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USA und Hawaii 6 Wochen in 2004

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MisterB:
07.09.2004 - Las Vegas und die blauen Männer

Sehr spät sind wir heute wieder auf die Straße gekommen. Irgendwie taten mir ziemlich die Beine und Füße weh. Der Weg den Strip hoch und runter ist doch weiter wie man es denkt.

Wir haben den Tag über noch ein wenig in der Gegend rumgetrödelt und uns halt alles angesehen, was wir gestern nicht gesehen hatten. Im Excalibur haben wir uns das Tafelrunde-Buffet vorgenommen. Ich glaube es hat so um die 10 Dollar gekostet und man konnte am Buffet so viel essen wie man wollte. Also heute endlich mal ein gutes und reichliches Mittagessen :-)

Nachdem wir dann aus dem Excalibur rausgerollt sind, habe ich mich von Stephan dazu überreden lassen am Abend zur Blue Man Group  zu gehen. Eigentlich hatte ich ja keine Lust aber ich konnte ihn ja nicht alleine gehen lassen :-) Also schnell noch zwei Häuser weiter im Mandalay Bay Tickets für den gleichen Abend gekauft. Die Show ist im Luxor. Warum wir noch ein Haus weiter sind und nicht direkt im Luxor gekauft haben, weiß ich jetzt auch nicht mehr.

 
Beim MGM Grand haben wir dann im Studio-Bereich noch an einer Testvorführung für eine neue Fernsehserie teilgenommen. Wir waren mit ca. 10 Leuten in einem Raum mit Vorführgerät. Jeder hatte ein Teil, das Aussah wie eine große Fernbedienung mit nur einem großen Drehknopf. Man sollte nun während des Schauens der Sendung an dem Rad drehen. Nach links = gefällt mir nicht so gut bis sau schlecht. Nach rechts = ganz ok bis total begeistert. Also mir hat die Kacksendung überhaupt nicht gefallen. Irgendein komischer Mischmasch aus Teenyshow mit Baseballeinlagen und dann noch Krach mit der Mutter und und und. Absolut schlecht. Nach Ende der Sendung musste jeder noch einen Fragebogen ausfüllen, wo noch detailliert Sachen aus der Sendung abgefragt wurden und man seine Meinung noch mal kundtun konnte ( und DAS habe ich getan haha ).

 
Nun ja. Irgendwie ist der Tag auch an uns vorbeigeflogen. Und schwupps schon war es Zeit um zur Blue Man Group zu gehen. Ohne das ich jetzt die ganze Show beschreiben will, möchte ich nur ganz kurz meine Meinung sagen : DAS WAR KLASSE ! Das war mit Abstand das Beste, musikalisch Tollste und Lustigste was ich seit langem gesehen habe. Jeder, der hier die Möglichkeit hat mal kurz nach Berlin zu kommen : Geht in diese Show ! Und nein : es ist keine Publikum-Mitmach-Show. Es werden keine peinlichen Gruppenübungen verlangt. Allerdings bekommen die Zuschauer in den ersten drei Reihen (wir hatten Reihe eins) einen Plastikponcho ausgehändigt mit dem Hinweis das dies die "Wet Rows" seien. Viel passiert ist aber nicht. Ich habe nur ein wenig Bananenmuss abgekriegt.

   
Nach dieser wirklich tollen und herausragenden Show waren wieder Nightshots am beleuchteten Strip auf dem Weg zum Circus Circus auf dem Programm. Vor dem Bellagio gibt es nächtlich alle paar Minuten Wasserspiele zu bewundern. Wir haben es einmal von unten gesehen und sind danach auf den Eiffelturm raufgefahren. Von oben lassen sich zwar die Formen besser erkennen, aber es ist meiner Meinung nach nicht so spektakulär. Spektakulär war allerdings der Blick über den nächtlichen Strip sowie den Rest von Las Vegas von hier oben.

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MisterB:
08.09.2004 - über das Valley of Fire zum Zion National Park

Nachdem wir wieder mal bis gegen Mittag ausgiebig an der Matratze gehorcht hatten, wurde es Zeit Las Vegas den Rücken zu kehren. Nach schnellem Auschecken ging's mit dem Shuttle Bus zum Flughafen um bei Alamo das Auto für die nächsten Wochen abzuholen. Bei den Alamos gabs ein kleines Verwirrspiel mit unserer Reservierung. Der netten Dame am Computer und ungefähr allen anderen Mitarbeitern die zwischendurch zur Hilfe gerufen wurden, blieb der Umstand verborgen, das das Ö im Namen meines Freundes wirklich ein Ö und kein O war. Da man vergebens auf der Tastatur nach diesem ominösen Buchstaben suchte und ihn nicht finden konnte, musste der Name ja wohl schließlich mit O geschrieben werden, oder ? grrrrrrr

Nachdem diese Episode dann endlich vom anscheinend einzigen intelligenten Mitarbeiter von Alamo auch aufgeklärt werden konnte, sind wir mit unserem Cheverolet Classic dann auf der I15 in Richtung Valley of Fire getuckelt. Das Valley of Fire ist ein Wüstengebiet mit bizarren Sandsteinfelsen, die von Wind und Wetter teilweise recht bizarr bearbeitet wurden. Außerdem hat das Tal den Namen, weil je nach Sonnenstand alles so rot leuchtet, als wäre es am brennen (so wurde uns zumindest erzählt).

 
Im Tal sind wir zuerst auf den Rundweg in Richtung Arch Rock abgebogen. Der erste Teil der Straße ist nicht geteert und der Abzweig zu diesem Weg auch recht versteckt. Auf der staubigen Piste gelangt man durch ein paar schöne Felsformationen bis zum Arch Rock. Wie der Name schon sagt, ein Steinbogen.  Als wir hier das Auto verlassen haben, wurden wir fast gegrillt. Eine unglaubliche Hitze herrschte zwischen den Felsen. Weiter beim Atlatl Rock gibt es indianische Felszeichnungen zu sehen.

Wieder auf der Hauptstraße zurück haben wir beim Visitor Center gestoppt. Hier gab's kein Wasser mehr, alles ausgetrocknet (hätte ich bei der Hitze hier gar nicht erwartet harharhar). Wir sind noch weiter zum Mouses`s Tank gefahren. Zum Tank, einem Wasserloch inmitten der Felsen, sind wir noch hingewandert. Auch hier wieder : unglaubliche Hitze und Grillsaison. Die Wanderung lohnt sich meiner Meinung nach übrigens nicht. Es gibt am Ende des Weges nur ein dreckiges, mückenverseuchtes Wasserloch zu sehen.


Auf dem weiteren Weg gibt es noch ein paar Aussichtspunkte wie den Silica Dome und die White Domes. Wir haben die noch mitgenommen. Da es aber langsam auch im Auto so heiß wurde, das es einfach unangenehm war, haben wir die restlichen sehenswerten Sachen kurz per Auto abgeklappert und das Valley in Richtung Overton dann verlassen. Von Overton aus kommt man auch wieder auf die I15, der wir dann bis fast zum Zion Park auch gefolgt sind. Irgendwann in der Nähe des Parks geht's auf die Straße Nummer 9 ab nach Springdale. Dies ist der letzte Ort vor dem Park und dort haben wir auch übernachtet.

Nach ein wenig Rumfragen haben wir ein Motel für 54 Dollar gefunden (Terrace Brook Lodge). Wir haben's genommen für eine Nacht und den Abend auf dem Balkon vor dem Zimmer ausklingen lassen. Sehr schöner Kontrast zum vergangenen Abend. Gestern noch in Las Vegas den menschengemachten Zirkus betrachtet, heute Abend mit einem kühlen Bier auf der Veranda mit Blick auf die Berge des Zion Parks. Zu futtern gab's heute Abend ein wenig die Straße runter im Switchback Grille. Ein wenig teuerer aber gut. Und da gab's Weizenbier :-)

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MisterB:
09.09.2004 - Zion National Park - versteckte und enge Canyons

Im Zion Park gibt es keinen privaten PKW-Verkehr. Es wird alles mit Shuttle Bussen gefahren, die an jedem interessanten Punkt halten. So sind wir am Morgen erst mal zum Visitor Center gefahren um dort in den Bus umzusteigen. Wir hatten uns schon anhand der Karte die wir am Parkeingang erhalten hatten grob auf eine Wanderung geeinigt. Wir sind mit dem Bus bis zum Weeping Rock gefahren und von dort den Hidden Canyon Trail gegangen.

Der Aufstieg ist ein wenig anstrengend, dafür wird man aber auch mit schönen Aussichten runter auf die Straße und zur anderen Seite des Tals belohnt. Während des Aufstieges hörten wir schon zuerst fern und dann immer näher Donner auf uns zurollen. Als wir fast oben waren öffnete der Himmel dann auch mal ganz kurz die Schleusen. Zum Glück gab's direkt in der Nähe einen Felsüberhang, unter dem wir den Guss fast trocken überstanden haben. Danach wurde es schnell wieder warm und schwül und kurz drauf war wieder alles so trocken wie vorher. Oben angekommen geht es in den eigentlichen Canyon hinein. Irgendwann gibt's dann ein offizielles "Weg hier zu Ende" - Schild. Man kann aber noch weiter gehen. Ab hier ist jedoch ein wenig Kletterei angesagt. Zwischen normalen Gehpassagen meist über Sandboden muss man hin und wieder mal ein paar größere Steinbrocken überwinden. Wir sind noch weiter in den Canyon hinein, bis nach einer ganzen Zeit eine regelrechte Steinwand das Weitergehen wirklich unmöglich gemacht hat.

 
Der Weg runter war kein Problem, nur die Knie quittierten das ganze bergrunter gehen mit ein paar Klagen. Mit dem Bus ging's dann weiter bis zum Ende des Canyon Drive. Zum Temple of Sinawava. Von hier aus geht ein Fußweg weiter zu den Narrows. Die Narrows ist ein Canyon durch den man, niedrigen Wasserstand vorausgesetzt, durch den Fluss wandern kann. Da das Wasser nicht sehr kalt war und der Wasserstand maximal Knie und Oberschenkel erreichte, haben wir uns aufgemacht ein wenig in diesen Canyon hinein zu wandern. Wenn man mal ein wenig weiter geht, werden auch die Leute immer weniger. Die meisten drehten nach einer kurzen Strecke um. Irgendwann hatten wir den Canyon dann fast für uns alleine. Es war sehr interessant und ein schöner Weg. Wasserkühlung inklusive.

Nach ner ganzen Zeit, ich schätze mal 2 Stunden, haben wir unsere letzten Vorräte verputzt und uns entschlossen umzudrehen. Wären wir noch weiter gegangen (was problemlos möglich ist, die Narrows sind etliche Kilometer lang), wäre es auf dem Rückweg schon dunkel geworden. Und das wollten wir vermeiden. Es war schon bei Tageslicht schwer genug in dem Fluss nicht hinzufallen.

 
Leicht geschafft zurück haben wir uns vom Bus bei der Zion Lodge absetzen lassen und haben dort ein wenig in der untergehenden Sonne gerastet und ein Bierchen eingenommen. Da jetzt von uns keiner mehr Lust hatte noch irgendwo hinzufahren, war die Entscheidung heute nochmal in Springdale zu übernachten schnell gefallen. Der Laden von gestern hatte nichts mehr frei, dort war mittlerweile ein ganzer Bus mit Touristen eingekehrt. Ein anderes  Motel (das Zion Park Motel) zwei Häuser weiter hatte aber noch was frei. Preis war auch OK.

Den Abend haben wir dann im Bit & Spur Mexican Restaurant etwas die Straße runter ausklingen lassen. Das Essen war echt gut und das Bier schmeckte auch sehr gut (Polygamie Porter kann ich empfehlen, für Leute die auf dunkles Bier stehen). Während dem Essen konnten wir hören, wie einer der Kellner Leuten am Nachbartisch vom Grand Canyon vorschwärmte. Er meinte, wenn man einmal hier wäre müsste man unbedingt einen kleinen Abstecher zum Nordrand das Canyon machen. Er klang so begeistert, das wir das ganz spontan für den nächsten Tag aufs Programm gesetzt haben.

 

Silvia:
Wow bist du flott, da steig ich schnell noch mit ein - Südwest ist immer eine Mitfahrgelegenheit wert  ;D

serendipity:
Soo viele Tage auf einmal, dazu brauche ich ein wenig Ruhe, lese aber sehr gerne diesen Bericht, auch wenn es schon ein paar Jahre her ist. Ich liebe Reiseberichte  :herz:

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