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Juni 2017: Junior Rückholaktion - Kurztrip nach Utah

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Susan:
11. Juni   Salt Lake City bis Jordanelle

Das Ausschlafen heute morgen haben wir uns verdient.  Es ist wieder angenehm warm, die Daunendecke haben wir nicht gebraucht.  ^-^ Kerlies US-Mom hat ein leckeres Sonntagsfrühstück vorbereitet: Pfannkuchen, Waffeln und Ei. Die Familie ist schon im Sonntagsstaat fertig zum Kirchgang; besteht ja kein Grund mehr, den heute ausfallen zu lassen.

Wir verabschieden uns für eine Woche von ihnen.  Eine kleine Tour zu dritt steht auf dem Programm. Wir hätten auch den Gastbruder mit genommen, doch der hat leider andere Verpflichtungen. Er ist in Vorbereitung für seine Missionsjahre und begleitet eine Jugendgruppe zu einem Pionier-Camp. Nachstellen der Verhältnisse beim Treck; hört sich - zumindest für mich – interessant an.

Nach einer Dusche brechen wir auf. Faszinierend: niemand schließt hier die Türen ab; muss also wirklich ein sehr sicheres Viertel sein.   C:-) Colin führt uns zu einigen weiteren Stationen seines Aufenthalts rund um Salt Lake City. Wir beginnen mit dem Trail zum Ensign Peak, der mitten in einem feinen Wohngebiet startet. Schon dort bieten sich uns nette Aussichten auf die Stadt.






Capitol und die schnurgerade State Street

Ein Pfad führt etwa eine halbe Meile bergan auf die Kuppe. Präriegras in unterschiedlichen Farben wellt sich im Wind, beinah wie eine Wasserfläche.



Oben erwartet uns eine steife Brise  :windig: und eine tolle Rundumsicht.


Industriegebiet




Flughafen
nicht so einfach zu erkennen. Der Wasserstand im Salt Lake soll übrigens sehr niedrig sein, daher mehr Marsch als See zu sehen.


wagemutige Teenager können auch steil nach unten schauen





Kein Wunder, dass sich von hier aus Brigham Young und seine Männer zwei Tage nach Ankunft der Mormonen im Juli 1847 einen Überblick über die Gegend verschafften. Einer von ihnen schlug vor, ein Banner zu errichten in Anlehnung an den Bibelspruch  "Und er wird ein Zeichen aufrichten unter den Völkern und zusammenbringen die Verjagten ... und die Zerstreuten .. sammeln von den vier Enden der Erde." So bekam der Hügel seinen Namen. Anfangs wehte hier oben tatsächlich die amerikanische Flagge, jetzt finden wir sie und die von Utah am Wegesanfang.

Colin erzählt uns von einem weiteren Aussichtspunkt, der Anstieg ist länger und steiler. Das muss ich jetzt in der Mittagszeit nicht haben  :girly:  Hier sind aber ein paar Bilder aus Colins Archiv.





Der Weg heißt Living Room Trail, weil am Ziel Felsen und Steine aufgebaut sind wie Sofas und Sessel in einem Wohnzimmer.





Beliebt zum Sonnenuntergangs-Date  ^-^





Wir fahren weiter zum Utah State Capitol, ebenfalls auf einem kleinen Hügel gelegen.



Mir gefällt die Bepflanzung, keine Einheitsrabatten.




Denkmal zu den Ureinwohnern der Gegend  am Nebeneingang

Gegenüber steht die Council Hall, das erste Stadt- und Staatshaus. Das hat viele Auseinandersetzungen zwischen den Mormonen, den anderen Siedlern und der amerikanischen Armee gesehen. Nachdem die Regierung umgezogen war, diente es bis 1915 als Polizeihauptquartier, heute beherbergt es das Tourismusbüro.



Und damit kommen wir zu einem Thema, dass beim Highschooljahr nicht fehlen darf: PROM.  ;) Es gibt ja genug Teenie-Romane und -filme über diesen Abschlussball. Der Name kommt übrigens von dem Wort "promenade". Colin hatte gleich zweimal das Vergnügen, daran teilnehmen zu dürfen. Eine Austauschschülerin aus Hamburg, die südlich Salt Lake untergekommen war, verpflichtete ihn kurzfristig als Ersatzmann für eine ihrer Freundinnen. So hat sich wenigstens der Kauf des Anzugs gelohnt  ;D



Für den seiner eigenen Schule musste er sich etwas mehr anstrengen. Anstehen für die Karten, eine interessante Einladung basteln und  vor der Tür der Auserwählten abliefern.Und das war die Antwort.




Fototermin im Park
danach Essen gehen und schließlich nicht zu früh beim Ball auftauchen
Ich wollte es ja erst nicht glauben, doch tatsächlich hat Colins Schule Prom im Capitol gefeiert. Waren ja auch sehr viele Teilnehmer, rund 1500.







Vom Capitol aus fährt uns Colin durch Downtown, vorbei am Temple Square, den wir vor 26 Jahren schon besucht haben. Er wollte uns vor allem das City Creek Center zeigen. Eine Einkaufsmeile mit vielen Brunnen. Allerdings heute geschlossen, denn die Mormonen heiligen natürlich den Sonntag (zumindest in Nähe ihres Hauptquartiers). Mit unserem Minicamper plus Penthaus hätten wir eh nicht in die Parkhäuser gepasst. Außerdem fahren wir noch am Smith’s Ballpark vorbei, dem Stadion der Salt Lake City Bees. Die spielen Baseball in der zweiten Liga. Colin hat natürlich mal ein Spiel besucht.





Weiter geht es auf der I80 Richtung Osten. Nächster Stopp: Kimball Junction mit den Tanger Outlets Park City. Wir haben uns ja erst im Herbst eingedeckt mit Klamotten und Schuhen. Kerlie muss aber unbedingt in den Calvin Klein Shop. Außerdem hat der Walmart hier geöffnet, so können wir die Vorräte auffrischen. Wer mag, kann auch deutsches Bier bekommen, sofern der Preis nicht abschreckt


bei uns im Angebot 2,99 Euro + Pfand

Zudem nutzen wir die Gelegenheit  zum Tanken und zur Einkehr bei Starbucks. Wir hätten jetzt über Park City weiter fahren können, Tomtom lotst uns aber über eine schnellere Strecke zu unserem heutigen Ziel, dem Jordanelle State Park. Der liegt am Ufer des gleichnamigen Stausees des Provo River und ist ein beliebtes Ziel für Wassersportler. Viel ist noch nicht los. Auf dem Campingplatz bekommen wir einen schönen Stellplatz mit Seeblick.





Abendessen vorbereiten und ja es gibt wieder Bier als Aperitif.  :floet:



Abendessen können wir noch im Trocknen, danach gewittert es.

 :bett:

Ilona:
Wunderbar :beifall:.

Schöne Landschaften, ein bisschen wandern, etwas Stadtbesichtigung, die hübschen jungen Leute beim Prom und endlich mal wieder Alkohol :cool2:.

Susan:
Da es gestern nicht geklappt hat, heute noch die Karte zur Strecke:

Christina:
Prom im Capitol - nicht schlecht. Das war für Colin sicher ein unvergessliches Erlebnis und noch dazu mit so einem hübschen Mädel  ;)

 

Susan:
12. Juni   US89  südwärts

Der Tag fängt eigentlich gut an: Sonnenschein, sommerliche Wärme, üppiges Frühstück…
Dann mache ich leider meinen Ruf als Umknick-Königin alle Ehre. :( Ein kleiner 5 cm Absatz bei den Betonböden des Waschhauses wird mir zum Verhängnis, dabei habe ich nicht mal einem knackigen Cowboy hinterher geguckt… Bautz, da liegt sie mit aufgeschrammtem blauen Knie und dem typischen Schmerz im Knöchel.  Kühlpack und Salbe hab ich ja für solche Fälle immer dabei.  Gut, dass wir heute nichts weiter vorhaben als über amerikanische Highways zu kreuzen. Kerlie chauffiert unter Vaters Anleitung; ich kann mich im Fond zurücklehnen, die Füße hochlegen und Ed Sheeran lauschen.



Am Stausee entlang, durch den Provo Canyon, vorbei an einem weiteren Stausee, dem des Deer Creek, nach Provo, wo wir auf die I15 stoßen. Wir könnten jetzt einfach lange genug drauf bleiben und wären vielleicht schneller am Ziel. Die Strecke sind wir aber grad erst gefahren, also Abwechslung darf schon sein, daher biegen wir ab auf die US 89,  die quasi parallel hinterm Berg verläuft.


die vorherrschende Aussicht,
ab und an ein Ort, spannend ist was anderes.  ;) Bei Salina kommen wir auf die I70, der wir ein Eckchen nach Westen folgen, vorbei an Richfield. Bei unserer ersten Reise 1989 endete hier die Interstate, das Verbindungsstück zur I15 wurde noch gebaut. Wir fahren auf nostalgischen Rädern, denn seit besagten ersten Mal sind wir diese Strecke nie wieder gefahren. Wir machen eine  Picknickpause plus Boxenstopp an der Sevier River RA. Tanken in Panguitch und endlich kommen rote Steine in Sicht -zumindest am Horizont.

Nachdem aufgrund des möglichen zu kalten Wetters im Juni die Idee "Yellowstone intensiv" verworfen wurde, musste Plan B her. Einstimmig waren wir für einen erneuten Besuch des Bryce Canyon. Deshalb nehmen wir nun den Abzweig auf die UT 12. Die Durchfahrt des Red Canyon State Parks liefert den Vorgeschmack für die kommenden Tage.



Diesmal schaffe ich es auch, die beiden Tunnel abzulichten  8)





Gut zwei Monate vor Abreise waren schon in die reservierbaren Campingplätze  im Nationalpark und bei Rubys Inn ausgebucht. Zwar gibt es dort noch "First come" Plätze, doch darauf wollte ich mich mit Ankunft spätnachmittags nicht verlassen. Zum Glück fand ich noch einen Stellplatz beim Bryce Canyon Pines Campground, direkt an der UT 12 etwa 4 Meilen westlich der Parkstraße.

Wir beziehen unsere Parkbucht, tatsächlich schön unter Kiefern. Gegen die anderen Wohnmobile hier fahren wir einen Liliputaner.



Dafür weckt unser grünes Mobil wieder mal Neugier. Ob denn alles so drin ist, was man braucht? Ist das denn bequem? Einer interessiert sich dafür, wo man so etwas kaufen kann. Wäre was für seinen Enkel. Mit dem kommen wir noch weiter ins Gespräch. Sie wollten eigentlich schon weiter zum Yellowstone, haben dann aber gehört, dass es dort tatsächlich geschneit hat gestern. Er war mal in Deutschland stationiert und kennt sich im Süden ganz gut aus. Hat für Nürnberg Fußball gespielt. Hannover kennt er auch, verwechselt ab die Vereinsfarben mit denen von Schalke   ^-^  (Hat einen Moment gedauert bis ich den Zusammenhang begrifffen habe). Seine Frau und er sind natürlich auch mit so einem Riesenschifff unterwegs, ziehen zusätzlich noch ein Auto hinterher. 

Wir können von unserem Platz aus, gut die Einfahrt beobachten. Schlau entschieden zu reservieren: etliche WoMos kommen und kriegen auch hier keinen Platz mehr. Mittlerweile müssen wir die Jacken herausholen. Aber das kennen wir ja schon vom Bryce, dass es hier kühler wird. Meinem Knöchel geht es so einigermaßen, offenbar keine größere Bänderdehnung oder Verstauchung.



Wir können trotzdem noch gut draußen essen und Sterne gucken. Colin übt sich in der Fotografie derselben, findet es schade, dass wir nicht am Canyon sind. Gäbe ja noch schönere Bilder.



Heutige Strecke:


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