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Unterwegs in Down Under
Silvia:
Achtung, heute gibt's nochmal eine Bilderflut!!
31.08. Samstag
Nachts weckt mich irgendein Tier auf, das meint direkt neben meinem Zelt sein nächtliches Mahl - leider sehr geräuschvoll - abhalten zu müssen. Erst als ich aufstand um nachzusehen was hier so schnauft, scharrt und rumraschelt hat es sich natürlich verzogen. >:( Ein Wallaby war es jedenfalls nicht, deren Geräusche kenne ich inzwischen, von den Fußtapsern, zum Knabbern bis hin zum Knurren wenn der Herr Lust hat, die Dame aber nicht will.
Es ist noch dunkel als der Wecker klingelt. Raus aus den Federn und nach einem schnellen kurzen Frühstück ab zur Shuttlestation. Genau wie gestern geht es mit dem Bus runter zum Anleger und Aufteilung auf 2 Boote.
Die Flüsse im Park, der Wildman-, West- und South Alligator River sind zusammen mit dem angrenzenden Gebiet der Yellow Water Lagoon eines der wichtigsten Feuchtgebiete in der Welt.
Nebel hängt über dem Fluß und verbreitet eine fast mystische Stimmung.
Vielleicht ist es der frühe Morgen oder ich hab einfach nur Glück. Die meiste Zeit geht es grad am Anfang fast schweigend dahin. Unser Guide hält sich anfangs auch zurück, erklärt nur kurz (später als alle munterer sind erzählt er mehr).
Während die beiden hier schon die Morgensonne genießen.....
... verstecken sich die beiden Kraniche noch im Nebel.
Neben dem Forest-Kingfisher sehen wir heute auch den Azur-Kingfischer,.....
... und wieder jede Menge anderer Vögel. Etwa 275 Vogelarten leben im Kakadu-Nationalpark, ein großer Teil rings um den Yellow Water Billabong.
Diesen Nachtreiher konnten wir dabei beobachten, wie er zuerst ein Sumpfhuhn vertrieb und sich dann einen Frosch schnappte.
Auch die Sichelpfeifgänse (Plumed Whistling Duck) waren wieder zahlreich vertreten. Im Flug fallen sie durch ihre Lautäußerungen und das pfeifende Fluggeräsuch auf.
Dieser Stelzenläufer scheint keinerlei Angst zu kennen :schreck:
Heute zeigt sich auch ein Elsterreiher (Pied Heron) von seiner schönen Seite
Es geht wieder in die Überflutungsflächen mit blühenden Wasserlilien und Jacanas die über die Seerosenblätter laufen.
... und dann.....
... seh ich etwas, will schon laut ausrufen.... sicherheitshalber noch ein Blick - DOCH .... DA
...auf den Wasserlilien ist eine Schlange!
Unser Bootsführer konnte es gar nicht glauben und ist ganz erstaunt als ich ihm die Schlange zeige. Er meint es sei eine Green-Tree-Snake und er hätte sie noch nie woanders als auf einem Baum gesehen. Hier wäre es auch für die Schlange gefährlich, da sie auf dem Speiseplan der Seeadler stehen.
Ich bin stolz wie Oskar. :happy2:
Natürlich sehen wir auch wieder Krokodile, Darter, Pelikan, Jabiru, Kormorane...
Gestern erzählte uns Murray von einem Kormoran, der oft zu den Booten kommt und sich direkt daneben einen Fisch holt. Und genau das passiert heute. Ein Kormoran kommt angeflogen, schwimmt eine kurze Strecke nebenher, dann taucht er und kommt echt mit einem Fisch hoch. Schwimmt ein paar Mal mit dem Fisch hin und her, als wolle er ihn uns zeigen.
Der Nebel hat sich inzwischen komplett verzogen und nicht nur wir genießen die Morgensonne...
Hier schwimmt das Männchen Richtung Land, tut uns aber nicht den Gefallen rauszukommen :weissnicht:
Um 8:45 Uhr sind wir zurück....
... und es geht zum Frühstück (für 9,-$ war's dabei). Ran ans Buffet.
Beim Essen bekomme ich auf meiner Bank Besuch von diesem kleinen Flitzer.
Nach einem ausgiebigem 2. Frühstück zuerst noch mal ans Wasser und ein kleines Stück den Weg entlang. Siehe da, selbst hier zeigt sich heute ein Krokodil und auch ein Reiher lässt sich ablichten.
Dann zum Campingplatz, Zelt abbauen und nochmal unter die Dusche. :girly:
Nächster Stop ist der Mirrai Lookout. 1,6 km retoure, d.h. 800 m Berghoch und wieder runter. Ich überlege ob ich in der Mittagshitze da hoch soll, aber schnell ist der innere Schweinehund überwunden, schließlich saß ich bisher ja nur im Boot.
Leider versperren viele Bäume den Ausblick - nur kleine Lücken bleiben.
Ich hake das ganze unter sportliche Betätigung ab und gönne mir im Bowali Visitorcenter ein Magnum (Honeycomb) und einen Eiskaffee zum Mitnehmen.
Eigentlich hatte ich als nächsten Übernachtungsplatz Muriella angepeilt, aber der freie offene Platz sagte mir nicht zu, also ein Stück weiter und den nächsten Anfahren.
Ja, der Burdulba sagt mir mehr zu, schlage mein Lager auf - noch bin ich ganz alleine auf dem Platz.
Nachdem das Zelt steht fahre ich zum Nourlangie. Gemütlich und ohne störende Touris sehe ich mir in Ruhe die Zeichnung nochmal an.
Die Zeichnungen sind sehr unterschiedlich und man entdeckt ständig neue oder lustige Details, wie eine rausgestreckte Zunge oder einen Fisch, der einen Fisch gefressen hat. ;D
Spontan mache ich die 3 angebotenen Ranger-Führungen mit. Christian erklärt uns anhand von Gegenständen die Geschichte. Ein Archäologe hat hier am Nourlangie gegraben und dabei verschiedene Werkzeuge gefunden. Steine, von denen man Splinte abschlägt (ca. 30.000 J.), Steinaxt (20.000), Mörser (8.000), Speerspitzen, Malutensilien, Schädel, Feuerdocht ... usw... die alten Aboriginals konnten dem Archäologen alles zu den Fundstücken erklären, z.B. welcher Clan diese Speerspitzen macht, woher der Stein für die Splinte kommt usw.. Lebendiges Altertum. Auch die komplizierten Regeln der Familie und Wanderschaft verdeutlicht er geschickt.
Danach noch zum Nawurlandja Lookout ....
... und die Felsen des Nourlangie im Abendlicht genießen.
Nach dem Abendessen vor den Mücken und Mosikot ins Zelt geflohen. Um 20 Uhr hat es heute noch 28° und es liegt eine herrliche Ruhe über dem Platz.
Andrea:
Wirklich wieder geniale Bilder! :) :) :)
Ilona:
--- Zitat von: Silvia am 21. Oktober 2013, 19:23:49 ---Wie meinte unser Guide ... die Krokodile die man sieht sind NICHT das Problem!! :evil:
--- Ende Zitat ---
Das glaube ich gerne, denn in Florida war ich oft erstaunt, dass oft nur die kleinen Augen auf der Wasseroberfläche zu sehen sind. Ich möchte da nicht unfreiwillig aus dem Boot steigen :verpiss:.
--- Zitat von: Silvia am 22. Oktober 2013, 09:32:29 ---Ein Wallaby war es jedenfalls nicht, deren Geräusche kenne ich inzwischen, von den Fußtapsern, zum Knabbern bis hin zum Knurren wenn der Herr Lust hat, die Dame aber nicht will.
--- Ende Zitat ---
:totlach: :totlach: :totlach:
Susan:
Tolle Vogelbilder :thumb: und sehr interessante Felszeichnungen
Silvia:
Heute steht wieder mehr Kultur auf dem Programm..
01.09. Samstag
Heute morgen beim Frühstück ist alles etwas klamm, die Folge des nahen Wassers. Da die Luft noch frisch ist und das Zelt trocknen muss mache ich einen kleinen Spaziergang.
Zurück am Platz ein geruhsames Frühstück, Zelt abbauen und weiter geht es.
Es geht zuerst zurück Richtung Nourlangie, aber davor ein Abzweig und ich spaziere 3,5 km (retour) durch die heiße Landschaft zur Nanguluwur Art Site. Sie befindet sich auf der anderen Seite des Nourlangie-Fels.
Hier sind wieder sehr viele Felszeichnungen zu sehen. Teilweise sehr alte (z. T. auch weit oben), z.T. neuere. Christian, der Ranger erklärte gestern das (per Laser) festgestellt wurde, das bis zu 16 Schichten übereinander gemalt wurden.
Besonders auffällig ist eine Abbildung eines Zweimasters mit Ankerkette und Dinghi (zählt zum sog. Kontaktstil),.....
.... Handabdrücke ....
... und „Alkajko“, ein weibliches Wesen mit vier Armen und einem hornartigen Auswuchs ist ein weiteres Motiv.
Nächster Stop Jabiru, Vorräte nachbunkern und gleich am See die Mittagspause eingelegt. Dann zurück und Richtung Ubirr.
Am Merl CG das Zelt aufbauen und ein kurzer Sprung unter die Dusche - Herrlich, allerdings hält es gerade mal 5 min. Ich vermisse die Bademöglichkeiten des Litchfield NP. :(
Nächster Stop ist der Parkplatz bei Cahills Crossing, der Furt mit den Krokodilen. Heute sehe ich gerade noch 2 Kolosse abtauchen als ich ankomme und das war's dann auch schon. Der Flußpegel ist heute um einiges niedriger. (Später erfahre ich, das er gezeitenabhängig ist, obwohl wir so weit im Landesinneren sind).
Spaziere ein Stück am Fluß entlang, .....
... aber heute ist es wieder mal ziemlich heiß, also zum Cafe und ne kühle Limo (Hatten keinen Eiskaffee).
Gestern erzählte Christian auch von Jeffrey Lee, der sämtliche Angebote von Minenfirmen ablehnte und dafür sorgte, das "sein" Land mit in den Nationalpark aufgenommen wurde. :respekt:
Jeffrey Lee ist das letzte lebende Mitglied des Aboriginals-Clans der Djok im Northern Territory. Lee wurde in Australien überaus bekannt, weil er sich weigerte, Koongarra, das Land seiner Ahnen, zu verkaufen oder eine Erlaubnis zum Uranabbau zu erteilen. Jeffrey Lee besitzt einen Native Title auf 12,5 km² Land, in dem sich eine Uranlagerstätte mit etwa 14.000 t Uran befindet, die einen Wert von fünf Milliarden AUD darstellt.
Lee könnte einer der reichsten Männer Australiens sein, aber er gibt sich bescheiden und zurückhaltend. Seit Februar 2013 gehört Koongarra zum Kakadu Nationalpark. :thumb:
Seine Worte bei der offiziellen Veranstaltung:
"Today - this is the day. This is the moment that I was waiting for, (for a) very long, long time."
"I could be a rich man today. I could be a rich man. Billions of dollars... You know, you can offer me anything, but my land is a cultural land."
Lee arbeitet als Ranger im Kakadu-Nationalpark an der Station Nourlangie, wo er über Bush Tucker und von der Traumzeit des Lightning Man spricht. Lee stand – nach seinen eigenen Worten – lange Zeit unter enormem Druck durch die französische AREVA-Gruppe, dem weltgrößten Konzern für Nukleartechnik, die das dortige Uran abbauen wollte (letztes Angebot 2,5 Billionen Dollar!!). :anbeten:
Ich entscheide mich noch für den Manngarre Walk (1,5 km) ein Weg durch den Monsun-Regenwald, schön schattig.
Gleich am Anfang entdecke ich Flughunde, selbst denen ist es zu heiß. Es sieht lustig aus, wie sie dorthängen und sich luftzufächeln.
Flughunde sind verwandt mit den Fledermäusen. Ihren Namen haben sie daher, weil ihr Kopf ein wenig an den eines Hundes mit der typischen Schnauze erinnert. Flughunde sehen aus wie unsere Fledermäuse und gehören wie diese zu den Säugetieren. Vom Kopf bis zum Po messen sie - je nach Art - zwischen sechs und 40 Zentimeter. Die Vorderbeine mit der Flughaut erreichen Spannweiten von 25 bis zu 150 Zentimetern und die Tiere wiegen zwischen 15 Gramm und einem Kilogramm. Flughunde haben einen hundeartigen Kopf und große Augen, mit denen sie auch in der Dämmerung und in Höhlen gut sehen können. Außerdem können sie sehr gut riechen. Dagegen sind die Ohren relativ klein und sie können nicht so gut hören wie Fledermäuse. Der Schwanz ist kurz oder fehlt ganz.
Dann geht's nach Ubirr um auch dort nochmal an den Rangertalks teilzunehmen. Aber zuerst spaziere ich zur Einfahrt des Parkplatzes zurück, denn diesen Hoodo hier lasse ich mir doch nicht entgehen.
Es ist wieder Christian im Dienst und obwohl einige Themen gleich sind ist es interessant zuzuhören.
Heute geht's z.B. um die 6 Jahreszeiten im Kakadu NP:
Gunumeleng – Mitte-Oktober bis später Dezember, vormonsun Sturmsaison mit heißen Wetter und Gewittern am Nachmittag.
Gudjewg – von Januar bis März, Monsun Saison mit Gewitterstürmen, heftigen Regenfällen, Überflutungen, Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit, generell eine starke Wachstumsphase für Tier- und Pflanzenwelt
Banggerreng – April: die Überflutungen gehen zurück, stürmisches und windiges Wetter, das das Gras niederdrückt.
Yegge – Mai bis Mitte Juni: relativ kühl mit geringer Luftfeuchtigkeit. In dieser Zeit begannen die Aborigines traditionell das Niederbrennen des Unterholzes, um neues Wachstum der Pflanzen zu unterstützen und das Land aufzuräumen
Wurrgeng – Mitte Juni bis Mitte August: kühles Wetter, geringe Luftfeuchtigkeit, die Ebenen trocknen aus, die Flüsse versiegen.
Gurrung – Mitte August bis Mitte Oktober: heißes, trockenes Wetter, weiteres Zurückgehen der Billabongs
Ich habe noch Zeit mir viele der Zeichnungen näher anzusehen.
Zum Sonnenuntergang dann hoch zum Aussichtspunkt.
Es ist schon fantastisch und obwohl sehr veile Leute hier sind ist es angenehm ruhig. (Wie mir eine Rangerin am anderen Tag erzählt war das sehr ungewöhnlich, normalerweise sind immer welche am quatschen).
Nach dem Sonnenuntergang zurück zum CG. Ein Glück, das ich mit dem Zelt schon meinen Platz belegt hatte, es wurde dann noch sehr voll. nach dem Abendessen vor den Moskitos ins Zelt geflüchtet und beinahe einen Vortrag über Krokodile verpasst, habe leider nur noch etwa die Hälfte mitbekommen. :bang:
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