Unser nächstes Ziel waren die
Great Siege Tunnels am Upper Rock. Das Tunnellabyrinth ist das eindrucksvollste von Menschen erdachte Verteidigungssystem.
In den schmalen Röhren stauten sich die britischen Reisegruppen und lauschten gespannt ihren an Dramatik nicht zu überbietenden Führern. Wir gingen bis zur hinteren Verteidigungsöffnung weiter. Diesen weiten Weg mit Gefälle gingen die betagten Ladies und Gentlemen nicht.
Von den Tunnels war es ein weiter Weg zur
Chinesischen Mauer Charles V Wall, einer schier unendlich langen, schmalen und steilen Treppe.
Die schmale Treppe teilt man sich mit den Affen und Schilder warnen davor, dass die aggressiv sein können.
Der Affe spürte wahrscheinlich meine Angst und ging neben mir auf der Mauer. Manchmal sprang er vor mir auf die Treppe und fauchte. Ganz ehrlich, zum Knuddeln war der nicht.
Ich redete immer wieder beruhigend (also um mich zu beruhigen

) auf ihn ein. Bestechungsbananen hatten wir keine im Rucksack, denn die Affen soll man nicht füttern. Der alte Knabe hatte eine große, offene Geschwulst am Bobbes und als er mich wieder anfauchte sah ich, dass er keine Zähne mehr hatte. Da tat er mir richtig leid.
Der Hindernislauf auf der langen Treppe war aber noch nicht vorüber. Die Affen schliefen auf der Treppe oder lausten sich. Platz machten die jedenfalls nicht. Ein übermütiges Baby turnte am Geländer herum.
Außer Puste und endlich oben angekommen, erwartete uns ein besonders gechillter Affe.
Hier befindet sich auch die Wasser- und Futterstelle und deshalb halten sich die meisten Affen dort auf.
So lange die Seilbahn außer Betrieb ist (sie wird komplett erneuert), machen die Touranbieter das Geschäft ihres Lebens. Da die Kleinbusse in den engen Einbahnstraßen die meiste Zeit im Stau stehen und nicht alles angefahren werden kann, hatten wir uns schon im Vorfeld dagegen entschieden.
Vor dem Skywalk war viel los. Der Glasbalkon bietet in alle Richtungen Ausblicke.
Zudem gefiel uns bei diesen Touren nicht, dass die Berberaffen durch Futter angelockt werden und sich regelrecht auf die Kleinbusse stürzen. Sie springen zur Belustigung der Touristen teilweise ins Wageninnere. No way!
Von nun an führt die Strecke abwärts und unser nächstes Ziel war die St. Michael’s Cave.
Die natürliche Tropfsteinhöhle befindet sich in 300 m Höhe. In der Mitte befindet sich ein Konzertsaal
und die beeindruckenden Tropfsteine werden alle 7 Minuten in einer kurzen Licht- und Tonshow illuminiert.
Der Erzengel Michael ist rechts zu erkennen.
In dem angrenzenden Pub stärkten wir uns kurz mit zwei Empanadas.
Im Souvenirshop davor gibt es Eiscreme zu kaufen. Keine Ahnung,
welcher Hornochse wer dem Affen ein Eis spendiert hat. Da kann man nur den Kopf schütteln.
Ein kurzer Abstecher führte uns zur schwankenden Windsor Hängebrücke.
Von der Seilbahn stehen nur noch die Stützen. Bis Ende 2027 soll die neue Bahn fertiggestellt sein.
Am Apes Den war nur die Mutter mit ihrem Baby.
Devil’s Gap Battery ist die letzte Sehenswürdigkeit in Richtung Tal.
Gut, dass uns keine Schlangen begegnet sind und schnell waren wir ohnehin nicht unterwegs.
Zurück in der Stadt, steuerten wir das erste Restaurant auf dem Weg an. Das indische Restaurant Neha war ein absoluter Glücksgriff.
Kurz nachdem wir die Grenze passierten, wurde der Durchgang gesperrt, weil sich eine Maschine der British Airways auf den Rückflug machte.
Zurück im Parkhaus wurden 22,05 € für 7 Stunden und 17 Minuten fällig.
Mit den ganzen Schlenkern und den Strecken innerhalb der Tunnels, kamen 16,6 km zu Fuß zusammen. Von den unzähligen Treppenstufen abgesehen, ging es teilweise ganz schön bergauf. Das Ganze mit meinem Ischias. Ihr könnt euch vorstellen, wie platt ich an dem Abend war.
Aufgrund des späten Mittagessens hatten wir abends keinen Hunger und setzten auch keinen Fuß mehr vor die Hoteltür. Das war ein anstrengender und für mich dazu
schmerzhafter Tag, den wir keinesfalls missen möchten.
Übernachtung: AC Hotel by Marriott, Algeciras - 214,50 € für zwei Nächte inkl. Frühstück