17.11.2025 Tongariro Alpine Crossing Teil 2Am Ende des Beckens begann der Aufstieg zum höchsten Punkt der Wanderung dem Red Crater auf 1.870m Seehöhe. Wieder wurde mit einem Schild eindringlich gewarnt.

Der Wind war nun sehr stark und der Nebel wurde immer dominanter. Es brauchte Geduld, bis sich eine Lücke auftat. Es ging nun im Sand Richtung Gipfel an Felsnadeln vorbei. Unter der Wolkendecke konnte die Weite des Landes um den Berg erahnt werden.


Vom Weg gab es auch einen schönen Ausblick auf das Becken, dass wir zuvor durchwandert hatten.

Der Vulkan Ngauruhoe versteckte sich weiterhin standhaft.

Auch der Gipfel des Red Craters gelangte zunehmend in Wolken. So ist es halt am Berg.

Der Red Crater machte seinen Namen alle Ehre und erinnerte sehr an Island.


Im Krater befindet sich eine große teilweise eingestürzte Lavaröhre.

Auf der anderen Seite des Gipfels duckten wir uns an eine Geröllwand, um uns beim Jausnen vor dem Wind zu schützen. Dabei merkten wir, dass von der Geröllwand eine angenehme Wärme ausging. Sogar Dampf war zu sehen.
Wir warteten zu und hofften auf Wolkenlücken. Bei einer erkannten wir, dass von unserem Platz schon die Emerald Lakes zu sehen waren.


Die geführten Gruppen wurden durchgepeitscht und den Hang hinuntergetrieben. Vorher bekamen sie noch eine Schulung, wie sie auf dem losen Terrain hinunter gehen sollten. Es wurden daher immer weniger Menschen.

Wir warteten weiter und hofften auf Besserung. Als die Wolken wieder mehr auseinander rießen, sahen wir die Emerald Lakes türkis heraufleuchten. Ein wunderbarer Anblick.

Wir machten uns auf den Weg, weiter hinunter zu verschiedenen Aussichtspunkten auf die Seen. Mit der Zeit war zu erkenne, dass die Phasen mit besserer Sicht mehr wurden. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde über den Emerald Lakes immer öfter ein großer blauer See sichtbar.

Nach einer weiteren halben Stunde waren fast alle Wolken verschwunden und die Landschaft entfaltete ihre volle Schönheit. Auch die Aussicht in die Ebene war nun traumhaft.



Ich wollte dieses Glück nutzen und ging nochmals hinauf zum Red Crater. Er war nun in seiner vollen Pracht zu sehen und dahinter stand fast völlig wolkenfrei majestätisch der Ngauruhoe.



Außer mir war nur noch ein Mann heroben. Er machte ständig Videos und sagte bei jedem Video „Der Schicksalsberg“. Wir kamen ins Gespräch und machten gegenseitig Fotos mit dem Vulkan im Hintergrund. Fragen traute ich mich nicht, welches Schicksal der Berg für ihn hatte.


Als ich wieder bei Heike war, erzählte ich ihr von meiner Begegnung. Sie lachte und fragte, ob ich nicht wüsste, dass der Vulkan Ngauruhoe der Schicksalsberg aus „Herr der Ringe“ ist. Ich habe die Filme zwar gesehen, aber anscheinend haben sie keinen Eindruck bei mir hinterlassen.
