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Fjord & Fjell 2016 - Mein Solo-Road-Trip durch Süd- und Mittelnorwegen

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serendipity:

--- Zitat von: Paula am 02. September 2016, 21:26:21 ---... aber die vielen grauen Wolken stören mich schon, ich glaube nach ein paar Tagen würde mir das aufs Gemüt schlagen

--- Ende Zitat ---

Die Landschaft und die trockenen Momente haben wieder alles raus gerissen - aber 24 Stunden Dauerregen konnte ich nur schlecht verkraften.

Susan:

--- Zitat von: Paula am 02. September 2016, 21:26:21 ---Die Einbahnstraße bergab hätte mir auch gefallen! Sonst mag ich Bergstraßen nicht, aber wenn mir niemand entgegen kommen kann macht das Spaß.
Die Stabkirche ist ganz toll und die Landschaft ja auch, aber die vielen grauen Wolken stören mich schon, ich glaube nach ein paar Tagen würde mir das aufs Gemüt schlagen

--- Ende Zitat ---

Dem schließe ich mich voll und ganz an  ;D Es muss ja nicht immer nur Sonne sein, aber wenn der Himmel so gar nicht aufreißen will  :-[
Trotzdem eine ganz tolle Landschaft

serendipity:
Und weil der Himmel nicht außreißen wollte, ist der nächste Tag auch ganz schnell erzählt:

Dienstag, 02.08.2016 - Zwangspause

Ich habe sehr schlecht geschlafen. Als ich um 6 Uhr wach werde, fühle ich mich mies, mir ist schwindlig, ich habe Kopfschmerzen und mache mir erst einmal einen Kaffee und nehme Schmerztabletten, denn eigentlich möchte ich heute zum Nigardsbreen, einem Gletscherausläufer des Jostedalsbreen.

Meine ungewollte Kletterpartie durchs Auto auf der Fährfahrt von Hirtshals nach Kristiansand zeigt jedoch Wirkungen. Das damalige Knacksen im Hals wird immer mehr zu einem Problem. Mein linker Arm schmerzt und fängt in unregelmäßigen Abständen zu kribbeln an, die Schulterpartie ist verspannt, der Daumen oft ohne Gefühl. Bisher habe ich versucht es zu verdrängen, heute geht es nicht mehr.

Da die Wolken auch tief über dem Fjord hängen und es immer wieder nieselt, beschließe ich, einen Ruhetag einzulegen, zu lesen, zu schlafen, meine Gymnastikübungen zu machen und zu hoffen, dass morgen wieder "die Sonne scheint".

Natürlich hätte ich meine Planung umschmeißen können und heute am Lustrafjord entlang zum Feigumsvossen (Wasserfall) und nach Urnes zu einer Stabkriche fahren können - aber zum ersten Mal wird mir richtig bewusst, dass ich mich vor niemandem rechtfertigen muss. Ob ich den Wasserfall und die Kirche nun sehe oder nicht - es ändert nichts und vielleicht dankt mein Hals es mir ja.

So verbringe ich den Tag vor und in der Hytta, je nach Wetterlage, beobachte die Camper um mich herum, lese und schlafe am Nachmittag zwei Stunden. Am Abend spaziere ich noch ein wenig am Fjord und beobachte gespannt den Himmel, denn morgen will ich auf jeden Fall zum Gletscher und die Wettervorhersage sieht gut aus.

Unterkunft: Dalsøren Camping, Luster, 998 NOK = 107 €, Hytta mit Selbstversorgung

 

stefunny:
Ich werde durch deinen Bericht bestätigt, am Ende schaut es überall gleich aus, zwar schön und beeindruckend, aber ob man nur die 10. Stabkriche und den 20. Wasserfall auch noch gesehen hat, macht echt keinen Unterschied.
So ein Ruhetag tut doch mal ganz gut.

serendipity:
Es war an diesem Tag einfach das richtige für mich  :), aber so soll es ja nicht weitergehen, deshalb:


Mittwoch, 03.08.2016 - Ice, Ice, Baby

Dank Tabletten habe ich relativ gut geschlafen und bin fit, als ich um 6.30 Uhr vom Wecker geweckt werde. Es gibt einen Kaffee und Rosinenbrot am Tisch draußen, der Himmel zeigt viele Wolken, aber ab und an kann man sogar ein wenig "blau" erkennen.

Um 8.30 h mache ich mich auf den Weg zum Nigardsbreen. Schon die etwa 50 km weite Anfahrt ist jeden Meter wert. Erst geht es wieder am Lustrafjord entlang, der sich heute schön smaragdgrün zeigt.





Dann geht es durch ein wildes Tal immer weiter nach oben. Es gibt leider wieder keine richtigen Möglichkeiten zum Anhalten, was schade ist, denn der wilde Fluss entlang der Straße wäre das ein oder andere Bild wert.

Gegen 9.30 Uhr erreiche ich das neue Visitorcenter Breheimsenteret mit großem Parkplatz. Es gibt ein Cafe bzw. Selbstbedienungerestaurant, einen Souveniershop, ein Gletschermuseum sowie die Möglichkeit Gletschertouren zu buchen. Ich erkundige mich nach einer Tour, leider könnte ich erst am Nachmittag auf den Gletscher - also werde ich ihn mir nur aus der Ferne ansehen und ihn nicht besteigen.

Zunächst besuche ich aber das kleine Museum, welches gut gemacht ist und viele neue Informationen für mich bereit hält.











Von hier aus hat man nun mehrere Möglichkeiten zum Gletscher zu kommen. Man kann direkt von hier loslaufen - was mir aber wenig reizvoll erscheint - oder man fährt über eine kostpflichtige Straße weitere 8 km bis zu einem nächsten großen Parkplatz, ab hier starten auch die Gletschertouren. Ich will die 40 NOK = 4,30 € investieren und bis zum nächsten Parkplatz fahren. Da sich eine Fahrerin mit dem Schrankenmenschen scheinbar länger über irgendetwas auseinandersetzt, habe ich Glück und werde durchgewunken. Ich finde dann auch schnell einen Parkplatz. Ab hier gibt es wieder zwei Möglichkeiten. Entweder lässt man sich mit dem Boot über den Gletschersee näher heranbringen oder man läuft die ca. 2 km zum Gletscher.







Ich entscheide mich fürs Laufen und folge mehr oder weniger dem roten "T", welches den Weg kennzeichnet. Ich brauche ca. 90 Minuten bis zum Eis, der Weg führt über glatt geschliffene Felsen, manchmal muss ich etwas springen  oder zurücklaufen, wenn ich keinen guten Abstieg für die "kurzen Beinchen" finde. Wanderschuhe sind sinnvoll, denn nicht überall ist der Felsen griffig.

Es ist wunderschön hier und die Leute verlaufen sich auf dem Felsplateau, so setze ich mich auch immer wieder mal auf einen Felsen und genieße einfach.

































Diese Farben! Ich bin hin und weg und kann mich gar nicht satt sehen. Setze mich auf einen Felsen und mache ein Obst-Picknick - ab und zu blinzelt sogar die Sonne hervor. Der Anblick des Gletschers versöhnt mich mit allen Regenwolken der letzten Tage. Ein ganz, ganz tolles Erlebnis - jetzt wünschte ich Peter wäre da und könnte dies auch sehen und erleben.

Nach über einer Stunde am Gletscher mache ich mich langsam auf den Rückweg, den ich auf den Felsen wieder suchen muss. Ich komme nicht wirklich schnell vorwärts, denn immer wieder richte ich meinen Blick zurück.











Außerdem scheint mittlerweile wirklich die Sonne und ich lege die ein oder andere Pause auf Felsen ein und strecke ihr mein Gesicht entgegen - Vitamin D ist schließlich wichtig :).

Es ist schon fast 16 Uhr, als ich wieder am Auto bin. Glücklich und zufrieden fahre ich die wunderschöne Strecke zurück zum Campingplatz. Dort gibt es erst einmal einen Kaffee und dann noch einen kleinen Spaziergang am Fjord entlang.



Da die Wolken wieder einmal einen Sonnenuntergang verhindern, esse ich Nudeln mit Pesto, trinke das ein oder andere Gläschen Wein, telefoniere mit Peter und genieße den Abend vor meiner Hütte mit Buch.
Um 22 Uh liege ich müde, aber sehr zufrieden im Bett.


Unterkunft: Dalsøren Camping, Luster, 998 NOK = 107 €, Hytta mit Selbstversorgung


 

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