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Was war eure beste und was die schlechteste Reiseerfahrung ?

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Horst:

--- Zitat von: Michael am 02. August 2013, 21:17:03 ---Es war einfach nur schön dort und ich habe, bis auf die eben erzählte Geschichte dieser Nacht, auch nur beste Erinnerungen an diese Reise.

--- Ende Zitat ---

Etwas ähnliches kann ich auch noch berichten.
Es wird zwar Vorurteile gegen die Regionen südlich der USA schüren - aber es ist inzwischen 15 Jahre her und der Rest der Reise war völlig ungetrübt und auch meine Erfahrung mit den Menschen war ansonsten äußerst positiv.

1998 war ich mit meinem Freund Manfred in Mexiko unterwegs. Diverse Tage mit dem Mietwagen waren wir bereits in Yucatan unterwegs gewesen und sind dann hinüber in den Bundesstaat Chiapas gefahren.
Von San Christobal stand eine Tages-Fahrt quer durch den Dschungel nach Palenque an.
Wir waren den ganzen Tag unterwegs, Manfred war am Steuer und es war nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel nach Palenque, die Sonne würde gleich untergehen - da sprangen vor unseren Auto etwa 50 Meter entfernt um die 10 in schwarz gekleidete, maskierte und vor allem bis an die Zähne bewaffnete Männer aus dem Dschungel und warfen 3 Baumstämme auf die Straße um uns zum Stoppen zu bringen.
Dann ging alles ganz schnell.
Ich sah in den Rückspiegel und hatte gesehen daß dort die Luft rein ist und während ich geschriehen habe "Manfred fahr rückwärts" - hatte er schon vollgebremst, den Rückwärtsgang eingelegt und wir düsten mit Vollgas von den offensichtlich davon überraschten Banditen davon - die zu unserem Glück ein paar Sekunden verpasst haben und wir nach nach 500 Metern im Rückwärtsgang, ohne daß auf uns geschossen wurde den Wagen drehen und davon flüchten konnten.
Nach ein paar Kilometern sind wir rechts rangefahren, ausgestiegen und haben erst mal jeder eine Zigarette geraucht. Das war meine einzige Zigarette die ich als lebenslanger Nichtraucher als Erwachsener geraucht habe. Das war schon ein ziemliche Hammer.
Da standen wir mit schlotternden Knien aber wir waren weder gekidnapped, noch erschossen worden.
Es gab allerdings ein Problem. Wir mussten diese Stelle nochmals passieren - wenn wir nicht den ganzen Weg wieder zurückfahren wollten.
Auf dem ganzen Weg vorher war nur Dschungel und keine Ansiedlung die uns eine Übernachtung ermöglicht hätte und hier in der Dschungel-Pampa bei dieser vorsichtig ausgedrückt "unsicheren Lage" im Auto zu pennen - das war auch keine Option.
Manfred wollte auf gar keinen Fall nochmal dort vorbeifahren. Ich habe ihm dann nach einigem überlegen vorgeschlagen zu warten bis ein anderes Auto kommt. An das würden wir uns hinten dran hängen und wenn die "mexikanischen Pioniere/Baumstammjungs" wieder kommen hätten wir Zeit erneut das Weite zu suchen.
So haben wir es dann gemacht - Baumstämme flogen keine mehr (die hatten scheinbar schon Feierabend) und nach wenigen Kilometern waren wir in Palenque wo wir an dem Abend derart einen "zweiten Geburtstag" gefeiert haben, daß wir den Tag darauf für nicht viel zu gebrauchen waren - aber das war schon ok.  :)

Michael:

--- Zitat von: Horst am 03. August 2013, 11:37:38 ---... und nach wenigen Kilometern waren wir in Palenque wo wir an dem Abend derart einen "zweiten Geburtstag" gefeiert haben, daß wir den Tag darauf für nicht viel zu gebrauchen waren - aber das war schon ok.  :)

--- Ende Zitat ---

Aber Hallo! Den Umtrunk habt Ihr Euch auch verdient!  ;D
Hammer-Story im übrigen - Mexiko dürfte heute wohl ne ganze Ecke gefährlicher sein, als es ´98 war, oder?

Horst:

--- Zitat von: Michael am 03. August 2013, 11:57:24 ---Hammer-Story im übrigen - Mexiko dürfte heute wohl ne ganze Ecke gefährlicher sein, als es ´98 war, oder?

--- Ende Zitat ---
Jein.
Damals gab es den Aufstand der Zapatisten die dann viele Jahre von der Bildfläche verschwunden waren nun allerdings wieder ein Lebenszeichen gesendet haben wie ich vor kurzem gelesen habe.
Yucatan ist nach wie vor sehr sicher - andere Bundes-Staaten in Mexico leiden teilweise unter den Drogenkriegen.
Ich habe da irgendwo einen Link gehabt wo man sich die Problemzonen ansehen kann muss ich mal suchen.
Also es ist im Moment kein so aktueller Bürgerkrieg - dafür eben die Drogenproblematik die z.B. in Acapulco ja auch schon unbeteiligte Touristen das Leben gekostet hat.

Nach Yucatan würde ich jederzeit reisen - kein Problem und nach Chiapas eigentlich auch.

Palo:

--- Zitat von: Horst am 03. August 2013, 12:04:58 ---
Nach Yucatan würde ich jederzeit reisen - kein Problem und nach Chiapas eigentlich auch.


--- Ende Zitat ---

Also ich nicht, aber Gott sei Dank konnte ich viele Teile von Mexiko in ruhigeren Zeiten erforschen und geniessen. Das Land hat wirklich viel zu bieten.


Rainer:
Bei der "besten Reiseerfahrung" tu ich mir sehr sehr schwer. Ich glaube, so etwas gibt es gar nicht. Mein erster Korsika Urlaub (1983) war sicherlich ein prägender Urlaub - ich fand ihn damals den besten Urlaub, den ich je gemacht hatte und ich war (und bis heute) genauso "infiziert" von Korsika, wie ich es von den USA bin. Allein meine gesundheitliche "Fehlentwicklung" ist Schuld daran, dass ich diese Urlaubslinie (schweren Herzens) heute nicht mehr verfolge.

Im Jahr 1988 sind wir mit 14 Leuten aus dem Chor, in dem ich viele Jahre gesungen habe und Sylvia bist heute noch singt, in ein geniales Bauernhaus nach Bornholm gefahren und auch dieses Erlebnis gehört zu den schönsten, die ich je erlebt habe.

Und 1996 waren wir zum ersten Mal im Westen der USA und auch das hat mich nachhaltigst beeindruckt. Zwischendurch gab es aber auch immer wieder kleinere Reisen, in verschiedenen Besetzungen, die jede für sich auch ein Juwel war. Was war der beste Urlaub von diesen? Das kann ich nicht sagen, aber sie waren alle einmalig schön.

Bei der schlechtesten Reiseerfahrung fällt die Entscheidung deutlich einfacher und das wird sich (hoffentlich) auch nicht mehr ändern. Ich weiß nicht mehr genau, in welchem Jahr es war, es wird ca. 2000 gewesen sein, da sind wir für zwei Wochen nach Lanzarote in das "Barcelo Resort" gefahren. Ohne es geplant zu haben (dann hätten wir es sicherlich besser hinbekommen) machte übrigens Dirk "DocHoliday" ebenfalls Urlaub auf Lanzarote und gar nicht einma weit entfernt von uns.

So trafen wir uns natürlich direkt am ersten Abend in unserem Hotel und zischten einige Bierchen und Cocktails weg. Damals war ich noch an den Rollstuhl gebunden, sehr wohl hatte ich aber einen Rollator dabei, um meine ersten gelungenen Gehübungen zu vertiefen.

An diesem Abend trennten wir uns ca. kurz vor Mitternacht, Dirk bestellte ein Taxi zurück zu seinem Hotel und wir gingen auf unser Zimmer. Als ich (als erster) das Zimmer betrat, fande ich es außerordentlich unordentlich vor, eigentlich gar nicht der Stil meiner Frau und deswegen fragte ich sie auch gleich, warum sie das Zimmer so "gerümpelhaft" hinterlassen hatte. Hatte sie aber gar nicht - es stellte sich schnell heraus, dass ein Einbrecher in unserem Zimmer gewesen war. Die Kontrolle des Zimmersafes verschaffte uns etwas Ruhe, der Safe war unberührt - aber beim Nachzählen der Klamotten stellte sich heraus, dass einige meiner Poloshirts fehlten.

So gingen wir also noch einmal an die Rezeption, meldeten den Diebstahl und baten um ein anderes Zimmer, denn wir konnte nicht erkennen, wie die Diebe eingedrungen waren, aber wir hatten ein Zimmer im Erdgeschoss und wir vermuteten, dass die Terrassentür die Schwachstelle war. An diesem Abend konnten wir jedenfalls nicht mehr erreichen, als den Diebstahl zu melden.

In dieser Nacht wachte meine Frau zusammen mit mir ca. gegen 6.00 Uhr morgens auf und sie musste dringend auf Toilette. Nachdem sie aufgestanden war, das Zimmer war nicht mehr dunkel, sondern eher halbdunkel, da draußen schon die Sonne aufgegangen war und durch eine Art "Oberlicht" ins Zimmer reflektiert wurde, ging sie um das Bett herum und bliebt abrupt stehen. "Da ist irgendetwas am Bett" meinte sie zu mir. Da ich selbst noch ziemlich müde (und nicht wirklich nüchtern) war, verstand ich nicht, was sie meinte. "Was heißt das?".

"Da kauert irgendetwas am Fußende" ... in dem Moment, wo sie das sagte, fuhr (aus meiner Sicht) auf einmal langsam ein Kopf am Fussende des Betts nach oben....

Der Kopf materialisierte sich immer mehr in einen aufstehenden Menschen und zwei Sekunden später stand ein fremder Mensch bei uns im Zimmer - ich weiß bis heute noch, welchen idiotischen Gedanken ich als erstes hatte: "Das ist bestimmt ein Techniker des Hotels, der sich um die Klimaanlage oder Elektronik kümmert" (Ich habe keine Ahnung, wie ich auf diesen Müll gekommen bin).

Es war natürlich kein Hotelangestellter oder Techniker, sondern schlicht und ergreifend erneut ein Einbrecher, der von unserem Aufwachen überrascht wurde und sich kurzerhand hinter dem Bett verschanzte.

Was danach folgte, kann ich nur mit "idiotischem Geschrei" bezeichnen, in unserem Zimmer ging der Punk ab! Da ich auf Grund meiner Behinderung relativ eingeschränkt war, was meine Reaktion betraf, andererseits Sylvia definitiv in Schockstarre verfallen war, konnten wir nicht verhindern, dass der (recht kleine) Einbrecher noch schnell mein Handy (welches ich an meinem Rollstuhl angebracht hatte) griff und anschließend in einem durchaus sportlich anspruchsvollen Hechtsprung durch das zuvor von ihm geöffnete Oberlicht nach draußen floh und dort das Weite suchte. Im Sonnenlicht konnte ich erkennen, dass es sich offensichtlich um ein Kind handelte, ca. 15 Jahre alt.

Dieses ganze Erlebnis ist uns jedenfalls so in die Knochen gefahren, dass wir den ganzen Urlaub nicht mehr genießen konnten. Wir bekamen zwar im Anschluss ein Zimmer in einer höheren Etage, aber jedesmal, wenn nachts irgendetwas knackte oder knirschte, waren wir beide wieder hellwach.

Der überaus junge (und sehr schöne) Hoteldirektor (der den Laden offensichtlich von seinem Vater geerbt hatte) fühlte sich natürlich in keiner Weise für unsere Sicherheit verantwortlich, er sah seine zentrale Aufgabe unübersehbar darin, jeden Abend andere junge und hübsche weibliche Hotelgäste zu beglücken...

Widerlich! Hätte es damals schon die bekannten Bewertungsportale gegeben, ich hätte mit meinem ganzen Ehrgeiz dafür Sorge getragen, dass dieser Scheißladen bankrott geht. Das war jedenfalls die mit riesigem Abstand schlechteste Urlaubserfahrung und der Urlaub als solcher war keiner. Allenfalls tröstlich war es nachher, dass unsere Hausratversicherung anstandslos den entstandenen materiellen Schaden beglichen hat. Den psychogischen Schaden und den Urlaubsfrust konnte indes niemand begleichen.

Also wenn jemand ein ganz besonders unsicheres und schlecht geführtes Hotel sucht: Hotel Barcelo Lanzarote Resort an der Costa Teguise. Hier werden sie gut gefi**t, aber schlecht behütet....

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