Afrika - Asien - Ozeanien > Asien & Ozeanien

Indien - und ich habe 'Ladehemmung'

<< < (2/12) > >>

Silke:
Hallo Birgit,

dann will ich mal versuchen, dir deine Bedenken etwas zu zerstreuen.

Wir waren ja im Februar nun schon zum dritten Mal in Indien.

Einen Fahrer hatte ich dir ja empfohlen. Wir waren mit ihm eigentlich zufrieden. Dazu hatte ich dir ja schon etwas ausführlicher geschrieben, das möchte ich jetzt nicht wiederholen.
Gehört der zu dem Familienunternehmen, was du eigentlich nicht nehmen willst?
Aber du schreibst doch von einem Fahrer deines Vertrauens. Warum buchst du den nicht?
Du kannst m.E. mit einem indischen Fahrer nicht viel falsch machen. Jedenfalls hat sowohl der Fahrer, den wir jetzt hatten, als auch der, den wir vor 4 Jahren hatten, immer alles gemacht, was wir wollten. Und ich habe bisher auch nichts Gegenteiliges irgendwo gehört oder gelesen. Die würden damit ihren Job auf´s Spiel setzen, wenn der Kunde nicht zufrieden ist.
Ob er es für blöd hält, was ich mache, ist mir doch egal.

Den Nachtzug würde ich auch nicht nehmen, gar nicht wegen Magen - Darm - Problemen, sondern wegen allgemeiner Nichtbenutzbarkeitsvermutung der Toiletten und weil ich auch denke, dass es mit dem Flieger schneller geht. Warum soll denn die Airline unzuverlässig sein? Und wenn du einen Umsteigeflug zusammen buchst, und der erste Flug vielleicht unpünktlich ist, wirst du sicher auch auf den nächsten Flug umgebucht.
Wir sind vor 4 Jahren mal innerindisch geflogen (allerdings ohne umsteigen), aber das klappte alles prima.

Magen - Darm - Probleme hatten wir übrigens nie in einem Umfang, der uns an irgendwelchen Aktivitäten gehindert hätte. Und wir haben an den einfachsten Straßenständen gegessen. Also lass dich davon nicht verunsichern.

Klar haben uns die Rikscha - Fahrer auch angesprochen und manchmal auch genervt. Aber wir sehen das immer unter dem Aspekt, dass die damit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, keinen Sozialstaat haben. Wir haben also Verständnis und können daher damit ganz gut umgehen.
Außerdem reicht nach unserer Erfahrung ein klares Nein immer aus, um in Ruhe gelassen zu werden. Oder man geht einfach weiter, manchmal kommen sie hinterher, dann ignoriert man sie eben.
Am Flughafen gibt es übrigens Prepaid - Taxis. Wenn du so eins nimmst, nervt dich auch Niemand mit irgendwelchen Taxiangeboten.
Uns hat am Flughafen übrigens Niemand an den Koffer gefasst, und das, obwohl wir eine Weile nach unserem Fahrer suchen mussten.

Ansonsten mach deine Reise so, wie du sie dir vorgestellt hast. Wenn etwas nicht klappt, musst du eben vor Ort etwas umdisponieren. Dein Fahrer hilft dir dann ganz sicher. Ist doch alles kein Problem.
Wenn du mittendrin feststellst, dass es zuviel ist oder du zu lange im Auto sitzt, kannst du doch unterwegs auch kürzen. 

Wie Flicka schon schrieb, plane nicht zu lange Etappen. Wir hatten einen Schnitt von 35 - 50 kmh. Es gibt z.T. Straßen, die sind eigentlich gar nicht vorhanden, so schlecht sind sie. Aber es gibt auch ganz gute Straßen. Aber die teilt man eben mit Kühen, Fußgängern, Radfahrern, Kamelkarren usw.

So, und nun mach dich an die weitere Planung ;). Indien ist ein tolles Land, wir würden am liebsten schon wieder hinfahren. 

Birgit:
Danke euch. Rat von Bekannten ist doch immer noch der Beste.

Das "Fuhrunternehmen", das die so pushen ist Anitatours. Keine Ahnung, ob ich gerade so aggro drauf oder so paranoid bin, aber letztens hatte ich den Eindruck, die gehen so dermaßen bauernschlau auf Kundenfang (sicher nur gut gemeint im Sinne von Anitatours): Da wurde dann gepostet, dass jemand xx Fahrer angeschrieben habe und eine Liste habe, wer wie präzise und zuverlässig und fix geantwortet habe und vor dem Hintergrund der reichhaltigen Erfahrung des Posters zuverlässig wirke und diese Liste könne man per Mail bekommen.

Ich bitte also um die Liste und bekomme eine Lobeshymne auf Anitatours und darunter "damit es nicht voreingenommen wirkt" geklatscht zwei Mailadressen unkommentiert.

Die volle Liste würde man nicht weiter geben, denn es solle den Fahrern doch erspart bleiben, zu Testzwecken angeschrieben zu werden und sich Hoffnung zu machen. Hääääää?  :gruebel:

Das, was ihr beiden Indienerfahrenen schreibt, deckt sich auch mit dem, was mir eine Freundin dazu berichtete, die allerdings nicht mit Fahrer, sondern backpackend mit dem Zug unterwegs war.

Ich sollte wohl einfach mal die beiden Flüge buchen und darauf vertrauen, dass es klappt, bzw. dass ich andernfalls eine Reisepanne habe, die im Nachhinein einfach nur spannend war (s. entsprechender anderer Thread ;) )

ich schaue mir morgen nochmals genauer an, ob ich noch etwas umdisponieren sollte.

Silke, den Fahrer habe ich im ersten Posting verlinkt. Das war so ein Effekt von "der erste den ich angeschrieben habe, gutes Gefühl dabei, irgendwie hängen geblieben".

Flicka:
Ich denke auch, du solltest es genau so machen, wie du es als richtig empfindest. Du bist ja weiß Gott nicht das erste mal in deinem Leben alleine unterwegs und weißt deshalb, welche Reiseart zu dir passt. Warum solltest du das ausgerechnet in Indien aufgeben? Leute, die ihre eigene Meinung als die allein seeligmachende gelten lassen wollen, sind mir sowieso suspekt, und da spielt es für mich auch keine Rolle, ob diese Haltung aus Engstirnigkeit oder aus finanziellen Interessen resultiert.

Deine Route ist auf jeden Fall machbar. Und ob du jetzt eine Übernachtung mehr oder weniger an bestimmten Orten verbringst, ist lediglich Feinjustierung, vergleichbar dem Streit darüber, wie viele Übernachtungen man in LA verbringen sollte. Es sind aber jedenfalls keine Fragen, die das Gelingen der Reise insgesamt betreffen. Höchstens könnte es passieren, dass du irgendwo Zeit vertrödeln müsstest, dafür woanders aber gerne mehr Zeit gehabt hättest. Das finde ich in Indien nicht weiter tragisch, denn das ganze Land ist für uns reiche Mitteleuropäer derart exotisch, dass der Aufenthalt auf jeden Fall zum Erlebnis wird.

Ich habe in Indien angesichts der einfachen - und nach westlichen Vorstellungen teilweise katastrophalen - Lebensumstände ein wenig Demut vor dem Leben gelernt - mein Vorsatz, mich daheim nicht sofort über jede Kleinigkeit zu ärgern, die meinen Plänen in die Quere kommt, hat aber leider nicht lange angehalten.

Mein Hinweis auf die Rikscha-Fahrer sollte dich auch nicht verängstigen, sondern einfach klarmachen, dass es Situationen gibt, in denen man sich dem Ansturm nicht entziehen kann, und das sollte nicht unbedingt gerade dann passieren, wenn man ziemlich orientierungslos und übernächtigt am Flughafen steht und noch gar nicht richtig in den Urlaub gestartet ist.

Mein Ratschlag wäre, mich auf diese ersten Situationen gut vorzubereiten, damit der Urlaubsstart nicht gleich in Stress ausartet und mich während der Rundreise dem Fahrer anzuvertrauen, bei dem das Bauchgefühl stimmt und dem du einfach ein gewisses Grundvertrauen entgegenbringst. Dann kannst du dich auch treiben lassen und Indien genießen. Hörst du dagegen nur auf andere und bist von der Planung nicht wirklich überzeugt, dann besteht die Gefahr, dass du vor Ort nur noch am Kontrollieren bist, ob denn tatsächliche deine Interessen im Vordergrund stehen oder bloß irgendwelche obskuren Geschäftsinteressen.

Silke:

--- Zitat von: Birgit am 12. Juni 2013, 23:52:58 ---
Ich sollte wohl einfach mal die beiden Flüge buchen und darauf vertrauen, dass es klappt, bzw. dass ich andernfalls eine Reisepanne habe, die im Nachhinein einfach nur spannend war (s. entsprechender anderer Thread ;) )

--- Ende Zitat ---

Genau so!


--- Zitat ---
Silke, den Fahrer habe ich im ersten Posting verlinkt. Das war so ein Effekt von "der erste den ich angeschrieben habe, gutes Gefühl dabei, irgendwie hängen geblieben".

--- Ende Zitat ---

Upps, den hatte ich gestern gar nicht gesehen. war schon etwas spät für mich.

Den hatten wir auch in der engeren Wahl, haben uns dann für den anderen entschieden, weil ich eine Agentur im Hintergrund haben wollte, falls er krank wird, o.ä. Das war aber auch nur so ein Bauchgefühl von mir.
Wenn du ein gutes Gefühl bei ihm hast, nimm ihn.
Was willst du falsch machen?
Er kann dir unsympathisch sein. Das kann dir aber mit jedem Fahrer passieren.
Er kann versuchen, dich in Läden zu lotsen, von denen er Provision bekommt. Dazu hat unserer auch versucht und uns ganz klar gesagt, dass er die Provision zum leben braucht. Wir haben ihm dann gesagt, dass er ein vernünftiges Trinkgeld am Ende der Reise bekommt (was wir dann selbstverständlich auch gegeben haben) und damit war das Thema erledigt.
Fahren wird er können, wie Inder eben. Da musst du eh deinen Beruf vergessen ;)

Und nun viel Spass bei der weiteren Planung.

Birgit:
Der hat wohl mehrere Fahrer, also kein Problem, falls er krank wird.

Das mit den Läden, nun ja, wenn ich gerade mal in einen Laden will, soll mir das recht sein, wenn er etwas abbekommt.

Aber da im Zweifel ein offenes Gespräh suchen, wenn es mir nicht passt, wird dann wohl das Beste sein.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln