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Bretagne 2014

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Christina:

--- Zitat von: Paula am 21. September 2016, 20:23:07 ---Ihr macht tolle Wanderungen, das gefällt mir  :thumb:
Ich kann mich noch dunkel erinnern, dass wir in Lagatjar waren, aber was wir dort gemacht haben weiß ich leider gar nicht mehr. Da ich damals noch keine Reiseberichte geschrieben habe kann ich es leider auch nicht mehr nachlesen  :(

--- Ende Zitat ---

Ja, wir wandern sehr gerne und versuchen, das eigentlich bei jedem Urlaub miteinzubinden, zum Glück kann man ja heute fast überall wandern, es ist nicht mehr auf "die Berge" beschränkt.

In Lagatjar haben wir nur die Steinreihen angeschaut, da da der Wanderweg vorbeiführte, was es dort sonst noch interessantes gibt, weiss ich nicht.

Christina:
9. Tag – Montag, 02.06. (Pfarrbezirke, Quimper, Pointe du Raz)

Nachdem wir wie üblich um 8.00 Uhr gefrühstückt haben, fahren wir gegen 9.00 Uhr los, mit dem Plan heute Brest zu besichtigen. Ungefähr zehn Kilometer vor Brest wundern wir uns, warum uns das Navi in einem grossen Bogen um Brest herum leiten und von der anderen Seite zum als Ziel eingegebenen Hafen führen will. Kurz vor der Autobahnausfahrt, die wir laut Navi nehmen sollen, wird auch von den elektronischen Anzeigetafeln diese Ausfahrt empfohlen, da auf dem direkten Weg ein Stau ist. Wir verlassen also die Autobahn und stehen nach wenigen Kilometern auch auf der Umleitungsstrecke im Stau. Da kein Ende des Staus absehbar ist, viele Autos wieder umdrehen und wir keine Lust haben, den Vormittag im Auto zu verbringen, ändern wir den Tagesplan: wir werden Brest an einem anderen Tag besichtigen und fahren nun zu ein paar der „umfriedeten Pfarrbezirke“ (Enclos paroissial), die es nur in der Bretagne gibt und die nicht weit entfernt von unserem jetzigen Standpunkt liegen.

In den Nachrichten am Abend werden wir sehen, dass dies genau die richtige Entscheidung war, Werftangestellte hatten gestreikt und die einzige Autobahnzufahrt zum Hafen und zum Zentrum (aufgrund der Lage von Brest am Meer und an/auf einem Hügel, gibt es nur eine Autobahnzufahrt direkt zum Hafen, von allen anderen Richtungen muss man durch die Vororte, Gewerbegebiete und die Innenstadt fahren) musste deshalb gesperrt werden, was den ganzen Tag über zu endlosen Staus in und um Brest geführt hatte.

Als erstes besichtigen wir den Pfarrbezirk von Guimiliau, wo wir um halb elf Uhr eintreffen. Ein Areal wird von einer Mauer umschlossen, das einzige Eingangstor (Triumphtor) ist mit vielen Figuren aus der Bibel verziert, ebenso die Gebäude, die sich innerhalb der Mauer befinden: die Kirche, das Beinhaus und der Calvaire (eine Art steinerne Säule auf der sich Steinfiguren befinden, die Szenen aus der Bibel darstellen). Im Inneren ist die Kirche sehr pompös ausgestattet. Die Pfarrbezirke wurden im 16. Jh. im Rahmen der Gegenreformation errichtet. Die Bevölkerung sollte durch den Prunk beeindruckt werden, die unzähligen Figuren vermittelten die wichtigsten „Geschichten“ aus der Bibel, da der Grossteil der Bevölkerung nicht lesen konnte. Das Ziel der Gegenreformation wurde tatsächlich erreicht, bis heute sind die allermeisten Bretonen katholisch und die Heiligenverehrung spielt eine grosse Rolle.









Nach zwanzig Minuten fahren wir schon wieder weiter, ausser dem Pfarrbezirk gibt es in dem winzigen Ort nichts anzuschauen. Ein paar Minuten später sind wir in Saint-Thégonnec. Der Ort ist grösser, der Pfarrbezirk liegt mitten im Zentrum und hat zwei Triumphtore, durch die das Areal betreten werden kann. Sonst sieht es hier natürlich ähnlich aus wie in Guimiliau, unzählige Steinfiguren und eine prachtvoll ausgestattete Kirche.






A
Am Ortsrand gibt es einen kleinen Supermarkt, in dem wir ein paar Kleinigkeiten fürs Mittagessen kaufen und dann auch schon auf dem Parkplatz im Auto essen, während wir überlegen, was wir heute noch unternehmen möchten. Auf einen weiteren Pfarrbezirk haben wir beide keine Lust, wir entscheiden uns dann für eine Besichtigung von Quimper.

Dort kommen wir gegen 12.30 Uhr an und trinken erst mal einen Kaffee, da sowohl die Kathedrale, als auch das Geschäft mit Fischkonservendosen (La Belle Iloise), von dem wir in einem Fernsehbericht gehört hatten, Mittagspause haben. Danach besichtigen wir die Kathedrale von aussen und von innen und die sehr malerische Altstadt.













Leider fängt es dann zu regnen an und zwar ziemlich kräftig, so dass ein weiterer Stadtbummel keinen Spass mehr macht. Wir kaufen noch eine Packung mit mehreren unterschiedlichen Fischkonserven für zu Hause (schmecken alle sehr lecker und die bunten Dosen sind eine tolle Dekoration für die Küche) und gehen dann zum Auto zurück. In der Hoffnung, dass es an der Küste nicht regnet, beschliessen wir noch zur bekannten Pointe du Raz zu fahren.

Tatsächlich ist das Wetter an der Küste etwas freundlicher, allerdings fängt es auf unserem Spaziergang vom Parkplatz (EUR 6,00 Parkgebühr) zur Pointe du Raz auch an zu regnen. Warum diese Landspitze im Vergleich zu denen, die wir in diesem Urlaub schon gesehen haben, aussergewöhnlicher sein soll, dass so ein Touristenrummel darum gemacht wird, können wir nicht beantworten, aber lohnenswert ist es allemal – jede Landzunge ist hier im äussersten Westen der Bretagne beeindruckend.





Bei schönem Wetter ist sicherlich eine Küstenwanderung vom traumhaften Strand „Baie des Tréspassées“ zur Pointe du Raz (oder andersherum) wunderschön, heute  fahren wir mit dem Auto zum Strand und es muss uns ein kurzer Stopp reichen.



Um halb fünf starten wir dann den Rückweg zur Ferienwohnung. Nach einem Halt beim Supermarkt in Crozon sind wir um 19.00 Uhr wieder „zuhause“, wo wir dann den Rest des Abends verbringen.

Wetter: vormittags bewölkt, nachmittags und abends immer wieder Regen, ca. 18 °C
Übernachtung: siehe 5. Tag

Andrea:
Selbst bei trübem Wetter finde ich die Gegend sehr schön. Auch wenn man im Urlaub natürlich lieber schönes Wetter hat.

Christina:
10. Tag – Dienstag, 03.06. (Pointe de Dinan, Pont de Térénez)

Heute wollen wir trotz des immer noch nicht optimalen Wetters nach dem gestrigen „Fahrtag“ eine Wanderung machen. Nach dem Frühstück fahren wir bei bedecktem Himmel zum Ausgangspunkt der Wanderung zur Pointe de Dinan (Rother Wanderführer Nr. 26), dem Plage de Goulien.

Nachdem wir den sehr schönen Strand angeschaut und fotografiert haben, starten wir gegen 10.00 Uhr in Richtung Pointe de Dinan.





Wieder haben wir eine tolle Aussicht aufs Meer und gegenüberliegende Landzungen, nach ungefähr einer Stunde erreichen wir die Pointe de Dinan, eine Landzunge mit mehreren vom Wasser ausgehöhlten Steinbögen.











Kurz darauf fängt es an zu regnen, wir gehen noch bis zum schwarzen Sandstrand Porzh Mel,



dann entschliessen wir uns, zum Parkplatz zurück zu gehen, da es auf dem felsigen Weg sehr rutschig wird und nicht abzusehen ist, ob es weiter regnen wird oder nicht. Wir finden eine Querverbindung, die den längeren Weg entlang der Landzunge abkürzt und sind dann gegen halb eins wieder am Auto. Kurz vor Erreichen des Parkplatzes hat es natürlich aufgehört zu regnen (und wird auch erst wieder am Abend erneut anfangen) – egal, den entscheidenden Punkt, die Pointe de Dinan haben wir ja gesehen.

Wir fahren dann zum Mittagessen in die Ferienwohnung zurück, danach geht es in das Geschäft Armor Lux in Crozon, in dem es in der Bretagne hergestellte Kleidungsstücke und sonstige Souvenirs gibt. Peter kauft sich das hier ursprünglich von den Fischern getragene Sweatshirt (weiss mit blauen oder roten Streifen, U-Boot-Ausschnitt), ich kann mich für nichts entscheiden.

Dann fahren wir die Halbinsel entlang in Richtung Festland. Wir stoppen in Landévennec, hier gibt es die fotogene Ruine der Abtei des heiligen Guénolé anzuschauen. Wieder mal beschränken wir uns auf einen Blick von aussen, da uns der Eintritt von EUR 5,00 pro Person zu hoch erscheint.







Ganz am Ende der Halbinsel befindet sich unser nächstes Ziel, die Brücke, die an dieser Stelle die einzige Verbindung zum Festland ist (eine Landverbindung gibt es nur wesentlich weiter südlich): die moderne, erst 2012 eröffnete Pont de Térénez. Dort parken wir und gehen zu Fuss über die Brücke, die den Fluss Aulne überspannt. Nach einigen Fotos, sowohl von der neuen Brücke, als auch von der alten, die gerade abgerissen wird, fahren wir wieder zurück in Richtung Morgat.





Nach einem Zwischenstopp im Supermarkt gibt es in der Ferienwohnung Abendessen.

Danach entscheiden wir uns nochmal für eine kurze Rundfahrt durch die kleinen Orte, die sich in der Brest gegenüberliegenden Bucht befinden und die wir bisher noch nicht gesehen haben. Auch an der Pointe des Espagnols stoppen wir erneut mit der Hoffnung einen besseren Blick auf Brest als bei den bisherigen Versuchen zu bekommen, aber wieder haben wir Pech. Wir fahren durch Kervian, Le Fret und Lanvéoc, jeweils mit kurzem Stopp, da es aber leider wieder zu regnen anfängt, geht es bald wieder in die Ferienwohnung zurück.



Wetter: bewölkt, vormittags und abends Regenschauer, ca. 15°C
Übernachtung: siehe 5. Tag

Christina:

--- Zitat von: Andrea am 26. September 2016, 21:49:13 ---Selbst bei trübem Wetter finde ich die Gegend sehr schön. Auch wenn man im Urlaub natürlich lieber schönes Wetter hat.

--- Ende Zitat ---

Solange es nur ein paar wenige Tage mit trübem Wetter sind, wie in diesem Urlaub, finde ich das nicht so schlimm, im Gegenteil, man bekommt einen Eindruck von der Gegend bei Wolken und bei Sonnenschein und nach ein, zwei schlechten Tagen, weiß man die Sonne wieder viel mehr zu schätzen.

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