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Lava, Lada, Lundis - Island 2009

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Shadra:

--- Zitat von: Horst am 06. November 2013, 18:06:46 ---Das ist wahr. Der Strokkur ist der absolute Wahnsinn. Einzigartig auf der Welt und alleine schon die Reise nach Island wert.
Man könnte Stunden davor stehen oder sitzen.
--- Ende Zitat ---

Wenn man denn dürfte .. *schmoll* 

Und dieses waaahnsinns Blau so zu erwischen! Wieviel Versuche hat es gebraucht??

Birgit:
Hi,

irgendwie muss mein Kopf mal von Indien weg, daher habe ich mal das Kontrastprogramm eingeschaltet.

Das viele satte Grün und die Eisfarben mit den roten Tupfern durch Lundischnäbel, deine rote Jacke und Ziegeldächer sind schon toll für´s Auge, zumal ich hier im warmen Büro nicht bibbern muss.

Und dass es mancherorts ein bisschen yellowstonelike ist, gefällt mir gut.

Ich glaube nur, Island sehe ich mir dann doch lieber aus der sicheren Entfernung an - obwohl: Man weiß ja nie...  :toothy9:

Silv:
Island habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt. Es sieht doch sehr groß und weitläufig aus...

Horst:

--- Zitat von: Shadra am 07. November 2013, 10:55:28 ---
--- Zitat von: Horst am 06. November 2013, 18:06:46 ---Das ist wahr. Der Strokkur ist der absolute Wahnsinn. Einzigartig auf der Welt und alleine schon die Reise nach Island wert.
Man könnte Stunden davor stehen oder sitzen.
--- Ende Zitat ---

Wenn man denn dürfte .. *schmoll* 

Und dieses waaahnsinns Blau so zu erwischen! Wieviel Versuche hat es gebraucht??

--- Ende Zitat ---
Bei der Lichtstimmung (mit dezenter Sonnen von hinten) war das einfach so.  :)
Ich glaube wir waren jetzt schon 7 oder 8 mal in Haukadalur und am Strokkur und eigentlich könnte man gleich da den Urlaub verbingen wenn es nicht anderswo auch so schön wäre. ;)



--- Zitat von: Silv am 07. November 2013, 18:03:37 ---Island habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt. Es sieht doch sehr groß und weitläufig aus...

--- Ende Zitat ---

Es ist in jedem Fall weitläufiger als man denkt - vor allem wenn man auch per Allrad ins einsame Hochland kommt.





--- Zitat von: Birgit am 07. November 2013, 12:05:43 ---Hi,

irgendwie muss mein Kopf mal von Indien weg, daher habe ich mal das Kontrastprogramm eingeschaltet.
--- Ende Zitat ---
Indien, Island ... klingt ja schon mal "fast ähnlich". ;)



--- Zitat von: Birgit am 07. November 2013, 12:05:43 ---Das viele satte Grün und die Eisfarben mit den roten Tupfern durch Lundischnäbel, deine rote Jacke und Ziegeldächer sind schon toll für´s Auge, zumal ich hier im warmen Büro nicht bibbern muss.

Und dass es mancherorts ein bisschen yellowstonelike ist, gefällt mir gut.

Ich glaube nur, Island sehe ich mir dann doch lieber aus der sicheren Entfernung an - obwohl: Man weiß ja nie...  :toothy9:

--- Ende Zitat ---
Ich wollte schon seit den frühen 90ern hin.
Dann hat es 15 Jahre gedauert bis ich mit Petra dort hin gekommen bin.
Also gut Ding will Weile haben. :)

Horst:
15. Tag, Donnerstag, 18.6.2009
 






Um 9 Uhr sind wir heute startklar für den Tag und gönnen uns natürlich noch einen kleinen Rundgang im Geysir Gelände von Haukadalur.

 

 




Hatte ich schon erwähnt ..... 

 





.... dass die Strokkur-Blase süchtig macht ....   

 

 


 

 


 

 








Heute ist es noch mal eine deutliche Spur windiger als sonst (absolute Windstille kann man sich in Island kaum vorstellen) und doch ganz schön frisch. Der Wind sorgt allerdings auch dafür, dass sich heute keine Mücke blicken lässt (also mal wieder falsch "gekleidet") – da werden wohl auch bei denen alle Flüge abgesagt ..... 

 






Erstaunlicherweise scheint das Wetter und der kalte Wind heute morgen sogar dafür zu sorgen, dass sich die Geysire und heißen Quellen kaum mit Dampf präsentieren. So kann man selbst die sonst bisher fast immer völlig vom Dampf verhüllte Thermalquelle Blesi in ihrem schönen Blau bewundern. 

 



 

Unser Freund Strokkur ist heute morgen etwas launisch. Mal kommt nach einem Ausbruch gleich wenige Sekunden einer hinterher, mal gibt es nur einen kleinen Hüpfer und dann wieder 10 Minuten gar nichts. Es bleibt aber einfach spannend und faszinierend diesen Geysir zu beobachten – ich könnte Tage vor dem Ding verbringen ...... 

 





Petra auch .....


In der Kantine gibt es noch einen Kaffee zum Aufwärmen und dann geht’s weiter Richtung Süden. Auf der geteerten 30 gelangen wir nach Fluðir und erledigen dort unsere Einkäufe für den Tag.
Von der 30 wechseln wir auf die ebenfalls geteerte 32 die uns nach Osten und wieder weiter weg von zivilisatorischen Errungenschaften an den Rand des Hochlandes führt. 

 





Inzwischen ist es strahlend schön als wir am Hjálparfoss einen Stop einlegen.

 

 



Der Fluss Fossá í Þjórsárdal stürzt hier malerisch zwischen Basaltsäulen in zwei Arme gespalten etwa 20 m in die Tiefe. 

 


 
 

 


Es ist kurz nach Mittag als wir das Hrauneyjar Hochlandzentrum erreichen.

Da es ringsum außer einem angeschlossenen teuren Hotel keine Übernachtungsmöglichkeit gibt nehmen wir uns hier ein Zimmer und fragen die freundliche Frau an der Info gleich mal nach dem Dynkur. Zunächst erhalten wir als Auskunft, dass man da nicht hinfahren könne. Eine ältere Frau kommt hinzu und hält dagegen, dass man es mit Allrad schon versuchen könnte – die Strecke aber schon sehr anspruchsvoll wäre. Wenn die wüsste, dass wir nur einen Lada haben ......
Sie angelt eine Karte aus dem Schub und zeigt uns auf welcher Piste wir zum Wasserfall gelangen könnten. Wir sollten uns aber melden falls wir den Trip wagen wollten und falls wir bis abends nicht zurück wären – würde man einen Suchtrupp losschicken.
Na das klingt ja alles schon leicht abenteuerlich – also genau das Richtige für uns.   ;)
Die Art und Weise wie uns der Wasserfall in Akureyri „über den Weg gelaufen ist“ verführt uns dazu den Trip zu wagen – zudem ist am Himmel kein Wölkchen zu entdecken – also von Regen sollten wir in den nächsten Stunden nicht überrascht werden. 
Wir kaufen die Karte in der die Piste eingezeichnet ist ... 


 




 ..... und bringen unsere Koffer aufs Zimmer.
Übrigens das Zimmer ist nicht größer als das was man da auf dem Bild sieht. Für das Foto musste ich mich sogar außerhalb der Tür postieren, um "alles" drauf zu bekommen.

 

 




Island hat ja etwas mit diversen Glaubensrichtungen gemein. Will man ein Haus betreten gilt erst mal Schuhe ausziehen. Bei dem Schlamm der hier an vielen Tagen des Jahres die Schuhe ziert sicher keine schlechte Idee.

 

Gegen 14 Uhr starten wir zu unserem Trip ins Ungewisse – der Suche nach dem Dynkur Wasserfall.

Etwa 5 km fahren wir auf der Teerstraße zurück nach Westen und biegen dann über die Brücke die über die Tungnaa führt nach Norden. Danach geht es ca. 2-3 km geteert Richtung Kraftwerk Buarhalsyirkjun bis zur ersten Abzweigung nach rechts (Osten). Unserer Karte entnehmen wir dass wir gleich nach wenigen Metern wieder (links) abzweigen müssen – also ohne das Blättchen aus dem Hochlandzentrum würde man schon jetzt ratlos und verloren an diesen Abzweigungen stehen. 

 




Auf dem Weg zum Dynkur ....... hoffentlich .....

Schnell wird klar dass uns über die Strecke kein Unsinn erzählt wurde – die Piste hat es in sich. 
Wir balancieren für 3 Kilometer zwischen so tiefen Spurrillen in denen man eine Kuh versenken könnte, dass man als Fahrer schon spürbar ins Schwitzen kommt.

 

 



Dann kommen die Steine, nicht nur ein paar - ein Meer von Steinen. Unser Lada kommt kräftig ins Holpern, meistert die wirklich miese Piste aber erstaunlich gut. Etwa 10 Kilometer geht es nun über Steinspitzen und Löcher. Einige Male müssen wir die Piste verlassen und eine Alternative offroad nehmen, da die eigentliche „Straße“ nicht befahrbar ist – außer für die isländischen Superjeeps die alles niederwalzen.

 





Da die Strecke doch einiges an Konzentration abverlangt und absolut keine Sekunde Erholung ermöglicht wechseln wir unterwegs und Petra klemmt sich hinters Steuer – sie soll ja auch ihren Spaß haben.     ;)

An einer Abzweigung gibt es sogar eine per Hand geschriebene Holztafel auf der das gerade noch entzifferbare Wort „Dynkur“ nach links weist. Kurze Zeit später folgt noch eine auf diese Art beschilderte Abzweigung. 
 






Weit und breit ist nichts zu sehen. Kein Mensch, kein Tier, kein Haus, kein gar nichts. 


 



Seit wir den Asphalt verlassen haben ist unserem Lada kein Auto mehr begegnet – wir würden hier auch zutiefst erschrecken  .....

Nach einigen erträglicheren Kilometern wird die Piste noch einmal deutlich schlechter. Ein einziges Gerüttel und Gehoppel. Wir steigen ein paar Mal aus um uns die Strecke zu besehen und ich laufe vor dem Lada her um Petra vorbei an den gefährlichsten Steinen durch das Steinmeer zu navigieren. Das viele Gekurve im ersten Gang geht selbst an unserem „Superlada“ nicht spurlos vorbei – der Motor heizt sich auf und gibt beunruhigende Geräusche von sich. Wir halten an und lassen den Motor abkühlen und versuchen möglichst untertourig den ersten Gang vermeidend weiterzufahren. Auch durch Wasser müssen wir ein-, zweimal wobei das letztendlich harmlos ist. Nach einer Stelle die wieder eine Offroad-Passage erzwingt fahren wir auf eine kleine Anhöhe und stehen plötzlich an einer Abzweigung. Geschätzt haben wir vielleicht noch 5-6 Kilometer zum Ziel.


 





Ich laufe ein Stück auf einen benachbarten Hügel und sehe einen Wasserfall in der Ferne in Richtung der linken Piste. 

 

 



Die rechte Variante bietet aber so ein kleines Steinmonument das oft als Markierungen im Hochland dient. Was tun sprach Zeus ?

Nach Einschätzung der Lage kann der Wasserfall den man in Richtung der linken Piste erkennen kann nicht der richtige sein. Wir vermuten, dass er seitlich in die Schlucht der Þjórsá fällt die ja auch unseren gesuchten Dynkur bildet. Die kilometerlange Schlucht selbst können wir von hier oben nicht erkennen – aber erahnen.

Wir fahren also Richtung Steinmonument und vielleicht noch dreihundert Meter daran vorbei und stoppen den Motor.
Vor uns geht es leicht den Hügel hinab über gefährlich hohe Steine und tiefe Löcher – ohne dass ein Umfahren möglich ist.

Wir überlegen was zu tun ist. An sich ist es nicht mehr so weit zu laufen – wenn wir richtig sind – und gefahren sind wir auch nicht viel schneller als gelaufen wenn die Piste so weitergeht. Die Gefahr das Auto hier in der Einöde zu schrotten, riskieren wir nicht – sondern nehmen unsere Kameras und etwas zu trinken aus dem Lada und parken ihn neben der Strecke. Eine kleine Ruhepause tut dem etwas aufgeheizten Motor sicher auch nicht schlecht. 


 



 
Wir gehen zu Fuß auf der Piste weiter die nach einigen hundert Metern nicht nur bergab führt sondern auch deutlich besser wird ..... war ja klar ......

 

 



Nach 30 Minuten kommen wir an einen Fluß den wir hätten Furten müssen. Wir suchen nach einer Möglichkeit trockenen Fußes überzusetzen was gar nicht so einfach ist.


 



Etwas flussabwärts finden wir eine Stelle die wir mit beherzten Sprüngen über Steine im Wasser ohne die Taufe eines eiskalten Hochlandbaches überstehen. 

 



Die Piste führt nun steil bergab und endet an einem Häuschen mit Pegelmesser das den Wasserstand der letzten Stunden und Tage anzeigt. 



 




Von hier sehen wir auch den Dynkur - wir haben es tatsächlich geschafft – und man sieht schon aus der Ferne, dass sich unsere Anstrengungen gelohnt haben ! 

 

 

 


Auf einem engen Schafspfad.... ,

 

 



... der oberhalb der ganzen Schlucht entlangführt ....

 

 


.... gehen wir noch etwa 2km weiter, bis wir direkt am Wasserfall angelangt sind.

 

 

 

 
Von hier können wir über einen Hang voller Moos, auf dem man wie auf einer Weichbodenmatte einige Zentimeter einsinkt hinab zu den Fällen absteigen.   

 

 



Jetzt im Frühsommer präsentiert sich der Dynkur in seiner vollen Pracht und die ist gewaltig ! 

 





Die Þjórsá stürzt hier in viele Arme aufgefächert über mehrere Fallstufen 38m tief ...

 

 


... in den Canyon Glúfurleit.

 

 


Überall gibt es kleine Wasserfälle und Rinnsaale die sich von den Seitenwänden der Schlucht in den Fluß ergießen.

 

 


Besonders bemerkenswert ist eine Felszinne die wie eine römische Säule mitten im Wasserfall steht ..... man weiß jedenfalls gar nicht wo man zuerst hinblicken soll. 

 

 


Wir verbringen etwa eine Stunde am Wasserfall. Das Damoklesschwert des Suchtrupps aus dem Hochlandzentrum schwebt ja noch über unserem Haupt – wir sollten also langsam aber sicher zurückkehren.
Zumindest bläst auf dem Rückweg der Wind diesmal von hinten, wenn auch die Straße den Berg hinauf doch den Wunsch aufkommen lässt wir wären weiter mit dem Auto gefahren – zumal dieses letzte Stück das beste der gesamten Strecke ist – hätten wir das mal gewusst .... ist aber nicht so schlimm – wir haben uns ja unseren Wunsch erfüllt den Dynkur zu erreichen, also den „Buchhandlungsbildband-Wasserfall“.    :D ;)

 

 




Wir fahren die gleiche Strecke die wir gekommen waren auch zurück und diesmal deutlich schneller. Wenn man alle „Aufpassstellen“ noch im Kopf hat kann man schon mal ein flotteres Tempo riskieren.

Gegen 20 Uhr sind wir am Hochlandzentrum und melden uns zurück. 

Bei Tütensuppe, belegten Broten und ein paar Bierchen auf den tollen Tag – tun wir das was wir am liebsten tun – Pläne für den nächsten Tag schmieden – ob wir sie dann auch einhalten steht auf einem anderen Blatt .....

Wenn das Wetter gut wird – wird morgen mein Traumziel Landmannalaugar probiert.

Dort würden wir wandern und dann am selben Tag weiter nochmal bis nach Vik fahren. Letzteres, um vielleicht nochmal Lundis zu sehen; weil es uns auf der Strecke dorthin so gut gefallen hat und wegen den Basaltsäulen am Strand die wir noch einmal schön in Szene setzen möchten.

 

Mal sehen was am Ende des morgigen Tages von diesem aberwitzigen Plan übriggeblieben ist.
Am liebsten hätten wir noch mal 2 Wochen hier – würden entweder alles nochmal genauso machen oder alles anders ..... völlig egal ..... Hauptsache hier ......

.... Island hat uns voll erwischt !     :D


 

Übernachtung: Hrauneyjar Hochlandzentrum

Preis: 10.780 ISK (62 €) ohne Frühstück, mit Schlafsack, Bad & WC am Gang

Bewertung: 6 von 10

Kommentar: Äußerst einfach und schlicht, 3 Punkte dafür gibt es weil es sowieso alternativlos ist (außer man will ins noch teurere Hotel) und 3 Punkte für die beiden freundlichen und hilfsbereiten Damen an der Info/Rezeption

 

 

Bild des Tages:


Mannschaftsfoto am Dynkur

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