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Grüne Berge, wilde Küsten und edle Tropfen: XL-Tours ganz entspannt in Schottland

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serendipity:
Ich liebe die Trotternish Peninsula  :herz: und wenn ich die Bilder sehe, weiß ich auch wieder warum.

Kiltrock und Mealltfalls haben mich jetzt gar nicht beeindruckt, aber vielleicht war ich einfach zur falschen Zeit da. Ich glaube, im Morgenlicht kann das eine wunderschöne Location sein.

Das mit dem Hang des Duntulm Castle ist interessant, da werde ich auch noch einmal recherieren, denn eigentlich wollte ich dort auch gerne hin.

Und das Fairy Glen - ein Traum und natürlich ist man dann da nicht alleine, aber das tut der Schönheit/Zauberhaftigkeit keinen Abbruch - wir sind ja genauso Touristen  ;)

Danke, Andrea, jetzt habe ich ein wenig Pipi in den Augen :verlegen:

Andrea:

--- Zitat von: serendipity am 19. Oktober 2018, 19:05:26 ---
Danke, Andrea, jetzt habe ich ein wenig Pipi in den Augen :verlegen:

--- Ende Zitat ---


Hehe, das ist nur fair... Ging mir bei deinem Bericht auch so  8)

soenke:
Ein wunderschöner "grüner" Tag auf der Trotternish Peninsula.

Bei den bekannten Highlights scheint ja wirklich Massentourismus zu sein, was mich dann doch wieder abschreckt. Wenn du schreibst
--- Zitat ---Zig Busse standen hier und es war so viel los wie auf dem Jahrmarkt.
--- Ende Zitat ---
. Aber auf den Bildern sieht man die Massen dann doch nicht. :D

Der Corran Beach hat mir auch super gefallen. 8)

Andrea:
Wer die US-Nationalparks übersteht, wird in Schottland gar keine Probleme haben. Es gilt die Uhrzeiten zu beachten (lieber früher los) und vielleicht nicht gerade die Hot Spots aufzusuchen. Oder eben weiter laufen, als die Massen, wie wir am nächsten Tag....

Andrea:
Montag. 18. Juni 2018

Gestern Abend haben Hiker und ich lange beraten, welche Wanderung wir heute machen sollen und ob überhaupt eine Wanderung sinnvoll ist. Die Wettervoraussage war nämlich nicht so toll, allerdings war für mehrere Tage dieser Woche schlechtes Wetter angesagt und ich wollte auf jeden Fall nach einer anstrengenden Wanderung für den nächsten Tag wieder einen Ruhetag einplanen, an dem Heiko wieder etwas mitmachen könnte und ich gegebenenfalls einen Muskelkater auskurieren könnte. Würden wir also heute nicht losziehen, würde mir am Ende die Zeit ausgehen. Hikers Argument, dass aber auch der windigste Tag der Woche vorhergesagt ist, wischte ich beiseite. Das Regenargument zog bei mir sowieso nicht, das weiß Hiker nun nur zu gut. Regnen sollte es  die ganze Woche, mal mehr, mal weniger. Deswegen bleibe ich sicher nicht zu Hause.

So ließen wir uns von Heiko zum Parkplatz des Old Man of Storr Trails kutschieren. Dort war es wirklich schon recht voll, aber man hätte trotzdem Platz gefunden, selbst mit einem Wohnmobil. Aber den brauchten wir ja nicht. Wir vereinbarten eine Abholzeit mit Heiko und los ging es.

Blick zurück
Die Regenjacke war heute unerlässlich. Es regnete zwar nicht stark, aber stetig und das in fiesen Windböen. Au weia, das ist ja echt sehr windig hier! Noch mehr Respekt allerdings jagte mir der Berg vor mir ein, den ich nun „erklimmen“ wollte. Aber ich sagte mir, mit genügend „Fotopausen“ schaffe ich das schon.



Der Trail ist anfangs noch gut ausgebaut aber es geht stetig den Berg hinauf. Als wenn das nicht schon anstrengend genug für mich wäre, machte mir der böige Wind zu schaffen. Das heißt, dass wenn ich mal kurz durchatmen wollte, kostete mich das genauso viel Kraft, als wenn ich weiter laufen würde. Der Wind kam in so heftigen Böen, dass ich mich kaum auf den Beinen halten konnte. Ich musste mich sehr konzentrieren. Das machte das Fotografieren auch nicht leichter, so einige Bilder sind total verwackelt oder haben Regentropfen. Aber ich wollte noch nicht aufgeben, zumal Hiker nicht den Eindruck machte, dass er mit dem Wind kämpfte. Er bietet eben mit seiner Figur deutlich weniger Angriffsfläche. Und er ist extrem sportlich und schon viel herausforderndere Wege gegangen.

Wir haben uns aber auch immer mal wieder umgedreht und zurück geschaut, denn das sieht wirklich toll aus.




Außerdem motiviert es: Soooo viel habe ich schon geschafft!  :toothy9:

Tapfer ging es für mich weiter den Hügel hinauf. Geschafft! Oder doch nicht? Vor mir lag eine Senke, die ich durchqueren musste, um danach noch steiler und noch höher hinauf zu laufen. Echt? Das soll ich jetzt hoch?


Das passte mir gar nicht, aber ich habe es ja nicht anders gewollt. Und zur Belohnung wurde die Wegbeschaffenheit immer schlechter, denn er war rutschig und sehr uneben. Es kam mir vor, als wenn der Weg ein noch nicht ausgetrockneter Bach sei. Kein Wasser mehr führend, aber so rutschig und unförmig. Ohne Stöcke wäre ich sicher einige Male gefallen oder nur auf allen Vieren vorangekommen. Wenn nur diese üblen Böen nicht wären! Die kosten echt Kraft…





Wir legten dann bald eine Müsliriegel-Pause ein. Ich setzte mich auf einen Felsen. Aber selbst da musste ich aufpassen, dass der Wind mich nicht runterfegt. Beim Fotografieren habe ich immer die Schlaufe ums Handgelenk gemacht, falls ich plötzlich eine Bewegung machen musste, um das Gleichgewicht zu halten. Sogar hier im Sitzen. Das war ja eine ganz tolle Idee, hier heute zu wandern. Hiker hatte mich ja gewarnt. Selbst Schuld, also ziehe ich das jetzt auch durch!



Wir waren nun auf der Höhe des Old Man angekommen. Hiker schickte mich weiter auf dem geplanten Weg, er selbst wollte noch mal kurz weiter den Berg hinauf.  Also trennten sich erst einmal unsere Wege.

Hier ist Hiker hinauf gelaufen
Sein Ausblick

Mein Weg führte mich zum Old Man hin und sozusagen hinter ihm entlang. Der Weg war sehr schmal, aber das war kein Problem. Die meisten anderen Wanderer gingen denselben Weg zurück, den wir auch hinauf gegangen sind. Wir aber haben einen Rundweg geplant, wie er im Wanderführer von den Websters vorgeschlagen wurde. So war ich dort jetzt ziemlich allein.


Ein Hinweisschild irritierte mich: Steht da wirklich das, was da steht oder hat da jemand ein entscheidendes Wort entfernt?


Ich entschied mich, dass da jemand ein Wort weggekratzt hat, aber dass ja schließlich der Rundweg so im Buch steht und dass man da langlaufen kann. Zumindest wollte ich mal schauen, wie gefährlich das wird und ob ich mir das zutraue.


Der Weg ging wirklich nah am Hang lang und war nicht sehr breit, aber bei gutem Wetter problemlos machbar. Bei den aktuellen Bedingungen fand ich es eher kritisch.  Na los, Anti, sagte ich mir. Es geht wieder hinunter, das schaffst du hier auch noch! Also umrundete ich sozusagen den Old Man. An einer etwas weniger exponierten Stelle hielt ich an und wollte mich etwas umsehen und ich passte eine Sekunde lang nicht auf. Ich hatte ganz kurz keinen festen Stand und in diesem Moment erfasste mich eine Böe und ich stürzte. Zum Glück nur auf den Hintern und der Schreck war weitaus größer als der Schmerz. Oh mein Gott, gut dass mir das hier und nicht am Hang passiert ist! Das hätte sehr böse enden können.

Ich ermahnte mich, trotz der nun schon einsetzenden Erschöpfung mich zu konzentrieren und legte noch mal eine kleine Müslipause ein. Und da holte mich auch Hiker wieder ein.


Anschließend hatten wir ein wenig Schwierigkeiten den richtigen Weg zu finden. Hier gibt es mehrere Wege und sicher kann man hier oben viele Kilometer zurücklegen, aber wir wollten eigentlich nur wieder zum Startpunkt zurück und keine weitere Runde machen. Ausgeschildert ist hier nichts. Aber Hiker schaute auf  die Wanderapp und wir schlugen einen der Wege ein.  Die für mich bisher herausfordensten 50m, die ich aber irgendwie hinter mich brachte. Da stellte Hiker fest, dass es doch der falsche Weg ist. Och nööööööö! Wieder zurück? Jepp!


Also wieder zurückgekraxelt und den richtigen Weg eingeschlagen.  Der war zwar steil, aber nach einer Weile wurde ein richtiger Weg daraus. Man hatte ihn scheinbar relativ neu angelegt.





Wir kamen dann irgendwann wieder am Parkplatz unten an. Ich war fix und fertig, aber leider waren wir zu früh dran. Wir würden bestimmt noch eine halbe Stunde auf Heiko warten müssen. Wir stellten uns zwischen parkende Wohnmobile, damit uns der Wind nicht so zusetzt, aber Spaß gemacht hat das trotzdem nicht.

Dann kam Heiko und wir fuhren zur Cottage zurück. Er hatte in der Zwischenzeit ein vegetarisches Chili gekocht – genau das richtige! Das tat unglaublich gut, denn ich war mittlerweile ziemlich durchgefroren und mir taten alle Knochen weh. Heiko berichtete, dass es eine ziemliche Herausforderung war, die benötigten Zutaten zu bekommen. Ich weiß gar nicht mehr, was genau daran so schwierig war, aber irgendwie gab es nicht die von zu Hause gewohnten Zutaten und er hat experimentiert. Ich glaube, er hat so etwas wie Tomatenmark nicht gefunden und Chiligewürzmischungen auch irgendwie nicht. Zumal Heikos Englisch zwar ausreicht, mal die eine oder andere Frage zu stellen, aber die Vokabeln, die man für die Zutaten braucht, hatte er natürlich nicht drauf.

Der Rest des Tages wurde wieder ganz entspannt verbracht.

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