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Was vermisst Ihr in Zeiten von Corona am meisten?

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Horst:
Hallo zusammen,

ich hatte gestern eine Diskussion mit meiner Tochter dazu. Hatte vorher gar nicht so darüber nachgedacht.
Dabei sind uns wichtigere und kleine Dingen eingefallen.


Würde mich mal von Euch interessieren:

1. Was vermisst Ihr am meisten (oder falls es inzwischen aufgehoben wurde, was hattet Ihr am meisten vermisst)?

2. Was sollte selbst nach der Pandemie beibehalten werden?

Rainer:
"Fehlen" würde ich es nicht unbedingt nennen, aber was mich persönlich sehr stört, sind die ganzen Grenzschliessungen, die Einreiseverbote und insbesondere das Verbot, unser eigenes Haus in Holland zu besuchen. Wir durften selbst als Inhaber nicht unser eigenes Haus besuchen, das ist ein komisches Gefühl, insbesondere weil es so  vertraut ist und schon seit 1972 im Familienbesitz ist. Das ist ein Teil meines Lebens.

Erfreulicherweise haben inzwischen auch die Niederländer gelockert, u.a. ist es seit ein paar Tagen endlich wieder gestattet, als Inhaber sein Haus zu besuchen.

Was für mich nach der Pandemie beibehalten werden sollte, kann ich eigentlich für mich kaum entscheiden, ich denke aber, dass Home Office zukünftig deutlich öfter eine Option darstellen wird als vorher. Für manche Branchen und Angestellte hat sich das als deutliche Verbesserung erwiesen.

Silke:
Mir fehlt sehr das Reisen.
Kling zwar nach einem Luxusproblem, ist es aber für mich nicht. Reisen und die Vorbereitungen dazu waren ein Teil meines Lebens, eigentlich eines meiner Hobbys. Sie haben einen großen Teil meiner Zeit in Anspruch genommen. Und es hat mir Freude bereitet.
Damit im Zusammenhang steht auch das Gefühl des Eingesperrtseins im Land bzw. sogar im Bundesland. Als Motorradfahrer war das auch etwas blöd, weil man leicht mal die Bundesländergrenzen überfährt (wobei man manchmal ja gar nicht merkt, dass man sie überfährt;)). Und für mich als ehemaligem DDR-Bürger ist das Gefühl, das Land nicht verlassen zu dürfen, besonders belastend.
Ich habe vorgestern eine FeWo an der Ostsee für den Juli gebucht, da werden wir ein paar Tage mit den Enkeln hinfahren, und eine FeWo für eine Motorradtour Pfingsten in Sachsen, das war wie eine kleine Befreiung.
Ansonsten fehlen uns unsere Motorradfreunde. So langsam werden wir wieder anfangen, in Gruppen zu fahren, aber nur in kleinen Gruppen und mit Abstand beim halten, das ist nicht das Gleiche wie vorher.
Dann fehlt mir das schwimmen, ich war sonst immer einmal in der Woche mit meinem besten Freund schwimmen. Zum Glück öffnen ja nun in Berlin am 25.5. die Bäder, Brandenburg zögert weiter.

Diese Einschätzung liegt aber hauptsächlich daran, dass wir die Regeln von Anfang an nicht sonderlich eng ausgelegt haben. Wir sind weiterhin Motorrad gefahren, haben uns dann eben ein Einkaufsziel gesucht. Wir hatten weiterhin die Enkel bei uns, weil es eben notwendig war (weil es Niemanden interessiert hat, wie die Eltern arbeiten und die Kids betreuen sollen). Zu unseren engsten Freunden hatten wir anfangs nur telefonisch Kontakt, das hat schon gefehlt, aber das war nur kurz, dann haben wir uns in den Gärten immer mit einer Familie und Abstand getroffen. Zu den (erwachsenen) Kindern hatten wir immer Kontakt, haben eben entsprechend Abstand gehalten.
Wir haben aber auch kaum Probleme durch das Ganze. Mein Mann ist zwar auch in Kurzarbeit, aber nur teilweise, und das können wir verschmerzen. Angst um seinen Job muss er eigentlich nicht haben, wenn es nicht noch viel schlimmer kommt. Mein Leben hat sich ansonsten nicht großartig verändert, ich mache weiter meinen Nebenjob, fahre meinen Bus, kümmer mich um die Enkel.

Und sdie Einschätzung trifft nur auf mich zu.
Meine Enkel vermissen natürlich die Schule und Kita am meisten (und Brandenburg zögert weiter), sie leiden darunter und das tut mir weh.

Beibehalten werden sollte aus meiner Sicht Nichts. Ich sehe keine Verbesserung in irgendeiner Maßnahme.

Birgit:

--- Zitat ---Erfreulicherweise haben inzwischen auch die Niederländer gelockert, u.a. ist es seit ein paar Tagen endlich wieder gestattet, als Inhaber sein Haus zu besuchen.

--- Ende Zitat ---

Ist das aber im Moment nicht eine nur sehr theoretische Möglichkeit dort hin zu fahren? Muss man nicht 14 Tage in häusliche Quarantäne, wenn man länger als 2 Tege (oder so) im Ausland war?

Rainer:

--- Zitat von: Birgit am 09. Mai 2020, 10:47:58 ---Ist das aber im Moment nicht eine nur sehr theoretische Möglichkeit dort hin zu fahren? Muss man nicht 14 Tage in häusliche Quarantäne, wenn man länger als 2 Tege (oder so) im Ausland war?

--- Ende Zitat ---

Ab 72 Stunden soll man in häusliche Quarantäne. Unabhängig davon, dass das für mich so gut wie kaum eine Änderung bedeutet (der Spaziergang würde ausfallen), ist es in NRW auch möglich, stattdessen einen Test zu machen. Wenn der dann positiv ausfällt, muss man natürlich doch in Quarantäne, aber das wäre ja sowieso Sch***e.

Last not least (ich will auch keinen anstacheln), aber ich frage mich schon ernsthaft, wie das kontrolliert werden soll. Das ganze Konstrukt basiert ganz offensichtlich auf Freiwilligkeit, denn neben dem Test gibt es auch elfundneunzig grundsätzliche Ausnahmen (Pendler usw.) von dieser Regelung und im Gesetzestext steht explizit drin, dass es für KEINE einzige Ausnahme einer behördlichen Bestätigung bedarf. Da ist die Schwelle ziemlich niedrig, das zu ignorieren. Aber ich denke, wir würden so oder so den Test wählen, kann ja nicht schaden.

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