Weiter gehts ...Mit dem Roller fahren wir in die Altstadt von Jerez und parken am Stadttor del Arroyo. Von dort spazieren wir Richtung Kathedrale. Die hat natürlich auch grad Mittagspause.


Also schlendern wir weiter und kommen zum Park Alameda Vieja. Der liegt auf dem Gelände der alten maurischen Burg Alcázar de Jerez. Scheinbar ist Freitag kein guter Tag für einen Besuch in Jerez, denn auch die Burg können wir uns heute leider nur noch durchs Gitter und von außen anschauen.


Bevor es weiter geht, schaue ich, ob wir wenigstens noch eine Sherry Kellerei besichtigen können. Zumindest das klappt, auch wenn nur noch eine englische Tour Plätze frei hat. Wir haben nun noch gut zwei Stunden Zeit, uns in der Stadt etwas umzugucken. Entlang der Mauern vom Alcázar kommen wir zur Plaza del Arenal, einer der vielen Plätze von Jerez.


Wir schlendern kreuz und quer durch die Gassen und eines ist mal klar: verhungern muss hier niemand - verdursten auch nicht

Nostalgisch erinnern wir uns an unser erstes Tapas Essen genau hier im Ort. Dabei waren auch Rinones al Jerez. Gut, dass wir erst hinterher - so ohne Handy und Google - erfahren haben, dass es sich da um Nierenscheiben gehandelt hat.



Unsere Sherrytour habe ich bei den Bodegas Tio Pepe gebucht. Deren Geschichte beginnt 1835, als der dreiundzwanzigjährige Manuel María González beschließt sein Glück mit einer Weinkellerei zu versuchen. Unterstützung erhält er von seinem Onkel, der ihm neben Kapital vor allem sein Wissen über Weinanbau und -kellerei beibringt. Daher der Name Tio Pepe. Eine Vision wurde wahr als Sherrywein immer bekannter und beliebter wurde. Besonders für den Export nach England ging González eine Partnerschaft mit Robert Blake Byass ein. Seitdem ist die Kellerei als González Byass bekannt, Tio Pepe als deren Marke für Fino Sherry. 1935 entschied Luis Pérez Solero, die Tío Pepe Flaschen mit einer Jacke, einem spanischen Hut und einer Gitarre auszustatten. Er ahnte nicht, dass seine Kreation eines der kultigsten Werbelogos der Welt werden würde.

Beinahe hätten wir uns in die deutsche Führung eingeschmuggelt, denn bislang wollte keiner unsere Tickets sehen. Wir haben aber doch brav auf den englischen Guide gewartet. Mit dem spazieren wir zur
Real bodega de La Concha, gebaut zu Ehren der Königin Isabella II. Dies ist quasi ein Weinkeller, entworfen von Gustave Eiffel. Hier lagern 206 Fässer La Concha Amontillado mit Emblemen zu den Marken der Bodega und zu den Ländern, in die geliefert wird.


Mit einer Bimmelbahn geht es dann weiter, vorbei an Versuchsfeldern, alten Werkzeugen, Produktionsstätten und Lagerhallen.

Vor der Bodega La Cuadrada steigen wir wieder aus; hier lagern rund 4000 Fässer mit reifendem Sherrywein. Es gibt es Vorträge über die verschiedenen Weinreben und Zubereitungsarten von Sherry und ähnlichem. Außerdem wird hier ebenfalls Brandy gebraut und sogar Whisky. In Fässern mit durchsichtigem Deckel können wir sehen, wie verschiedene Holzarten die Farbe des Weins beeinflussen. Eine Anekdote darf auch nicht fehlen. Einem der Aufseher über den "Weinkeller" wurde langweilig und so trainierte er Mäuse darauf, eine Leiter hinauf zu Weingläsern zu erklimmen. Vor einer Fassreihe steht noch immer solch ein Weinglas mit Leiter, doch Mäuse darauf bekommt keiner mehr so richtig zu sehen.


Gang zwischen den Gebäuden
Wir spazieren zu weiteren Bodegas, manche sehen nun tatsächlich eher nach Kellern aus. Es gibt bis zu 300 Jahre alte Fässer zu sehen, andere sind der Königsfamilie gewidmet und enthalten besonders edle Weine. In einem Teilbereich sind von Berühmtheiten, die die Bodega besucht haben, signierte Fässer ausgestellt. Ob da immer noch Sherry drin reift, habe ich nicht mitbekommen.

Ein weiterer Weinkeller kann für Veranstaltungen gebucht werden.

Wir dürfen uns dann noch einen Film anschauen über das Unternehmen und seine Produkte; die operieren mittlerweile weltweit und nicht nur mit Sherry. Dann kommen wir endlich zum wichtigsten, dem Tasting

Das findet in einem moderneren Gebäude statt. Für jede Gruppe sind da Tische vorbereitet und hier benötigen wir auch die Tickets. Mit Rücksicht auf den Fahrer habe ich 2 Gläser mit Snack gebucht. Wir bekommen einen Fino serviert und eine Art Sherry Spritz.

Beides ähnelt sich und so bereue ich es, dass ich nicht wenigstens einmal die 4 Gläser Verkostung gebucht habe. Könnt ihr verstehen, warum jemand eine teure 4 Gläser plus Tapas Verkostung bucht und nichts weiter als die Nüsse davon verzehrt? Also nicht mal am Sherry nippt? Yep, sowas gibts.
Natürlich schauen wir uns auch noch im Shop um, obwohl das mit dem Sherry als Aperitif nachgelassen hat. Eine Flasche Oloroso (rot/trocken) kommt mit und ein Souvenirfläschchen Tio Pepe mit Hut und Gitarre.
Wir rollern dann gemütlich zurück zum Campingplatz.