr hohen Saal und einer Treppe zum Wehrgang.



Displays mit Leuten stehen in mehreren Räumen der Burg, der Sinn hat sich uns nicht so ganz erschlossen  :gruebel: Der Typ hier verfolgte einem immer so mit den Augen, dem würde ich den Magier abnehmen  ;) An Wänden und am Boden befinden sich verschiedene Steinmetzzeichen sowie Einritzungen von Soldaten und Gefangenen.

Wir dachten, wir könnten uns die engen Wendeltreppen im Turm sparen. Doch der Weg unten ist abgesperrt. Man kommt leider nur über den Wehrgang und die Türme zum Ausgang. Also: "wat mutt dat mutt", Treppe rauf geht ja noch. Wegen des Hanggefälles verläuft die Südmauer in Stufen zu den Zwillingstürmen.




Aussicht auf die Stadt


Plattform der Zwillingstürme


Blick hinüber nach Avignon



Dann geht es an den Abstieg über die alten Wendeltreppen. Da brauche ich alle Konzentration und habe keinen Nerv mehr, die Räume im Turm anzuschauen  ::) Die da wären: Gefangenen"hof", Quasi-Bäckerei mit einem Brotbackofen und Gerichtssaal. 

Vielleicht ist es euch aufgefallen: wir waren da so ziemlich allein unterwegs. Leider finden wir keinen Schattenplatz für eine Pause. Im Stehen leeren wir eine Flasche Wasser und folgen dem Wegweiser Richtung Altstadt. Die wirkt jetzt zur Mittagszeit bis auf ein paar Lunchgäste auch recht ausgestorben.  8)





 
ein Farbtuper in all dem Beige  ;)



Ich habe erst hinter gelesen, dass es noch ein zweites Kloster mit Garten im Ort gibt. Das haben wir verpasst.  Am Bouleplatz finden wir schließlich ein schattiges Plätzchen unter einer Platane für ein Apfelpicknick.

Kurze Verschnaufspause ...
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #34 am: 17. Oktober 2021, 00:07:34 »
Es geht weiter ...

Kurzer Fotostopp am Turm Philippe-le-Bel



Dies war das erste Bauwerk von Philippes neu geplanter Stadt am rechten Rhôneufer. Das Châtelet sollte den Zugang zur Brücke nach Avignon sichern und wurde gegen 1302 gebaut. 

Wir meiden die Brücke mit der N100 und nehmen die Zufahrt über die Île de la Barthelasse, auf der sich u.a. Camping- und WoMo-Übernachtungsplätze befinden. So kommen wir jetzt in die Provence nach

Avignon

Nach Durchfahrt eines Doppelkreisel landen wir direkt am Stadttor Crillon und Parken an der Mauer. Der Platz am Tor sieht recht hübsch aus, leider herrscht zuviel Verkehr für ein ordentliches Foto. Eigentlich hatte ich Avignon nicht auf dem Plan. Zwar waren wir vor Jahren schon mal hier, doch sind nun etwas unvorbereitet, was wir so anschauen wollen.  :floet:
Wir folgen einer Schar junger Leute mit Rucksack und kommen so zu einer Schule.   ::)  Okay, war nicht ganz die falsche Richtung, wir finden dann doch schnell den Platz vor dem Papstpalast.




 :read2:
Bis ins 14 Jhd. erlebte Avignon eine wechselvolle Geschichte zwischen Blüte und Vernichtung. Erste Siedlungen gab es schon zur Jungsteinzeit. Dann siedelten verschiedene Völker dort, unter anderen auch die Römer und zur Zeit des Heiligen römischen Reiches unterstand die Stadt dem deutschen Kaiser. Machtkämpfe innerhalb der Kirche in Rom führten dahin, dass von 1309 -1376 Avignon Papstsitz und Hauptstadt des Christentums wurde. Während einer zeitweiligen Spaltung, die bis etwa 1417 dauerte, gab es zwei Päpste, einen hier den anderen in Rom. Auch nach der Einigung stand Avignon bis 1791 unter päpstlicher Herrschaft.


Palais des Papes
Einer Besichtigung sind wir eh nicht zugeneigt gewesen, doch sicher machen wir keine bei den Horden an Schulklassen. Da liefen mehrere Gruppen jeweils in farblich unterschiedlichen T-Shirts herum. Trotzdem meinen wir, den Platz schon viel belebter gesehen zu haben (Dias von damals geben uns Recht).


Cathédrale Notre-Dame des Doms d’Avignon

In der Hoffnung auf schattige Plätzchen spazieren wir hinauf zum Rocher des Doms, einem Felsvorsprung mit Gartenanlage. Von den Belvederes dort haben wir schöne Aussichten


Rhône, Insel und die Festung von Villeneuve


Pont Saint-Bénézet
die berühmte Brücke; im 14. Jhd. als Ersatz für die alte Holzbrücke erbaut. Ursprünglich hatte sie 22 Brückenbogen, einer Flut hielten nur vier stand. Das bekannte Volkslied "Sur (ursprgl. sous) le pont d’Avignon" geht auf ein Fest zurück, das auf der Insel unter den Brückenbögen stattfand. Gut zu sehen auch der oben genannte Tour Philippe-le-Bel.



Der Garten hat viele Bäume und wenig Blühendes, die Wasserbecken sind umlagert von Jugendlichen. Momentan sind dort noch Bilder nach Fotos aus den 1950ern ausgestellt.






Engel halten Wacht


Place du Palais von oben

In der Altstadt sollen viele alte Kardinalspaläste und Stadthäuser zu finden sein. Ob dieses dazu gehört? Mein Latein ist etwas eingerostet, doch auch lt. Wiki war dies


Münzprägeanstalt von 1429
die Reliefs hätten eher eine Weinhandlung vermuten lassen  ;)

An der Place de l'Horloge jedenfalls sehen wir neben etlichen Terrassen von Restaurants das Rathaus und die Opéra Grand Avignon



 

und der Molière ist auch verewigt



Jetzt wird es aber Zeit für eine Erfrischung. Zum Glück müssen wir nicht weit gehen: der Salon de Thé am Ende des Platzes bietet auch leckere Eisbecher an.  :herz:

Es gäbe sicher noch viel mehr zu sehen, doch die Treppensteigerei und das Umhergelaufe hat meine Füße ermüdet.  Wir machen uns an den Rückweg, dabei passiert Kurioses.   Aus der Römerzeit gibt es so gut wie keine Überreste in Avignon, wurde wohl beim Bauen zur Papstzeit zerstört oder überbaut. Als Kersten unterwegs ein längeres Telefonat mit Colin führt, knipse ich aus Langeweile einen Oleander mit Steinen und erwische damit zufällig die beinah einzigen übrig gebliebenen Römersteine  ;D


Vestiges du forum romain

Auf der Rückfahrt versuchen wir die N100 zu umgehen, das gelingt nur zum Teil über Les Angles (kurz hatte ich mich verguckt und Los Angeles gelesen). Weitere Nebenstraßen wären ein zu großer Umweg. Uns läuft noch ein Lidl über den Weg, bei dem wir Salat und Wein kaufen.

Beim Campingplatz angekommen geht es zur Erfrischung in den Pool und für einen Pastis an die Bar.


Die Route

Liebe Grüße
Susan


Horst

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #35 am: 17. Oktober 2021, 12:26:58 »
Mal ne andere Frage - wie ist das da mit Englisch?
Kommt man damit halbwegs durch oder muss man sich mit Französisch durchhangeln?

Wir sind mit Englisch und ein paar Brocken Französisch gut durchgekommen; ab und an ging sogar deutsch.
:thumb: Danke
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Ilona

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #36 am: 17. Oktober 2021, 15:47:37 »
Jetzt hast du mir einen Ohrwurm beschert  :toothy9: :



Das Städtchen gefällt mir  :thumb:.

Ich hoffe, dein Bein ist zwischenzeitlich wieder in Ordnung?!
Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #37 am: 18. Oktober 2021, 18:48:18 »
Villeneuve und den Philip Turm hatte ich mir auch rausgeschrieben, da blieb dann aber keine Zeit mehr nach der Avignon Besichtigung. Rund um den Papstpalast war es bei uns auch sehr ruhig, auf eine Innenbesichtigung hatten wir auch verzichtet, weil ich von Menschenmassen und Ticketvorbestellung gelesen hatte. Wahrscheinlich hätten wir aber einfach reingehen können, weil so wenig los war. Insgesamt hat mir Avignon auch sehr gut gefallen, wir hatten wohl ähnliches Wetter wie ihr.
LG Christina

Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #38 am: 18. Oktober 2021, 19:58:13 »
Dem Bein geht es soweit ganz gut. Nur Treppen machen noch etwas Schwierigkeiten und nach Anstrengungen kneift's. Mir wurden jetzt Übungen zur Kräftigung der umliegenden Muskeln gezeigt, damit das Sprunggelenk etwas stabiler wird.

Villeneuve und den Philip Turm hatte ich mir auch rausgeschrieben, da blieb dann aber keine Zeit mehr nach der Avignon Besichtigung.


Ein Grund nochmals die Gegend zu besuchen  ;D Wir haben da auch noch offene Rechnungen...


Der nächste Tag ist mal wieder schnell erzählt und bilderarm, dafür gibts am nächsten umso mehr  ^-^

7. September  Auf zum Nationalpark Cevennen

Bei Lidl stocken wir die Vorräte auf, denn die nächsten Ziele sind wieder kleine Orte und mehr Natur. Bis  Alès kommen wir ganz gut voran, dann geht es höher und kurvenreicher ins Gebirge.

 :read2:
Die Cevennen sind ein Karstgebirge mit Schluchten und Hochebenen, der südöstliche Teil des französischen Zentralmassivs.  Die höchsten Gipfel sind der Mont Lozère mit 1699 m und der Mont Aigoual mit 1567 m. Schon seit 1913 gab es Pläne zur Schaffung eines Nationalparks, die wurden aber erst 1970 verwirklicht. Bekannt wurde die Gegend durch Robert Louis Stevensons (der von der Schatzinsel)  "Eine Reise mit dem Esel durch die Cevennen" Seit dem Mittelalter bestimmte Landwirtschaft, besonders Wander-Weidewirtschaft, lange das Leben dort; außerdem Bergbau und die Herstellung von Seide. Die Manufakturen zur Seidenraupenzucht lieferten Millionen Kilogramm von Seide pro Jahr bis 1845 eine Pilzerkrankung der Produktion ein Ende setzte. Heute ist Tourismus der Hauptwirtschaftszweig der Cevennen.

Ich hatte die N106 als Route gewählt, trotzdem kommen wir nicht schnell voran. Der Schnitt des Routenplaners von rund 50 km/h passt schon. Ab Florac fahren wir im Tal bzw. der Schlucht des Tarn und zwar bis kurz hinter St. Enimie. Unser Quartier für die nächsten Tage ist der Camping Couderc.

Nach Einrichten und Kaffeepause schauen wir kurz zum Fluss und entscheiden uns dann doch für ein Bad im Pool und Relaxen.





Die Etappe:

Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #39 am: 18. Oktober 2021, 22:29:34 »
8. September Kajaktour Gorges du Tarn

Wir wollten uns natürlich gern die Tarnschlucht vom Wasser aus ansehen. Ich hatte da an eine Kahnpartie von La Malène aus gedacht, Kersten an eine Kajaktour. Ich habe mich überreden lassen  :floet:
Der Campingplatz hat einen Kajakverleih, der vier Touren anbietet: zwei von flussaufwärts zum Platz, zwei flussabwärts vom Platz. Die oberen können nicht gebucht werden; soweit ich verstanden habe, ist da zu wenig Wasser. Wir entscheiden uns für die kürzere Variante, immerhin noch 12 km lang.

Morgens um 10 Uhr geht es los, bis 16 Uhr müssen wir am Ziel sein.  Kersten macht "klar Schiff", während ich noch schnell die Porzellanabteilung aufsuche und das WoMo -die Apfelschorle vergessen.  ::)




erfolgreich abgelegt

Die Luft ist noch kühl und ruhig fließt der Tarn. Die Spitze des Berges funkelt im Morgensonnenschein (Quiz: welchem Volkslied entlehnt?  ;)  )



Nixen kekommen wir keine zu sehen, nur schöne Spiegelungen  8)





Als Gorges du Tarn wird der Teil der Schlucht zwischen Sainte-Enimie und Le Roziers bezeichnet. Er ist 35 km lang und 400 bis 500 m tief. Wir paddeln so gemütlich vor uns her,  sehen sowohl etwas weitere Talkessel  als auch Engstellen mit Felsklippen. Und nur ab und zu ein weiteres Kajak.





Mittlerweile scheint auch die Sonne mehr in die Schlucht. Nicht so günstig für Fotos, denn nun gibt's Gegenlicht.



Eine Brücke kommt in Sicht. Sie führt zu dem Weiler Saint-Chély-du-Tarn. Da wir nicht sehen, wie man von der Kiesbank ins Dorf kommt, sparen wir uns ein Anlanden. Das Highlight sieht man eh besser vom Wasser aus  ^-^






Cascades de Saint-Chély



Da wir auch rückwärts paddeln können, die Brücke nochmals ohne Gegenlicht  8)



und ein weiteres Wasserfällchen



Wir haben jetzt wohl ein gutes Drittel der Strecke geschafft und das ohne Anstrengungen  ;D So ruhig geht's auch weiter







Erinnert die Szenerie euch auch etwas an Colorado?

Es wird Zeit für einen Imbiss und eine Erfrischung! Wir finden einen geeigneten Kieselstrand, nur zum Baden ist es zu flach



Gleich geht's weiter ...
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #40 am: 19. Oktober 2021, 00:08:01 »
Bitte wieder einsteigen...

... wir paddeln weiter


mal ein paar Häuser

Stellenweise haben wir jetzt (zu) wenig Wasser unter'm Kiel



und laufen auf Grund. Manchmal hilft stochern mit den Paddeln, manchmal muss Ballast weg  :floet: (Einer Kersten aussteigen und Boot ziehen oder schubsen) Wie gut, dass diese robust sind. Die Szenerie wird felsiger.  Paula fragte ja nach einem Wanderweg durch die Schlucht. Wir haben später zwar entsprechende Schilder gesehen, können uns aber nicht vorstellen, dass der Weg nahe am Ufer verläuft.







Dann wieder wirkt der Fluss ziemlich tief.





Während unserer Verschnaufspause überholten uns drei Kajaks mit Pärchen meines Alters. Sie begegneten uns später noch hin und wieder, weil wir teils schneller waren, teils uns treiben ließen. Hätte nicht der Verleiher uns gefragt, ob wir wirklich einen Zweier haben wollten und ob wir uns vertragen würden, wären wir nicht in Versuchung gekommen zu lästern. Ist eigentlich gemein, weil sie offensichtlich Anfänger waren, doch ihr Zickzackkurs amüsierte uns trotzdem. Die sind mehr als 12 km gepaddelt. Dazu war in zwei Booten die Stimmung ein wenig angespannt. Die Nachfrage des Verleiher hatte schon so seinen Grund.  8) Gut, dass niemand gesehen hat, wie wir aus Unaufmerksamkeit eine kleine Schnelle unfreiwillig rückwärts durchfahren sind.  ^-^



Weiterhin säumen Felsklippen unseren Kurs. Ich versuche mich in Selfies, aber meine Arme sind einfach zu kurz  ;D Die Großaufnahmen von meinen Schönheitsfehlern erspar ich euch mal.







Das Ziel kommt in Sicht



doch da lauert noch eine kleine Schikane  :o



Man soll hier aussteigen, das Boot runterziehen oder -schubsen und dann wieder einsteigen. Den Abstieg über die rutschigen Steine finde ich nicht besonders spaßig  :P Da muss das bewährte "Allrad" ran.



Doch gleich danach sehen wir schon das Schild zu unserem Landeplatz in La Malène. Geschafft! Alles in allem weniger anstrengend als befürchtet. Zum nächsten Haltepunkt wären es noch weitere 7 km gewesen, das hätte ich trotzdem nicht haben müssen. Sowas wie Stromschnellen gab es nicht, das sähe im Juni wahrscheinlich anders aus. Wie lange wir für die Tour gebraucht haben, kann ich leider nicht sagen. Nachdem unsere Wasserkamera zur Reparatur war, hatte ich die Zeit noch nicht wieder eingestellt.  :verlegen:  Wir müssen jedoch noch fast zwei Stunden auf den Shuttle warten.

Im Schatten der Brücke - die Sonne brennt ganz schön- finden wir ein lauschiges Plätzchen. Leider passten keine Strandstühle ins Boot.  ;) Trotz Snack unterwegs knurrt der Magen, Kersten besorgt uns belegte Baguettes. 



Frisch gestärkt spaziere ich dann zur und über die Brücke. Sie führt zu einer Serpentinen reichen Bergstraße. Schon von unten haben wir den Verkehr darauf bewundert. Das Foto gibt die Wirkung nicht so recht wieder.



Sie soll nur von Fahrzeugen bis zu einer Länge von 6 m befahren werden. Wir haben auch ein, zwei Wohnmobile gesehen (keine Ahnung wie lang); mit unserem würde ich da nicht hoch wollen  :P


Brücke mit Beam  ;)


Blick zu Ort und Fluss


das Wehr


La Malène


Sur le pont


Fotofassade, der neue Trend

Ab hier starten übrigens die Kahnfahrten auf dem Tarn. Ich bummle noch ein wenig durchs Dorf (Die Bilder dazu gibt es beim nächsten Tag, da passen sie besser ins Programm).

Pünktlich um 16 Uhr fährt der Kleinbus mit dem Bootsanhänger vor, der uns zum Campingplatz zurück bringt. Ziemlich forsch übrigens. Merke: lieber nicht am späten Nachmittag von Osten die Gorges durchfahren. Oder nur mit Kleinwagen 8)

Da wir nicht richtig zum Baden gekommen sind, gehen wir noch ein Stündchen an den Pool. Leider verschwindet die Sonne bald hinterm Berg und es wird kühl.

Abendprogramm wie üblich

Liebe Grüße
Susan


Ilona

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #41 am: 19. Oktober 2021, 16:30:38 »
Zitat
Die Spitze des Berges funkelt im Morgensonnenschein (Quiz: welchem Volkslied entlehnt?

Ich weiß es, ich weiß es  :adieu: :

Bei 0:38



Eure Paddeltour hat sogar virtuell Spaß gemacht  :toothy9:.

Zitat
Stellenweise haben wir jetzt (zu) wenig Wasser unter'm Kiel

Da hätte ich mich als Anfänger auch ins Boot getraut :cool2:.

Zitat
Hätte nicht der Verleiher uns gefragt, ob wir wirklich einen Zweier haben wollten und ob wir uns vertragen würden, wären wir nicht in Versuchung gekommen zu lästern. Ist eigentlich gemein, weil sie offensichtlich Anfänger waren, doch ihr Zickzackkurs amüsierte uns trotzdem. Die sind mehr als 12 km gepaddelt. Dazu war in zwei Booten die Stimmung ein wenig angespannt. Die Nachfrage des Verleiher hatte schon so seinen Grund.

Also MERKE: Nur eine harmonische Beziehung überlebt das gemeinsame Paddeln in einem Kajak.

Zitat
Ich versuche mich in Selfies, aber meine Arme sind einfach zu kurz

Ja, ja, nobody is perfect - bei mir sind es die Beine :totlach:.

Zitat
Wir müssen jedoch noch fast zwei Stunden auf den Shuttle warten.

Oh man, das ist schon heftig. Vor allem, wenn der Magen knurrt.







Liebe Grüße

Ilona

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Christina

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #42 am: 19. Oktober 2021, 18:33:00 »
Auf das Lied wäre ich nicht gekommen, ich dachte, es wäre vielleicht die Übersetzung eines ausländischen Textes, da ich mir "funkeln" gar nicht in einem Liedtext vorstellen konnte. Vielen Dank Ilona für das Video dazu, das sind richtig schöne Blicke auf den Rhein.

Die Kanutour gefällt mir sehr gut, diese letzte Stufe, mit klettern über glitschige Steine hätte es aber nicht gebraucht. 2 h Stunden warten ist nicht so toll, aber es gab ja Baguettes, ein hübsches Dörfchen und Schattenplätze.

Die Bilder sind also mit einer Wasserkamera aufgenommen? Ich hatte mir schon gedacht, dass ich mich nicht getrauen würde, auf so einer Tour meine Kamera mit zu nehmen.

Am Rand der Cevennen waren wir auch schon, aber am nördlichen, bei unserer ersten Auvergne Tour 2004 sind wir bis Aurillac und Le-Puy-en-Velay gekommen.
LG Christina

Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #43 am: 20. Oktober 2021, 15:28:14 »
Ilona und danke für das Video. Meine Eltern hatten eine etwas jazzigere Version auf Platte. Und offenbar wurde ich als Kind mit derartiger Musik so dauerbeschallt, dass mir in allerlei Situationen solche Liedzeilen einfallen  ::)

Die zweistündige Wartezeit war jetzt nicht so schlimm. Wir hatten ja trockene Klamotten dabei und so Gelegenheit schon mal durchs Dorf zu bummeln.

Da wir ja öfter Kajak- oder Raftingtouren unternehmen und die Einweg-Kameras nicht so tolle Bilder liefern, hatten wir schon länger eine wasserfeste Kompakte. Zum Schnorcheln auf Hawai'i gab es dann ein Upgrade auf eine Nikon Coolpix. Es gäbe zwar Schutzhüllen/-gehäuse für die Spiegelreflex, doch das wäre mir beim Paddeln zu unhandlich.

Christina, der Rest der Cevennen wäre bestimmt auch etwas für euch. Ich habe mich diesmal ja nicht so mit möglichen Wanderungen beschäftigt, doch unterwegs haben wir etliche Schilder gesehen und Wanderer getroffen.
Liebe Grüße
Susan


Susan

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Re: September 2021: Languedoc & ein Schuss Provence
« Antwort #44 am: 20. Oktober 2021, 18:10:16 »
9. September  Rollertour Gorges & Causses

Für heute war schlechteres Wetter angesagt, noch ist es jedoch schön heiter. Einer weiteren Rollertour steht also nichts im Weg.

Zuerst fahren wir ein Stück unserer Anfahrtsroute zurück. Schließlich konnten wir dort mit dem Dickschiff für Aussichten nicht so recht halten. Eine Ausnahme wäre der Belvedere Castelbouc, den wir als erstes ansteuern. Das ist ein Dorf mit einer Burgruine auf einem der steilen Felsen am Tarn.



Um den Namen rankt sich eine Legende:

Der Papst rief zum ersten Kreuzzug, die Männer der Region folgten. Sie meldeten sich beim Militär und zogen in die Ferne nach Palästina. Nur der Burgherr Raymond blieb lieber daheim. Die Frauen wähnte er einsam und sich nach Kindern sehnend, so beglückte er sie alle. Das war etwas viel für Raymond, daraufhin starb er vor Erschöpfung. Am folgenden Abend sichtete man seinen Geist in Form eines Ziegenbocks (frz.: bouc) über die Burg fliegend. Seither heißen Burg und Dorf eben Castelbouc .



Im 12. Jahrhundert gehörte Château de Castelbouc einem Vasallen des Templerordens, 1592 wurde sie im Zuge der Hugenottenkriege geschleift.

Wir fahren hinunter ins Tal und ans andere Tarnufer.


eher Steg als Brücke

Am Ortsanfang gibt es nur wenige Parkplätze. Da die auch die Bewohner nutzen müssen, sollten Besucher ihre Autos vorher abstellen. Für WoMos gibt es jenseits der Brücke Stellplätze.  Der Blick geht gleich zum Felsen mit der Burgruine. Einige der Häuser sind in die Felswand hineingebaut oder schmiegen sich an solche.

   


ab hier ist spätestens Schluss mit Auto  ;)

 

Anders als bei manch ähnlichem Ort gibt es keine touristischen Lädchen. Einige der Häuser sehen bewohnt aus, andere unbewohnt, aber gut in Schuss. Vielleicht Feriendomizile? Schnell sind wir am anderen Ende des Dorfes, dort geht es dann auf Wanderwege weiter.


Ein Traubenbaum ??
ich staune, des Rästels Lösung: eine Weinranke hat sich soweit hochgearbeitet   :))

 

Bis zur Burgruine wollen wir nicht hinauf - das Kopfsteinpflaster macht mir zu schaffen - doch gern zum Flussufer mit Blick auf Castelbouc. Das ist gar nicht so einfach, denn die Kiesbänke sind als privat abgesperrt. Da wir bisher grad drei Leuten begegnet sind, ignorier ich das mal für ein Foto.

 

Wir fahren auf gleichem Weg zurück nach Sainte-Enimie, dort über die Tarnbrücke und hinauf zur Causse Méjean. Das ist die größte der Kalk-Hochebenen im Zentralmassiv und liegt ca. 800 bis 1247 m (= höchster Punkt) hoch. Die Landschaft würde ich als Heide beschreiben, hier im westlichen Teil gibt es auch Wald. Auf den etwa 340 Quadratkilometern leben nur rund 450 Menschen. Die D986 ist die Hauptverbindungsstraße und auch Wohnmobil tauglich, denn es geht recht sanft bergan, nur zwei Spitzkehren. Wir halten am Aussichtspunkt Le Saltadou oberhalb von Saint-Chély. Es gibt dort ein Souvenirlädchen und ein Cafe mit Terrasse. Das macht unsicher, ob Eintritt fällig wird, doch die Aussichten gibt es umsonst.  ;) Nur einfach durchgehen und ein paar Stufen hinab.


"oh, look a Horseshoe Bend"
Zitat Dame neben uns  8)


Saint-Chély
gestern noch dran vorbei gepaddelt


das komplette Panorama

Wir löschen unsern Durst mit Eistee auf der Cafeterrasse und rollern dann ein Stück weiter bergan bis zum Col de Copelac  auf 907 m. Danach wird es relativ eben mit Aussicht auf Felder und Weiden, bis wir auf die D16 abbiegen, da kommt mehr Wald. Bislang konnten wir uns gut an Schildern orientieren, doch an einer Kreuzung fehlt es. Im Zweifel geradeaus, doch bald habe ich das Gefühl nicht mehr richtig zu sein. Wir kehren um und aus Gegenrichtung steht dann der richtige Hinweis  ::)

Paula hatte im Bericht ihrer Wanderung zu diesem Aussichtspunkt geschrieben, man käme auch mit dem Auto hin. Also setzte ich ihn aufs Programm für Rollertouren und nun haben wir ihn auch gefunden, den Roc des Hourtous



Zum gegenüberliegenden Felsen Roc de la Truque sollen es nur 100 m sein. Mr. Henry hat die 1990 auf einem Seil überquert, siehe  Nach unten sind es etwa 160 m. Es hieß, der Aussichtspunkt koste Eintritt. Tatsächlich ist ein Teil des Roc durch ein Restaurant abgesperrt. Dies hatte allerdings geschlossen und wir kommen auch hintenrum zu Panoramablicken.

   
flussaufwärts und flussabwärts

Leider zieht sich der Himmel zunehmend zu. Daher und weil der Roller bald Sprit brauchen könnte und wir bisher nur von einer Tankstelle wissen - außerdem haben wir Kaffeedurst - kürzen wir die Runde etwas und fahren statt über Les Vignes Richtung La Malène. Dafür müssen wir die steile und kehrenreiche Straße hinunter, die wir von unten schon gesehen haben. Sie ist bei Motorradfahrern wohl beliebt, hier mal ein gefundenes Bild Doch ich bin halt keine echte Bikerin  ;)

Gönnen wir meinen Nerven und den Bremsen des Rollers
eine kleine Verschnaufspause...

Liebe Grüße
Susan