15.04.26 – Von Granada nach Antequera Highlights: Alhambra und El TorcalDas etwas betagte, hellhörige Hotel war ausgebucht und dementsprechend voll war es im Speisesaal, der das Ambiente einer Werkskantine versprühte.
Wir frühstückten inmitten zwei Busladungen voller Chinesen, die in aller Eile das Büffet stürmten.
Nach dem Frühstück checkten wir aus. Die Koffer durften wir im Hotel deponieren.
Schon Monate im Voraus hatte ich Tickets für den Nasridenpalast für 9:00 Uhr reserviert. Sozusagen für die erste Einlassgruppe. Die restlichen Trakte der riesigen Stadtburg öffnen um 8:30 Uhr.
Um nicht so lange warten zu müssen, waren wir die ersten Besucher der Alcazaba. Die Alcazaba ist der älteste Teil der Alhambra und war die Verteidigungsanlage der Festung.
Der Rundgang inklusive des Aufstieges zum Waffenturm dauerte bei uns nur 20 Minuten. Danach nutzten wir auf dem Weg noch schnell die Toiletten und standen pünktlich am Einlass vom Nasridenpalast. Dabei handelt es sich um ein Meisterwerk maurischer Architektur und das Herzstück der Alhambra.
Die Wand- und Deckenmuster sind sowas von filigran.
Ich bin kein Fan von alten Gemäuern, doch solch Kunsthandwerk begeistert mich.
Man geht von Gebäudeteil zu Gebäudeteil. So früh am Morgen kamen wir zügig durch.

Am Löwenbrunnen
sieht es in ruhigen Zeiten so aus.
Wenn man Decken fotografiert, steht wenigstens keiner im Weg

.
Ein kleiner Garten im Innenhof. Hier befindet sich auch der Ausgang vom Nasridenpalast.
Die große Gartenanlage im Anschluss ist schlecht beschildert.
Wir irrten etwas umher, bevor ich eine Gärtnerin ansprach und nach dem Weg zum Palacio del Generalife fragte. Der befindet sich oberhalb und da kam noch einiges an Fußstrecke zusammen.
Von dort sind wir gekommen.
Der Palacio del Generalife ist der ehemalige Sommerpalast und die Gartenanlage der nasridischen Sultane. Erbaut im 13. Jahrhundert, diente er als Rückzugsort der Könige. Bekannt ist er für seine üppigen Gärten und Wasserspiele.
Ganz oben gibt es die Wassertreppe (Escalera del Agua). Die Treppe mit insgesamt drei Abschnitten ist einzigartig und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Von der Gärtnerin wurde uns dieser Abstecher empfohlen.
Ich war somit mit der Alhambra durch

. Heiko war vor über 20 Jahren schon einmal mit mehr Zeit dort. Nach rekordverdächtigen zwei Stunden machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle.
Die Kleinbusse der Linien C30 und C32 verkehren regelmäßig zwischen der Alhambra und der Altstadt von Granada. Für 1,50 € pro Person und Strecke blieb uns ein steiler, anstrengender Fußmarsch erspart.
Die Busfahrer rasen mit Karacho durch die engen Gassen, in denen der Bus wenigstens nicht umkippen kann. In der Nähe vom Plaza Isabel del Católica stiegen wir aus.
Die Statue stellt ein Gespräch zwischen Christoph Kolumbus und der Königin Isabel dar.
Zur und um die Kathedrale von Granada bahnten wir uns einen Weg durch die überfüllten engen Gassen. Wir verzichteten auf die kostenpflichtige Besichtigung und weil ich zu viele Köpfe hätte unkenntlich machen müssen, gibt es hier nur ein Bild von der Seite durch den Zaun.
Beim Hohen Gerichtshof (Real Chancilleria) war es ruhiger. Städte sind einfach nicht unser Ding.
Um die Mittagszeit hatten wir Hunger, doch die Restaurants öffnen erst um 13 Uhr.
Deshalb herrscht beim Güldenen M viel Andrang. Auch wir schnabulierten einen Burger, bevor wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle machten. Wir stiegen bei der Alhambra aus und gingen das Stück zum Parkplatz weiter. Der Parkautomat knöpfte uns die 23 € ab. Danach fuhr Heiko das Auto vors Hotel und wir holten das Gepäck aus dem Lagerraum.
Auf dem Weg zur Autobahn tankten wir unseren Jungbullen voll. Die Spritpreise waren der Traum, denn der Liter kostete nur 1,399. Da tankt man doch gerne.
Unsere nächste Unterkunft war im 112 km entfernten Antequera. Der Ort lebt vom Obst- und Gemüseanbau und hat eine gute Infrastruktur. Wir stoppten kurz in einem Einkaufszentrum und kauften bei Carrefour ein.
Im Hotel Antequera Hills konnten wir gleich einchecken. Das Hotel war auf den ersten Blick vielversprechend, doch dann kam die Ernüchterung. Ich hatte einen Executive Room gebucht, der laut Bestätigung 32 m² haben sollte. Das Zimmer im EG war aber viel kleiner, hatte keinen Balkon und einen Ausblick auf den Hinterhof. Ich reklamierte an der Rezeption und bekam als Antwort, dass die Executive Rooms modernisiert sind. Modernisiert bedeutet einen Laminatboden und der Sessel ist neu. Aha?! OK?! Sauber war das Zimmer und wegen einer Nacht wollte ich nicht weiter meckern. Den Balkon hätten wir ohnehin nicht nutzen können.
Wir machten uns lieber auf den Weg zum Naturpark El Torcal. Der befindet sich ca. 13 km entfernt auf dem Berg. An dem späten Nachmittag hatten wir Glück, denn wir durften bis zum Besucherzentrum fahren und bekamen noch einen freien Parkplatz.
Uns erwartete eine überwältigende Karstlandschaft mit Felsformationen, die unsere Herzen

höher schlagen ließen. Hier waren wir in unserem Element. Als erstes gingen wir das kurze Stück zum Aussichtspunkt.
Wow, das konnte sich schon mal sehen lassen.

Ein Pfad führt zum Wahrzeichen des Parkes.
Die ersten Frühlingsboten.
Wie ein riesiges Steinmännchen
präsentiert sich El Tornillo (das Gewinde, die Schraube), der aus der Ferne kürzer erscheint.

So langsam leerte sich der Naturpark und wir fuhren zum Hotel zurück.
Die über Antequera thronende Alcazaba gehört zu den größten und beeindruckendsten Festungen des Mittelalters in ganz Spanien. Uns reichte ein Bild.
Hätte ich geahnt, dass Antequera überhaupt kein verschlafener Ort ist, hätte ich keine Halbpension gebucht. So mussten wir bis 20 Uhr warten, bis die Restauranttür geöffnet wurde. Unsere Mägen knurrten schon die Servicekräfte an.
Das Essen war wie das Hotel ein Flop. Die Getränke mussten gleich bestellt und bezahlt werden, dann erst wurden sie an den Tisch gebracht. Das Büffet war übersichtlich und sowohl Fleisch als auch der Fisch trocken gegrillt. Es machte satt, mehr aber auch nicht.
Danach machten wir noch einen Spaziergang. Dort fiel uns zum ersten Mal auf, dass es in Spanien sehr viele Hunde gibt. Deren Hinterlassenschaften werden nicht entsorgt. Den Blick immer auf den Gehweg gerichtet, wichen wir zahlreichen Tretminen aus.
An dem Tag sind etliche Kilometer zu Fuß zusammengekommen. Deshalb machten wir bald das Licht aus.
Übernachtung:
Hotel Antequera Hills - 158,40 € inkl. Halbpension