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Heiß und kalt – Island Juni 2021
Christina:
Also mit Regen, Wolken und Wind kann ich leben, aber Schnee bräuchte ich wirklich nicht. Kann einen aber auch sonstwo erwischen, wir hatten z.b. im Banff NP Schnee Ende August.
Der schwarze Strand mit den Felsnadeln sieht trotzdem toll aus. Und ein bisschen grün findet sich überall und bringt ein bisschen Farbe rein.
Horst:
--- Zitat von: Ilona am 26. Dezember 2021, 15:47:42 ---
--- Zitat ---Oben fetzte es und es lag schon einiges an nassem Schnee auf der Straße.
--- Ende Zitat ---
das möchte ich im Sommerurlaub nicht haben :floet:.
--- Ende Zitat ---
Ist im Sommer an der Küste auch absolut außergewöhnlich. Ist mir auf diversen Island-Reisen im Sommer jedenfalls noch nicht passiert (nur im Hochland).
--- Zitat von: Ilona am 26. Dezember 2021, 15:47:42 ---Landschaftlich ist Island erste Sahne :thumb:, aber ich bräuchte eine Schönwettergarantie :cool2:.
--- Ende Zitat ---
Dann empfehle ich Namibia oder Jordanien. ;)
Ein großer Reiz des Nordens ist auch, dass es eben nicht so heiß ist (für Wanderungen recht angenehm) - bei Schönwettergarantie ist es dann ja gerne auch mal richtig heiß.
Im Norden dagegen muss man sich prinzipiell auf wechselhaftes Wetter einstellen, dass sich gerne alle 5 Minuten ändert.
Übrigens gerade zum Fotografieren sind manche Wetterkapriolen oft spannender als der "langweilige blaue Himmel". So höre ich es zumindest immer von meinen befreundeten Berufsfotografen.
Allerdings gebe ich schon zu, dass man sich vor Ort schon über Sonne freut, bin ja auch kein Berufsfotograf... ;)
Heike Heimo:
13.06.2021 Geldingaholt – Vulkan - Geldingaholt
Über Selfoss und Þorlákshöfn fuhren wir entlang der Küste zu den Parkplätzen. Von weitem sahen wir schon die Rauchsäule. Das Wetter war nicht so schön. Es regnete leicht, aber es waren schon Auflockerungen zu sehen. Als wir das Gebiet erreichten, sahen wir Autos bei einer gesperrten Zufahrt parken. Wir checkten die Lage und sahen auf der Karte, dass es von diesem Parkplatz nicht weiter ist, als vom Parkplatz mit der Parkgebühr.
Als wir im Nátthaga Tal ankamen, sahen wir einen schönen Lavastrom vom Berg herunterkommen.
Dieses Bild wird in wenigen Tagen ein ganz anderes sein.
Vorn am Talboden war frische Lava zu sehen. Am Beginn der Lava kam ein Mann vom Rettungsdienst auf uns zu.
Er sagte, dass das Gebiet Richtung Lavastrom gesperrt ist, da die Situation noch unklar ist. Gut dann beobachten wir, was sich vor uns abspielt.
Nach einiger Zeit kamen 4 junge Männer. Sie dürften aus dem Vorderen Orient stammen. Auch sie wurden vom Rettungsdienst aufgehalten. Sie begannen zu jammern, dass sie das ganze Leben gewartet und das eine Mal die Chance hätten Lava sehen. Nach langem hin und her und Feilschen um jeden Zentimeter, durften wir etwas weiter Richtung frischer Lava.
In den Spalten leuchtet die Lava, wie ein Gruß des Höllenfeuers.
Mit Feilschen und Flehen, geht es wieder ein paar Meter Richtung Lavastrom. Der Mann vom Rettungsdienst klärte uns auf, dass uns niemand retten kommt, wenn etwas passiert.
Die 4 Männer reizten das noch um ein paar Meter weiter aus und das Wehklagen begann von neuem. Wieder durften wir ein Stück weiter.
Das Wehklagen wurde immer heftiger. Gleichzeitig kamen 2 Männer des Rettungsdienstes vom Berg herab. Sie sprachen mit den beiden andern. Nach gut 15 Minuten drehten sich die 4 vom Rettungsdienst um und gingen in Richtung ihres Retngsfahrzeuges.
Wir standen nun da und die ganze Gruppe aus gut 15 Leuten schaute sich mit einem großen ? an. Zuerst die 4 und dann der Rest stürmten Richtung Lava, die immer stärker den Berg herunter quoll.
Vorne beim Lavastrom war es glühend heiß und unbeschreiblich.
Jetzt wo wir schon vorne sind, wollten wir natürlich unbedingt den Berg hinauf und das möglichst schnell. Wer weiß, ob uns nicht noch wer zurückpfeift.
Jeder Schritt hat sich gelohnt. Ein unglaubliches und erhabenes Farbenspiel. Je weiter wir hinaufkamen, um so spektakulärer wurde es.
So sah es hier zur Erinnerung am 03.06.2021 aus.
Vom ehemaligen Weg geht es noch steiler hinauf zur Stelle, von der die Lava aus dem Becken floss.
Ausblick vom 03.06.2021
Blick vom Weg Richtung Grindavik.
Hier oben war man direkt an der fließenden Lava steht. Ganz ruhig fließt sie dahin, nur hin und wieder ein ploppen der Gasblasen,
Ganz oben konnte ich noch einen Blick auf den Vulkan werfen und sehen, wie knapp es war, dass die Lava nicht ins andere Tal geflossen ist. Die Isländer werden hier in den nächsten Tagen einen Damm errichten, damit die Lava weiterhin in das Nátthaga Tal fließt.
Der Weg, auf dem wir noch vor ein paar Tagen gegangen sind, ist von der Lava überspült.
Auf dem Weg zurück saßen wir oft am Rand des Lavastroms und genossen die fast meditative Wirkung.
Im unteren Verlauf türmten sich Lavaberge auf, bis sie sich langsam wie eine zähe Flut nach einem Dammbruch nach unten wälzt.
Gegen Mitternacht verließen wir schweren Herzens das Schauspiel und fuhren aufgekratzt zurück zu unserer Unterkunft. Noch ein Blick zurück.
Ilona:
--- Zitat von: Horst am 27. Dezember 2021, 18:53:20 ---Ist im Sommer an der Küste auch absolut außergewöhnlich. Ist mir auf diversen Island-Reisen im Sommer jedenfalls noch nicht passiert (nur im Hochland).
--- Ende Zitat ---
Das ist beruhigend zu wissen. Nach Island würde ich nur im Sommer fliegen, aber ungern mit dem dicken Anorak im Gepäck.
--- Zitat von: Horst am 27. Dezember 2021, 18:53:20 ---Dann empfehle ich Namibia oder Jordanien. ;)
--- Ende Zitat ---
Namibia ist mittlerweile sehr überlaufen und teuer. Mit Jordanien könnte ich mich anfreunden, denn da haben mir die Eindrücke aus deinem Video sehr gefallen :thumb:. Beides würde auch gut in unsere Hauptreisezeiten passen.
--- Zitat von: Horst am 27. Dezember 2021, 18:53:20 ---Übrigens gerade zum Fotografieren sind manche Wetterkapriolen oft spannender als der "langweilige blaue Himmel". So höre ich es zumindest immer von meinen befreundeten Berufsfotografen.
Allerdings gebe ich schon zu, dass man sich vor Ort schon über Sonne freut, bin ja auch kein Berufsfotograf... ;)
--- Ende Zitat ---
Ein dynamischer Himmel ist schon schön, denn das Grau gibt halt keinen Kontrast. Auch ich bin weder Berufs- noch Hobbyfotograf und drehe auch nicht lange am Rädchen :zwinker:. So ein bisschen Kontrast finde ich aber schon besser.
Jetzt aber zum Vulkan :adieu: :
Ich nehme es zurück, dass man auf Island frieren muss. Man braucht nur fließende Lava und Hartnäckigkeit, dann wird es schnell mollig warm :toothy9:.
Das war ein sensationelles Erlebnis :beifall:, um das ich euch ein bisschen beneide.
Christina:
Da hat es sich gelohnt, dass ihr noch ein zweites Mal am Vulkan wart. Ganze andere Eindrücke als beim ersten Besuch. Absolut faszinierend wie sich die glühende Lava den Hang hinunter wälzt.
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