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"Das Gebirge im Meer" - Korsika WoMo-Tour August 2015

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Susan:
15. August   Lac du Melu im Restonicatal

Heute ist ein etwas  früheres  Aufstehen angesagt – vor allem um auch am Feiertag genug Baguette für Frühstück und Rastbrote zu "erjagen".  8) Wir sind uns nicht ganz sicher, wie voll denn nun wohl dieser Wandershuttle sein würde und was die machen, wenn alle Plätze belegt sind. Den ersten haben wir für die Frühaufsteher und Langwanderer fahren lassen. Den nächsten wollen wir aber schon erwischen.

Doch vor der Busfahrt steht  der 3 km Marsch bis zur Restonicatal-Info an. Gleich am Anfang, an der Brücke im Ort, fährt ein Kleinbus an uns vorbei: Navette Corte. Also wenn das der Shuttle ist, hätte er uns ja gleich mitnehmen können.  ::)  An der Straße entlang geht es gemütlich bergauf. Hier gibt es noch einige nette kleine Hotels. Schließlich gelangen wir zu einem Parkplatz mit Hütte. Tatsächlich steht hier auch der Navette.  Wir kaufen die Fahrkarten für Hin-und Rückfahrt  (4 Euro pP) und können dann noch ein gutes Viertelstündchen in der Sonne relaxen. Außer einer weiteren Familie mit drei Kindern kommt aber keiner weiter zum Shuttle.

Die Fahrt 12 km weiter ins Tal hinein und hinauf ist interessant…. Die ersten 3 km bis zu einem Campingplatz gehts über eine schmale Straße,  danach wird es eng (Straßenschild 1,9 m breit). Der Shuttle-Fahrer muss Adleraugen haben – so zügig wie er fährt, so dicht er sich Abgrund oder Hindernissen (Felswand, Gegenverkehr) nähert… Nebenbei ans Handy gehen, managt er auch noch 

Konzentrieren wir uns lieber auf die Aussicht, schließlich ist das Tal – hier eher eine Schlucht- für seine wilde Romantik berühmt. Uns gefällt, was wir sehen; da könnte man bestimmt auch nett abenteuerlich umherstreifen. Leider haben wir es versäumt Aufnahmen zu machen.

Wir kommen heil am Parkplatz bei der Bergerie de  Grotelle an und werden gleich von Bergrindern begrüßt.





Hier gibt es Snacks und Getränke, nur ein WC haben wir ich später vergeblich gesucht.


Ausblick auf die umliegenden Berge, alle so um die 2200 m hoch.

Von hier aus starten wir zu einem Wanderklassiker Korsikas: dem Weg zum Lac du Melu. Rechtsseitig im Tal führt ein relativ sanft ansteigender Pfad einen Geröllhang hinauf.






mal ein Blick zurück





Bächlein und kleine Wasserfälle am Weg





Nach knapp einer Dreiviertelstunde erreichen wir eine kleine Hochweide mit der bewirtschafteten Bergerie du Melu. Zeit für eine Apfelpause!




Aussicht talabwärts

Wenig später erreichen wir einen dicken Steinhaufen, der eine Weggabelung markiert. Wir nehmen die als leichte bezeichnete linke Variante am Nordwesthang des Monte di Giovan Paolo entlang. Nun leicht ist relativ: der steinige Pfad umfasst auch ein paar Kletterpartien. Da wir keine Bergziegengene haben wie scheinbar einige andere hier auf den Weg, werden die Kameras verstaut. Hier auch wieder herunter zu müssen, begeistert mich wenig. Viel zu viele Gelegenheiten Umzuknicken  :( Für den Rückweg sehen wir mal die andere Variante vor. Da sieht es nicht ganz so steinig aus und einige Höhenmeter werden durch Leitern abgekürzt.

Leider zieht es sich immer mehr zu. Kurzfristig nieselt es sogar. Nach insgesamt knapp 2 Stunden erreichen wir den Eiszeitsee auf 1711 m. 



Der Melosee ist einer der zahlreichen Bergseen Korsikas, die Überbleibsel der letzten Eiszeit sind. Er bemisst etwa 6,5 ha in Fläche und ist 15 m tief. Sein Wasser kommt vom 200 m höher gelegenen Capitello-See



Zu schade, dass uns das Wetter nur graue Farben beschert. Unter den Umständen sparen wir uns die weitere Tour. Wir hoffen noch, dass der starke Wind Lücken in die Wolken treibt. Doch es bleibt nur so lange trocken, bis wir unser belegtes Baguette verzehrt haben. Regen, der immer stärker wird, prasselt auf einmal hernieder und geht schließlich sogar in Hagel über.  :(

Sehen wir mal zu, dass wir hier herunter kommen. Tatsächlich erscheint die zweite Variante anfangs etwas leichter, trotz der Nässe von oben. Zwei Eisenleitern sind zu überwinden und dann noch eine Kletterpartie an der Eisenkette.


sieht so von unten gar nicht so aufregend aus

Der weitere Weg hat dann auch seine steinigen Stufenpassagen, die bei Nässe auch noch rutschig werden. Wir überwinden sie langsam und vorsichtig. Ich teilweise im "4WD"  ;)  Der Regen hört bald wieder auf, trotzdem sind wir patschnass.





Wir erreichen unseren Ausgangpunkt noch rechtzeitig für eine kurze Einkehr in der Bergerie du Grotelle zur heißen Schokolade und Aufwärmen am Ofen bevor der vorletzte Shuttle fährt. Diesmal ist das Gefährt voll belegt. Eine nicht minder tropfende deutsche Studentengruppe gesellt sich zu uns. Deren Sprecher handelt mit dem Shuttlefahrer aus, sie bis zur Brücke in den Ort zu fahren. Da schließen wir uns stillschweigend an  :)

Heute läutet dann eine warme heiße Dusche den gemütlichen Abend ein. 

Susan:

--- Zitat von: Andrea am 07. Oktober 2015, 15:54:51 ---Morgen das letzte Mal der Shuttle Bus? Kann doch nicht sein, dass die Saison auf Korsika so früh endet, oder?

--- Ende Zitat ---

Zumindest wohl die Hauptreisezeit der Franzosen und Italiener - und für den Rest lohnt es sich anscheinend nicht. Sind ja auch nur WoMo-Fahrer und Angsthasen, die nicht selber hochfahren  ;) Der Campingplatz 6 km im Tal soll dann angeblich noch einen privaten Shuttle für 12 Euro pP anbieten.


--- Zitat von: Paula am 25. September 2015, 10:07:41 ---wird auf Korsika eigentlich kein englisch gesprochen? In Frankreich war das dieses Jahr gar kein Problem!

--- Ende Zitat ---

Oh, wir haben schon noch Englisch sprechende Korsen angetroffen. Doch bei Englisch bin ich immer in der Pflicht und wollte heuer mal relaxen - und den Junior sein Französisch üben lassen  ;)

Andrea:
Eigentlich eine schöne Wanderung. Aber klatschnass auf rutschigen Steinen den Hang runter müssen ist wahrlich keine Freude. Schade, dass der Tag nicht so schönes Wetter hatte.

Ilona:

--- Zitat ---Zwei Eisenleitern sind zu überwinden und dann noch eine Kletterpartie an der Eisenkette.
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---Ich teilweise im "4WD"
--- Ende Zitat ---
:beifall: Egal wie, Hauptsache dass.

Silvia:
Schöne Tour, schade das das Wetter nicht so mitgespielt hat    :traurig:

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