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Endlich spricht ein Politiker mal das aus, was ich schon lange denke.
Rainer:
Jetzt haben wir für jede Behauptung auch eine Studie, kann sich jeder das herauspicken, wie er es braucht. Vielleicht liegt die Wahrheit auch irgendwo in der Mitte, wie die Virologen nämlich auch immer wieder betonen, spielt für eine Ansteckung auch die Virenmenge eine große Rolle. Nicht jedes Tröpfchen und nicht jede Türklinke mit einem Virus drauf macht auch wirklich krank. Wenn Kinder weniger bis gar nicht husten (und auch da gibt es Studien, mit computeranimierter Grafik, dass bei Husten der Verbreitungsgrad überproportional groß ist), sind sie vielleicht auch alleine schon deswegen nicht so ansteckend wie einer, der den ganzen Tag herumbellt.
Es hilft alles nichts, wir können nicht bis in alle Ewigkeit die Schulen geschlossen halten, obwohl ich da durchaus auch der Meinung bin, dass aktuell eine Schulschließung bis zu den Sommerferien nicht überzogen erscheint. Es ist ja alles eine Frage des Maßes. Vielleicht weiß man im September, wenn der reguläre Schulbetrieb nach den Sommerferien anläuft, wieder mehr.
Fakt ist leider ja auch, dass alle Experten (inkl. Wieler, der am meisten) in diesem Jahr schon jede Menge "Böcke geschossen haben", Fehleinschätzungen in jeder Größenordnung.
serendipity:
--- Zitat von: Rainer am 30. April 2020, 14:48:50 ---Es hilft alles nichts, wir können nicht bis in alle Ewigkeit die Schulen geschlossen halten, obwohl ich da durchaus auch der Meinung bin, dass aktuell eine Schulschließung bis zu den Sommerferien nicht überzogen erscheint. Es ist ja alles eine Frage des Maßes. Vielleicht weiß man im September, wenn der reguläre Schulbetrieb nach den Sommerferien anläuft, wieder mehr.
--- Ende Zitat ---
Da gebe ich dir in Teilen Recht. Wir können nicht bis in alle Ewigkeiten die Schulen geschlossen halten und ich bin für eine Öffnung, aber eben unter bestimmten Umständen.
Eigentlich fand ich die bisherige Planung mit den 4.Klassen anzufangen nicht die schlechteste. Nun ist NRW heute wieder vorgeprescht und hat folgende Idee: Die Jahrgangsstufen kommen ab dem 11.5. tageweise. Montag die 1. Klässler, Dienstag, die 2.Klässler usw.
Sorry, aber ein Pädagoge hat diese Idee nicht entwickelt. Ich bringe den 4. Klässlern am Donnerstag die erste Stufe der schriftlichen Division bei und sehe sie dann erst eine Woche später wieder - DA IST ALLES WEG! Ich werde also die restlichen 8 Wochen jede Woche mit der ersten Stufe der schriftlichen Division anfangen ... Und ob dies den Eltern hilft? Vielleicht kann Silke dazu etwas sagen.
Nun in Hessen fangen wir ja nun insgesamt erst frühestens am 11.5. an, ich hoffe die Schulen haben hier mehr Entscheidungsspielraum. Wir würden gerne mit halben Klassen (1.- 4.Klasse) wochenweise starten, also eine Woche Schule für ca. 10 Kinder, in der zweiten Woche Home-Schooling usw. Das könnten wir mit geringer Mehrarbeit auch stemmen, wir heißt unsere Schule, an anderen Schulen sehe dies vielleicht ganz anders aus.
An einen regulären Schulbetrieb ab September glaube ich erst, wenn ich es schriftlich habe.
--- Zitat von: Susan am 30. April 2020, 05:20:27 ---Und von ihrem Gehalt sollten sie sich auch zwei, drei anständige Schutzmasken leisten können.
--- Ende Zitat ---
Natürlich hast du da Recht und genauso habe ich es gemacht. Aber ich möchte einfach mal darauf hinweisen, dass viele Grundschullehrer Teile ihrer Bezüge ins Schulsystem reinvestieren. In meinem Klassenraum gehören allein 4 Regale und 6 Sitzbänke mir, d.h. ich habe sie bezahlt. Ich zahle mein Programm zur Erstellung von Arbeitsblättern, ich drucke alle Farbausdrucke privat, die Klassenbibliothek ist von mir finanziert, ebenso wie Laminierfolien usw. usw.
Ob andere dies auch so machen? Meinem Mann und meinem Sohn würde es nicht einfallen, Büroausstattung zu finanzieren.
Jetzt soll ich unterrichten und, sorry, da kann ich doch erwarten, dass mein Dienstherr für ausreichende Schutzmaßnahmen sorgt oder?
Jetzt noch ein Scherz aus dem digitalen Schulleben. Unser Kreis hat es geschafft innerhalb der letzten sechs Wochen, einen Jitsi-Server für Konferenzen mit Schülern aufzusetzen. Ich habe diesen heute zu drei unterschiedlichen Zeiten mit jeweils fünf Schülern getestet. Es war eine Katastrophe: Die Kinder waren toll, haben sich gemeldet und an alle vorab besprochenen Regeln gehalten. Aaaaber, wenn man nichts versteht und teilweise der Bildschirm aussetzt, dann kann man so ein Tool einfach nicht für den Unterricht verwenden. Andere wie Microsoft Teams oder Zoom oder Skype darf ich aber nicht ::) - armes Deutschland!
Silke:
--- Zitat von: serendipity am 30. April 2020, 20:07:38 ---
--- Zitat von: Rainer am 30. April 2020, 14:48:50 ---Es hilft alles nichts, wir können nicht bis in alle Ewigkeit die Schulen geschlossen halten, obwohl ich da durchaus auch der Meinung bin, dass aktuell eine Schulschließung bis zu den Sommerferien nicht überzogen erscheint. Es ist ja alles eine Frage des Maßes. Vielleicht weiß man im September, wenn der reguläre Schulbetrieb nach den Sommerferien anläuft, wieder mehr.
--- Ende Zitat ---
Da gebe ich dir in Teilen Recht. Wir können nicht bis in alle Ewigkeiten die Schulen geschlossen halten und ich bin für eine Öffnung, aber eben unter bestimmten Umständen.
Eigentlich fand ich die bisherige Planung mit den 4.Klassen anzufangen nicht die schlechteste. Nun ist NRW heute wieder vorgeprescht und hat folgende Idee: Die Jahrgangsstufen kommen ab dem 11.5. tageweise. Montag die 1. Klässler, Dienstag, die 2.Klässler usw.
Sorry, aber ein Pädagoge hat diese Idee nicht entwickelt. Ich bringe den 4. Klässlern am Donnerstag die erste Stufe der schriftlichen Division bei und sehe sie dann erst eine Woche später wieder - DA IST ALLES WEG! Ich werde also die restlichen 8 Wochen jede Woche mit der ersten Stufe der schriftlichen Division anfangen ... Und ob dies den Eltern hilft? Vielleicht kann Silke dazu etwas sagen.
Nun in Hessen fangen wir ja nun insgesamt erst frühestens am 11.5. an, ich hoffe die Schulen haben hier mehr Entscheidungsspielraum. Wir würden gerne mit halben Klassen (1.- 4.Klasse) wochenweise starten, also eine Woche Schule für ca. 10 Kinder, in der zweiten Woche Home-Schooling usw.
--- Ende Zitat ---
Silke findet einen Tag Präsenzunzerricht in der Woche besser als keinen Tag.
Warum soll es besser sein, wenn die Kinder sich wie bisher alles allein erarbeiten sollen als wenn sie es professionell erklärt bekommen und zu hause vertiefen? Wer bringt den Kindern denn jetzt die erste Stufe der Division bei? Die Eltern wohl kaum. Sie selbst sich eher auch nicht.
Ich hatte heute gerade ein Gespräch mit meiner Schwiegertochter, sie ist Erzieherin im Hort und macht mit den Kindern in der Notbetreuung die Aufgaben. Und da muss sie schon beim Stoff der 4. Klasse passen, weil sie die Aufgaben zwar lösen, aber den richtigen Lösungsweg nicht erklären kann.
Ich persönlich würde auch nicht wochenweise, sondern jeden 2. Tag oder wenigstens 2 x in der Woche am besten finden. Einen Tag erklären, einen Tag zu hause vertiefen. Wenn man sich auf die Hauptfächer beschränkt müsste das möglich sein.
Aber grundsätzlich finde ich JEDEN Anfang besser als weiter so wie bisher. Nicht nur wegen der Wissensvermittlung, sondern auch, um wieder Struktur in das Leben der Kinder zu bekommen, um Kinder aus häuslicher Gewalt herauszubekommen usw.
Horst:
--- Zitat von: serendipity am 30. April 2020, 20:07:38 ---An einen regulären Schulbetrieb ab September glaube ich erst, wenn ich es schriftlich habe.
--- Ende Zitat ---
Was soll auch im September groß anders sein als jetzt?
Außer dass die Politik bis dahin andere Beschlüsse gefasst hat - aber das Virus-Problem wird nicht weg sein.
--- Zitat von: serendipity am 30. April 2020, 20:07:38 ---Jetzt noch ein Scherz aus dem digitalen Schulleben. Unser Kreis hat es geschafft innerhalb der letzten sechs Wochen, einen Jitsi-Server für Konferenzen mit Schülern aufzusetzen. Ich habe diesen heute zu drei unterschiedlichen Zeiten mit jeweils fünf Schülern getestet. Es war eine Katastrophe: Die Kinder waren toll, haben sich gemeldet und an alle vorab besprochenen Regeln gehalten. Aaaaber, wenn man nichts versteht und teilweise der Bildschirm aussetzt, dann kann man so ein Tool einfach nicht für den Unterricht verwenden. Andere wie Microsoft Teams oder Zoom oder Skype darf ich aber nicht ::) - armes Deutschland!
--- Ende Zitat ---
Haben die Teilnehmer vor allem Du als Moderator Google Chrome verwendet?
--- Zitat von: Silke am 30. April 2020, 22:46:12 ---Aber grundsätzlich finde ich JEDEN Anfang besser als weiter so wie bisher. Nicht nur wegen der Wissensvermittlung, sondern auch, um wieder Struktur in das Leben der Kinder zu bekommen
--- Ende Zitat ---
100% Zustimmung. Höre das überall dass die Kids völlig ihren Tagesrhythmus verloren haben und schon gestresst sind, wenn sie eine ihrer Netflixserien wegen einer Stunde Online-Unterricht unterbrechen sollen. Ich bin mir sicher auch meine Teilnehmer, die Mitte Juni ihre schriftliche Abschlussprüfung bei der IHK ablegen müssen, haben wenig bis nichts gemacht und das meiste vergessen. Leider hat uns der Bildungsträger nicht ermöglicht sie mit Online-Unterricht zu unterstützen. :(
In zwei-drei Monaten wird (nahezu) alles wieder geöffnet haben und auch in der Schule werden wieder alle unterrichtet werden.
Der Unterschied werden einzig die für jede Situation anpepassten pragmatischen Lösungen sein, die man sich ausgeknobelt hat.
Idee -> könnte man jetzt auch schon so angehen und die Zeit nicht verschwenden.
Der wirtschaftliche und gesellschaftliche Schaden wird jeden Tag schlimmer und ob es dagegen auch einen Impfstoff gibt ...
Rainer:
--- Zitat von: Horst am 01. Mai 2020, 09:17:42 ---Was soll auch im September groß anders sein als jetzt?
--- Ende Zitat ---
Als unverbesserlicher Optimist glaube ich natürlich daran, woran durchaus auch anerkannte Wissenschaftler glauben (die allerdings nicht die Bundesregierung beraten): die Pandemie könnte (mindestens in D, vielleicht auch in ganz Europa, vielleicht auch in anderen Kontinenten) vorbei sein. Die aktuellen Neuerkrankungen befinden sich auf immer schneller absteigenden Ast, zuletzt wurden nur noch knapp 1.000 Neuerkrankte gemeldet. Demgegenüber stehen erneut weit mehr Genesene. Die Reproduktionszahl ist gestern abgerutsch auf 0,75. Nimmt man 10 Tage ungefähr als einen Reproduktionszyklus an (so lange sind Patienten ansteckend, angeblich sogar noch weniger), sind wir im September bei extrem geringen Zahlen. Möglicherweise war es das.
Es ist ja nicht von ungefähr, wenn Wieler gestern schon von einer 3. Welle (völlig durchgeknallt - was soll man denn als Bürger damit anfangen?) sprach, das RKI kann nur negative Schlechtmeldungen herausgeben, notfalls erfundene. Hauptsache die Bevölkerung bleibt verängstigt. Auch in den Niederlanden gehen die Neuerkrankungen drastisch zurück, proportional zu Deutschland sind nur 172 Menschen gestern neu erkrankt. Das ist extrem wenig und die Tendenz ist auch dort stark fallend. In Anbetracht dessen, dass die ersten Lockerungen mehr als 10 Tage zurückliegen, vielleicht doch ein gutes Zeichen? Wie gesagt, ich bleibe optimistisch, das ist psychisch einfacher als diese ewigen Negativmeldungen, die ich echt nicht mehr hören kann. Es ist einfach zu viel, die Verantwortlichen haben es übertrieben. Das erzeugt nicht mehr das, was er erzeugen soll, es erzeugt allenfalls Hass.
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