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Grüne Berge, wilde Küsten und edle Tropfen: XL-Tours ganz entspannt in Schottland

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Andrea:
Hier noch mal die Karte:

Andrea:
Montag, 11. Juni 2018

Heiko und Hiker schliefen aus, ich litt irgendwie unter seniler Bettflucht. Überhaupt stand ich während fast der gesamten Reise deutlich früher auf als sonst. Der Schlaf allein in einem Bett tat mir mal gut, da Heiko in den letzten Wochen und Monaten oft heftige Hustenanfälle hatte und eben auch nachts. Hier war der Schlaf deutlich erholsamer. Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich meistens früher ins Bett ging als die beiden „Jungs“ und manchmal mich auch für eine Viertelstunde nachmittags hingelegt und einen  Power-Nap gehalten habe.

In der Zeit morgens habe ich dann meistens im Internet gesurft, aufgeräumt und den Tisch gedeckt für das Frühstück und mit Duolingo Spanisch gelernt. Oder einfach aus dem Fenster geschaut und den Ausblick genossen.

Nachdem wir also gefrühstückt hatten, fuhren wir los. Zunächst ging es nach Fort William, denn dort fuhr die Corran Ferry los. Das ist eine kleine Autofähre, die den Loch Linnhe überquert und große Umwege erspart. Die braucht nur ein paar Minuten und man kann von einem Anlegepunkt leicht zum anderen hinüberschauen. Sie braucht nicht vorgebucht werden (ich glaube, das geht gar nicht), man stellt sich einfach in die Schlange. Eine Schlange gab es aber nicht, denn sie hatte erst vor kurzem abgelegt und konnten sehen, wie sie auf der anderen Seite gerade anlegte. Nur ein weiteres Auto wartete zunächst mit uns. Dann kamen aber noch ein paar mehr und auch ein großer LKW.


Es dauerte gar nicht so lange, da legte die Fähre wieder auf unserer Seite an, die Autos fuhren hinunter und wir hinauf. Dann kam die Kassiererin und wir zahlten 8 Pfund und kurze Zeit später ging es auch schon los. Da die Überfahrt über einen See geht und auch nicht so lang ist, kam Heiko ganz gut klar, aber dennoch war er dankbar, dass die Rückfahrt ohne Fähre geplant war. Mir hat es Spaß gemacht, auch wenn wir nach vorne hin nichts sehen konnten, weil da die Klappe vor war und rechts und links von uns Autos bzw. der große LKW standen.  Aussteigen lohnt nicht, dafür ist die Fahrt zu kurz.


Heute sollte es zum Ardnamurchan Point Lighthouse gehen. Wir fuhren an zahlreichen Lochs entlang, die meiste Zeit an Single Track Roads und oft auch im Wald. Als Beifahrerin genoss ich es nicht nur in Schottland zu sein, sondern ich achtete auch auf den Gegenverkehr. Aber Heiko ist ein guter Fahrer und brauchte meine Hilfe gar nicht. Es machte ihm sichtlich Spaß.

An einem kleinen Parkplatz am Loch Sunart machten wir Halt und wir gingen das kurze Stück zu einem Otter-Hide.
Von hier aus kann man, bei ausreichender Geduld,  Tiere beobachten. Allen voran natürlich Vögel, aber eben auch Otter. Dieser Hide „versteckt“ den Menschen vor den Tieren  wenn man sich leise verhält. Aber heute hielten sich die Otter auch vor dem Menschen in ihren eigenen Hides versteckt, die meisten Vögel waren zu weit weg für ein Foto. Aber schön war es hier trotzdem.








Es ging weiter zu unserem nächsten Stopp, der Ardnamurchan Distillery. Auf dem Weg dorthin sah ich gerade noch aus den Augenwinkeln ein Hinweisschild auf frisches deutsches Brot. Hey, wir sind gerade in Salen und das ist Ellens B&B! Die meisten Stammuser aus dem Schottlandforum kennen Ellen Kammerath und ich kannte sie zufällig aus der Facebookgruppe.  Also hier hat sie sich niedergelassen – ein schöner Flecken Erde!

Ich brauchte aber irgendwie gedanklich zu lange und ich erklärte dann den Männern, wo wir gerade vorbei gefahren sind. Sie dachten, ich meinte das Cottage von Ursula und Jürgen und konnten natürlich mit Ellen jetzt so gar nichts anfangen.  Naja, wir würden ja auf dem Rückweg wieder hier vorbei kommen.

Und da waren wir auch schon an der Brennerei angekommen. Wow, der Truck, der neben uns auf der Fähre gestanden hat, ist auch schon hier! Der muss uns überholt haben, als wir im Otterhide waren. Wir waren erstaunt darüber, dass dieser riesige LKW bis hierher auf Single Track Road gefahren ist. Wir lernten später noch, dass die LKW-Fahrer hier ziemlich „schmerzfrei“ sind und überall dort hinkommen, wo sie wollen und das in einem unglaublichen Tempo. Für deutsche LKW-Fahrer sicher eine Herausforderung.




Wir gingen ins Visitorcenter.  Man merkte, dass es die Destille noch nicht lange gibt. Alles war noch relativ neu und es standen auch keine Whiskys in den Regalen. Naja, ein paar gab es schon, aber die waren nicht direkt von hier. Konnten sie auch nicht, denn ein Whisky darf sich erst so nennen, wenn  er drei Jahre im Fass gereift ist.  Und so alt ist die Destille hier nicht. Aber Heikos Spürnase fand dann doch noch etwas, was dieser entsprang. Einen Batch. Ein Batch ist so etwas wie eine Vorstufe eines Whiskys, in diesem Fall ein Jahr alt. Der kam dann auch mit.

Wir fuhren weiter und schon kurz danach kamen wir am Cottage von Ursula und Jürgen vorbei. Wir sollen einfach klopfen oder klingeln, falls sie da sind. Beide habe ich bisher noch nicht getroffen, wusste aber, welches Auto sie fahren und welches Kennzeichen es hat. Und eben dieses Auto stand nicht vor der Tür. Sehr schade. Ein Miniforentreffen wäre nett gewesen. Naja, mit Susan  besteht ja noch eine Chance auf ein Eumerika-Treffen. Ich schaute übrigens ständig nach Wohnmobilen mit hannoverschen Kennzeichen, denn ich wusste ja, dass sie mittlerweile ganz in der Nähe mit ihrer Rundreise angekommen sind.

Für uns ging es also weiter auf Single Track Richtung Most Western Point of British Mainland. Mein Herz hüpfte und ich war total glücklich endlich wieder hier zu sein. Zwischendurch machten wir noch mal einen Stopp, weil ich das nicht nur vom Auto aus sehen wollte. Ich musste hier einmal ein wenig verweilen.





Weiter geht es und bald erreichten wir den Leuchtturm. Und ich glaube, spätestens hier war auch Hiker in Schottland verliebt.




Wir bummelten zunächst am Café und Souvenirshop herum. Zwei Bordercollies bettelten beim Herrchen um Beschäftigung. Der kam ab und zu aus seinem Geschäft und warf ein Spielzeug weit hinab und die Hunde stürmten hinterher. Wir vermuteten, dass das eine Tier deutlich jünger war als das andere und dieses  sozusagen als Lehrer fungierte. Der ältere Hund hatte irgendwie mehr Gelassenheit.  Ich setzte mich auf eine Bank und schleckte ein leckeres Schokoeis während Hiker umherstromerte. Und plötzlich kam der ältere Collie und legte sich auf meine Füße! Ich liebe Hunde und wäre nie auf die Idee gekommen ihn zu streicheln, denn es gibt bestimmt genügend Touris an diesem Ort, die die Hunde nicht zufriedenlassen. Scheinbar gefiel dem Hund mein respektvoller Abstand. Und mir gefiel seine Nähe. Was soll man da machen?  :herz:


Erwähnte ich schon, dass wir super tolles Wetter hatten?  :strahl:

Dann gingen wir das kurze Stück hinauf zum Leuchtturm. Heiko fand eine Picknickbank, auf der wir dann bald alle saßen und einen Snack zu uns nahmen.


Beobachtet wurden wir auch

Da es nun aber schon relativ spät war und wir nicht den gleichen Weg zurücknehmen wollten, sondern einen längeren, brachen wir nach einigen weiteren Fotos auf.  Schön war´s hier und auf jeden Fall einen Ausflug wert!

Zunächst müssen wir aber bis Salen auf jeden Fall die gleiche Strecke zurück. Uns fielen schon auf dem Hinweg die Kühlboxen am Straßenrand auf, in denen Eier zum Mitnehmen waren. Insgesamt zweimal hielten wir an einer solchen Stelle an, jedoch war einmal die Box leer und einmal gerade noch zwei Wachteleier darin, das war auch zu wenig.

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich immer nach dem Wohnmobil von Susan und Kersten Ausschau hielt. Diese Strecke wäre aber doch ganz schön knifflig gewesen, wollte man mit einem Wohnmobil zum Leuchtturm.  Aber es kann ja sein, dass Ursula und Jürgen hier unterwegs sind. Und jedes dunkle Fahrzeug wurde genauer angesehen.  Aber es waren immer andere. Und dann auf einmal wieder ein Fahrzeug, das uns entgegen kam. Und dann Lichthupe. Ich glaube es ja nicht! Das sind sie!

Heiko fuhr sofort in eine Einfahrt und die beiden hielten direkt auf der Straße. Wir stiegen aus, wobei das bei uns etwas schwierig war, da wir auf einem Kuhgitter standen mit fußbreiten Abständen Gitters. Und dann begrüßten wir uns direkt mit Umarmung, obwohl wir uns noch nie zuvor gesehen hatten. Klasse!

Wir quatschten eine Weile, aber da wir alle sehr unglücklich standen, trennten sich unsere Wege wieder. Schließlich war das hier eine Single Track Road, aber andere Fahrzeuge fuhren trotzdem ganz entspannt hier vorbei, auch wenn es etwas holprig wurde. In Deutschland hätte es hier ein übles Hupkonzert gegeben und vermutlich auch einige Beschimpfungen. Ach, Schottland ist so herrlich entspannt!

Ohne, dass wir es wussten, war Ellen aus Salen gerade an uns vorbei gefahren und Ursula machte mich noch darauf aufmerksam. Mensch, bei ihr halten wir auch gleich noch an, beschloss ich.  Ursula und Jürgen berichteten noch, dass sie frisch geräucherten Lachs gekauft haben und nannten uns auch die Adresse. Klar, dass Heiko und Hiker jetzt angefixt waren und sich auch einen holen wollten. Aber dann müssen wir jetzt auch los!

Wir verabschiedeten uns und schon kurze Zeit später waren wir bei Ellen angekommen. Sie begrüßte uns herzlich und wir stellten uns vor. Wir sprachen über sooo vieles, dass ich gar nicht mehr weiß, über was alles. Auf jeden Fall kauften wir ihr zwei selbstgebackene Brote ab (megalecker!) und außerdem zwei Mini-Marmeladengläschen und das letzte Stück ihres Kuchens. Ellen hat das Guesthouse hier vor einer Weile eröffnet und ist sehr glücklich hier in Schottland zu leben. Auch wenn es hier am Arsch Popo der Welt ist, sie genießt es. Egal ob im Winter oder Sommer. Man merkt, dass sie hier ihre Heimat gefunden hat.


Jetzt haben wir schon wieder so lange gequatscht, hoffentlich bekommen wir noch Lachs! Dafür müssen wir aber noch mehrere Meilen bis nach Glenuig fahren. Weil es nun aber wirklich schon spät war (ich glaube schon nach 17 Uhr), ging es durch wunderschöne Landschaft ohne Zwischenstopp weiter. Wir fanden sogar das Smokehouse in Glenuig, aber wie befürchtet war hier keiner mehr. Das ist sehr schade!

Unverrichteter Dinge fuhren wir also nach Fort William und kauften dort im Supermarkt Lachs ein und dann nach „Hause“.

Später dann wurde der Batch geöffnet, wir alle waren neugierig, wie so ein vermeintlich unfertiger Whisky schmeckt. Und ganz ehrlich? Ich hätte das in einer Blindverkostung nicht bemerkt. Der war richtig lecker! Hiker ärgerte sich, dass er nicht mutig genug war ebenfalls eine Flasche mitzunehmen. Aber extra noch einmal dorthin fahren? Nee. Das ist nun wirklich zu weit weg.
Später abends im Chat berichtete ich davon und da Ursula und Jürgen sozusagen fast nebenan wohnen und sie nun ebenfalls neugierig waren, würden sie eventuell sich selbst einen holen und könnten auch für Hiker einen erstehen. Und das Beste: Sie würden ihn uns auf dem Weg nach Hause vorbeibringen! Ich muss schon sagen, das würde nicht jeder für einen (fast) Fremden machen.

Hiker freute sich unglaublich und konnte es gar nicht recht fassen, dass das jemand für ihn tun würde. Tja, soooo schlecht sind meine Stunden in Foren gar nicht, das kann sich nicht nur bei der Reiseplanung auszahlen…

Heutige Tour:

Silvia:
Das ist ja ne wunderschöne Ecke  :sabber:  , muss mit auf die nächste Planung, der Most Western Point of British Mainland.   ... und Leuchttürme ja sowieso!  Hach ihr macht schon echt Lust auf Schottland, ich hab eindeutig zu wenig Urlaub, wie soll man sich da nur ständig entscheiden  :raetsel:

Koko:
 :herz:
Ein Tag ganz nach meinem Geschmack  ;)
Schön, dass es euch in der westlichsten Ecke des Mainlands gefallen hat  :thumb:

Aber da hat sich ja einiges getan seit  :gruebel: ... 2012.
Otter-Hide, Ardnamurchan Distillery, ... Ich glaube, wir müssen nochmals hin  ^-^

Dass es auch noch zu kleinen "Forentreffen" gekommen ist, finde ich genial  ;D. Wir waren ja dieses Jahr leider bereits von Oban weg und ganz im hohen Norden als ihr in Onich angekommen seid. Man hätte sich z. B. auf auf der Isle of Lismore treffen können ;). Unsere Wanderung  auf der Insel war jedenfalls toll und hätte dir (und Hiker) sicher auch gefallen  8)


@ LKW-Fahrer
Das ist uns auch schon aufgefallen. Dieses Jahr auf Lismore waren wir zum Glück zu Fuss unterwegs (s. o.) und konnten uns neben die Strasse retten, als uns so ein Ungetüm entgegen kam. Da haben wir uns gefragt, wie das Teil überhaupt auf die Insel rauf gekommen ist ;).

Andrea:
Der Tipp mit dem Lighthouse habe ich ja aus einem Reisebericht von dir  :danke:

Du wirst hier vermutlich keinen Bericht einstellen, aber vielleicht kannst du ja diesen Teil hier in unsere Schottland Threads einstellen, denn das ist wirklich eine tolle Runde und da ihr ja auch noch die Road to the Isles dazu gemacht habt, wäre  das wirklich bereichernd. Ich bin sicher, du hast noch mehr tolle Sachen in petto. Wanderung auf Lismore hört sich auch prima an...

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