Autor Thema: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien  (Gelesen 8539 mal)

Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #120 am: 04. Januar 2026, 16:07:34 »
Wir kennen hübschere Strände  8) Doch das Wasser war hier angenehm und selbst am Feiertagswochenende war es durch die Weitläufigkeit nicht voll.

Erstaunlicherweise gab es Anfang September noch hier und da Tickets für den Caminito im Oktober. Allerdings habe ich keine besorgt, da ich mir total unsicher war, ob das mit Kerstens Knie gut geht. In der Reisepause ab Februar wird er wahrscheinlich endlich die Meniskus OP in Angriff nehmen.
Problem in Spanien dann war der Campingplatz vor Ort, zumindest für Wohnmobile ging da im Oktober nichts mehr.



9. Oktober  Rollertour nach Salobreña

Nach zwei Faulenzertagen fühlen wir uns unternehmungslustig und satteln den Roller für eine kleine Tour. Schon bei der Anfahrt schaut Salobreña interessant aus: eine Burg auf einem Felsen und weiße Häuser, die an die Hänge schmiegen.  Da ich auf dem Roller - besonders auf der viel befahrenen N340 - keine Fotos machen kann, schaut hier

Es waren die Phönizier, die hier erstmals eine Handelskolonie errichteten. Später erbauten die Römer eine erste Festungsanlage, um die Region vor den gefürchteten Piratenüberfällen zu schützen. Von beiden sind kaum Spuren zu finden.
Am Fuße des Berges liegt die Neustadt mit den wichtigsten Versorgungseinrichtungen. Dort parken wir auch an günstiger Stelle, da wir leider nur Wegweiser zu Hotels finden. Und eh wir uns in den Einbahnstraßen verlieren... Es ist ja klar, dass der Weg hinauf zur Burg bergan führen muss.  8) So spazieren wir dann eine ziemlich gerade ansteigende Straße entlang, die sich schließlich als Sackgasse entpuppt. Für Fußgänger wie uns geht es über eine Treppe weiter zu einem Platz, auf dem man sogar parken könnte. Dürfte der Plaza del Mercado sein.



Bei der Treppe kommen wir an einer Wasserstelle mit Marienbild vorbei und wenig später dann an der Kirche Nuestra Señora del Rosario. Leider geschlossen.



Über Gassen und weitere Treppen kommen wir langsam dem "Gipfel" näher.






Burg in Sicht

Das Castillo de Salobreña ist das Wahrzeichen des Ortes. Der Bau wurde im 10. Jahrhundert unter der Herrschaft der Nasriden begonnen, während des 13. und 14. Jahrhunderts wurde er als Palast hergerichtet. Er diente dann als Sommersitz des Granadischen Hofes. Im Innern sieht man noch die original Grundmauern und teils alte Mosaikböden. Die Verteidigungsmauern und Türme, die wir noch sehen können, sind allerdings kastilische Anbauten aus dem späten 15. Jahrhundert. Nach der Rückeroberung Andalusiens durch die Christen diente die Festung auch als Gefängnis. Sie verlor an Bedeutung, als Piratenangriffe seltener wurden.  Wir zahlen 4 Euro pP Eintritt für die Besichtigung. Vom Palast blieb so gut wie nichts, doch der Spaziergang über die Mauer ist interessant und liefert tolle Aussichten in die Umgebung.




Ruinen des maurischen Palastes




Aussicht nach Westen

sowie hinunter zum Meer, auf den Ort und zur Felskante.



Zusammen mit einer Familie kamen wir am nun geschlossenen Tor an und befürchteten schon über die Mittagspause hier eingesperrt zu sein. Doch der Burgwächter war zum Glück wohl nur mal kurz austreten  ::)

Über etwas andere Gassen und Treppen steigen wir wieder hinab zur Unterstadt. Offenbar gibt es auch einen ausgeschilderten Rundweg zu verschiedenen Miradores, doch den lassen wir aus.






Platz des alten Rathauses

Neben Blumenschmuck - auch Versionen für Gießfaule  ;) - und Azulejobildern sehen wir noch das Mural "A flock to the South"



Mit dem Roller fahren wir über die breite Avenida del Mediterráneo zum modernen Strandviertel. Die Region um Salobreña wurde über viele Jahrhunderte vor allem landwirtschaftlich genutzt und erst in den letzten Jahrzehnten zum Badeort ausgebaut.


Peñón,
ein Felsbrocken im Meer, teilt das Ufer in die Playa de la Guardia westlich und die Playa de la Charcal östlich.






Blick zur Burg und dem uferseitigen Felshang

Außer der Reihe der Apartmenthäuser säumen den Strand auch etliche Lokale und Geschäfte. Die Heladeria (Eisdiele) hat leider schon für die Saison geschlossen. Auf dem Rückweg machen wir deshalb einen Umweg zu Lidl für Litereiscreme und weitere Einkäufe.  ;D





Liebe Grüße
Susan

Ilona

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #121 am: 05. Januar 2026, 15:01:35 »
Zitat
Zusammen mit einer Familie kamen wir am nun geschlossenen Tor an und befürchteten schon über die Mittagspause hier eingesperrt zu sein. Doch der Burgwächter war zum Glück wohl nur mal kurz austreten

Puuhh, Glück gehabt :totlach:. Vor allem, dass er nicht nur halbtags arbeitet :cool2:.

So weiße Dörfer gibt es in Andalusien anscheinend überall verteilt.

Apropos Lidl: Habt ihr die meiste Zeit selbst gekocht? Restaurantbilder gibt's von dir eher wenige.
Liebe Grüße

Ilona

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Paula

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #122 am: 05. Januar 2026, 15:19:20 »
Liebe Susan,

ich wünsche dir alles Gute für 2026, vor allem Gesundheit damit das Reisen auch Spaß macht!
Mich hat gleich mal eine Erkältung erwischt und bin jetzt hinterhergehetzt...
danke für die Frösche aus Granada  ^-^
Salobrena ist mir völlig unbekannt, die Burg und die weißen Häuser oben auf den Klippen schauen toll aus, erinnert mich an Nerja (wenn ich es nicht mit was anderem verwechsle)
Viele Grüße Paula

Christina

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #123 am: 05. Januar 2026, 18:37:16 »
Euer Strandstandort gefällt mir recht gut mit den Palmen im Hintergrund und dem breiten Strand, da konnte man sicher auch gut spazieren gehen. 

Salobrena, zumindest der Altstadtteil, ist hübsch mit den engen Gassen und der Eintritt zur Burg hat sich wegen der Aussicht auf jeden Fall gelohnt.


LG Christina

Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #124 am: 05. Januar 2026, 22:03:20 »
Die letzten Tage stand ich etwas auf dem Schlauch, denn unsere besten Freunde haben einen herben Schicksalsschlag erlitten, was uns auch sehr mitnimmt.  :(

Deshalb wünschen wir euch allen erst jetzt  nachträglich ein glückliches und gesundes Jahr 2026! Mit vielen tollen Erlebnissen auf Reisen und auch zuhause, sowie genügend Zeit zum Entspannen. 

Es gibt wirklich sehr viele so genannte weiße Dörfer in Andalusien (und nicht nur dort). Die guten Eigenschaften des weißen Kalks (oder auch nur der Farbe) werden immer noch gern genutzt. Nerja zum Beispiel schaut auch ähnlich aus, wie ihr gleich feststellen werdet  ;)

Die Palmen am Strand kamen uns sehr gelegen als Schattenspender, wenn es mal wieder zu windig für den Sonnenschirm wurde.

Tatsächlich gehen wir seit jeher zuhause öfter ins Restaurant als im Urlaub - USA Reisen mal ausgenommen. Da wir hier wie da mehr oder weniger abwechselnd kochen, stört mich das auch nicht. Seit wir den kleinen Gasgrill haben, wird natürlich auch öfter mal gegrillt. Das war uns vorher im WoMo zu lästig.
Liebe Grüße
Susan

Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #125 am: 06. Januar 2026, 00:25:59 »
12. Oktober  Rollertour nach Nerja

Am Sonntag unternehmen wir einen zweiten Rollerausflug, diesmal eine etwas längere Strecke. Das haben wir extra so gewählt in der Hoffnung, dass auf der N340 nicht allzu viel Verkehr ist.
Tatsächlich lässt es sich relativ ruhig fahren. Wir staunen über die vielen Ferienorte mit großen Anlagen unterwegs. Diese Küste ist ja in Deutschland nicht ganz so bekannt.

Ich konnte auch noch online Tickets für das erste Ziel buchen, mit Zeitschlitz 15 Uhr; Kosten mit Audioguide für uns zwei 35 Euro. Vor Ort hätte es auch noch Karten an der Kasse gegeben.  Das Gelände der Cueva de Nerja ist überraschend groß; es gibt einen kleinen Park mit Picknicktischen und Spielplatz, außerdem ein Restaurant und ein extra Museum. Wir sind früh dran, haben also noch Zeit für ein Eis am Stiel.  ^-^


rechts Denkmal für die Höhlenentdecker

Die Tropfsteinhöhle wurde 1959 durch fünf Freunde entdeckt, die durch Fledermäuse auf eine Felsspalte aufmerksam wurden. Der Schacht führte zu Galerien mit Tropfstein, außerdem fanden sie Skelette und alte Töpferware. Dadurch wurden die Höhlen auch für Historiker interessant, sie suchten und fanden einen weniger schwierigen Zugang. Später wurde dann noch ein dritter für Besucher angelegt. Die haben jedoch nur zum Teil Zutritt zu den Höhlen. 2012 wurden Felsmalereien entdeckt, die zwischen 18 bis 20 tausend Jahre alt sind. Besichtigt werden können sie allerdings zu deren Schutz nicht.

Der Rundgang führt über Treppen und Gänge zu fünf verschiedenen Sälen und dauert mindestens eine Stunde. Ich konnte mir nicht alles merken, was der Audioguide so erzählt hat  8) Daher hier nur Bilder.







Immer wieder beeindruckend, was die Natur so erschaffen kann
 :happy:







Es gibt auch ein nicht ganz echtes "Selfie", denn natürlich stehen wir nicht so dicht an den Tropfsteinen, sondern vor einer Fotowand  ^-^



Ich kann nicht mehr genau nachvollziehen, wie lange wir in der Höhle waren; muss aber mehr als eine Stunde gewesen sein. Boxenstopp, dann fahren wir weiter nach Nerja hinein. Gerade noch rechtzeitig erspähe ich die kleine Parkbucht für den Aussichtspunkt auf den


Acueducto del Águila

sieht altrömisch aus, wurde aber erst Ende des 19. Jahrhunderts zur Wasserversorgung von Zuckerfabriken gebaut. Das vierstöckige Aquädukt überspannt die Schlucht Barranco de la Coladilla. Es dient auch heute noch zur Bewässerung der umliegenden Felder. Es gibt wohl auch einen Wanderweg zum Fuße der Schlucht, das tun wir uns aber nicht an.

Im Ort parken wir den Roller in einer Gasse und schlendern dann Richtung Balcón de Europa, dem Aussichtspunkt auf einer Klippe. Hier herrscht ziemlicher Trubel, denn der Feiertag wird natürlich mit einer Fiesta begangen.  ::) Auch am Strand ist es voll, was Kersten aber nicht von einem Bad abhält.


Blicke auf die Strände
östlich und westlich der Klippe


Balcón de Europa
von Westen aus gesehen
und oben



Weitere Eindrücke aus Nerja


Iglesia El Salvador


Fiesta
die Boygroup war richtig gut


in den Gassen

Wir nehmen einen Drink zu uns, beschließen aber zum Abendessen in Motril einzukehren; da ist es ruhiger.

Da uns schon immer interessiert hat, wohin die Straße nach dem Campingplatz noch führt, nehmen wir für den Rückweg eine andere Route. Tatsächlich ist da noch eine weitere Feriensiedlung sogar mit Golfplatz.

Da Maps beim Einbetten immer zur Route über die Autobahn springt, die Karte heute als Link https://maps.app.goo.gl/DoeirdgDZYQox8et5
Liebe Grüße
Susan

Ilona

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #126 am: 06. Januar 2026, 11:28:47 »
So ein bisschen Trubel zwischendurch ist doch auch mal nicht schlecht.

Tropfsteinhöhlen gehen immer :thumb:.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Paula

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #127 am: 06. Januar 2026, 15:03:00 »
Die letzten Tage stand ich etwas auf dem Schlauch, denn unsere besten Freunde haben einen herben Schicksalsschlag erlitten, was uns auch sehr mitnimmt.  :(

das tut mir sehr leid Susan  :'(
wir kommen jetzt leider in das Alter wo es Freunde zu früh "erwischt". Ein Freund von mir hat mir gestern erzählt dass Silvester bei ihm gar nicht schön war, es hatte seine Mutter zu Besuch weil ihre Freundin mit der sie eigentlich feiern wollte zwei Tage nach Weihnachten plötzlich gestorben ist...

ich wünsche dir umso mehr alle Gute für 2026, Gesundheit und viele schöne Reisen!

An die Altstadt von Nerja kann ich mich noch gut erinnern und an den Balkon de Europa, wir hatten dort im Parador übernachtet, der hatte einen Fahrstuhl runter an den Strand, einfach traumhaft! Nur von der Tropfsteinhöhle wußten wir leider nichts, also beim nächsten Mal...
Viele Grüße Paula

Horst

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #128 am: 06. Januar 2026, 17:28:35 »
In der Höhle und auf dem Balkon war ich auch mal, ist aber fast 25 Jahre her. :o
Die Höhle hat mir damals auch gut gefallen. Ansonsten ist mir die Küste im Süden Andalusiens zu verbaut. Nur ganz im Westen gibt es den einen oder anderen Strand der auch ohne Bausünden auskommt.
Aber Andalusien gleicht das durch seine fantastischen Städte und historischen Prachtbauwerke wie in Granada, Cordoba oder Sevilla ja mehr als aus. :D

Christina

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #129 am: 06. Januar 2026, 18:08:54 »
Interessante Tropfsteinhöhle. Und Nerja sieht nett aus, das Fest hätte mich etwas gestört, aber so etwas lässt sich nicht immer vermeiden.

Bei der Vorbereitung meiner Andalusienreise letztes Jahr hatte ich gelesen, dass die "Flamenco" Kleider, für die es in den Städten immer wieder Geschäfte gibt, nicht von Touristen gekauft werden, sondern tatsächlich von Einheimischen, die solche Kleider bei diversen Festen tragen - das bestätigen deine Fotos von Nerja, da sieht man ja einige Damen damit.


LG Christina

Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #130 am: 08. Januar 2026, 19:21:48 »
Tropfsteinhöhlen gehen immer :thumb:.

Genau  ;D

Die Küste Andalusiens ist wirklich sehr zugebaut. Wir waren etwas erstaunt, dass das mittlerweile sogar für diese Gegend gilt. Kaum vorstellbar, wie voll es dort sein muss, wenn wirklich alle "Hütten" belegt sind :P Außer den bekannten Prachtbauten bietet Andalusien auch noch interessante Bergwelt, wie wir langsam feststellen. Da gäbe es noch so einiges zu erkunden.

Wir haben wirklich etliche Damen und Mädchen aller Größen gesehen, die die Flamencokleider trugen; bei der Fiesta sowieso doch auch an normalen Samstagen oder Sonntagen.

das tut mir sehr leid Susan 

Danke dir. Einmal mehr sind wir bestätigt in unsere Meinung nichts auf "später mal" zu verschieben
Liebe Grüße
Susan

Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #131 am: 08. Januar 2026, 19:52:53 »
13. Oktober  Durch die Berge nach Ronda

Heute geht es weiter uns zwar zurück in die Bergwelt. Das Navi rechnet "quer durch" als die schnellste Route, also probieren wir die mal. Umgeht wenigstens auch Malaga. Da heute noch Feiertag ist, verzichten wir auf den Stopp beim Felsenmeer El Torcal de Antequera. Tatsächlich soll der Parkplatz da überfüllt gewesen sein, hören wir später.
So zockeln wir durch verschiedene Sierras hier in der Gegend.





An Stauseen vorbei



im Player läuft "Wave after Wave" doch hier gilt eher ein Berg nach dem anderen  ;)







Wir kommen auch an dem Abzweig zu den Orten am Caminito del Rey vorbei, den wir ebenso links liegen lassen.  Unser Ziel ist der Campingplatz EL Sur bei Ronda, den ich kurzfristig reservieren konnte. Dort waren wir schon ein paar Mal und auch diesmal bekommen wir einen netten Stellplatz.


Eingang mit Cervantes Denkmal

Auf dem Platz verteilt stehen noch mehr, vielleicht Szenen aus seinen Werken?





Enten scheinen auch beim Platz zu leben. Sie tauchen immer mal wieder auf und futtern sogar Oliven, die vertrocknet von den Bäumen gefallen sind. Fragt mich nicht, wie die das mit den Kernen machen.  8)



Den Nachmittag verbringen wir relaxt am WoMo
 :read2:



Liebe Grüße
Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #132 am: 09. Januar 2026, 14:15:32 »
Zitat
Enten scheinen auch beim Platz zu leben. Sie tauchen immer mal wieder auf und futtern sogar Oliven, die vertrocknet von den Bäumen gefallen sind. Fragt mich nicht, wie die das mit den Kernen machen.  8)

Entweder die Kerne gehen unverdaut durch oder werden als "Mahlsteine" genutzt. Ich kenne mich mit Entenmägen leider auch nicht weiter aus.

Hauptsache, es schmeckte den Flossenfüßlern.
Liebe Grüße

Ilona

"Man muss viel laufen. Da man, was man nicht mit dem Kleingeld von Schritten bezahlt hat, nicht gesehen hat" (Erich Kästner)


Christina

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #133 am: 09. Januar 2026, 18:00:25 »


Wir haben wirklich etliche Damen und Mädchen aller Größen gesehen, die die Flamencokleider trugen; bei der Fiesta sowieso doch auch an normalen Samstagen oder Sonntagen.



Sogar an normalen Wochenenden, das ist mir bei meiner Winterreise entgangen, denn da war es trotz für deutsche Verhältnisse milder Temperaturen für solche Kleider zu kalt.


LG Christina

Susan

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Re: WoMo Herbsttour 2025 - Quer durch Spanien
« Antwort #134 am: Heute um 19:16:36 »
14. Oktober   Ronda - Camino del Tajo & El Mercadillo

Wie schon kurz erwähnt ist dies nicht unser erster Besuch von Ronda. Zwar ist der letzte nicht ganz so lange her, wie ich erst dachte, doch immerhin auch schon 15 Jahre.

Die Stadt liegt auf einer Höhe von 723 m in der gleichnamigen Sierra und zwar auf einem rundum steil abfallenden Felsplateau.  Mitten durch geht eine etwa 100 m tiefe Schlucht des  Río Guadalevín, El Tajo genannt.


Kachelbild der Stadt

Gesiedelt wurde dort schon in der Steinzeit; Spuren dazu – sprich Höhlenmalereien - in der 20 km entfernten Cueva de la Pileta. Es folgten Phönizier, Kelten, Griechen, Römer, Byzantiner und schließlich anno 713 die Mauren. Der Statthalter in Al-Andalus ließ eine Burg auf den Ruinen der römischen Befestigungsanlagen an der Südseite der Schlucht errichten. Darum herum entstand La Ciudad. Der jüngere Stadtteil El Mercadillo auf der anderen Schluchtseite entwickelte sich erst nach der Rückeroberung durch die Christen.

Wir fahren mit dem Roller bis zum Platz beim alten Stadttor Almocábar und parken dort. Weiter oben soll es nämlich wieder Zonen geben, in denen nur Anwohner fahren dürfen. Durch Gassen und über Treppen vorbei an Überresten der Maurenburg spazieren wir hinauf zur Plaza Duquesa de Parcent. Der Platz ist nett bepflanzt, an drei Seiten flankieren ihn Kloster und Kirche Colegiata de Santa María la Mayor. Diese wurden Ende des 15. Jahrhunderts unter König Ferdinand II. an Stelle der früheren großen Moschee der Stadt erbaut. Das Minarett wurde zum Glockenturm umgebaut, wie so oft in den Orten Andalusiens. Wir sind nicht ganz sicher, ob das Gebäude an der letzten Längsseite das Rathaus oder - wegen der vielen Streifenwagen - die Polizeidirektion ist.



Dort oben gibt es auch einen gebührenpflichtigen Parkplatz, der schon gefüllt zu sein scheint. Wir spazieren weiter durch die Gassen und kommen dabei am Palacio de Mondragón vorbei. Dies ist eines der wenigen arabischen Herrenhäuser, die nach einem Erdbeben 1580 wiederaufgebaut wurde. Heute beherbergt es das Museum für Lokalgeschichte. Leider versäumen wir es den Palast zu besuchen. Als nächstes kommen wir zur Plaza de María Auxiliadora. Hier herrscht ziemlicher Trubel: Verkaufsstände von Künstlern, Musiker und viele Besucher, insbesondere französische Schulklassen. Für Bilder von dem an sich hübschen Platz steht immer wer im Weg  ::) Der liefert außerdem schon mal Ausblicke auf die westlichen Klippen und ist Startpunkt für den Wanderweg hinunter zu Aussichtspunkten auf die Schlucht El Tajo.



Wir lassen den Schulklassen den Vortritt und folgen ihnen unauffällig den gepflasterten Weg hinunter, zumindest bis zum weißen Casa de Monolillo. Dort beginnt nämlich der am 18. April 2024 eröffnete Camino del Desfiladero del Tajo. Er ersetzt den alten Trampelpfad und ist besser gesichert.  Für 5 Euro pP erhalten wir Haarnetz und Helm und dürfen dem ersten Abschnitt bis fast auf den Grund der Schlucht folgen. Wie wir später noch sehen werden, wurde bereits damit begonnen, den Weg durch die gesamte Schlucht hindurch zu verlängern.

Schon bald kommt Rondas berühmtestes Bauwerk in Sicht: die im 18. Jahrhundert erbaute


Puente Nuevo
Sie verbindet seitdem auf 98 m Höhe die beiden Ortsteile. Der schon frei gegebene Teil des Camino endet am Fuß des Brückenpfeilers. Von dort aus sehen wir die alte Wasserleitung, die einst für den Betrieb von Mühlen genutzt wurde. Von denen sind noch Ruinen erhalten.

Weitere Eindrücke vom Camino



Bei der Casa wurde ein Mirador angelegt, zu dem man allerdings nur nach Rückkehr vom Camino kommt. Letzte Blicke auf Brücke und Schlucht - zumindest von dieser Seite  ;)



Hier unten waren wir vorher noch nie. Der Weg von der Plaza aus führt noch weiter bergab, u.a. zu den Mühlenhäusern. Wir steigen jedoch wieder nach oben, spazieren weiter bis zur Brücke und queren diese. Da ist nun wirklich richtig viel Betrieb, auf Straße wie auf den Fußwegen  ::) Uns kommt eine Reiseleiterin mit TUI Schildchen entgegen. Das veranlasst Kersten sein Schiffsradar zu checken. Yep, im Hafen von Malaga liegen zwei Kreuzfahrtschiffe, daher also all die Grüppchen hier.


Ausblicke von der Brücke aus

Der Parador de Ronda liegt direkt am nördlichen Ende der Brücke; an dem Gebäude wird gebaut. Deshalb sind einige der uns bekannten Miradores nicht zugänglich. Weiter geht's zur Plaza de Toros. Ronda ist auch bekannt für seine Stierkampfarena, eine der ältesten Spaniens. Hier soll eine eigene Art dieses Wettkampfs erfunden worden sein. Wir haben keine Lust, diese und das angeschlossene Museum zu besichtigen, daher habe ich ein Bild aus 2004 eingefügt.



Es ist schon verlockend, sich in eine der Kutschen zu setzen und herumfahren zu lassen. Tapfer widerstehen wir  ;) und schauen uns im Park Blas Infante um. Neben dem vielen Grün fallen hier die Statuen auf.



Ernest Hemingway nahm in seinem Roman Wem die Stunde schlägt Bezug auf tatsächliche Vorgänge in Ronda zur Zeit des Spanischen Bürgerkrieges. Orson Welles verbrachte als 18-Jähriger einen Sommer hier und war sehr beeindruckt von der Stadt. Auch weitere Berühmtheiten lebten zeitweise hier. 1984 verfilmte dort Francesco Rosi die Oper Carmen mit Julia Migenes und Plácido Domingo. Madonna nutzte Rondas Stierkampfarena 1994 als Kulisse in ihrem Video Take a Bow.

In der südwestlichen Ecke gibt es einen Aussichtpunkt mit Pavillion. Von dort aus können wir hinüber schauen zur Felswand mit dem Camino del Tajo.



Der Weg um die Ecke herum zurück zur Brücke ist wahrscheinlich ebenfalls wegen der Baustelle am Parador abgesperrt.

Wir bummeln zurück zur Stierkampfarena und weiter durch die Gassen bis zur Plaza del Soccoro mit der Kirche Nuestra Señora del Socorro. Leider nicht offen.



Das Denkmal von Herkules mit den Löwen stand früher mal in einem Brunnen.


Fortsetzung folgt...
Liebe Grüße
Susan