Autor Thema: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025  (Gelesen 7840 mal)

Susan

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3515
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #30 am: 09. August 2025, 17:59:49 »
Eine sehr schöne Wanderung mit blühenden Wiesen und Klippen. Leider würden wir momentan die 15 km kaum schaffen  :( Kersten hättet ja auch eine Knie-OP nötig und schiebt den Termin so vor sich her.

Dei Gefechtstände würde ich jetzt nicht unbedingt besuchen wollen, interessant sind da eher die alten Hafenbefestigungen.



Für zwei Crepes + Cappus sind 17 € schon ein stolzer Preis.

Das ist leider inzwischen ein üblicher Preis für 2 Cappus und 2 Kuchen/süße Teilchen oder hier eben Crepes (das haben wir ja auch in Deauville an Tag 2 gezahlt), zumindest in Deutschland und Frankreich, in Spanien ist es meist günstiger.

Soviel zahlt man auch in Griechenland oft.
Liebe Grüße
Susan


Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3600
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #31 am: 09. August 2025, 19:48:57 »
5. Tag – Freitag, 23.05.

Wie schnell doch die Zeit im Urlaub verfliegt, heute sind unsere Tage in der Normandie schon wieder vorbei und wir ziehen in die Bretagne um.

Als Zwischenstopp habe ich das Städtchen Granville ganz im Westen der Normandie ausgesucht (am südwestlichen Ende der Cotentin Halbinsel, die wir leider nicht mehr geschafft haben in diesem Urlaub).

Leider zieht der bisher sonnige Himmel kurz vor Erreichen von Granville zu und es wird wolkig und neblig.

Nach knapp zwei Stunden Fahrt parken wir gegen 10.30 Uhr am Hafen (kostenlos), in dem die Schiffe mal wieder auf dem Trockenen liegen und laufen den Berg hinauf, die Altstadt von Granville liegt erhöht auf einem Felsen.


Granville teilt ihre Geschichte mit der vieler weiterer Orte der Normandie: Fischerhafen von dem aus zum Kabeljaufang bei Newfoundland aufgebrochen wurde, dann Seebad für Reiche und Prominente, z.B. verbrachte Heinrich Heine den Sommer 1837 mit seiner Frau hier und schließlich ein Ort, der eher bescheiden von Fischfang und Tourismus leben kann, von hier legen auch Fähren auf die Kanalinseln ab (wusste ich gar nicht, bisher bin ich davon ausgegangen, dass diese nur ab St. Malo fahren), was die Bedeutung für den Tourismus etwas erhöht.

An der äußersten Spitze des Hochplateaus steht ein Leuchtturm, von dort gehen wir am äußeren Rand des Plateaus weiter.


Von hier hat man einen schönen Blick aufs Meer bzw. zurzeit auf den Meeresboden und die grauen Granithäuser der Altstadt.



Sehr groß ist die Altstadt nicht und wir erreichen bald das Ende des Felsplateaus und spazieren anschließend durch die Altstadtgassen, vorbei an der Kirche Notre-Dame und zur anderen Seite des Plateaus, von wo aus man einen schönen Blick auf den Hafen und die „unten“ liegende Neustadt hat.








Dorthin führen uns dann zahlreiche Treppen. Es gibt einige hübsche Straßen, teilweise Fußgängerzone mit einigen Geschäften.




Nach einem kurzen Bummel ist schon Zeit fürs Mittagessen. Mit unserer zufälligen Wahl, dem „Le Grand Café Granville“ haben wir wieder Glück, das Essen ist ausgezeichnet: ich nehme das Tagesgericht Seehecht mit Curry Reis und grünem Spargel, Peter das Menu mit Schweinebäckchen in einer Pilz - Pflaumensauce mit Pommes Frites und einem Törtchen als Dessert, dazu eine große Flasche Pellegrino (EUR 50,00).


Noch während des Essens kommt die Sonne raus – hätte das nicht früher passieren können? Immerhin können wir diese auf dem Rückweg zum Auto entlang des Hafens noch genießen, dann müssen wir weiter, wir haben noch ein gutes Stück Fahrt vor uns.




Die nächsten zwei Stunden kommen wir gut voran, in der Bretagne gibt es keine Autobahnen (daher auch keine Maut), aber autobahnähnliche Schnellstraßen, auf denen man aber nur 110 km/h fahren darf statt 130 km/h auf den Autobahnen.

An einer Raststätte machen wir aus unseren Vorräten eine kurze Kaffeepause bei strahlendem Sonnenschein und über 20°C.

Dann wird die Fahrt aber extrem zäh, leider hatte ich bei meiner Planung nicht bedacht, dass wir in den Feierabend- und Wochenendverkehr kommen und es abgesehen von der erlaubten Höchstgeschwindigkeit einen weiteren, wesentlich bedeutsameren Unterschied zwischen Autobahn und Schnellstraße gibt, letztere umfahren nicht alle großen Städten, sondern führen durch deren Randbereiche.

In Rennes stauen wir uns zweispurig mit einigen Ampeln durch das Gewerbegebiet, Lorient wird zum Glück komplett umfahren, aber ab kurz vor Quimper wird es dann richtig voll und richtig unangenehm. Da Peter in den letzten Tagen immer gefahren ist, habe ich leichtsinnigerweise angeboten, die „Überführungsfahrt“ ab Granville zu machen, ich dachte, die Schnellstraße kann ich ja problemlos fahren, natürlich hatte ich nicht an diese „Unterbrechungen“ der Straße gedacht und nun muss ich Auto an Auto auf einer zweispurigen Straße durch die Randbezirke von Quimper mit unzähligen, zweispurigen(!) Kreisverkehren fahren, ein wirklicher Albtraum für mich :schreck:, ich wäre am liebsten einfach ausgestiegen, vor allem dann vor einem Kreisverkehr mit fünf Ausfahrten, den ich auf der inneren Spur bis zur vierten Ausfahrt fahren muss.

Irgendwie komme ich unfallfrei durch, aber auch die letzten Kilometer bis zu unserem Übernachtungsort (Le) Guilvinec ziehen sich unendlich.

(Der verhangene Himmel über Granville hätte uns ein Fingerzeig sein sollen, diesen Stopp auszulassen und direkt nach Guilvinec zu fahren, wir wären lange vor dem Feierabendverkehr staufrei durchgekommen und hätten einen sonnigen Nachmittag in und um Guilvinec verbracht – sehr ärgerlich.)

Es ist bereits 18 Uhr als wir an unserer Unterkunft für die nächsten 6 Nächte ankommen. Auch hier haben wir ein Apartment in einer Ferienanlage von Pierre-et-Vacances gemietet, auch hier ein renoviertes. Die Wohnung ist wesentlich größer als die vorige mit einer schönen Terrasse und einem hellen, großen Wohnzimmer, allerdings ist das Bad nur teilweise renoviert, was mich doch etwas stört. Die Anlage an sich ist herrlich, direkt (nur durch eine kleine Straße getrennt) am Meer gelegen mit einem gut gepflegten Garten mit vielen Blumen und Palmen.



Nach dem Einchecken müssen wir dann nochmal los zu einem schnellen Supermarkteinkauf fürs Abendessen und Frühstück morgen, dann gibt es etwas zu essen, aber danach hält mich nichts mehr, bei diesem wunderbaren Licht muss ich zumindest kurz ans Meer – so schön!




Wetter: teils sonnig, teils bewölkt, ab Mittag sonnig, ca. 12°-23°C
Kosten: 6 Nächte Ferienwohnung Pierre et Vacances, Résidence Cap Marine, Le Guilvinec, inkl. Bettwäsche, Handtücher, Endreinigung, EUR 524,80, gebucht über die Website von Pierre et Vacances



LG Christina

Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4735
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #32 am: 09. August 2025, 21:37:04 »
Ja Landstraße in Frankreich fahren kann endlos nerven, ich verstehe nicht warum es so wenige Umgehungsstraßen gibt, die Autoschlangen die sich durch die Orte wälzen müssen für die Anwohner doch extrem nervig sein. Und zu den Kreisverkehren kommen dann oft noch Bodenschwellen, da macht Autofahren wirklich gar keinen Spaß!
Die neue Unterkunft sieht wesentlich besser aus als die letzte, auf den Fotos sieht man gar nicht dass das Bad nich vollständig renoviert ist.
Den Strand von Granville finde ich klasse, für mich ist das das Beste an der Bretagne: dass man bei Ebbe auf dem Meeresboden spazieren gehen kann!
Viele Grüße Paula

Ilona

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4366
  • Slot Canyon Addict
    • Amerika und wandern
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #33 am: 10. August 2025, 12:01:49 »
Zitat
ch dachte, die Schnellstraße kann ich ja problemlos fahren, natürlich hatte ich nicht an diese „Unterbrechungen“ der Straße gedacht und nun muss ich Auto an Auto auf einer zweispurigen Straße durch die Randbezirke von Quimper mit unzähligen, zweispurigen(!) Kreisverkehren fahren, ein wirklicher Albtraum für mich :schreck:, ich wäre am liebsten einfach ausgestiegen, vor allem dann vor einem Kreisverkehr mit fünf Ausfahrten, den ich auf der inneren Spur bis zur vierten Ausfahrt fahren muss.

Warum hast du Peter an dem Tag nicht fahren lassen? Du bist wohl eine ungeduldige Beifahrerin :cool2:.

Die gekippten Boote bei Ebbe sehen lustig aus  ;D. Den Fisch hätte ich auch gegessen :sabber:.

Wenn du es nicht erwähnt hättest, wäre ich nie darauf gekommen, dass das Bad nicht komplett renoviert ist. War die Badewanne noch alt? Jedenfalls sieht das Apartment gemütlich aus und Bilder hängen auch an der Wand  :thumb:.

Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3600
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #34 am: 11. August 2025, 19:55:49 »

Warum hast du Peter an dem Tag nicht fahren lassen? Du bist wohl eine ungeduldige Beifahrerin :cool2:.

Wie schon geschrieben, ich dachte das wäre verkehrstechnisch gesehen, ein "einfacher" Tag zum Autofahren, weil es überweigend über die Schnellstrasse geht. Und als ich dann mitten im "Chaos" stand, gab es keine Möglichkeit mehr zum Fahrertausch, Peter meinte zwar, ich könne doch einfach am Straßenrand halten, aber das war mir zu heikel. Na ja, ist ja alles gut gegangen. Ich bin dann erst wieder auf der Heimfahrt gefahren ;D

Auf den ersten Blick sah das Bad gut aus, aber die Toilette war alt und wirklich nicht mehr "nett", ebenso die Badwanne, bei der hätten vor allem die Armaturen ausgetauscht gehört und heutzutage wird ja auch in Frankreich an die Badewannen eine Glaswand angebracht, als Spritzschutz (war auch in der vorherigen Unterkunft so), immerhin hatten wir genügend Handtücher, um nach dem Duschen immer den Boden trocken zu wischen ;).


LG Christina

Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3600
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #35 am: 12. August 2025, 18:17:29 »
6. Tag – Samstag, 24.05.

Erstes Ziel heute ist Concarneau, wo wir nach einer Stunde Fahrt gegen 9 Uhr ankommen. Wir parken etwas abseits des Zentrums auf einem kostenlosen großen Parkplatz und spazieren dann in Richtung Innenstadt. Wir kommen am Restaurant „L’Amiral“ am zentralen Platz von Concarneau vorbei, bekannt sowohl aus der Kommissar Dupin Krimireihe von Jean-Luc Bannalec, als auch dem Krimi „Maigret und der gelbe Hund“ von Georges Simenon aus dem Jahr 1931.


Gegenüber liegt der Zugang zur Ville Close, der von einer Mauer umschlossenen Altstadt von Concarneau. Im 10. Jh. wurde hier ein Kloster errichtet, im 12. Jh. die Insel mit einer Brücke mit dem Festland verbunden und im 17. Jh. entstand dann schließlich das heute noch erhaltene Dorf mit den typischen Granithäusern (der fotogene Uhrenturm neben dem Eingang ist aber erst 1906 gebaut worden).




Wir laufen auf der Stadtmauer soweit wie möglich einmal rundum (nicht die komplette Mauer ist begehbar bzw. ein kurzes Stück nur im Rahmen einer Führung, abgesehen von diesem Stück ist der Zugang zur Mauer kostenlos), man hat schöne Blicke auf verschiedene Hafenbereiche, die Gassen und Häuser innerhalb der Mauer und auch auf die kleine Personenfähre, die die Ville Close (und über die Brücke damit auch das Stadtzentrum) mit den auf der anderen Hafenseite liegenden Wohnvierteln verbindet.







Nach dem Stadtmauerrundgang bummeln wir durch die idyllischen Altstadtgassen, hier sind fast ausschließlich Souvenirgeschäfte, Cafés und Restaurants zu finden, ob wohl zumindest in den oberen Stockwerken der alten Häuser noch Einheimische wohnen?



Ein Regenschauer (laut Wettervorhersage sollte es zwar bewölkt sein, aber nicht regnen, deshalb habe ich nur eine Fleecejacke an, Anorak/Regenjacke und Regencape liegen im Auto) zwingt uns zu einer kurzen Kaffeepause. Peter ist auf der Suche nach einer Sweatshirtjacke und nachdem der Regen aufgehört hat, werden wir fündig, in einem kleinen Geschäft gibt es Sweat- und T-shirts mit den Koordinaten und einer groben Landkarte von Concarneau, die vom Besitzer des Geschäfts selbst entworfen wurden. Mit ihm unterhalten wir uns sehr nett über sein Design und die Herstellung der Shirts und einiges mehr. Ich kaufe dann auch noch ein Sweatshirt.

Dann verlassen wir die Ville Close wieder und spazieren über den zentralen Platz beim L’Amiral, schauen in einen Buchladen (hier gibt es die Dupin Krimis auf Deutsch und auch in der französischen Übersetzung, die Franzosen mögen die Bücher sehr und der deutsche Autor Bannalec (Pseudonym) hat einige bretonische Preise erhalten für seinen Beitrag zur Förderung des Tourismus in der Gegend und der Verbreitung der Geschichte der Region. Das ist schon etwas Besonderes und freut mich sehr, gerade hier in der Bretagne und auch der Normandie aus der wir gerade kommen mit den Bunkern, den Landungsstränden und weiteren Überbleibseln des Zweiten Weltkriegs (und all den Kriegen der Gegenwart) zeigt es, dass aus ehemaligen Feinden tatsächlich Freunde werden können), schlendern durch die alte Markthalle mit vielen Leckereien und kaufen uns in einem kleinen Supermarkt Sandwiches, denn wir möchten nun einem Weg entlang der Küste zu ein paar Stränden folgen und unterwegs zu Mittag essen.



Weit kommen wir allerdings nicht, denn zum einen fängt es wieder zu regnen an, dazu weht ein kalter Wind und zum anderen gefällt uns der Weg nicht, es geht immer parallel zur Straße, also praktisch auf einem Gehweg entlang, wir würden gerne mehr in der Natur sein. Daher drehen wir bald um, nutzen noch die Toiletten am Hafen und gehen dann zurück zum Auto, wo wir endlich im Trockenen sehr unromantisch die Sandwiches essen.

Für den Nachmittag suche ich eine Wanderung aus dem Rother Wanderführer aus, die zwischen Concarneau und Guilvinec liegt, so dass wir nicht ewig mit dem Auto fahren müssen (da saßen wir gestern schon lange genug drin).

Die Wanderung 36 ist uns für den Nachmittag und womöglich bei Regen zu lang, man kann sie aber gut abkürzen. Wir parken gegen 13 Uhr an der Plage de Kermor (kostenlos), ziehen die Regencapes über und gehen los. Parallel zum Strand verläuft ein Sandweg, dem wir zunächst folgen. Erfreulicherweise hört es nur wenige Minuten nachdem wir losgelaufen sind, auf zu regnen. Also Regencapes wieder aus und bei nächster Gelegenheit wechseln wir auf die andere Seite der Dünen und laufen direkt am Wassersaum entlang. Was für eine schöne Bucht mit fast weißem Sand.


Am Ende des Strands führt ein Fußpfad die nun felsige Küste weiter entlang.


Wir kommen an einem Leuchtturm vorbei


und nähern uns dem Örtchen Sainte Marine, gegenüber liegt Bénodet. Wir sind nun nicht mehr am offenen Meer, sondern an einer engen Bucht, die trotz des fehlenden Sonnenscheins sehr malerisch wirkt: die im Wasser schaukelnden Boote, die Leuchttürme, im Hintergrund die Bebauung von Bénodet. Auch als wir Sainte Marine erreichen bleibt es so malerisch. Am Wasser gibt es eine ganze Reihe von Restaurants, hier könnte man eine nette Kaffeepause machen, aber Peter hat plötzlich keine Lust mehr.








Das letzte Stück der Wanderung führt uns bei wiedereinsetzendem Regen durch Wohngebiete von Sainte Marine und dann durch Wald und eine Wiese zurück zum Auto, das wir nach 6,95 km gegen 15 Uhr wieder erreichen.

Mit einem Stopp beim Supermarkt fahren wir zurück ins Apartment. Dort essen wir später zu Abend und machen gegen 19 Uhr eine Abendspaziergang durch Guilvinec. Es hat aufgehört zu regnen, ist aber leider weiterhin düster, deshalb mache ich vom eigentlich recht netten Ortskern kein einziges Foto. Guilvinec hat den viertgrößten der bretonischen Häfen, dementsprechend liegt eine Vielzahl von Schiffen entlang der Hafenmauern. Der hintere Hafenbereich ist für die kleinen Freizeitboote, auch einen weiteren Leuchtturm gibt es hier.






Wetter: bewölkt, immer wieder Regenschauer, ca. 15°C
Wanderung: Rother Bretagne Nr. 36 (teilweise), 6,95 km, 47 Höhenmeter



Wir sind auf dem Hin-und Rückweg die D44 gefahren, nicht die Schnellstraße, hat auch nicht länger gedauert und war viel entspannter und interessanter.


LG Christina

Silvia

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 2599
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #36 am: 13. August 2025, 13:30:20 »
Bin jetzt hinterher in die Bretagne gefolgt ... die Küstenwanderung (in der Normandie) war ja traumhaft  :herz:

Bei den Städtchen fehlt leider die Sonne, bei grauem Himmel wirken diese gelblich-blassen Häuser irgendwie trist, was echt schade ist

 :respekt:  das du die mehrspurigen Kreisel gemeistert hast - wobei ich oft finde das es "von außen" schlimmer aussieht als wenn man einfach mit dem Strom mitfährt

Ilona

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4366
  • Slot Canyon Addict
    • Amerika und wandern
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #37 am: 13. August 2025, 13:57:36 »
Kaum ist Peter mit dabei, regnet es  :zwinker:. Nein, Spaß beiseite - einer muss doch immer schuld sein :totlach:.

Die Strände bei Ebbe gefallen mir einfach nicht. Das sieht immer so abgeranzt aus. Die fast 7 km lange Wanderung bo(o)t da bessere Ausblicke :zwinker:.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Susan

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3515
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #38 am: 13. August 2025, 17:28:12 »
Schade, dass sich das schöne Wetter nicht gehalten hat. Empfinde dann auch die beigen Häuser als trist.  Interessant wie der Meeresboden so aussieht, wenn kein Wasser drüber ist. Wirkt hier freundlicher als das Matschepatsche-Watt in Ostfriesland.

Okay, ins Klo haben wir nicht gucken können, doch der Rest sieht auch hioer netter aus, als das, was wir so von den Wintersportorten kennen.
Liebe Grüße
Susan


Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3600
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #39 am: 13. August 2025, 18:01:51 »
Also an Peter liegt das mit dem Wetter definitv nicht ;D, ich würde sogar sagen, dass das Wetter bei den Reisen bei denen er dabei war, häufiger besser war, als bei meinen Solo Reisen. Aber so schlimm war das mit dem Wetter vor Ort nicht, mich hat es eigentlich hauptsächlich wegen den Fotos gestört, da wirkt das dann einfach nicht so schön.

Den Meeresboden bei Ebbe finde ich eigentlich überall interessant, auch in Ostfriesland ;D und eben auch so faszinierend, dass dann die Boote komplett auf dem Trockenen liegen.

Was die Unterkunft angeht, so sind die Geschmäcker verschieden und auch unterschiedlich die Eindrücke, die über Fotos zustande kommen und dann die, wenn man vor Ort ist. Bei meiner Bewertung hat die erste Unterkunft die volle Punktzahl erhalten, bei der zweiten gab's ein paar Punkte Abzug.

Beim Kreisverkehr, ja, der schlimmste Moment ist kurz bevor man einfährt, irgendwie schafft man es dann doch wieder raus. Wobei die Franzosen die Kreisverkehre halt schon wesentlich länger kennen als wir Deutschen, da wird deutlich schneller ein- und durchgefahren als in Deutschland, wobei es durchaus auch Franzosen gibt, die lieber ganz außen fahren, auch wenn sie nicht an der ersten Ausfahrt rausfahren.


LG Christina

Paula

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4735
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #40 am: 14. August 2025, 10:49:12 »
Concarneau schein den regen anzuziehen. Da waren wir bei unserer ersten Bretagne Reise und sind dann nach ein paar Tagen nach Südfrankreich geflüchtet...
Viele Grüße Paula

Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3600
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #41 am: 14. August 2025, 18:06:33 »
7. Tag – Sonntag, 25.05.

Gegen 8 Uhr starten wir nach Lorient, nach dem Verkehrschaos (in die andere Richtung) am Freitagnachmittag, haben wir uns den Sonntag ohne Berufsverkehr für diesen Ausflug ausgesucht. Und tatsächlich sind wir ziemlich alleine auf den Straßen unterwegs. In Lorient wollen wir nicht die (wohl eher uninspiriert nach dem Krieg wiederaufgebaute) Innenstadt anschauen, sondern den Hafenbereich „La Base“ etwas abseits des Zentrums.


Gegen 9 Uhr parken wir auf dem kostenlosen, großen Parkplatz dort. „La Base“ hat zwei Schwerpunkte: den Segelsport und die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte des Segelsports wird im großen Museum „Cité de la Voile Eric Tabarly“ umfassend dargestellt, aber auch auf zahlreichen Tafeln entlang des allgemein zugänglichen Hafenbereichs, zahlreiche Teilnehmer der großen Segelereignisse dieser Welt wie die Vendée Globe kamen aus Lorient bzw. wurden hier trainiert. Für uns ist das nicht so interessant wir sind wegen des zweiten Schwerpunkts hier.

Wie viele andere französische Orte war auch Lorient im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen besetzt, hatte für sie als U-Boot Basis eine besondere Bedeutung. Im heutigen Hafenbereich „La Base“ wurden mehrere U-Boot Bunker errichtet, hier wurden U-Boote repariert und zu ihrem Einsatz im Atlantik geschickt.

Natürlich war daher die Zerstörung der U-Boot Basis ein wichtiges Ziel der Alliierten, allerdings waren die Bunker, insbesondere einer davon, so massiv gebaut, dass alle Bombenangriffe fehlschlugen. Ende 1942 beschloss dann Churchill Lorient und dessen Umgebung komplett dem Erdboden gleich zu machen, um die Deutschen in ihren Bunkern zu isolieren und jegliche Infrastruktur für Nachschub zu zerstören.

Anfang 1943 wurde die Bevölkerung evakuiert und Mitte Februar dann alles zerstört, die Deutschen haben sich allerdings auch davon nicht vertreiben lassen, Nachschub wurde übers Meer organisiert. Die Kapitulation erfolgte erst nach einer 9-monatigen Belagerung ab Mitte August 1944 (da waren dann die alliierten Bodentruppen nach der Landung in der Normandie vor Ort) am 10.05.1945.

Die Bunker bzw. ihre Überreste stehen immer noch, man wusste und weiß bis heute nicht so recht, was man damit machen soll, sie zu zerstören wäre ein unglaublicher Aufwand, insbesondere die Entsorgung der Tonnen von Beton, aus denen sie hergestellt wurden. Inzwischen wird das Gelände vielfältig genutzt, neben dem Segelmuseum gibt es ein U-Boot Museum, verschiedene Gewerbebetriebe haben sich niedergelassen und einige Restaurants wurden eröffnet, auch einen großen Spielplatz gibt es.

Der größte und massivste Bunker genannt Block K3 (K für Keroman, so heißt dieser Stadtteil von Lorient) kann besichtigt werden und genau dafür sind wir hier. Die Besichtigung ist nur mittels Führung möglich, die Tickets dafür kaufen wir im Segelmuseum (EUR 7,00 p.P.).

Die Führungen gibt es nur auf Französisch, wir bekommen ein deutsches „Beiblatt“ mit den wichtigsten Infos und wir haben uns die Hinweistafeln, die im allgemein zugänglichen Hafenbereich aufgestellt sind, durchgelesen, damit sind wir gut vorbereitet, denn tatsächlich verstehe auch ich trotz Französisch Kenntnissen weniger als die Hälfte. Der Guide spricht sehr schnell und in dem Bunker hallt es, daher ist es schon alleine von der Akustik her schwer zu verstehen.


Außer uns nehmen nur Franzosen an der Führung teil, drei, vier ältere Paare, die gemeinsam reisen, ein junges Pärchen und eine junge Familie mit 4–5-jährigem Sohn, der sich erstaunlich ruhig verhält, da habe ich schlimmeres befürchtet, denn das Ganze dauert eine Stunde und muss in dem Alter ja unfassbar langweilig sein. Ich bin froh, dass wir nicht in den USA oder Kanada sind, wo sich jeder zu Beginn einer Führung vorstellen muss, denn sich an so einem Schauplatz als Deutscher zu „outen“ wäre mir eher unangenehm gewesen.

Wir gehen durch alle Stockwerke des Bunkers, angefangen auf Wasserniveau, wo die U-Boote lagen,


über einen Schaltraum zum bemerkenswerten Zwischengeschoss, das zur Unzerstörbarkeit des Bunkers maßgeblich beigetragen hat, da es an den Seiten offen ist und somit den Druck, der durch die abgeworfenen Bomben entsteht und auch zur Zerstörung führt, entweichen kann, außerdem wurde so das eigentliche Dach geschützt.


Zum Ende der Führung geht es auf das Dach, wo man deutlich sieht, wie der Zahn der Zeit am Gebäude nagt und man einen (eher bescheidenen) Blick über Teile von Lorient bis zur Zitadelle von Port Louis (stammt aus dem 16. und 17. Jh.) auf der anderen Seite der Hafeneinfahrt hat. Leider geht ausgerechnet als wir auf dem Dach sind, ein heftiger Regenschauer nieder, so dass wenig Zeit bleibt, sich genauer umzuschauen.



Nach dem Ende der Führung (Trinkgeld gibt dem jungen Guide niemand, auch nicht die beiden älteren Herren, die ihn Löcher in den Bauch gefragt haben) spazieren wir zurück in Richtung Auto, vorbei an weiteren Bunkerüberresten, dem U-Boot Museum und nochmal mit Blick aufs Wasser, wo wir die Skelette mehrerer Schiffe, unter anderem welche, die von den Deutschen absichtlich versenkt wurden, um die Einfahrt in den K3 zu schützen, sehen.





Bis wir am Auto bzw. dessen Nähe sind, ist es kurz vor 12 Uhr und wir beschließen, in einem der Restaurants hier auf dem Gelände Mittag zu essen. Wir entscheiden uns für das „Baleine Déshydratée“ („dehydrierter Wal“) Auch hier erleben wir wieder wie sich das Restaurant ab ca. Viertel nach zwölf schnell füllt bis es fast keinen freien Platz mehr gibt. Da es Sonntag ist, sind die Besucher Familien und Gruppen junger Leute, die hierher wohl einen Sonntagsausflug machen.

Das Restaurant ist passend zur Umgebung im Fabrikstil eingerichtet, was uns gut gefällt, mit dem Essen sind wir allerdings nicht wirklich zufrieden. Mein Tatar schmeckt zwar gut, Peters Rindfleisch ist aber lauwarm statt heiß und die Pommes bei uns beiden völlig labberig (EUR 50,00, die günstigeren Tagesgerichte oder Menüs gibt es nur unter der Woche). Ausgerechnet hier machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Frage nach einem Trinkgeld direkt am Kartenbezahlterminal in verschiedenen Prozentabstufungen. Ein bisschen Trinkgeld geben wir trotz des nicht sehr guten Essens, denn die Mädels und Jungs, die bedienen, waren sehr nett, sind vermutlich Studenten der Uni von Lorient und können das Geld sicher gut brauchen und sie können ja nichts für das Essen.


Nach dem Essen fahren wir ein Stück zurück Richtung Guilvinec, wir wollen noch eine Wanderung machen. Wir entscheiden uns für die Nr. 37 des Rother Wanderführers, die an einem Strandparkplatz (kostenlos) beim Örtchen Pouldohan zwischen Lorient und Concarneau startet.

Am Parkplatz gibt es erfreulicherweise eine Toilette, allerdings tatsächlich seit langem mal wieder eine nur mit Loch im Boden. An sich habe ich damit kein Problem (wenn es nur hin und wieder mal ist), aber zurzeit habe ich ja immer noch mein Knieproblem, das mich zum Glück nicht allzu sehr einschränkt, was aber überhaupt nicht geht, ist in die Hocke gehen – da wird so eine Toilette fast unbenutzbar für mich, zumal es leider keinen Haltegriff an der Seite gibt. Aber irgendwie geht es dann doch, wobei ich mich schon frage, wie das früher, wo solche Toiletten in Frankreich Standard waren, ältere Menschen, die nicht mehr so beweglich sind, gemacht haben.

Die Wanderung führt entlang der Küste, zunächst ein Strand mit fast weißem Sand,



dann wird es felsiger.




Danach geht es auf Landstraßen durchs Landesinnere bis wir wieder die Küste erreichen, hier nun eine stark zerklüftete Bucht, die herrlich idyllische Anblicke bietet, leider ist nun die Sonne schon wieder verschwunden.





Zum Schluss geht es nochmal am offenen Meer entlang, bis wir nach 11 Kilometern gegen 17 Uhr wieder den Parkplatz erreichen.



Gegen 18 Uhr sind wir zurück im Apartment, wo wir unser Abendessen auf der Terrasse einnehmen können, es ist wieder sonnig geworden. Einen Abendspaziergang, der sich bei diesem schönen Sonnenschein eigentlich anbieten würde, gibt es nicht, die 11 km der Wanderung und dazu noch einiges im weitläufigen Hafenbereich von Lorient sind für mein Knie genug.

Wetter: teils sonnig, teils wolkig, ein Schauer am Vormittag, ca. 15 -20°C
Wanderung: Rother Bretagne Nr. 37, 11,3 km, 91,5 Höhenmeter



LG Christina

Christina

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 3600
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #42 am: 14. August 2025, 18:15:18 »
Concarneau schein den regen anzuziehen. Da waren wir bei unserer ersten Bretagne Reise und sind dann nach ein paar Tagen nach Südfrankreich geflüchtet...

Flüchten kommt für uns nicht in Frage, dafür ist zum einen die Wettervorhersage viel zu ungenau (hier z.B. noch zwei Tage vor unserer Abreise war für die komplette erste Woche Sonnenschein pur von morgens bis abends vorhergesagt), zum anderen hätte ich für eine andere Gegend überhaupt nichts vorbereitet, auch keinen Reise- oder Wanderführer dabei und dass es dauernd nur regnet, haben wir noch nie erlebt.


LG Christina

Ilona

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 4366
  • Slot Canyon Addict
    • Amerika und wandern
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #43 am: 15. August 2025, 08:52:56 »
Zitat
Die Führungen gibt es nur auf Französisch, wir bekommen ein deutsches „Beiblatt“ mit den wichtigsten Infos und wir haben uns die Hinweistafeln, die im allgemein zugänglichen Hafenbereich aufgestellt sind, durchgelesen, damit sind wir gut vorbereitet, denn tatsächlich verstehe auch ich trotz Französisch Kenntnissen weniger als die Hälfte. Der Guide spricht sehr schnell und in dem Bunker hallt es, daher ist es schon alleine von der Akustik her schwer zu verstehen.

So interessant das auch ist, aber bei nur "in Französisch" sind wir raus. Wir lernten die Sprache mal (nur) zwei Jahre in der Schule, aber das ist lange her.

Zitat
Mein Tatar schmeckt zwar gut, Peters Rindfleisch ist aber lauwarm statt heiß und die Pommes bei uns beiden völlig labberig

Hoffentlich steht Tatar auch als Tatar auf der Speisekarte. Wir essen beide kein rohes Fleisch.

Zitat
Am Parkplatz gibt es erfreulicherweise eine Toilette, allerdings tatsächlich seit langem mal wieder eine nur mit Loch im Boden. An sich habe ich damit kein Problem (wenn es nur hin und wieder mal ist), aber zurzeit habe ich ja immer noch mein Knieproblem, das mich zum Glück nicht allzu sehr einschränkt, was aber überhaupt nicht geht, ist in die Hocke gehen – da wird so eine Toilette fast unbenutzbar für mich, zumal es leider keinen Haltegriff an der Seite gibt. Aber irgendwie geht es dann doch, wobei ich mich schon frage, wie das früher, wo solche Toiletten in Frankreich Standard waren, ältere Menschen, die nicht mehr so beweglich sind, gemacht haben.

Ich denke, dass die Leute früher durch die körperliche Arbeit länger beweglich waren. Das waren keine Schreibtischtäter mit verkürzten Muskeln wie wir.

So ein Loch im Boden :verpiss: geht bei mir gar nicht. Meistens riecht es dazu ziemlich streng.

Die Wanderung zum Schluss hätte mir aber gefallen.   

Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Silvia

  • Held Mitglied
  • *****
  • Beiträge: 2599
Re: Die Mischung macht's - Normandie und Bretagne im Mai 2025
« Antwort #44 am: 15. August 2025, 12:51:08 »
Die Wanderung an der Küste entlang ist viel mehr meins als der Bunker, wobei ich den ohne Führung auch anschauen würde. Eine Stunde wäre mir zu lange - vor allem da ich absolut kein französisch verstehe  ::)