05.12.2025 Auckland – ShanghaiKurz nach Mitternacht hoben wir zum rund 13-stündigen Flug mit Air New Zealand nach Sanghai ab. Damit verlassen wir diese Insel. Weiter entfernt kann eine Reis von zuhause auf diesem Planeten nicht mehr gehen. Sie ist die am nächsten liegende größere Landfläche zum Antipoden-Punkt zu unserem Wohnort in Österreich. Wir waren praktisch am Ende der Welt.

Im Morgengrauen setzten wir zum Landeanflug an. Auf diese Stadt war ich schon sehr gespannt. Die Ausmaße der Stadt sind im morgendlichen Dunst nur schwer zu erkennen. Beim Verlassen des Flugzeuges wurden wir beim Ausgang von einer Flughafenmitarbeiterin erwartet, die uns aufforderte wegen dem langen Aufenthalt in die Stadt zu fahren.
Die Einreise war relativ unproblematisch. Wer das erste Mal in China einreist, muss bei Selbstbedienungsautomaten die Fingerabdrücke und den Pass einscannen. Erst danach kann der Einreiseschalter aufgesucht werden. Ein Beamter kontrolliert die Daten und ein Fingerabdruck wird genommen. Das war es.
Die e-SIM von Holafly funktionierte auch in China ohne Probleme. Heike hatte durch die VPN Verbindung sogar Zugriff auf WhatsApp, Facebook etc. Mit den chinesischen SIM-Karten geht das nicht.
Vom Flughafen führt die U-Bahn direkt in das Zentrum. Auch in Shanghai ist keine Fahrkarte notwendig. Es reicht eine gängige Kreditkarte oder die Apple Watsch. Natürlich funktionieren auch die gängigsten Zahlungsmittel in China, Alipay oder WeChat über das Handy. Abgerechnet wird nach der Fahrstrecke. Der Fahrpreis war extrem billig.
Die Fahrt in das Zentrum dauert rund 90 Minuten. In der U-Bahn ist es still. Niemand spricht, alle schauen in ihre Mobiltelefone. Auch wenn offensichtlich zusammengehörige Gruppen einsteigen.
Wir verließen die U-Bahn bei der Station Lujiazui beim gleichnamigen Park. Wir tauchten in einen Hochhausjungel ein.

Als erste zogen wir alles an Kleidungsstücke an, die wir mitgenommen hatten. Die kühlen Temperaturen um 5°C waren wir nicht mehr gewohnt.
Der Park ist umgeben von einer imposanten modernen Hochhauskulisse, wie ich sie noch nicht gesehen habe.


Hier stehen die drei höchsten Hochhäuser der Stadt. Rechts der Shanghai Tower mit 632m, links das Shanghai World Financial Center mit 492m und in der Mitte der Jin Mao Tower 420,5m. Der Shanghai Tower ist momentan auf dem dritten Platz der weltweit höchsten Gebäude.

Im Park sind auch viele Skulpturen zu sehen.


Die öffentlichen Toiletten waren kostenlos und beschrieben, welche Art von WC sich in den Kabinen befindet.

Auf breiten Fußgängerwegen über den Straßen mit dem Autoverkehr machten wir uns auf dem Weg zum Mingzuh Kreisverkehr. Geschätzt 2/3 der Autos und alle öffentlichen Busse waren E-Fahrzeuge.

Da es noch recht früh war, war noch wenig los auf den Straßen und den Fußgängerwegen. Nur Polizisten und Wachmänner waren zu sehen.

Bei einem Geschäft am Kreisverkehr kauften wir einen kleinen Imbiss. Dabei testeten wir, ob die Alipay App funktionierte. In Singapore war beim ersten Test kein Bezahlen möglich. Anscheinend war damals die Registrierung nicht richtig. Nun konnten wir ohne Probleme bezahlen. Ohne Alipay oder WeChat geht in dieser Stadt, außer U-Bahn fahren, nicht viel.
Vom Kreisverkehr hatten wir auch einen ersten schönen Ausblick auf ein weiteres Wahrzeichen von Shanghai dem 468m hohen Oriental Pearl Tower.

Weiter geht es durch die Häuserschluchten Richtung Huangpu Fluss.

Der schiffbare breite Fluss durchschneidet die Stadt.


Mit der U-Bahn fuhren wir auf die andere Seite des Huangpu Fluss. Gewöhnungsbedürftig bei den U-Bahnzugängen ist, dass eine Personen- und Gepäckskontrolle ähnlich einem Flughafen durchgeführt wird. Wir stiegen am oberen Ende der Nanjing Road aus. Diese Straße ist die Haupteinkaufsstraße der Stadt. Die Fußgängerzone ist rund 1,5 km lang.

Viele riesige Videowalls sind an den Wänden angebracht.

Alte Gebäude gibt es hier nur noch wenige.

Auch in dieser Stadt haben die Weihnachtsmärkte Fuß gefasst. Glühwein gab es aber keinen.



Auf der Nanjing Road war noch wenig los. Polizisten waren aber schon sehr viele zusehen. Schätzungsweise alle 100 bis 200 Meter steht ein Turm, ähnlich einem Hochsitz mit einem Polizisten darauf der die Menge beobachtet. Zusätzlich stehen welche daneben herum oder sitzen in keinen Fahrezuegn. Die haben an der Uniform kleine Lichtspiele. Anscheinend ein Zeichen, dass sie einsatzbereit sind.
Darüber hinaus sind unzählige Überwachungskameras angebracht. Es gibt richtiggehende Kamerabäume. Fast bei jedem Hochsitz steht noch ein moderner Polizeicontainer. Das dürften Überwachungs- und Kommandozentrallen sein.
Bald kam das Ende der Straße beim Huangpu Fluss in Sichtweite.

Bei der Promenade des Huangpu Fluss steht eine große Statue von Mao Zedong

Die Promenade ist berühmt für die außergewöhnliche Sicht auf Skyline von Shanghai. Tatsächlich war das hier ein sehr schönes Plätzchen und der blaue Himmel kommt auch immer mehr hervor.



Wir ließen die Szenerie einige Zeit auf uns wirken, bevor wir wieder zurück in die Nanjing Road gingen. Es war schon gegen Mittag und der Hunger machte sich bemerkbar. Möglichkeiten gab es genug, nur welche sollten wir nehmen. Es gibt nur chinesische Schriftzeichen. In einem Einkaufzentrum ließen wir uns dann von einer Türsteherin anwerben und gingen mit ihr mit.
Wir wurden von einer Kellnerin bedient. Glücklicherweise haben die Speisekarten Fotos was angeboten wird. Mit der Übersetzungsapp könnte das Wichtigste erkannt werden. Wir bestellten in Zeichensprache.
Bald kam das Essen. Die Bedienung ist hier im Laufschritt unterwegs. Der kleine Ofen wurde angezündet und die Pfanne daraufgestellt. Da machte die Kellnerin lautstark eine kleine Zeremonie, bevor wir mit dem Essen beginnen konnten.
Bei der Bestellung kam uns überhaupt nicht in den Sinn, dass das Essen scharf sein könnte. Erst als wir die grünen Schoten sah und Heike meinte, dass könnte scharf sein. Vorsichtig machte sie einen Biss. Es war luzifermäßig scharf. Es brannte wir die Hölle. Also hieß es vorsichtig essen.

Mit den Stäbchen hatte ich so meinen Kampf.

Zum Abschluss bekamen wir noch einen Eislutscher am Tisch geschenkt.
Die nächste Hürde war das Bezahlen. Es konnte nur über den an jedem Tisch befindlichen QR-Code mit Alipay oder WeChat bezahlt werden. Das blöde ist nur, dass bei Alipay nach dem ersten Schritt alles in chinesischen Zeichen angezeigt wurde. Die Kellnerin bemerkte das. Sie schickte uns einen Mann, der etwas Englisch sprach und uns half. Es wurde alles korrekt abgerechnet und gekostet hat das Essen ganz wenig.