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7. Tag – Donnerstag, 25.11.

Gegen Viertel nach sechs werde ich von einem ohrenbetäubenden Lärm, der nicht aufhören will, geweckt – och nö, Feueralarm. Jetzt erwischt es mich also doch noch, ich hatte schon in den Bewertungen gelesen, dass (Fehl)Feueralarme relativ häufig vorkommen und ironischerweise hingen erst gestern Abend überall neue Hinweisschilder, dass es verboten ist, elektrische Kochplatten auf den Zimmern zu verwenden (am Wasserkocher klebt ein Zettel, dass nur Wasser eingefüllt werden darf und an der Mikrowelle wird darauf hingewiesen, dass man das Gerät bei Rauchentwicklung sofort abschalten soll).

Ich schaue aus dem Fenster und dann zur Türe hinaus, ob irgendwo Rauch oder Feuer zu sehen ist, nein, also kann ich ohne Hektik etwas einigermaßen vernünftiges Anziehen, draußen sind schließlich Wintertemperaturen. Meine Tasche mit den Wertsachen packe ich eh schon immer abends nach den Reisenotizen und der Planung für den nächsten Tag, da muss noch mein Handy dazu, dann gehe ich (natürlich mittels Treppe) die drei Stockwerke nach unten und komme irgendwo an der Seite des Hotels ins Freie. Vor dem Haupteingang stehen schon mehrere Feuerwehrautos und Feuerwehrmänner wuseln herum, aber es scheint zum Glück wieder nur ein Fehlalarm zu sein, das Personal ist hinter dem Rezeptionstresen geblieben und einige Gäste sitzen in der Lobby. Dorthin gehe ich dann auch und recht bald schon hört der Alarm auf, die Feuerwehrleute verlassen das Haus und das Personal teilt mit, dass man wieder auf die Zimmer könne. Ich fahre mit zwei Mädels im Aufzug nach oben, eine erzählt, dass sie schon seit ein paar Wochen hier wohnt und es in jeder Woche einen Fehlalarm gegeben hat, da läuft meiner Meinung nach etwas falsch, so häufig dürfte das nicht vorkommen. Ich vermute, dass es damit zusammenhängt, dass ein Großteil (? zumindest gefühlt) der Zimmer/Studios an Bauarbeiter aus Osteuropa vermietet sind, die jeden Tag mit Kleinbussen vom Hotel zur Baustelle transportiert werden und auch die Wochenenden hier verbringen, die, verständlicherweise, bei so einem langen Aufenthalt nicht mit Mikrowelle und Wasserkocher zufrieden sind, sondern mit den auf den Hinweisschildern erwähnten elektrischen Kochplatten kochen, gestern abend ist einer mit großen Flasche Sonnenblumenöl durch die Lobby gelaufen. Na ja, ich bin nur froh, dass es erstens ein Fehlalarm war und zweitens es nicht passierte, als ich gerade unter der Dusche stand ;D.

Nochmal ins Bett gehen lohnt sich nun nicht mehr, ich dusche und frühstücke und um Viertel nach acht spaziere ich nochmal in Richtung Fisketorvet Mall und von dort am Kanal weiter nach Süden durch das Wohngebiet, wo auch Hausboote liegen. Eine sehr interessante Gegend, man könnte noch ein gutes Stück weitergehen, aber ich habe noch ein paar andere Punkte für meinen letzten Besichtigungstag auf dem Zettel stehen.





Daher gehe ich zurück Richtung Hotel und zur dortigen S-Bahnstation. Meine Copenhagen Card gilt heute leider nicht mehr (maximale Dauer sind fünf Tage), daher kaufe ich am Automaten eine Tageskarte für heute (EUR 10,76).


Mit der nächsten S-Bahn fahre ich dann in Richtung Farum, also nach Nordwesten bis zur Station Emdrup. Ich möchte zur Grundtvigskirche im Stadtteil Bispebjerg, den Google Maps Ausschnitt habe ich mir ausgedruckt, da ich mich hier außerhalb des Bereichs des Stadtplans meines Reiseführers befinde. Es hat inzwischen angefangen zu regnen, eine ganze Woche ohne Regen wäre für November und Kopenhagen auch ein wenig zu viel verlangt. Irgendwie komme ich schon bald völlig vom Weg ab und bin mir nicht mehr sicher, in welche Richtung ich gehen muss. Ich frage einen jungen Papa, der mit dem Kinderwagen spazieren geht, der mal wieder sehr hilfsbereit ist, perfektes Englisch spricht und mir auf seinem Handy den Kartenausschnitt der Gegend zeigt und gleich zwei mögliche Wege erklärt, den kürzeren und den, der einfacher zu merken ist.

So komme ich tatsächlich noch zur Kirche und werde, als ich um die Ecke biege und sie zum ersten Mal sehe, fast erdrückt, obwohl ich natürlich schon Bilder gesehen habe. Aber Größe, Form und Farbe der Kirche führen zusammen mit dem Regenwetter zu einer irgendwie unheimlichen Stimmung.


Die Kirche wurde zwischen 1921 und 1940 gebaut, entworfen vom Architekten Peder Klingt und benannt nach dem dänischen Philosophen und Pastor Grundtvig. Im expressionistischen Gebäude mit neugotischen Stilelementen haben 1800 Menschen Platz. Baumaterial ist hauptsächlich ein gelblicher Ziegel (6 Millionen Stück davon wurden verbaut), der in Dänemark häufig verwendet wird und die umliegenden Wohnhäuser wurden zusammen mit der Kirche aus denselben Ziegeln gebaut, um die Wirkung der Kirche noch zu vergrößern.



Der Innenraum ist völlig schlicht gehalten und auch wenn mir an sich schlichte Kirchen gut gefallen, ist es hier drinnen ähnlich unheimlich wie draußen vor dem Turm der Kirche. Wenn die Sonne hereinscheinen und einige weitere Besucher da wären, würde der Eindruck sicherlich anders sein.



Auf dem Rückweg zur S-Bahn Station stelle ich fest, dass ich auf dem Hinweg tatsächlich in die völlig falsche Richtung gegangen bin :verlegen: und der Weg zur Kirche dadurch mehr als doppelt so lange wurde.

Mit der S-Bahn fahre ich zurück in die Innenstadt bis zur Station „Nørreport“ und gehe von dort in den Stadtteil Nørrebro, wo ich bisher noch nicht war. Nørrebro ist von der Altstadt durch eine Reihe von (Jahrhunderte alten) Stauseen getrennt, die auf mehreren Brücken überquert werden können. Eine bei schönem Wetter wunderbare Gegend, man kann beidseitig an den Ufern der Seen entlangspazieren, aufgrund des Regenwetters und der damit verbundenen feuchten Kälte heute, mache ich aber nicht mal ein Foto von der Brücke herunter (was mich nachträglich mal wieder ärgert), sondern gehe ohne Stopps bis zu meinem nächsten Ziel, dem „Mærsk Tower“. Wie der Name schon sagt, wurde auch dieser Turm, wie die Oper, vom reichsten Dänen Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller (bzw. dessen Stiftung) finanziert. Er ist Teil der Universität von Kopenhagen, genauer gesagt befindet sich dort die medizinische Fakultät. Das 75 Meter hohe Gebäude wurde 2017 fertiggestellt, die braunen Lamellen sind aus Kupfer und beweglich, so dass sie als Sonnenschutz dienen können. Der Turm ist für jedermann zugänglich und der Blick aus dem obersten Stockwerk soll lohnenswert sein, aufgrund des Regenwetters verzichtet ich aber darauf, die Sicht wäre doch extrem bescheiden und ich habe ja schon jede Menge Ausblicke von oben gehabt.



Nach einem Blick auf die neben dem Turm stehende Sankt Johannes Kirke, gehe ich zurück in Richtung Bahnhof „Nørreport“.


Direkt daneben sind seit 2011 die Torvehallerne (Markthallen), im Freien und verteilt auf mehrere gläserne Gebäude befinden sich Marktstände und Selbstbedienungsrestaurants mit Sitzplätzen. Ich entscheide mich für das „Palao“ – der Burger mit allen möglichen Extras an Käse und Bacon sowie die Fries sind sehr lecker, das gilt auch für den Smoothie aus Spinat und Ingwer. Mit EUR 34,16 ist es allerdings nicht ganz günstig, vor allem wenn man bedenkt, dass man aus Plastik bzw. Pappe isst und trinkt und sich alles selbst am Tresen bestellt und abgeholt hat.


Nach dem Essen fahre ich von der Station „Nørreport“ in den westlich der Innenstadt gelegenen Stadtteil Frederiksberg. Hier besuche ich das Bakkehusmuseet (EUR 10,09). Dieses Haus gehörte der Familie Rahbek zu Beginn des 19 Jh., einem liberalen Künstlerehepaar, das Schriftsteller und sonstige Künstler regelmäßig zu sich einlud, zum diskutieren und sprechen über Kunst und Politik, ein „Künstlersalon“, wie das damals hieß. Zum Beispiel war Hans Christian Andersen ein häufiger Gast und wurde wohl von Kamma Rahbek zum ersten Mal als Dichter bezeichnet.

Ich mag solch kleine Museen, die einen Einblick geben in das Leben in früheren Zeiten, und genieße daher den Rundgang durch das im romantischen Stil eingerichtete Haus (überwiegend rekonstruiert, teilweise mit Original Möbeln).




Im oberen Stockwerk wird eine Sonderausstellung gezeigt mit dem Thema „Überwintern“ von Natur und Pflanzen.


Im Garten gibt es im Sommer ein Café, das jetzt im Winter leider geschlossen ist, man kann eben nicht alles haben, dafür musste ich mir das Museum nur mit zwei weiteren Personen teilen.

Inzwischen hat es aufgehört zu regnen, sogar die Sonne ist manchmal zu erahnen, daher spaziere ich durch den neben dem Bakkehus liegenden Schlosspark. Das sich dort befindliche Schloss Frederiksberg aus dem 18. Jh, wird heute als Königliche Militärakademie genutzt und kann daher nicht besichtigt werden.


Vom Park gehe ich zur nächsten U-Bahn Station und fahre nochmal ins Stadtzentrum bis zur Station „Marmorkirken“. Dort in der Nähe befindet sich das ehemalige Matrosen-, dann Sozialviertel Nyboder mit u.a. hübschen kleinen Häusern im Renaissance Stil (die orange-farbenen). Leider ist fast das gesamte Viertel eine Baustelle, bei näherem Blick auf die Häuser ist eine Modernisierung aber wohl auch dringend nötig.


Ich gehe zurück zur U-Bahn Station „Marmorkirken“ und fahre bis zur übernächsten Station "Gammel Strand". Nochmal am Weihnachtsmarkt auf dem Højbro Plads vorbei, gestern vormittag bin ich am anderen Ende gewesen und an der Skulptur „Generations lifting Generations“ von Svend Viig Hansen am Gammel Strand, gehe ich zum Sorte Diamant, im Café der Bibliothek möchte ich Kaffeepause machen.




Obwohl ich schon mehrmals hier vorbeigekommen bin, fällt mir erst jetzt eine weitere „alternative“ Meerjungfrau auf – die mir sehr bekannt vorkommt. Genau – die Skulptur ist von der Bildhauerin Anne Marie Carl-Nielsen und das Modell zur fertigen Skulptur habe ich gestern in der Ny Glyptotek gesehen.



Das Licht reicht jetzt um 16 Uhr gerade noch so für ein paar Fotos von der Meerjungfrau, dann gehe ich rein und bestelle Café Latte und einen Carrot Cake (EUR 11,30).


Eine halbe Stunde später, nun ist es schon dunkel, nur der Himmel in Richtung Westen ist noch erleuchtet, spaziere ich den mir nun schon vertrauten Weg am Wasser entlang zurück in Richtung Hotel bzw. Fisketorvet Mall. Die beleuchteten Gebäude sehen so toll vor dem Sonnenuntergangshimmel aus, da hätten sich ein paar Fotos mit Stativ gelohnt, leider liegt das Stativ aber im Hotel. Egal, mit der Nachtfunktion der Kamera gibt es auch ein paar schöne (wenn auch nicht ganz scharfe) Bilder.



Ich gehe nochmal in den Fotex um mir Brötchen und Käse (aufgeschnittene Wurst habe ich tatsächlich nicht gefunden) als Proviant für den morgigen Reisetag zu kaufen, dann geht’s zurück ins Hotel.

Wetter: vormittags bewölkt, meist Regen, nachmittags aufgelockert bewölkt, ca. 5°C
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Uff, bin jetzt auch wieder auf dem Laufenden.

Auf den ersten Blick kam mir Nyhavn leer vor (also an Schiffen) aber ein Bildervergleich hat gezeigt, dass wir da beim letzten Mal auch Lücken hatten. Fiel nicht so auf, weil da tausende Menschen herumlungerten  ::) Auf jeden Fall sehr schöne Abendbilder davon.

Auf jeden Fall hast du ein wunderbar abwechslungsreiches Programm gehabt

Könnte natürlich schon sein, dass am Nyhavn im Sommer mehr Schiffe liegen, z.T. waren da ja Restaurants drauf oder man konnte Rundfahrten machen, das lohnt sich im Winter nicht so oder auch wegen Corona.

Ich fand es auch sehr abwechslungsreich ;D Klar, vielleicht etwas museumslastig, aber es waren viele unterschiedliche Museen und da ich die Copenhagen Card hatte, war jeder Museumsbesuch total entspannt, ich habe nur das angeschaut was ich wollte und nur soviel, dass es nicht zu viel wurde. Wenn ich jeweils einzeln Eintritt gezahlt hätte, hätte ich eher das Gefühl gehabt, das jeweilige Museum intensiv und möglichst komplett anschauen "zu müssen".
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Reiseberichte / Re: 10 Tage an der Algarve Ostern 2022
« Letzter Beitrag von Susan am 19. Mai 2022, 19:08:08 »
Die Lagune kommt mir schon bekannter vor. Leider hatten wir da nicht so viele Tiersichtungen.
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Uff, bin jetzt auch wieder auf dem Laufenden.

Die Rutsche hätte mich auch in Versuchung geführt  ^-^ Vor allem da ich nicht im Wasser landen muss ( wie in so manchen Aquaparks, die wir mit Klein Colin besucht haben) Die bunte Treppe gefällt mir aber auch. Vielleicht übernehme ich ja das Konzept für unsrige, die mal wieder gestrichen werden müsste.  ;)

Auf den ersten Blick kam mir Nyhavn leer vor (also an Schiffen) aber ein Bildervergleich hat gezeigt, dass wir da beim letzten Mal auch Lücken hatten. Fiel nicht so auf, weil da tausende Menschen herumlungerten  ::) Auf jeden Fall sehr schöne Abendbilder davon.

Mir war gar nicht bewusst, wie viele unterschiedliche Museen Kopenhagen hat. Einiges davon würde mich auch interessieren, müsste dann den Göttergatten irgendwo "parken" oder mal allein auf Reisen gehen.

Auf jeden Fall hast du ein wunderbar abwechslungsreiches Programm gehabt
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Reiseberichte / Re: 10 Tage an der Algarve Ostern 2022
« Letzter Beitrag von Christina am 19. Mai 2022, 18:26:07 »
Das war ja wieder eine schöne "Steg Wanderung", toll, dass es so viele Tiere zu sehen gab, oft wird ja auf Schildern/im Wanderführer viel versprochen und dann sieht man fast nichts.

Schade, dass es am Strand kein Café gab, das hätte ich auch vermisst.

Moncarpacho sieht sehr nett am Abend aus.
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Zitat
Auch in diesem Museum gibt es ein Restaurant. Zu Mittag gibt es für mich dort einen Grünen Tee und mal wieder Smørrebrød – eine dicke Scheibe Schwarzbrot mit Hummus aus weißen Bohnen, Rote Beete und Salat (EUR 24,88).

Dafür wäre ich zu geizig, auch weil ich kein Brotfan bin.


Als Kunst- und Kulturbanausin hätte ich nicht so viele Museen besucht, höchstens weil es dort drinnen warm ist :toothy9:.

Zum draußen Picknick machen war es natürlich zu kalt und dass es in Kopenhagen teuer ist, wusste ich ja vorher. Ich esse gerne im Urlaub das, was jeweils üblich ist und dort ist es zu Mittag eben das Smörrebröd (am nächsten Tag gibt es dann noch was ganz anderes, ist dann aber noch teurer). Zwischenzeitlich war ich ja in Belgien, da sieht es mit Mittagessen zwar anders, aber auch nicht besser aus (Bericht kommt natürlich noch). Wenn ich das so mit meinen Deutschland Reisen in den vergangenen Jahren vergleiche, ist das Preis-Leistungsverhältnis (egal ob in der Großstadt wie Hamburg oder an touristischen Orten wie Rügen oder Borkum) hier mit Abstand am besten, was das Restaurant Essen angeht, hier bekomme ich eine komplette Mahlzeit mit Fleisch/Fisch, zwei Beilagen und Salat zum gleichen Preis wie in Kopenhagen oder Flandern ein einfache, eher als Imbiss zu bezeichnendes Essen. Aber um solche Unterschiede zu erleben, reisen wir ja alle :)

Ich habe die vielen Museen in diesem Urlaub richtig genossen, das hatte ich schon ewig nicht mehr. Will ich auch nicht in jedem Urlaub haben, immer so wie es jeweils passt.
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Zitat
Auch in diesem Museum gibt es ein Restaurant. Zu Mittag gibt es für mich dort einen Grünen Tee und mal wieder Smørrebrød – eine dicke Scheibe Schwarzbrot mit Hummus aus weißen Bohnen, Rote Beete und Salat (EUR 24,88).

Dafür wäre ich zu geizig, auch weil ich kein Brotfan bin.

Ich bin überrascht, dass im November noch so viele bunten Blätter hingen und der eine Strauch so fliederfarbene Blüten hatte :herz: .

Als Kunst- und Kulturbanausin hätte ich nicht so viele Museen besucht, höchstens weil es dort drinnen warm ist :toothy9:.
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Reiseberichte / Re: 10 Tage an der Algarve Ostern 2022
« Letzter Beitrag von Paula am 18. Mai 2022, 21:15:19 »
Hallo ihr Lieben,

tut mir leid dass es so langsam weitergeht, im Moment ist im Büro sooo viel Arbeit und nachts spielen die Mavericks (und gewinnen meistens), das muss ich mir dann nach der Arbeit anschauen, ich komme gerade zu nichts.

Freut mich dass euch der Osterumzug gefallen hat (zumindest virtuell) und nun geht es wie von Christina gewünscht in die Natur  :)

Ostersonntag 17.April 2022 Teil 2

Für den Nachmittag hatte Josef die Tour Nr. 24 aus dem Reiseführer "Algarve 36 Wandertouren" vom Verlag Reise Know-How rausgesucht. Es geht wieder an die Küste zum Naturpark Ria Formosa (die erste Wanderung bei Olhao gehört auch zu diesem Gebiet). Der Einfachheit halber habe ich euch die Einleitung aus der Beschreibung abgetippt:

Zitat
Im Westen von Faro mündet der Fluß Ribeira de Sao Lourenco in eine Lagune. Hier liegt nicht nur eines der exklusivsten Ferienresorts der Algarve, die Quinta do Lago mit Golfplätzen und gepflegten Hotelanlagen, sondern auch das westliche Ende des Naturschutzgebiets Ria Formosa. Diese faszinierende Landschaft hat sich als Folge des See- und Erdbebens im Jahre 1775 herausgebildet und ist eines der größten Lagunengebiete Europas mit vielen Sand- und Düneninseln, die zwischen den Hafenstädten Faro, Olhao und Tavira und dem offenen Meer liegen. Portugals ältester Naturpark mit Wattgebieten, Marschland, Salz- und Süßwasserlagunen, Dünen, Pinien und einer Vielzahl teilweise vom Aussterben bedrohter Vogelarten zählt zu den schönsten Naturreichtümern des Landes

Direkt am Strand liegt ein Parkplatz mit dem wir das Navi gefüttert haben, hier die Route:

https://goo.gl/maps/HFQDWRD5CoS7c7bo9

Ich hatte ehrlich gesagt ziemlich Sorge dass der Parkplatz am Ostersonntag Mittag schon voll sein würde, aber erstaunlicherweise war das kein Problem. Die letzten 2, 3 km führen wie gerade beschrieben durch ein super gepflegtes, luxuriöses Villengelände mit Hotels und Pinienwäldern, das war die betuchteste Gegend die wir im Urlaub gesehen haben. Wahrscheinlich sind die Leute hier mehr mit Golfkarts unterwegs (wir haben einige auf der Strasse überholt), denn der Parkplatz war nicht mal zu einem Viertel gefüllt. Die Schranke war oben und beide Kassenhäuschen geschlossen, also haben wir die Ticketautomaten ignoriert. Vielleicht sind wir jetzt ja noch in der Vorsaison und er ist im Sommer kostenpflichtig?

Der Parkplatz lag nur 50 Meter vom Strand weg und gleich waren wir auf einem Bohlenweg unterwegs



Direkt hinter uns führt eine Brücke die mindestens 500 Meter lang war über die Lagune zu einer Düne mit Badestrand. Den hatten wir für nach der Wanderung auf dem Plan, Badesachen hatten wir dabei, haben wir jetzt aber im Auto gelassen. Weil das alles so nah beeinander liegt brauchten wir die nicht gleich mitnehmen, wirklich alles ideal hier.



gleich auf den ersten Metern auf dem Holzsteg waren Tiere zu sehen. In Olhao waren ja schon Massen an Krabben unterwegs und haben mich begeistert, hier waren es zigmal so viele





ich weiß nicht wie lange wir auf den ersten hundert Metern mit Fotos verbracht haben, es nahm schlicht kein Ende. Der Weg ist einige Kilometer lang und es sah überall so aus:







ich hätte hier den ganzen Tag verbingen können und dem Gewimmel zuschauen



am Wasserrand waren auch Krabben, wo es tiefer wurde sah man sie nicht mehr



dafür kamen jetzt aber Scharen an Vögeln ins Bild











so viele Störche auf einmal habe ich noch nirgends gesehen. Hier muss es wohl auch Frösche geben, leider hat man weder welche gesehen noch gehört. Keiner der vielen Vögel schien Krabben zu fressen, es gibt wohl genug sonstiges Futter...

auch hier gab es wieder Hinweisschilder auf Chamäleons, wir haben den ganzen Tag immer wieder in Büsche und Bäume geschaut aber leider keines gefunden



man soll sich ja immer etwas für ein nächstes Mal aufheben  :D

rechter Hand lag das Marschland und das Meer, links sah es so aus



und auch dort gab es Vögel zu beobachten





Das Wasser war so still dass dass sich die Vögel drin spiegelten





und immer wieder andere Arten an Vögeln



der hier hat einen nach oben gebogenen Schnabel



im Frühling blüht ja alles, keine Ahnung war für eine Art Busch  oder Baum das hier ist







der Weg geht dann auf Festland weiter und zweigt nach links ab



wir sind hier ja ganz nah am Flughafen, zum Glück war Sonntag Mittag nicht so viel Flugverkehr, die Maschinen waren sehr nah über uns und es war extrem laut. Es wundert einen doch dass der Flugplatz nicht weiter weg von der Küste gebaut wurde.



man hätte wohl zu Fuß oder mit dem Fahrrad da hin fahren können





was für ein hübsches Kerlchen! Leider kenne ich mich mit Vögeln überhaupt nicht aus...



jetzt waren wir ja nördlich und auf Festland unterwegs, aber auch hier gab es immer wieder kleinere und größere Seen und hier haben wir dann auch Flamingos gesehen







die Anzahl an Tieren die man hier zu sehen bekam war einfach beeindruckend. Wir hatten es intuitiv richtig gemacht dass wir erst in das kleine Naturschutzgebiet bei Olhao gefahren waren, andersrum hätten wir in Olhao wahrscheinlich gedacht: ganz nett aber das haben wir alles schon gesehen.
Also wer nur einen Tag Zeit hat und möglichst viel sehen will sollte vielleicht lieber hierher fahren, allerdings ist der Weg deutlich länger und man kommt dann an einem Salinengebiet vorbei das nicht sonderlich interessant ist





das einzig interessante war diese seltsame Echse in einem Schacht am Rand der Salinen



Hier wird wirklich noch Salz gewonnen und der Salzberg ist praktisch zur Orientierung, hier muss man nämlich wieder nach Westen abzweigen und geht dann ungefähr parallel zum Strand zum Ausgangspunkt zurück.



Man kommt am Golfplatz vorbei wo ein Vogelbeobachtungshaus steht, auch hier waren wieder Vögel zu sehen und ganz viele Schildkröten









hier sind wir eine Weile sitzen geblieben, ich war jetzt ziemlich müde, laut Reiseführer ist der Weg 8 km lang, also das bezweifle ich ehrlich gesagt.

Das Gelände am Golfplatz ist sehr schön bepflanzt



und zum Schluss kommt man wieder auf den Holzsteg zurück. Scheinbar haben wir wieder mal ein riesen Glück gehabt, denn der Holzsteg stand jetzt komplett im Wasser, es war wohl gerade Flut und es waren keinerlei Krabben zu sehen.

Zurück am Parkplatz der jetzt gut belegt war haben wir unsere Badesachen geschnappt und uns auf den Weg an den Strand gemacht.



Das Restaurant das man hier sieht ist leider gerade erst im Bau. Einen Kaffee hätte ich jetzt schon gern gehabt, aber hier gab es keinerlei Angebote am Strand



hier hätte ich jetzt viel mehr Leute erwartet, aber es war erstaunlich leer



allerdings hatte es auch etwas zugezogen, es war nicht mehr so schön wie am Morgen bei der Prozession. Das Wasser war mir definitiv zu kalt zum Baden und bei hohen Wellen mit starker Stömung gehe ich auch lieber nicht weit rein ins Wasser. Zum Baden finde ich den Strand nicht so geeignet. Aber wir haben uns in den Sand gelegt und die müden Knochen ausgeruht.





Nach einer halben Stunde so gegen 17 Uhr haben wir dann doch beschlossen wieder ins Ferienhaus zu fahren wo Kaffee und Osterfladen auf uns warten und unser Pool war wärmer als das Meer. Dort haben wir dann den Nachmittag genossen.

Ich muss sagen dass mir der Urlaub in Ferienwohnungen immer besser gefällt, im Hotel hat man es einfach nicht so bequem. Ich bin gespannt wie es mir im Sommer im Hotel gefallen wird, das haben wir ja seit Corona nicht mehr gemacht (bis auf einzelne Übernachtungen)

Zum Abendessen sind wir wieder ins Restaurant Colibri nach Moncarpacho gefahren. Wir hatten für halb 8 einen Tisch bestellt, zum Glück vor den meisten anderen Gästen, so mußten wir nicht lange warten, eine Stunde später war die Bude voll und die Bedienung und die beiden Köche haben sich die Hacken abgerannt. Die einzige Kellnerin kam gar nicht mehr nach und so haben die Köche die Teller teils selbst an die Tische getragen.

Nach dem Essen sind wir durch den Ort spaziert, in der Dämmerung sind hunderte Schwalben durch die Luft geschwirrt, es war richtig idyllisch hier



die Kirche war leider geschlossen









eine ganz friedliche Stimmung, kaum ein Mensch auf der Strasse





den Abend haben wir wieder auf der Terrasse ausklingen lassen.

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6. Tag – Mittwoch, 24.11.

Um 8.30 Uhr gehe ich vom Hotel zum Rathausplatz, von dort der Tour 4 meines Reiseführers folgend durch die Altstadt. Ich entdecke einige weihnachtlich dekorierte Geschäfte, einen weiteren Platz mit Weihnachtsmarkt und einen idyllischen Innenhof.




Ans nördliche Ende der Altstadt schließen sich mehrere Parks an, ich spaziere durch den Kongens Have, wo sich Rosenborg Slot befindet, erbaut Anfang des 17. Jh. im niederländischen Renaissance Stil. Nur gut 100 Jahre wurde es als königliches Wohndomizil genutzt, danach kam es bei den Monarchen aus der Mode und diente als Aufbewahrungsort für aussortierte Möbel, Kunstwerke, Porzellan, usw. – und wurde schließlich zum Museum für all diese Dinge. Mich interessiert das nicht so sehr, da der Eintritt in der Copenhagen Card enthalten ist, hätte ich trotzdem mal einen Blick reingeworfen, aber im Winter öffnet es erst um 11 Uhr (jetzt ist es erst viertel vor zehn) und nur an den Wochenenden sind alle Räume geöffnet, so dass ich mich mit dem Blick von außen begnüge und in den nächsten Park, den Østre Anlæg wechsle.



Hier steht das Statens Museum for Kunst (Eintritt in der Copenhagen Card enthalten), das ich nun besuche.




Die aktuelle Sonderausstellung von Werken von Giovanni Battista Piranesi (1720 – 1778) schaue ich als erstes an. Von diesem Künstler und seiner Kunstrichtung habe ich noch nie gehört, bin aber nun total fasziniert davon. Piranesi war Archäologe, Architekt und Bühnenbildner und hat sich dann als er nach Rom reiste und von den dortigen alten Bauwerken begeistert war auf Radierungen und Gravuren spezialisiert, zunächst um Reiseführer zu bebildern (ja, Reiseführer gab es damals auch schon, oft wurden sie aber nicht zur Planung einer Reise gekauft, sondern um Bilder von Orten zu sehen, an die man selbst niemals würde reisen können), dann schuf er Zeichnungen, die immer weiter von der Realität abwichen bis zu fast völlig ausgedachten Räumlichkeiten, insbesondere gigantischen Gefängnissen mit Treppen, die im Nichts enden, Kerkern, labyrinthartigen Gängen. Das ganze extrem detailliert und weil schwarz-weiß auch ziemlich düster, schon albtraumhaft. Leider habe ich überhaupt kein Foto davon gemacht, aber im Internet kann man sich einige seiner Werke anschauen.

Das Museum ist ziemlich groß, so dass ich mir nur einzelne Bereiche bzw. Bilder genauer anschaue: dänische und skandinavische Malerei ab 1900, deutsche Maler ab 1900, und ich freue mich, einige Bilder von L.A. Ring zu sehen, den Maler, den ich am Sonntag im Ordrupgaard Museum entdeckt habe.

Gabriele Münter:


Erich Heckel:


Erik Raadal:


L.A. Ring:


Nochmal L. A. Ring:


Auch in diesem Museum gibt es ein Restaurant. Zu Mittag gibt es für mich dort einen Grünen Tee und mal wieder Smørrebrød – eine dicke Scheibe Schwarzbrot mit Hummus aus weißen Bohnen, Rote Beete und Salat (EUR 24,88).


Nach dem Essen spaziere ich durch den dritten Park, den Botanisk Have, also botanischen Garten. Dort gibt es im November natürlich nicht viel zu sehen, aber interessant ist immerhin das Palmenhaus (Eintritt ist in der Copenhagen Card enthalten), von außen und von innen. Innen herrscht leider nicht nur hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme, sondern auch noch eine rosafarbene Beleuchtung, so dass Fotos nur schwierig möglich sind und der Aufenthalt insgesamt nicht so angenehm ist.








Für den restlichen Nachmittag habe ich mir nochmal ein Museum ausgesucht, die Ny Carlsberg Glyptotek direkt neben dem Tivoli, wie der Name schon sagt, mal wieder gestiftet vom Brauerei Gründer Carl Jacobsen. Die Glyptotek ist hauptsächlich ein Skulpturenmuseum, nicht gerade meine bevorzugte Kunstform, aber man soll sich ja hin und wieder mal Neuem öffnen ;D.


Ich schaue mir hauptsächlich die Ägypten Ausstellung mit Skulpturen, Friesen, Grabbeigaben und einigen Mumien an.



Dann mache ich einen kurzen Abstecher auf die Dachterrasse des Museums, von hier sieht man das Rathaus und einige Türme des Tivoli.


Abschließend besichtige ich die Sonderausstellung zur dänischen Bildhauerin Anne Marie Carl-Nielsen (1853 – 1945). Und die ist tatsächlich sehr interessant, es wird einiges zum Leben und Arbeiten der Bildhauerin erzählt (Bildhauerei war damals eine fast ausschließlich Männern vorbehaltene Kunstform) und zu einigen ihrer Skulpturen werden Vormodelle in kleinerem Maßstab, anderem Material usw. gezeigt, so dass man den Aufwand, den eine fertige Skulptur benötigt, gut nachvollziehen kann.



Im Café des Museums, direkt neben dem schönen Wintergarten gibt es dann einen Café Latte und einen Schokokuchen/keks (viel leckerer als das Foto vermuten lässt, innen gefüllt mit cremiger Schokolade) (EUR 13,45).


Nach Kaffee und Kuchen spaziere ich ins Hotel zurück und nach einer kurzen Pause zur Fisketorvet Mall und die umgebende Bebauung, dort gibt es bei Dunkelheit einige nette Motive. Auf der Cykelslangen (Fahrradschlange) Brücke ist reger Betrieb und (für mich nicht verwunderlich) ich kann einen Unfall mit drei beteiligten Fahrrädern beobachten, zum Glück ist keiner ernsthaft verletzt und auch die Fahrräder sind nach ein paar Handgriffen noch bzw. wieder fahrtüchtig.





Gegen 18 Uhr bin ich dann wieder im Hotel.

Wetter: bewölkt, teils Nieselregen, ca. 8°C
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Auf Rädern unterwegs / Re: Aktuelle Erfahrungen Mietwagenbuchung
« Letzter Beitrag von Rainer am 17. Mai 2022, 21:59:39 »
Ein Impressum gibt es auf der Website nicht und auch kein Hinweis auf die Besitzer.

In den letzten Bewertungen bei Tripadvisor stand nichts von Schweizer Eigentümern. Ich kann mir das auch nicht vorstellen, denn die Reviews animieren nicht zur Zimmerreservierung. Das war damals im Inca Inn anders.

Ich finde leider auch nichts mehr. Aber ich weiß es verbindlich, denn wir haben 2019 dort übernachtet und das war die Schweizer Familie. Aber es ist absolut möglich, dass sie es wieder verkauft haben, heute haben wir 2022. Aber ich weiß definitiv, dass sie das Adventure Inn gekauft hatten.

P.S.: Lies mal die Hotelbeschreibung bei Holiday Check:

Zitat
Das Hotel allgemein

Willkommen beim Adventure Inn!
Als Schweizer Familie haben wir uns vor ein paar Jahren nach Moab niedergelassen und dieses kleine, gemuetliche Motel uebernommen, stetig renoviert und den Service optimiert. Geniessen Sie einen angenehmen Aufenthalt in unseren Budget oder Premium Zimmern. Im Garten (Wiese mit schattenspendenden Baeumen) stehen BBQ's / Grills und Tische/Stuehle zur freien Benutzung zur Verfuegung. Bleiben Sie laenger und ist es Zeit fuer Waesche? Kein Problem, wir haben eine "coin-operated guest laundry" exclusive fuer unsere Gaeste. Waehrend dem Waschen koennen Sie unser gut funktionierendes WiFi benutzen oder sich eine Tasse Kaffee/Tee goennen (erhaeltlich den ganzen Tag an der Reception).
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Daniela & Markus Heimgartner
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