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Mit dem Mietwagen durch den Süden von Peru – 2024
Heike Heimo:
--- Zitat von: Susan am 29. Oktober 2024, 14:07:54 ---Ich hatte mich schon gefragt, ob ihr die Scharrbilder nicht aus der Luft angeschaut habt ;) Muss halt nur abwarten können
--- Ende Zitat ---
--- Zitat von: Paula am 29. Oktober 2024, 19:58:33 ---Schön dass ihr auch die Umgebung angeschaut habt, die meisten Leute haben ja wohl nur die Linien angeschaut sonst wärt ihr dort nicht überall so allein gewesen.
--- Ende Zitat ---
Die Nazca Linien waren immer ein besonderes Ziel für uns. Oft im Fernsehen gesehen, aber irgendwie unerreichbar. Da ist es natürlich Pflicht die Scharrbilder weben ihrer Einzigartigkeit aus der Luft zu bestaunen.
Die Touristenbusse halten in Paracas oder Ica. Über Tagesausflüge könne die Flüge gebucht werden. Die Umgebung von Nazca fahren nur ganz wenige an. Die Hotels in Nazca organisieren Ausflüge mit dem Taxi. In Nazca selbst waren auch nur wenige Touristen zu sehen. Sie kommen meist mit den Überlandbus.
--- Zitat von: Christina am 29. Oktober 2024, 18:10:32 ---Die Scharrbilder sind immer wieder interessant anzuschauen, sehr sehr schade, dass man nicht genau weiß, weshalb sie gemacht wurden, das würde mich sehr interessieren, gerade weil es damals ja noch keine Flugzeuge gab und sich somit niemand die Bilder in ihrer vollen Pracht von oben anschauen konnte.
--- Ende Zitat ---
Flugzeuge im heutigen Sinn kannten sie anscheinend nicht. Welche Technologien sie sonst kannten ist aber völlig unbekannt. Es gibt wie immer viele kontroverse Konzepte. Ohne Zeitreise ;D werden wir wahrscheinlich nie erfahren.
--- Zitat von: Paula am 29. Oktober 2024, 19:58:33 ---aber die sitzenden Mumien habe ich schon mal im Fernsehen gesehen, das ist schon etwas gruselig.
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--- Zitat von: Christina am 29. Oktober 2024, 18:10:32 ---Die Ausstellung der Mumien finde ich wie Susan etwas pietätslos, es würde ja reichen, ein paar wenige zu zeigen und die restlichen Gräber könnten geschlossen bleiben.
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--- Zitat von: Susan am 29. Oktober 2024, 14:07:54 ---Die Bilder aus der Nekropole passen ja grad zu Halloween. Historisch und wissenschaftlich sicher interessant, doch die Zurschaustellung doch ein Stück pietätlos.
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Wie gesagt, war das dort sehr schräg. Wie lange das die Mumien aushalten ist auch fraglich. Das Dach ist nur ein geringer Schutz vor dem Wetter.
Heike Heimo:
04.05.2024 Nazca - Abancay
Dieser Tag hat mir in meiner Planung am meisten Kopfzerbrechen gemacht und vor diesem Tag hatte ich am meisten Respekt. Heike war dagegen völlig entspannt. Die Frage war, wie kommen wir über die Anden in die Cusco Region ohne große Probleme mit der Höhenkrankheit. Wie auch immer, jeder Weg führt für einige Zeit deutlich über 4.000m.
Die Höhenkrankheit beginnt, wenn die Schlafstelle zwischen 2.000 und 2.500m liegt. Tagsüber kann man sich auch deutlich höher bewegen, dann muss man wieder hinunter, da Lebensgefahr besteht. Der Lehrspruch lautet: „Go high, sleep down“. Die Veränderung der Schlafhöhe sollte darüber hinaus maximal 300m pro Nacht betragen. Ansonsten sind zusätzliche Akklimatisierungstage erforderlich. Die Höhenkrankheit kommt nicht rasch, sie schleicht sich an. Meist erst wenn die Berghütte am Abend erreicht ist.
Ich entschied mich für die Überquerung nach Abancay. Diese Überquerung war die kürzeste. Nazca liegt auf 600 Höhenmeter, der höchste Punkte der Fahrt auf rund 4.600m. Abancay liegt dann wieder auf 2.400m und sollte kein Problem sein. Solche Höhen kennen wir von unseren Wanderungen in den Alpen. Die Herausforderung ist, dass wir mehr als 4 Stunden in einer Höhenlage über 4.000m unterwegs sind. Wir sind mit dem Auto unterwegs und haben dadurch keine körperlichen Anstrengungen. Insgesamt ist die Strecke 460 km lang. Google veranschlagt dafür 9 Stunden Fahrzeit. Sicherheitshalber habe ich die Krankenhäuser, bzw. Erste Hilfe Stationen im Maps.Me markiert, falls Sauerstoff erforderlich sein sollte. Auf der ganzen Strecke gab es drei.
Wir verzichteten auf das Frühstück und fuhren gleich nach Sonnenaufgang los. Zuerst machten wir noch einen Stopp bei der Banco de la Nación um weiters Bargeld zu beheben. Ohne Bargeld läuft in diesem Land nichts. Über endlose Serpentinen geht es auf der 30A hinauf. Unzählige LKW mussten überholt werden, was nicht so schwierig ist, da sie langsam hinaufkriechen. Außer den LKW ist Überland nur wenig Verkehr. Die Straße ist wieder in sehr gutem Zustand.
Schon bei der Abfahrt aus Nazca haben wir begonnen Kokablätter zu kauen. Mir schmecken sie auch ohne Stevia nicht schlecht. Wichtig ist auch viel zu trinken. Die Faustregel ist für jeden Aufstieg um 1.000m einen Liter zusätzlich. Die Niere gleicht das Sauerstoff- und Gasdruckdefizit im Blut aus. Dazu braucht sie viel Wasser. Da wenig Verkehr ist, ist das Urinieren kein Problem.
Die Aussicht und die Landschaft sind sehr schön. Ganz im Hintergrund kann der Pazifik erahnt werden.
Bald sehen wir auch die ersten Vikunjas. Eines steht an der Straße und spricht mit uns (Die Lautstärke muss voll aufgedreht werden).
Nach knapp 2 Stunden haben wir eine erste kurze Hochebene mit einer Höhe von 4.200m erreicht.
Auf der anderen Seite der Hochebene tauchen wir in eine ganz andere grüne Landschaft ein.
Bald geht es rasch hinunter nach Puquio auf rund 3.500m.
Als wir in den Ort hineinfuhren, kamen wir zu einem Stau. Staus sind in Peru nichts Außergewöhnliches. An Wochenenden, vor bei allen Märkten oder Festen, werden die Straßen einfach abgesperrt. Auch Protestzüge führen zu Staus. Nur in dieser Höhe wollte ich nicht lange im Stau stehen. Auf Goggle sah ich, dass der Stau umfahren werden könnte. Wir folgten daher einheimische auf eine Nebenstraße.
Aber auch hier kamen wir nicht weit, kurze vor der Einmündung in die Hauptstraße ging wieder nichts. Manches Mal hören wir die Pfeife eines Polizisten und Gefuchtel war zu sehen. Nach einiger Zeit ging ich nach vorne und merkte gleich, dass die Luft hier dünn ist. Die Hauptstraße war in beiden Richtungen gesperrt, anscheinend gibt es ein Problem bei einer Baustelle auf einer Brücke. Sie ließen aber auch niemanden in den Ort fahren. Es gab Gefuchtel, Diskussionen und einen nervös pfeifenden Polizisten.
Plötzlich, warum auch immer, durften nur wir aus unserer Straße in den Ort abbiegen. Dort sahen wir auch, warum sie uns nicht in den Ort lassen wollten. Es war Samstag und der Markt im vollen Gange. Im Schritttempo ging es an den Ständen und Buden vorbei, bis wir endlich die Hauptstraße erreichten. Nun ging es wieder für die nächsten Stunden für gut 200 km auf über 4.000 hinauf.
Der größte Ort Puquio bis Abancay von der anderen Seite.
Die Landschaft war, wie man es sich im Hochland von Peru vorstellt. Weite Ebenen mit stechend blauem Himmel von vereinzelten, zum Greifen nahe, Wolken durchsetzt.
Alpaka, Lama und Vikunja-Herden sind am Wegesrand zu sehen.
Susan:
Wirklich eine tolle Landschaft dort in der Hochebene! Eigentlich schade, dass man sich da nicht länger aufhalten kann (zumindest nicht ohne Vorbereitung) Wir haben ja auf dem Mauna Kea (4200 m) gemerkt, wie dünn die Luft da ist. Schlafen hätten wir da wohl nicht gut können.
Paula:
Kann ich gut verstehen dass du Sorge hattest wegen der Höhe! Wobei man das vorher wirklich nicht wissen kann wie es einem geht. Ich bin mal in Colorado Springs das auf 1800 Meter liegt mit der Bahn auf den Pikes Peak gefahren auf 4300 Meter. Die Zahnradbahn zuckelt da langsam hoch und ich habe überhaupt nichts bemerkt. Auch oben auf dem Gipfel nicht. Wir waren da aber nur eine halbe Stunde und sind nur ein paar Meter gelaufen, dann fuhr die Bahn wieder runter.
Wenn man längere Zeit auf der Höhe fährt und auch noch selber Auto fahren muss und Wege suchen und im Stress ist ist das bestimmt viel belastender.
Die Tiere am Straßenrand sind natürlich nett anzuschauen, aber wäre es nicht eine Möglichkeit gewesen einen Inlandsflug zu machen und so die Autofahrt zu vermeiden?
Heike Heimo:
--- Zitat von: Paula am 02. November 2024, 16:57:47 ---Die Tiere am Straßenrand sind natürlich nett anzuschauen, aber wäre es nicht eine Möglichkeit gewesen einen Inlandsflug zu machen und so die Autofahrt zu vermeiden?
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Das war auch eine Option. Cusco liegt aber auf 3.300m. Bekannte haben das ohne Probleme geschafft. Andere litten sehr unter der Höhe und brauchten ärztliche Hilfe.
Von der Zeit her hätten wir nichts gewonnen. Wir hätten von Nazca wieder zurück nach Lima müssen. Wir hätten dadurch auch einiges interessantes nicht gesehen, bzw. erlebt. Von den Kosten her war es kein Unterschied.
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