Es folgt der dritte und spektakulärste Abschnitt in der Gaitanes-Schlucht. Hier verläuft der Weg in 100 m Höhe entlang der Steilwand.
Hier sieht man deutlich, warum der alte Weg Selbstmord bedeutete.
Unterhalb verläuft der Fluss und gegenüber die Bahnlinie.

In dieser Brücke am Ende der Schlucht verläuft ein altes Wasserrohr. Der Caminito war früher kein Wanderweg, sondern wurde zwecks Erreichbarkeit und Wartung der Wasserläufe errichtet.
Gleich daneben verläuft eine kurze Hängebrücke, die sogar ich gehen konnte. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um einen Einbahnweg.
Der letzte Abschnitt in luftiger Höhe.
Eine neue, weitere Hängebrücke zwecks Abkürzung stand kurz vor der Fertigstellung.
Bis es so weit ist oder wenn man nicht darüber gehen kann, bleibt nur der längere, stufenreiche Weg entlang der Felswand.
Der restliche gemütliche Weg zieht sich noch etwas bis zum Ausgang in El Chorro. Dort gibt man die Helme ab und wahrscheinlich sucht jeder Wanderer sofort ein WC auf, da es innerhalb des Caminitos keines gibt. Ein paar Kioske gibt es am Ziel auch. Zum Shuttlebus sind es weitere 500 m. Auch der kostete wieder 2,50 € pro Person und brachte uns zum Parkplatz beim Besucherzentrum. Um 11:30 Uhr waren wir wieder beim Auto.
Der Caminito del Rey ist ein toller Wanderweg ohne große Steigung. Wegen der Schmerzen war er für mich anstrengend, aber ich möchte keinen Meter davon missen. Ein richtiger Nervenkitzel ist es nur für Leute mit extremer Höhenangst. Die sollten den Weg meiden.
Auf dem Weg nach Ronda hatten wir Hunger. Ein einziges Restaurant lag auf dem Weg, doch Mittagessen gibt es erst ab 13 Uhr. Ein paar Ortschaften weiter hielten wir an einem Restaurant und hatten Glück. Der etwas überdrehte Kellner dröhnte uns in Spanisch zu. Obwohl ein Freitag, war der Fisch aus. Er überredete uns zu gegrillter Hühnerbrust, Pommes und Salat. Vorab gab es grüne Oliven aufs Haus. Ein dicker Eiswürfel schwamm im Glas. Heiko kippte den gleich ins Grün, doch ich dachte nicht so weit.
In Ronda angekommen kreisten wir bestimmt zwanzigmal um das Apartmenthaus. Es war kein einziger Parkplatz frei und sobald einer frei wurde, war jemand schneller. Es blieb uns nichts anderes übrig, als einen Kilometer außerhalb zu parken. Dann liefen wir zum Apartment. Unterwegs ging es mir gar nicht gut. Es rumorte im Gedärm und ich hatte Schweißausbrüche. Die Zugangsdaten zum Apartment hatten wir und bis in den 3. Stock schaffte ich es gerade noch. Dort verweilte ich erst einmal lange Zeit auf dem Lokus

. Schuld konnte nur der Eiswürfel gewesen sein, denn Heiko hatte keine Probleme.
Heiko ging zum Auto zurück und versuchte erneut sein Glück, doch an dem Nachmittag war Ronda übervoll. Der Vermieter hat eine Vereinbarung mit einem Parkhaus. Wenn man seine Reservierung vorzeigt, dann beträgt die Parkgebühr nur 12 € für 24 Stunden. Er stellte dort das Auto ab und schleppte das Gepäck auf zweimal die Straße entlang und dann in den dritten Stock. Das war für ihn anstrengender als der Caminito am Vormittag. Ich konnte leider nicht behilflich sein

.
Das geräumige Apartment mit zwei Schlafzimmer befindet sich in der Altstadt von Ronda in einem komplett modernisierten Altbau. Die Einrichtung entsprach einer Ausstellung im schwedischen Möbelhaus.
Auf den ersten Blick war das ein tolles Apartment und durch den Innenhof ruhig gelegen. Allerdings sollte man dort nur mit leichtem Gepäck aufschlagen und die Feuchtigkeit sorgt für einen enormen Schimmelwuchs in der Dusche. Für eine Nacht war es ok.
Meinerseits ziemlich erleichtert, machten wir uns am späten Nachmittag auf den Weg in die Innenstadt. Nicht weit vom Apartment befindet sich die Kirche de la Merced mit der unversehrten Hand der Heiligen Teresa.

Als nächstes standen wir vor der ehemaligen Stierkampfarena. Die war uns den Eintritt von 8 €/Person jedoch nicht wert.
Alle zieht es natürlich zur neuen Brücke, dem Wahrzeichen Rondas.
Uns gefiel allerdings die Schlucht El Tajo viel besser, die wie der Caminito auf Stegen und mit Helm begehbar ist.

Leider war an dem Tag zu wenig Zeit dafür und zudem hatte ich keine Kraft mehr. Die Rückenschmerzen plus Montezumas Rache knockten mich aus.
Wir setzten unseren Rundgang durchs mittlerweile nicht mehr ganz so volle Ronda fort. Ronda ist eine schöne, allerdings von Touristen überschwemmte Stadt.
Auf dem Rückweg zum Apartment holten wir uns zwei Brötchen und belegten uns diese. Meinem Verdauungstrakt wollte ich an dem Abend keinen weiteren Restaurantbesuch zumuten.
Übernachtung:
XII Apartamentos Morales & Arnal in Ronda - 84 € € nur Übernachtung